Tschaka! Du schaffst es!

5  06.05.2004

Pro:
es lohnt sich und wird sich auszahlen .  Man lernt ja eigentlich auch ein Leben lang, gell?

Kontra:
-  -  -  -  -

Empfehlenswert: Ja 

Dosenpfand

Über sich:

Mitglied seit:05.03.2004

Erfahrungsberichte:75

Vertrauende:18

Diesen Bericht teilen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Einleitung:
Ich nehme derzeit an einem Fernstudium teil um Bürosachbearbeiterin zu werden.
An dieses Fernstudium geriet ich durch massenweise Probleme mit dem Arbeitsamt, die ich als Langzeitarbeitslose hatte.

Mein letzter Ausweg nach zwei abgebrochenen Ausbildungen und langer Arbeitslosigkeit war der zweite Bildungsweg. Da ein Freund von mir auf diese Art und Weise einen neuen Beruf erlernt hat und viel von seinem Fernstudium erzählte, entschloss ich mich über ein Fernstudium zu informieren, in dem ich z.b. auch bei ciao nach Erfahrungsberichten schaute.

Wichtig war für mich das "Preis-/Leistungsverhältnis". Die SGD bietet einem Arbeitslosen einen Rabatt in Höhe von 10 % an. Ich bekam meine erste Probelektion zugeschickt, betete nochmal darüber. Dann bekam ich die Gewissheit: "Dopfa - mach ein Fernstudium - das ist deine letzte Chance!"
Daraufhin meldete ich mich beim Arbeitsamt ab. Versichert bin ich eh über meinem Mann und Geld stand mir auch keines zu.

Nun aber zu dem Punkt über den ich hier schreiben möchte:

Das Lernen.

Das Lernen war für mich immer eine Qual. Ich habe mich immer schwerer damit getan als andere, vermutlich war der Grund dafür aber Faulheit. Ich hab lieber mit anderen gespielt, lieber etwas anderes unternommen als mich beispielsweise hinter die damals einfach "ätzenden" Hausaufgaben zu klemmen. Dadurch habe ich mir vieles verbaut.

Inzwischen macht mir das Lernen Spaß, wenn es auch nicht einfach ist als Fernstudent. Es ist schwer sich zu motivieren.

Hierfür möchte ich allen Schülern, Studenten, Fernstudenten und Azubis ein paar Tipps geben, wie ich es schaffe und sogar Freude daran habe.


Vorbereitungen fürs Lernen:
1. Suche dir einen ruhigen Arbeitsplatz, an dem Du NUR lernst. Sinnvoll ist ein eigener Schreibtisch, der dort steht, wo es Dir Recht ist. Ich werde verrückt, wenn ich beim Lernen beispielsweise eine Wand angucken muss. Darum steht mein Schreibtisch direkt vor dem Bürofenster.

2. Halte Deinen Arbeitsplatz sauber und ordentlich. Wunderbar ist mein Schreibtisch, den ich von meinem Mann geschenkt bekommen habe: 1,60 m lang, 1,00 m breit. Da passt viel drauf ;-) Wunderbare Ordnungsbehälter erhält man oft z.b. im Supermarkt. Sinnvoll finde ich Ablagekörbe, die sich auf meinem Schreibtisch befinden. In ihnen liegen: Unten die neuen Blöcke, die ich noch nicht benötige, darüber die Umschläge zum Verschicken meiner Aufgaben, darüber ein Fach "erledigt" dort kommen die erledigten Aufgaben rein und ganz oben ein Fach "noch zu erledigen". Ich habe mir diese Körbe beschriftet, damit ich problemlos das finden kann, was ich suche.

3. Sachen die Ablenken können
gehören NICHT auf den Schreibtisch! Auch haben sie am Arbeitsplatz wenig verloren.

4. Wichtig finde ich trotz allem wirklich etwas harmonisches auf dem Tisch stehen zu haben, was den Arbeitsplatz gemütlicher und auch heimlich macht.
So steht auf einer erhöhten Ablage beispielsweise mein Furby, den ich getötet habe, in dem ich ihm die Batterien entnahm ;-) Ein Bild aus meiner Ausbildungszeit steht auch auf dem Tisch. Da war ich noch schlank und da möcht ich wieder hinkommen.

5. Wichtig ist für mich auch die Ordnung des Arbeitsmaterials. Hierzu gehören für mich Buntstifte, Bleistifte, Kugelschreiber, Lineal, Zirkel, Taschenrechner, Heftstreifen, mein kleiner Freund (das Tip-Ex Microband), Lehrbücher, Lehrplan.

