Vampire sind schwul!
07.02.2010
Pro:
Ein paar One Liner
Kontra:
stellenweise langweilig, diese Komödie hebt sich nicht von ähnlichen Vertretern ab
Empfehlenswert:
Nein
 das-christian
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Ist das ein Déjà vu? Ein dürrer Versager, der ständig von seiner Freundin verlassen wird und sein fülliger Freund, der den Verstand einer Ziege hat, müssen zum wiederholten Male die Welt retten. Richtig – das gab’s schon in Shaun of the Dead. Nur diesmal sind Vampire die Fiesemöps(e) und die Handlung spielt in einem kleinen Hinterwäldlerdorf – wie originell! Regisseur Phil Claydon, der bereits 2002 mit Alone, einen Thriller der aus der subjektiven Perspektive des Killers erzählt, für ein kleines Aufheulen sorgen konnte, versucht sich nun an einer fast schon typisch englischen Horrorkomödie im Stile von Doghouse oder eben Shaun of the Dead. Der Titel ist dann eigentlich nur noch Formsache, Lesbian Vampire Killers hätte genauso gut von Troma stammen können, ist aber ein Garant dafür, dass alle sabbernden 15jährigen ins Kino rennen werden.
Story Irgendein Dödel hat vor hastenichtgesehen vielen Jahren die dörfliche und gleichzeitig lesbische Vampir-Prostituierte umgenietet, leider war er dabei so blöd ihr noch einen Gnadenrülps zu überlassen, der sich dann aber als Fluch geoutet hat. Dieser besagt, dass sich ab sofort jede 18jährige Dorftussi in eine lesbische Vampirella verwandelt. Nur einer kann die Dorfbewohner von diesem Fluch befreien, der Volltrottel Jimmy (Matthew Horne), der mit seinem besten Kumpel Fletch (James Corden), der sich ebenfalls als geistiges Eigentor erweist, in das Dorf reist um dort zu entspannen. Daraus wird aber nix, da Fletch’s Haupthirn vier schwedische Tussen erspäht und die neu entstandene Swinger-Gruppe sich ziemlich früh einer Horde lesbischer Vampire umzingelt sieht.
Kritik Der Film hat zirka drei bis vier gelungene Kalauer, aber dann ist das Pulver auch schon verschossen. Das Problem sind die zu stark an Shaun of the Dead erinnernden Hauptcharaktere, von denen zumindest der Darsteller des Jimmy keinerlei Tiefgang oder Identifikation besitzt. Man kümmert sich einfach zu sehr um den alten Fluch und die zahlreichen Nebencharaktere, sodass Jimmy nur als einer von vielen wirkt, obwohl er schlussendlich der eigentliche Held ist. Sein fetter Freund Fletch ist eine ähnliche Hass-Figur wie es Nick Frost in Shaun of the Dead einst war, nur gelingt ihm hier keine Wandlung, sodass man wenigstens den Hauch von Sympathie oder Mitleid für ihn empfinden könnte. Von den schauspielerischen Leistungen gibt es jedoch keine Totalausfälle, einzig die Charaktere wurden schlecht gewählt. Die beiden Hauptdarsteller James Corden und Mathew Horne spielten bereits in der britischen Sketch-Show Horne & Corden, die aber nicht über sechs Folgen hinauskam, kennen muss man die beiden trotzdem nicht, genauso wie den Rest der Cast. Paul McGann, der den liebenswerten und etwas durcheinander geratenen Dorfpfarrer spielt, fiel sehr positiv auf. Ein weiteres Problem sind die Nebencharaktere, eine Gruppe von vier Frauen, Jimmys (Ex-)Freundin, die aktuelle Vampirchefin und der Dorfpfarrer mit seiner Tochter werden zwar ausreichend eingeführt, aber dann verlässt dem Regisseur scheinbar jegliches Feingefühl (Achtung Spoiler!); sie sterben, verwandeln sich in Vampire, sterben noch mal und am Ende merken alle, dass sich die Vampire nach dem Fluch wieder in Menschen verwandeln (aber lesbisch bleiben), scheint die restlichen paar Überlebenden aber nicht zu jucken, dass sie grad den eigenen Freundeskreis abgeschlachtet haben, da sie sich nun als Vampirjäger probieren - na dann mal viel Spaß, Buffy lässt grüßen. (Spoiler Ende!)
