... Beide kamen zu dem selben Schluß: Der Lenco L-80 ist ein Kauftipp! Das Preis-/Leistungsverhältnis wurde mit "gut - sehr gut" bewertet. Auch dass der L-80 zusätzlich die Wiedergabe von MP3-Sticks direkt unterstützt, über eine Geschwindigkeitsfeinregelung (Pitch Control) verfügt und generell ... Bericht lesen
(+) geringer Preis,Design, guter Klang mit dem passendem Sound-System, schneller Aufbau (-) hartes Nadelaufsetzen, etwas umstaendlicher Einbau des Plattentellers
Ich habe einen an der Platte - einen Lenco L-80 USB
Erfahrungsbericht von ditho1911 über Lenco L-80 USB 29. Oktober 2009
Produktbewertung des Autors:
Klang:
sehr gut
Verarbeitung:
ausgezeichnet
Pro:
schon als Profi - Gerät einzustufen
Kontra:
keine automatische Endabschaltung
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Jetzt ist er endgültig senil geworden, wird sich mancher so denken. Kommt uns im Zeitalter der CD und DVD mit einem Plattenspieler. Doch ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich von seiner Plattensammlung aus frühen Jahren endgültig verabschiedet hat. Es steckt nicht nur einiges Geld darin, sondern es hängt so manche Erinnerung daran. Da möchte man die eine oder andere Platte gern noch einmal hören oder vielleicht auch auf ein anderes Medium kopieren, ehe der Zahn der Zeit endgültig zubeißt. Meine Recherche führte mich bei Amazon zu einem stolzen Preis von rund 150 €, etwas happig. Aber eines meiner Punktekonten, das ich schon lange nicht mehr bemüht hatte, erlaubte mir die kostenlose Anschaffung. Also nichts wie bestellt. Als das Paket ankam, stellte ich fest, dass der Absender wohl über meine Bastelleidenschaft informiert sein musste, denn das Gerät war nicht voll montiert.
Der erste Eindruck und Lieferumfang
Das Gerät sah ziemlich professionell aus und erinnerte mich an einen DJ-Plattenspieler. Nun, für Diskos bin ich inzwischen etwas zu alt, aber die USB- und die MP3-Funktion reizten mich schon. Neben dem Grundgerät fand ich in der ausgezeichnet stossgesicherten Verpackung den Plattenteller, das Nadelsystem inj einer Headshell, ein Kontergewicht, einen 45 rpm Adapter, mehrere Anschlusskabel, ein Slipmat für den Plattenteller und eine Bedienungsanleitung. Letztere war mir eine große Hilfe beim Zusammenbau.
Der Aufbau
Bevor der Plattenteller auf das Gerät gesetzt wird, ist der darunter liegende Antriebsriemen vorsichtig anzuheben und an der Antriebswelle des Motors zu befestigen. Durch eine Aussparung im Plattenteller geht das ziemlich leicht. Danach kommt der Slipmat auf den Plattenteller. Die Headshell wird mit dem zuvor angeschraubten Nadelsystem in das vordere Ende des Tonarmes gesteckt und mit der am Tonarm befindlichen Überwurfmutter festgeschraubt. Die Schutzhülle sollte an der Nadel verbleiben. Dann wird der Tonarm mit dem Lifthebel abgesenkt, der Tonarmhalter gelöst und der Tonarm vom Halter genommen. Hier zeigt sich er Sinn der Schutzhülle. Das Kontergewicht wird am hinteren Ende des Tonarms aufgeschraubt und so justiert, dass der Tonarm frei schwebt. Mit dieser Einstellung wird der Tonarm auf der Auflage befestigt. Das Gewicht wird in der Einstellung festgehalten und die davor befindliche Skala auf Null gestellt. Nunmehr wird das Gewicht so eingestellt, dass der an der Skala abzulesende Auflagedruck 2,0 g beträgt (systemabhängig). Dann wird das Gewicht mit der Feststellschraube arretiert und das Einstellrad am Lift auf den gleichen Wert eingestellt.
Vor dem ersten Einsatz muss das Gerät noch verkabelt werden. Auf der Rückseite finden wir zwei Mulden. Links sind die Buchse für das Netzkabel, der Ein-/Ausschalter und der Spannungswahlschalter (220/115 V). Rechts die Cinch-Ausgangsanschlüsse (weiss - L-Kanal und rot - R-Kanal) sowie der Umschalter für Phono/LINE. Je nach Anschlussgerät kann hier ohne (Phono) bzw. mit (LINE) Vorverstärker angeschlossen werden. Danach kann getestet werden.