6. Für das Abschreiben von Informationen aus meinen Lehrbüchern habe ich auf meinem Schreibtisch einen uralten Buchhalter stehen. Das ist so ein kleines Plastik-Metallgestell, in das man seine Bücher aus denen man abschreibt stellen kann. Dieser steht immer so, daß ich davor noch Platz für meinen Block und meine anderen Utensilien habe.

7. Mögliche Störquellen sollten wenn möglich abgeschaltet werden. Natürlich kann ich meinem Nachbarn nicht einfach mal die Motorsäge klauen, sondern sollte beispielsweise die Fenster schließen. Der Computer ist aus wenn ich lerne, er würde mich nur ablenken. Schickt euren Partner beispielsweise zum Kochen, wenn er nerven sollte *sfg* *duck*. Musik muss bei mir immer ausgeschaltet sein, weil sie mich sonst wirklich ablenken würde. Auch weiß ich, daß unsere Frettchen nichts auf dem Tisch zu suchen haben ;-) Da Frettchenfallen noch nicht erfunden wurden, werden die süßen aus dem Büro gescheucht oder meinem Mann auf die Schulter gesetzt.

8. Arbeitsmaterialien vorbereiten: Stifte Vor dem Lernen anspitzen ;-) Griffbereit halten.


Das Lernen:
Jeder hat andere Methoden zu lernen. Wie ich am besten lerne möchte ich Euch jetzt mitteilen, vielleicht hilft es dem einen oder anderen, was mich sehr freuen würde.

Texte:
Ich bezeichne mich als Schreiblerner. Schönes Wort, gell? ;-) Ich lerne tatsächlich am besten, wenn ich mir die Texte
1. laut vorlese.
2. stückweise diktiere und dann aufschreibe
3. Sätze umstelle und so selbst neu formuliere und diese aufschreibe
4. Alles abtippen.

Sinnvoll ist es auch, sich die wichtigen Stellen zu markieren und stichwortartig festzuhalten.
Das ist natürlich sehr zeitintensiv, aber so prägen sich die Texte bei mir am besten ein.

Auch versuche ich mir das so erlernte Wissen bildlich vorzustellen. Ich stelle mir als Bürosachbearbeiterinangehende (-: z.b. vor, wie es in den Betrieben tatsächlich läuft. Ich versuche mir die Produktion vorzustellen und wie diese mit der Wirtschaft zusammenhängt, vorzustellen, welche wirtschaftlichen Abläufe Einfluss auf den Betrieb haben...

Schaubilder:
Künstlerische Tätigkeit liegt mir zwar nicht, aber ich male mir alle Schaubilder ab. Steht viel Text in den Schaubildern, zeichne ich mir ganz schwache Hilfslinien, damit ich mich nicht so leicht verschätze, denn zusammengequetschte Schrift mag ich auch nicht. Ferner bekommt bei mir auch jedes Schaubild sein eigenes Blatt Papier gewidmet ;-) So habe ich genügend Platz für die Schaubilder. Anschließend werden diese Schaubilder bei mir oft auch bunt. Ich male sie mit Buntstiften aus. So prägen sich die Bilder bei mir etwas besser ein und sehen etwas freundlicher aus.

Weitere Tipps zum Lernen:
Versuch mal ganz klein zu schreiben. So klein du kannst. Versuch die Texte ganz klein abzuschreiben, zumindest das, was dir wichtig erscheint.
Wieso?
Weil du dich so ganz doll auf den Text den du liest und schreibst konzentrieren musst. Die Folge ist, daß sich der Text besser einprägt. Den gleichen Effekt hat auch Supersonntagsschöneswetterausgehschrift, wie unsere Lehrer früher zu sagen pflegten.

- Lies dir die Texte mehrmals laut vor.
- Schreibe dir Karteikarten - auf der Vorderseite denkst du dir Fragen aus, die du auf der Rückseite beantwortest. Nimm für jede Frage eine Karte. Bastel dir ruhig einen Schuhkarton um - mach dir ein ganz großes Fach vorne, ein etwas kleineres Fach dahinter, ein noch kleineres Fach dahinter und ein Minifach dahinter. Trenn es einfach mit Pappe.
Dann steckst du dir vorne die Karten rein, die du gerade erstellt hast. Diese arbeitest du nach und nach ohne Schummeln durch. Geht auch gut, wenn z.b. ein Freund dich damit abfrägt. Hast du die Frage richtig beantwortet, steck die Karte ins Fach dahinter. Dann nimmst du dir regelmäßig die hinteren Fragen und gehst sie nochmal durch. Wieder richtig geantwortet? Nicht schlecht! Dann kann die Karte ins dritte Fach. Fünf Fächer sind sinnvoll für dieses Lernsystem. Alle Fragen die du richtig beantwortest auch nach längerer Zeit wandern irgendwann im besten Fall ins letzte Fach. Dort angekommen, sind die Antworten auch schon im Langzeitgedächtnis. Falsch beantwortete Fragen kommen wieder ganz nach vorne.

