Lernen erlernen / Lerntypen

4  15.04.2004 (22.04.2004)

Pro:
Erfolg

Kontra:
manchmal frustrierend

Empfehlenswert: Ja 

Nikkita01

Über sich:

Mitglied seit:07.12.2002

Erfahrungsberichte:54

Vertrauende:77

Diesen Bericht teilen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 91 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Das ist ein Thema, das jeden in verschiedenen Altersstufen betreffen kann, ob Schüler, Student, Schulabschlüsse nachholen, oder Menschen die sich weiterbilden möchten...

Grundsätzlich gilt, dass man keine allgemeingültige Lösung, wie man am besten lernt, aufzeigen kann, sondern jeder seine eigene Art zu lernen, entwickeln muss. Fällt man die bewusste Entscheidung "Ich will lernen!", ist jedoch der erste wichtigste Schritt getan. Es liegt also nahe, dass jeder sein individuellen Lerntyp herausfinden muss. Hierzu möchte ich gerne ein paar Beispiele nennen.

Lerntypen
~~~~~~~~~

Welcher Art von Lerntyp man angehört, kann man am besten durch eigene Beobachtung herausfinden. Der eine ist z. B. ein eher visueller Lerntyp, der andere muss wiederum alles am praktischen Beispiel erkennen. Nicht ganz ausser acht zu lassen, ist die aktuelle Tagesform. Der Mensch hat naturgemäß in seinem Biorhythmus zwischen 14:00 bis 15:00 Uhr einen Tiefpunkt seiner Leistungsfähigkeit.

Je nach Lerntyp kann man nun einzelne Methoden den Lernstoff zu erarbeiten, anwenden, bzw.. auf eine Kombination der Methoden zurückgreifen. Was für den einzelnen nun am geeignetsten ist, muss, wie bereits erwähnt, jeder für sich rausfinden.

a) Gliederung des Lernmaterials: Einteilung des Stoffes in Ober- und Unterpunkte, Randnotizen, eigene Zusammenfassungen erstellen, Punkte farbig hervorheben, versuchen, einem Freund den Stoff näher zu bringen, um eigene Defizite zu erkennen.

b) Verbalisierung des Lernmaterials: Diese Methode nützt vor allen Dingen Schülern und Studenten, die Schwierigkeiten in mündlichen Prüfungen haben, da hierbei das freie Sprechen und die mündliche Wiedergabe des Stoffes geübt wird. Das war auch ein Punkt, den ich dringend nötig hatte.

c) Eine eigene Ordnung im Raum, in dem man lernt, erstellen. Der Ordnungsbegriff ist sicherlich individuell auszulegen. Nicht jeder kann an einem akkurat aufgeräumten, stillen Schreibtisch lernen. Zumindest sollte aber jeder seine Unterlagen vollständig parat haben. Muss man vor jedem Lernbeginn erst anfangen, die benötigten Materialien zusammenzutragen, verliert man schnell die Motivation und beeinträchtigt den Lernerfolg.

d) Plakatieren von längerfristig zu erarbeitenden, strukturiertem Lernstoff. Es ist sinnvoll, zum Beispiel Grammatikregeln, Vokabeln, Formeln usw. zusammenzufassen und an einen Ort zu hängen, an dem man häufiger vorbeikommt. Man lernt hierbei sozusagen "im Vorübergehen". Das konnte ich nie glauben, aber es funktioniert tatsächlich. Wichtig dabei ist, dass alles schön gross und erkennbar geschrieben wird, damit es sich leichter einprägt.
Auch beispielsweise Vokabeln auf Tonband aufnehmen, diese immer wieder anhören und nachsprechen, kann helfen.

e) Erstellung eines Lernplanes: Meist sind Prüfungstermine ja längerfristig im vorraus bekannt. Da sinnvolles Lernen vor allen Dingen über Wiederholung geschieht, sollte man nicht alles "auf den letzten Drücker" erledigen. Dabei kann ein realistischer Lernplan hilfreich sein. Dieser sollte mit den persönlichen Bedürfnissen abgestimmt sein, also möglichst keine Lernphasen einplanen, zu einer Zeit, an der man normalerweise einem Hobby o. ä. nachgeht. Ich möchte an dieser Stelle auch nahelegen, nicht bis zur letzten Minute vor der Prüfung zu lernen. Vielleicht hilft es einen Tag zuvor den gesammten Stoff konzentriert durchzuarbeiten, aber mehr, um ein etwas sicheres Gefühl zu bekommen, dann legt die Unterlagen weg und macht euch am besten einen angenehmen Tag. Bitte auch damit nicht übertreiben! Meine Freundin verstand das wohl so, das sie vor der Prüfung eine Party gab (um sich abzulenken), sich betrank und die ganze Nacht bis zum Prüfungstermin durchmachte. Angeblich sei das ihr "Geheimtipp". Kaum war sie mit Ihrer Arbeit fertig, wurde Ihr übel. Näheres erspare ich euch lieber. Die Klausur hatte Sie auch versiebt *g*

f) Das Lernen mit Karteikärtchen: Der Vorteil hierbei ist die Zerlegung des Stoffes in kleinste Teile, keine unendlichen Konrollwiederholungen, man sortiert den beherrschenden Stoff aus und kann sich auf seine Schwächen konzentrieren. Eine gute Anleitung zum Lernen mit Karteikärtchen findet ihr hier:
http://www-stuga.informatik.uni-bremen.de/informatik/eso/node34.html


Plant vernünftige Pausen ein. Der Mensch kann nur bis zu einem gewissen Grad Informationen am Stück aufnehmen. Deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, auch Zwischenpausen einzuplanen in denen man wirklich ganz abschalten sollte. Diese Pausen sollten in Beziehung stehen zu

- der Schwierigkeit des Lernstoffes
- der eigenen körperlichen Verfassung
- der zur verfügung stehenden Zeit
- dem vorgegebenen Tagesablauf

Spaziergänge an der frischen Luft - einfach ein wenig Bewegung - regt die Durchblutung an und kann sich danach wieder besser konzentrieren. Von Traubenzucker war ich nicht so begeistert, da die Konzentration zwar schnell ansteigt, aber auch genauso schnell wieder abfällt, meist sogar weiter als zuvor.


Lerntipps
~~~~~~~~