We make Music
Nach dem Einschalten des Hauptschalters auf der Rückseite melden sich zwei LED auf der Oberseite des Gerätes. Eine signalisiert die gewählte Abspielgeschwindigkeit (33 bzw. 45 U/min), die andere die Nullage des Geschwindigkeitsreglers. Doch dazu später. Nach dem Auflegen der Platte betätigen wir die Taste links vorn und der Plattenteller beginnt sich zu drehen. Rechts vorn haben wir drei Tasten, von denen die linke für 33 und die mittlere für 45 U/Min. zuständig sind. Nach dem Lösen des Tonarms schwenken wir diesen auf den Anfang der Platte und betätigen den Lifthebel. Der Tonarm senkt sich sehr langsam und gleichmäßig ab und die Wiedergabe beginnt. Nach dem Ende des Abspielens muss der Tonarm mit dem Lift angehoben und manuell zurückgeführt werden, eine automatische Abschaltung gibt es nicht. Für mich ein Mangel. Wer sich gern als DJ betätigen möchte, kann mit einer Taste rechts oben die Drehrichtung des Motors umschalten bzw. mit dem rechts befindlichen Schieberegler die Geschwindigkeit des Abspielens erhöhen bzw. vermindern. Die Normalstellung wird durch eine LED angezeigt.
Natürlich kann man mit diesem Gerät auch Platten bzw. einzelne Titel im MP3-Format aufzeichnen. Dazu befindet sich links oben am Gerät eine USB-Buchse mit Kontroll-LED, in die ein USB-Speicherstick bzw. ein MP§-Player eingesteckt werden kann. Rechts vorn der rechte Taster dient zum Start bzw. Beenden der Aufnahme. Dies erfolgt bei richtigem Schalten titelgenau. Die Wiedergabequalität der Aufzeichnung über den PC erfolgte in sehr guter Qualität.
Technische Daten
Plattenspieler
Bauart: Manuell, 2 Geschwindigkeiten Motor: DC-Motor Antriebsart: Riemenantrieb Plattenteller: 30 mm Druckguss Geschwindigkeiten: 33 1/3 und 45 rpm USB-Funktion: USB REC. Funktion nur für MP3 im Format 192 kbps Gleichlaufschwankungen: weniger als 0,2 % Start- und Bremszeit: weniger als 1 s
Tonarm
Typ: statisch ausgewogener S-förmiger Arm mit abnehmbarem System Phono-Ausgangs-Level: 1,5-3,6 mV at 1 kHz 5cm/sec Line-Ausgangs-Level: 90-216 mV aan 1 kHz 5cm/sec Frequenzbereich: 20 Hz - 20 kHz Kanal trennung: mehr als 15 db
Allgemein
Stromverbrauch: 9 Watt Gewicht: 3,8 kg
Meine Meinung und Fazit
Ich habe den Plattenspieler an meinem PC am LINE-Eingang der Soundkarte angeschlossen und bin mit der Wiedergabe über die Boxen sehr zufrieden. Ein Test an der Stereoanlage im Wohnzimmer war bestens, aber dort mangelt es am Platz und so oft wird er auch nicht genutzt. So bleibt er meinem Lieblingsspielplatz am PC vorbehalten. Ich habe schon einige Klassikplatten auf CD umgesetzt und auf meiner Anlage wiedergegeben und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Was mir nicht so gefällt, ist die fehlende Selbstabschaltung am Plattenende, aber damit kann ich leben. Die DJ-Spielereien brauche ich nicht, aber ich habe sie gern für den sehr stabilen Aufbau des Gerätes und die guten Gleichlaufeigenschaften in Kauf genommen. Da ich ein solches Gerät immer subjektiv bewerten werde, habe ich mir einige Testergebnisse zu Rate gezogen. Die beiden Fach-Magazine "Digital Home" und "HiFi Test TV Video" unterzogen den L-80 einer strengen Testreihe. Beide kamen zu dem selben Schluß: Der Lenco L-80 ist ein Kauftipp! Das Preis-/Leistungsverhältnis wurde mit "gut - sehr gut" bewertet. Auch dass der L-80 zusätzlich die Wiedergabe von MP3-Sticks direkt unterstützt, über eine Geschwindigkeitsfeinregelung (Pitch Control) verfügt und generell sehr benutzerfreundlich aufgebaut ist, machen den L-80 zu einem der Top-Geräte dieses Segments.
Dieser Feststellung kann ich mich nur anschließen und vergebe vier Sterne, einer ist in der Endabschaltung hängengeblieben. Wer mit meinem Text nicht ausreichend klar kommt, darf sich durchaus das gleichnamige Video hier bei ciao anschauen.