- Lass dir die Texte diktieren oder diktiere sie dir selber mithilfe eines Kassettenrekorders oder ähnlichem. Mp3 ist inzwischen ja in ;)
Du kannst dir deine Texte alle auf Kassette sprechen und dann Diktate schreiben. Je öfter desto besser.

- Pauke niemals mehrere Stunden am Stück ohne Unterbrechung!
Hochkonzentration geht nur wenige Minuten lang. Gönn dir öfter eine Pause, geh auch mal ganz weg vom Arbeitsplatz, trink einen Kaffee, iss etwas, gönn dir eine Zigarette oder ähnliches. Gut ist auch frische Luft zwischendurch. Ich verbringe meine Pausen oft mit nem Kaffee auf dem Balkon und schalte ab.

- Mach rechtzeitig Feierabend!
Ein Fernstudium ist regulär so gestaltet, daß 2 Stunden lernen am Tag reichen und man es sogar neben einem Beruf machen kann. Ich finde 2 Stunden recht wenig. Je mehr geht, desto besser lerne ich. Aber es brächte mir nichts, würde ich 8 Stunden am Tag lernen. Die Luft wär zu schnell raus.

- Wenn du dich nicht konzentrieren kannst
hock dich nicht ran! Mach etwas anderes. Setz dich halt später ran.

- Finde deine optimale Lernzeit heraus
Lernst du morgens besser oder abends? Nachmittags? Nachts?
Ich habe festgestellt, daß ich am besten lerne, nachdem ich gefrühstückt habe. Sobald ich wach bin koche ich mir einen Kaffee, frühstücke und setz mich dann an meine Aufgaben.

- Frage deine Lehrer, Kollegen, Fernlehrer etc. wenn du etwas nicht verstehst.
Keine falsche Scheu davor! Dafür sind sie nämlich da.

- Belohne dich für das Geschaffte!

Fazit:
Ich hoffe mit diesen Tipps konnte ich dem einen oder anderen ein wenig helfen besser zu lernen. Jeder lernt anders. Es gibt viele verschiedene Lernsysteme. Manch einer hat ein fotografisches Gedächtnis, das sind aber die wenigsten *neid*
Zu meinem Fernstudium muss ich sagen, daß ich mich schon ein wenig schwer tue. Ich lerne alleine zu hause, habe keine Kollegen, die ich fragen könnte wenn ich etwas nicht verstehe. Mein Fernstudium ist so aufgebaut, daß ich mich ein paar Wochen nur mit Wirtschaftslehre abschlagen muss und wenn ich das Buch dann fertig habe, ein anderes Thema beginnen kann. Die Bücher bauen aufeinander auf, was ich sehr schwierig finde, Abwechselung wäre hilfreicher als sich stundenlang mit BWL zu quälen.
Ich habe diverse Lernmethoden ausprobiert und auch verschiedene Zeiten und festgestellt, daß ich morgens am besten lerne, in dem ich erst laut lese und mich dann ans Schreiben mache. Ganz wichtig ist ein ordentlicher Arbeitsplatz, an dem nur gearbeitet wird.
Und ganz besonders wichtig ist wirklich zeitig mit dem Lernen aufzuhören. Ich motivier mich, in dem ich mir danach was schönes gönne. Z.b. ein wenig am PC spielen, die Freddls durch die Wohnung scheuchen, meine Triops beobachte, mal ein Stück Kuchen esse... Genießt euren Feierabend!

PS:
meinen Kommentaren entnahm ich, daß es Leute gibt, die wie ich früher auch im Bett oder auf dem Sofa lernen. Davon kann ich allerdings nur abraten. Dort kann man nicht wirklich gut lernen... man schläft aber bestens über seinem Stoff ein ;-)
Diesen Bericht teilen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

20.04.2005 07:10

toll, daß Du es gewagt hAST. LG Sabine

realRIP

realRIP

11.05.2004 11:46

Das hilft bestimmt dem einen oder andren. Zum Glück ist die Zeit des Lernens bei mir vorbei.

GlineurJL

GlineurJL

09.05.2004 10:38

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Mich wirft indes am ehesten jede Art von Geräuschkulisse um. JL

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 2852 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (4%):
  1. Creaturamortale
  2. tongariki

"sehr hilfreich" von (96%):
  1. peer_g
  2. AnnaHaeberle
  3. Eichkatz
und weiteren 51 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.