Letzte Mohikaner, Der

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Hawkeye vs. Magua

5  03.12.2003

Pro:
Kulissen, Story, Darsteller, Musik

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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gnoi

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:172

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 67 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

@@@ STORY @@@

Amerika, 18. Jhd. Es herrscht Kolonialkrieg zwischen Frankreich und England und mittendrin die Ureinwohner des Landes, die Indianer. Während sich einer der Stämme, die Huronen, auf die Seite der Franzosen schlägt, kämpfen die Mohikaner, wenn auch widerwillig, dennoch aus eigenem Schutz, da ihnen gleichzeitig die Verteidigung des eigenen Hab und Guts erlaubt ist, als Miliztruppen für die Engländer.
Als eines Tages ein Regiment der Briten auf seinem Weg zu einem weiteren, entfernten Fort in Mitten eines Wald von den Huronen aufgerieben wird, kommen ihnen drei Mohikaner zu Hilfe, die sich aus Überzeugung nicht als Milizteilnehmer heranziehen haben lassen. Nur wenige überstehen den Angriff verletzungsfrei, einzig Offizier Duncan und die beiden Töchter Cora und ??? des englischen Regimentführers werden fortan von Nathaniel, dessen Bruder und seinem Vater, zu dem Fort geführt, wo die Lage immer ernster zu werden scheint.

Stück für Stück bomben sich die Franzosen an die Festung der Engländer heran. Selbst die Hoffnung auf Unterstützung durch ein weiteres englisches Regiment stirbt als der französische Regimentsführer in einem diplomatischen Treffen einen Brief mit dieser für die Engländer bitteren Nachricht überbringt.

Den Engländern wird schließlich die Kapitulation angeboten. Doch da wäre ja noch der abgrundtiefe Hass auf die Engländer einer der Huronen, des Kriegers Magua, der jene nicht ohne Blutvergießen davonziehen lassen will. Ob die Story für die Engländer und vielmehr noch für Nathaniel und seine geliebte Cora, die sich inzwischen näher gekommen sind, und auch für die Mohikaner positiv entwickeln wird, das solltet ihr euch selber anschauen.


@@@ MEINUNG @@@

Oh ja, das solltet ihr euch nicht bloß ansehen, das MÜSST ihr euch ansehen, denn man muss schon wirklich pingelig sein, wenn man an diesem genialen Film etwas auszusetzen hat.
Mein Eindruck mag verfälscht sein durch die grandiose Musik, die wir hier erleben dürfen, aber auch so stimmt einfach alles.

Zum einen hätten wir das interessante Grundthema. Kriegsfilmchen im allgemeinen interessieren mich zwar eher weniger, aber obwohl „Der letzte Mohikaner“ in einen solchen Storyverlauf eingebettet ist und der Krieg zwischen England und Frankreich stets das Geschehen dominiert, so entwickelt sich das ganze nach und nach doch zu einem Film, der sich auf die Liebesgeschichte rund um Cora und Nathaniel fokussiert und zudem die Interessen der Indianer anspricht. Wir erleben dabei aber kein, wie ich anfangs dachte, Indianermelodram o.ä. aufgetischt, sondern primär wird zumindest dargestellt der Konflikt der beiden europäischen Großmächte.

Dass jedoch der Hauptcharakter des Films der junge Nathaniel ist, ist dabei um so mehr hervorzuheben. Eine klasse Leistung liefert Daniel Day-Lewis ab, man nimmt ihm seine Rolle erstens voll ab und was viel wichtiger ist, der Kerl war mir absolut sympathisch. Einfach ein Mann, der sofort alle Blicke auf sich zieht und mit seinem entschlossenen Handeln den Storyverlauf entscheidend prägen kann. Nathaniel ist eigentlich kein waschechter Mohikaner, eigentlich ist er „nur“ ein Weißer, welcher zu Kindzeiten von seinem jetzigen Vater adoptiert wurde und mit den Bräuchen der Indianer aufwuchs. Ein rechtschaffener, mutiger und ja, auch gutaussehender Mann.
Dass es bei solch einem charismatischem Charakter über kurz oder lang auf eine Liebesgeschichte rausläuft, war abzusehen. Dennoch, selbige ist kein Stück kitschig oder übertrieben in den Vordergrund gestellt. Sie bettet sich vielmehr ein in das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Storyelemente.


