Die Berliner Luft wurde in einigen Liedern als sehr gesund und gut besungen.
Findige Geschäftemacher füllten dann sogar die Berliner Luft in Dosen ab und verkauften auf den Souvenirmärkten solche Dosen zu horrenden Preisen.
Spielte man dann noch das Lied „Das ist die Berliner Luft , Luft , Luft“ ab , dann war die heile Touristenwelt in allerbester Ordnung.
Viele von Euch wissen das ich in Berlin wohne und lebe. Mehrmals habe ich mir aus diesem Grunde auch schon Gedanken um das Berliner Wasser gemacht.
Wasser fliesst bekanntlich aus dem Wasserhahn , doch meine tagtäglichen Touren durch Berlin lassen die Produzierung des Trinkwassers an vielen Stellen der Stadt sichtbar werden.
Fährt man mit der S-Bahn durch die Stadt so sieht man viele Bauwerke die von der Geschichte der Wasserproduktion zeugen und heute gar nicht mehr im Betrieb sind.
So sieht man vorrangig im Ostteil der Stadt viele Wassertürme. Hier denke ich an den von den S-Bahnen umfahrenen Wasserturm am Bahnhof Ostkreuz oder den Wasserturm in Schöneweide.
Dieses sind wirklich sehr sehr schöne Industriedenkmäler und ich hoffe dass diese noch eine ganze Weile sichtbar sind.
Der erste Berliner Wasserturm ging im Jahre 1856 in Betrieb und der letzte Wasserturm wurde 1928 in Steglitz eröffnet.
Die Wassertürme waren nicht einfach nur Wassertürme. Nein sie waren so genannte Hochbehälter.
Nun wuchs die Stadt Berlin immerfort zu einer riesigen Großstadt heran und durch die schnell voran schreitende Elektrifizierung verloren die Wassertürme ihre Bedeutung.
Mit der Elektrifizierung des öffentlichen Lebens war es gelungen Wasser von den Brunnen zu den Zwischenpumpwerken und dann zu den Verbrauchern zu pumpen.
Berlin hat 9 Wasserwerke mit Brunnen. Diese liegen in sehr schönen und wunderbar grünen Landschaftsgebieten.
Eigentlich ist es somit kein Wunder dass das Berliner Leitungswasser sehr gut ist.
Hier kurz einige Standorte:
Kladow am Wannsee
Köpenick
Spandau
Tegel
Tiefenwerder und und und.
Für die Versorgung der Berliner mit diesem köstlichen und zugleich lebensnotwendigen Nass sind die Berliner Wasserbetriebe zuständig.
Diese Werke garantieren durch zahlreiche Untersuchungen in den eigenen Laboren dass das Berliner Wasser stets und ständig eine sehr gute Qualität hat.
Auf der Internetseite der Berliner Wasserbetriebe kann man durch Angabe der Postleitzahl die Qualität des Berliner Wassers nachlesen.
Ich wohne ja hier im dicht besiedelten Bezirk Berlin – Prenzlauer Berg , welcher nach der Bezirksreform zum Stadtteil Berlin Pankow gehört.
In meinen Fall können sich die Werte sehen lassen:
Grenzwert: Wert Prenzlauer Berg
Natrium 200mg/l 23-36 mg/l
Blei (!!!) 0,05 mg/l 0,004 mg/l
Nitrat 50 mg/l 2,5 -3,5 mg/l
Fluorid 1,5 mg/l 0,16 -0,18 mg/l.
Der PH Wert liegt in meinem Wohngebiet bei guten 7,4 bis 7,5.
In Auswertung dieser Ergebnisse bin ich natürlich erstaunt über diese sehr guten Wasserwerte.
Allen Ernstes hatte ich , aufgrund der vielen Altbauten, mit einer höheren Bleibelastung gerechnet.
Besser könnte der Wert allerdings beim Fluorid sein. Hier wäre ein etwas höherer Fluoridanteil zum Verbesserung der Zahngesundheit im Allgemeinen etwas besser.
Trotz ständig steigender Wasserpreise trinken die Berliner Bürger immer weniger Wasser oder sie gehen vernünftiger mit dem Berliner Wasser um.
1992 verbrauchte die Stadt Berlin cirka 300 Millionen Kubikmeter Wasser. Im Jahre 2003 waren es nur noch 210 Millionen Kubikmeter Wasser.
Dieses Verhalten führt natürlich zum Ansteigen des Grundwassers. Das ist ja dann auch nicht so sehr gut , dennoch gestiegen ist im Gegensatz zum Verbrauch natürlich der Preis und so kostet gegenwärtig das Berliner Wasser 1,88 Euro pro Kubikmeter.
Berlin ist mit seinem Wasser somit etwas günstiger als die Brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam.
Insgesamt bin ich mit dem Berliner Wasser sehr zufrieden.
Ich hatte in den letzten Jahren aufgrund meines Vertrauens in dieses kostbare Nass sogar einen Wassersprudler aufgestellt.
Schade ist es natürlich wenn man manchmal sieht wie dieses kostbare Nass ziel- und sinnlos vergeudet wird.
Hier würde ich mir in Zukunft zum Beispiel noch mehr Gärtner wünschen , die Regenwasser zum Giessen Ihrer Pflanzen etc. benutzen.
Berlin , diese schöne Stadt verfügt somit auch über ein sehr gutes Leitungswasser welches im Geschmack und in der Frische Richtungsweisend ist.
Wer einmal nach Berlin kommt sollte somit unbedingt auch einmal die Berliner Wasserversorgung testen.
Ich hätte jetzt eine Geschäftsidee:
Anstatt der Berliner Luft in Dosen sollte man doch das Berliner Leitungswasser in Flaschen verkaufen.
Natürlich ist das eine Erinnerung an Berlin und Erinnerungen können schon mal etwas mehr kosten.
Könnte man glatt zum Patent anmelden !
Euch einen schönen Tag!
20.01.2004 18:03
... ja ... könnte man glatt zum patent anmelden ... wenn ich nicht vorschlagen würde doch sinnvollerweise die vorstellung der autoren hier bei ciao zum patent anmelden zu lassen ... hat es doch immerhin dazu geführt, dass ich dich grad hier "entdeckt" habe ... war übrigens ne schwierige auswahl bei deinen vielversprechenden titeln einen bericht für den "anfang" einfach mal so rauszupicken ...
14.07.2003 21:34
Zwei Wasserwerke laufen nur noch, um den Grundwasserspeigel niedrig zu halten ... also Berliner: trinkt mehr Wasser und geht zum Pinkeln nach Brandenburg - z.B. zum Bauernmarkt Oberhavel - aber das ist ne andere Geschichte (und nich' wieder in den Tiergarten, gell, Ihr Raver!?) Grüße aus der Mitte.
13.07.2003 00:25
klasse bericht, tshcö ika =)