Obwohl es eine Komödie ist, schlagen einige Aktionen doch sehr schwer aufs Gemüt, sodass man sich in einer plumpen Komödie wieder findet, in der einfach das Gespür fehlt. Die ganzen Dinge führen dazu, dass sich der Film gegen Ende nur noch dahinschleppt. Die Hauptcharaktere sind einem Schnurzpiepegal, und teilweise wünscht man ihnen sogar einen schmerzvollen Heimgang, besonders dem männlichen Fettsack der Gruppe. Zudem wird dann der ganze Fluch noch extrem dick aufgetragen, so dass auch noch eine Jungfrau benötigt wird, um unsere 1000 Jahre Alte Vampir-Barbie aus dem Moor wieder auferschrecken zu lassen. Ein Schwert mit Penisgriff erweist sich schließlich auch noch als einzig mögliches Mittel dem Treiben ein Ende zu bereiten, nach zirka „Scheiß einer die Wand an“ Filmminuten hat man die ganzen Gimmicks zusammen und darf einem schnellen und überraschungsarmen Finish beiwohnen. Die Dorf-Dödel scheinen aber auch nicht grad die hellsten zu sein. Denn wieso schicken sie ihre 17jährigen Töchter nicht aus dem vermodernden Dorf, damit sie sich nicht in Vampire verwandeln, aber vielleicht wurde das auch im Film angesprochen und ich hatte meinen Finger da grad auf der Vorspultaste oder wichtigeres zu tun (Zehennägel schneiden, Furunkel am Arm entfernen, Steuererklärung machen, …). Diese Langeweile tritt auf, weil sich diese Komödie kaum von ähnlichen Vertretern abhebt, sondern eher wie eine zusammengeklaute Collage wirkt Der Titel hält dann leider auch nicht was er verspricht, wer jetzt auf notgeile, nackte und lesbische Mädels hofft, sollte sich dann doch besser einen Porno ausleihen. Die Frauen küssen sich und sie haben sexy Klamotten an, aber ausziehen tut sich kaum eine, außer ein paar no name Tussen in den Anfangsminuten und so richtig sexy sind die Lesbenszenen dann wiederum auch nicht, wie gesagt, ein Porno ist da besser für unsere „Handarbeiter“-Zielgruppe. Leider mangelt es auch eindeutig an Blutszenen, bis auf ein paar feministische Vampirbisse wurde an der roten Soße gespart, zudem geschieht vieles auch im Off. Den Vampiren werden dann sämtliche Körperteile ab- und durchstoßen, dabei spritzt ständig eine weiße Flüssigkeit umher die an Sperma erinnert, wo wir wieder beim Porno wären, da gibt’s definitiv echtes Spe…naja, egal.
DVD Mir lag die britische DVD von momentum Pictures vor. Einzige Sprache auf dieser DVD ist englisch + Audiokommentar. Dafür können die Extras überzeugen, neben einem zirka 11minütigen Making Of gibt es unter anderem die weisen Worte von Fletch, ein paar Trailer und ein Musikvideo zu bestaunen. An Bild- und Tonqualität konnte ich keine Mängel erkennen.
Fazit Wer einen lustigen Vampirfilm sehen möchte, dem rate ich zu Tanz der Vampire oder Vampire Party, wer eine lustige englische Horrorkomödie schauen will, dem empfehle ich Shaun of the Dead. Lesbian Vampire Killers kann sich dahinter einreihen, es gibt zwar schlechtere Komödien, aber diese hier verspricht bereits im Vorfeld ziemlich viel, kann diese Versprechen dann aber nicht halten, es fehlt vielleicht auch an Eigenständigkeit, da man bereits alles schon kennt und die wirklich innovativen Einfälle gänzlich fehlen.
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07.04.2010 04:55
Gut geschrieben.LG
26.03.2010 18:37
Fand den auch ganz unterhaltsam. Lg
18.02.2010 08:44
Gelungener Bericht, Dir alles Liebe zum heutigen Geburtstag.