Dargestellt wird das ganze Kriegsspiel wie es authentischer nicht sein könnte. Alles wimmelt vor Musketen, Kanonen, stilechten Perücken und Uniformen, so dass man wirklich glauben könnte, man befände sich in der Zeit von damals, als die Kriegsführung noch in den Kinderschuhen steckte, aber die zivile Bevölkerung schon genau so zu leiden hatte, wie es heute der Fall ist. Doch sind es ohne Zweifel die teils wirklich ohne Beschönigung dargestellten Auseinandersetzungen zwischen den Kriegsparteien. Da wird mit Beilen herumgeschleudert, aus allen Rohren gefeuert und getötet. Manche regen sich über so was auf, gerade wenn ich mir die bisher bei ciao so existierenden Berichte zu diesem Film ansehe, was ich allerdings nicht verstehen kann. Schön ist das ganze sicher nicht, aber gleichzeitig zeigt es eben die Realität und diese war (ist) eben nun mal grausam und brutal. Zumal es keine einzige Szene gibt, wo einem das Blut entgegenspritzt, da ist selbst „Braveheart“ härter inszeniert und dass DER Film zu dem historischen Klassikern im Filmbusiness gehört, brauch ich wohl niemanden erzählen.

Bei einem Darsteller könnt ich jedoch immer „ausrasten“. Wes Studi, ich könnt dem immer eine reinhauen *g*. Dieses Gesicht, dieses elende Gesicht! Zuletzt sah ich den Kerl in „Octalus“. Ohne Zweifel, ein guter Darsteller, das gibt es nix zu meckern, aber in seiner Rolle als grausamer, stets grimmig dreinschauender Huronen Indianer kommt der Kerl unglaublich unsympathisch rüber, eben ein echtes Feindbild, wie man es sich das zu dem guten Nathaniel und seinen Mitstreitern wünscht. Gleichzeitig sorgt Magua damit aber auch für die nötige Spannung in diesem Film, ohne den das alles ohne große Storybrisanz enden würde.


Doch am besten ist ohne Zweifel die grandiose, allgegenwärtige Musik, welche in ihrer Machart in etwa mit der des Herrn der Ringe vergleichbar ist und sich keinesfalls hinter selbigem Score zu verstecken brauch. Es ist doch wunderbar, wenn die Kamera über weite Landschaften schwenkt oder mit ihrer melancholischen Art die Emotionen des Films unterstreichen kann. Filmmusikfans ist dieser Score auf alle Fälle ans Herz zu legen, ich werde mich auf jeden Fall schon mal danach umsehen.


@@@ DATEN @@@

Regie: Michael Mann
Erschienen: USA 1992
Dauer: ca. 108-120 min. je nach Version
FSK: 16 bzw. 18 (s.o.)
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Wes Studi, Madeleine Stowe, Russel Means,...

@@@ FAZIT @@@

Kurzum ein nahezu perfekter Film ohne einzig wahre Schwäche, dafür aber mit authentischer Kulisse, guten Darstellern und einem fantastischen Soundtrack. Vor allem Fans von Filmen wie „Braveheart“ oder „Der Patriot“ werden ihre Freude an „Der letzte Mohikaner“ haben, bei mir ist er auf jeden Fall in meine persönliche Bestenliste gestiegen...


Shake Heads

Euer gnoi


PS an alle Metal Heads: Bei Nakata startet in Kürze die „Up the Irons“ Iron Maiden Video Aktion. Mitmachen erwünscht *g*


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mountain_King

Mountain_King

10.12.2003 16:23

Kann Dir eigentlich nur zustimmen, der Film gehört auch zu meinen Lieblingsfilmen. Ist wirklich perfekt gemacht. Gruß, Thomas

hlemmur

hlemmur

06.12.2003 16:15

hulla, hulla, hullala. tröööööööööt. kanu!

sirjethro

sirjethro

05.12.2003 14:09

Ich arrangier dir mal ein Treffen mit Wes Studi, ja? ;)

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