Regula Schräder Neaf hat in seinem Buch "Rationeller Lernen lernen" einige bewährte Tipps definiert:

- Bewusstmachen der eigenen Motivation etwas zu lernen, da man so zielgerichteter an die Sache herantritt.

- Querverbindungen beim erfassenden Lernstoff zu anderen Fächern erstellen und praktische Anwendungen suchen.

- Fächer, die einem schwer fallen, sollte man daraufhin untersuchen, welches Teilgebiet am ehesten das Interesse weckt und von diesem Aspekt aus weiterarbeiten.

- Ziele möglichst selbstständig setzen und versuchen, diese in kleinere Etappen zu erreichen.

- Lernen am Erfolg, also bei Erreichen von Etappenzielen sich durch die Erfolge selbst zum Weitermachen motivieren.

- Erstellung eines Belohnungssystems bei Erreichen der Ziele

- kürzere, aber dafür häufige Lernperioden einlegen

- Analysieren des eigenen Wissensstandes und anhand von Fehlern lernen. Fehler ist nicht gleich Versagen!

- Zugang zu Fächern, die man sehr trocken findet, durch etwaiges Studium seiner Geschichte und Entstehung finden.



Es ist also unschwer zu erkennen, dass es eine vielzahl möglicher Varianten gibt, an einen Lernstoff heranzugehen. Welche sich längerfristig am besten für einen selbst bewährt, zeigt letztendlich die Erfahrung. Bei mir war es meistens eine Kombination aus mehreren Lernmethoden und unterschieden sich auch bei bestimmten Fachrichtungen. Was bei mir nun überhaupt nicht funktionierte, war das Lernen mit dem PC. Ich kann euch nicht genau sagen woran das lag, aber ich musste immer etwas in der Hand haben um jederzeit nachsehen zu können und ggf. selbst aufschreiben. Auch Prgramme um Vokabeln zu lernen halfen mir nicht. Dann lieber ein Buch ;-)
Das Wichtigste ist aber sicherlich, sich nicht abschrecken zu lassen, sondern die Sache grundsätzlich erst einmal anzugehen. Mit der Zeit findet jeder seine spezielle Art zu lernen, die auch Spass machen kann.

Allen die zur Zeit pauken müssen / wollen, wünsche ich viel Erfolg!
Nicki


© Nikkita01

*****************************************************************************************************
Ich poste meine Berichte überall unter dem selben Namen und evtl. auch auf meiner HP.



P. S.: Wer nach Büchern zu diesem Thema sucht, findet auf der Seite von Manfred Huth eine kleine Auswahl:
http://www.manfred-huth.de/fbr/lit/lernt.html



Quellen:

Regula Schräder Neaf "Rationeller Lernen lernen"
http://www-stuga.informatik.uni-bremen.de/informatik/eso/node34.html


Diesen Bericht teilen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ebedi_ile_sana

ebedi_ile_sana

01.04.2006 04:38

Eigentlich wollte ich den Bericht als besonders hilfreich bewerten, aber das geht nicht. Ich werde das aber noch nachholen, der hat es wirklich verdient.

ebedi_ile_sana

ebedi_ile_sana

01.04.2006 04:37

Darüber muß ich noch mit Dir reden :o) Der Bericht ist toll, kann ich gut für meine Schüler gebrauchen! Wenn ich darf?

SteffiNRW_

SteffiNRW_

10.01.2005 21:56

Ein hammer geiler Bericht. Gruß steffi

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Mehr über dieses Produkt lesen
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1741 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (4%):
  1. SteffiNRW_
  2. batwitch78
  3. LittleSteph
und einem weiteren Mitglied

"sehr hilfreich" von (96%):
  1. ebedi_ile_sana
  2. Lisa_
  3. Jacqui01
und weiteren 84 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.