Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Lebenseinstellung und Mythos |
| Kontra: |
Preislich eher im oberen Segment angesiedelt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Aufstand, Widerstand, Rebellion.
Der Traum von Freiheit.
Schon längst war die Entscheidung fällig.
Zu viel hatte sich aufgestaut. Angstscheißer – Angeber, jetzt soll es sich zeigen. Die Wagen sind aufgestellt, ihre Scheinwerfer leuchteten eine schmale Gasse aus – geradeaus - bis an den Rand der Klippen.
Gespannt warten die beiden Kontrahenten auf das Startsignal.
Vergessen all die Beschwörungen, diesen Wahnsinn doch bleiben zu lassen, abgeschüttelt der letzte Funke Vernunft – das Ego wurde angekratzt, und dieser Kratzer muss herausgeschliffen werden, wie aus Autolack, aufpoliert.
Immer wieder heulen die Motoren auf, hochgetrieben die Drehzahl – starr der Blick nach vorne – zur Klippe, zum Rand, zum Ende der Fahrstrecke, vielleicht des Lebens. Wer zuerst bremst, wer zuerst springt hat verloren, auch wenn er sein Leben gerettet haben mag.
Die Ehre, die ist weg.
....jetzt – „Go“, die Wagen rasen los, rasen auf den Rand zu, wer springt als erster, wer öffnet zuerst die Tür, lässt sich hinausfallen, wer hat Mut, wer hat die Nerven, wer ist cool?
Lässig lehnt er an der Kühlerhaube seines silberfarbenen Porsche Spider, jenes Porsche, in dem er sein Leben aushauchen sollte, nur wenig später an jener Straßenkreuzung - die Zigarette hängt im Mundwinkel – Ikone seiner Zeit, personalisiertes Aufbegehren gegen all das was die Generation der Eltern verkörperte – James „Jimmy“ Dean.
Es ist Nacht geworden.
Unter dem unendlichen Himmel, an dem die Sterne glänzen und leuchten, wie sie es nur können, wenn weit und breit kein Licht der Zivilisation den Himmel trübt, ihren Glanz abschwächt hat der einsame Cowboy sein Feuer entzündet.
Da sitzt er nun, eingehüllt in eine Decke gegen die langsam heraufkriechende Kälte der Nacht, die unvermeidliche Blechtasse in der einen Hand, die Marlboro in der anderen träumt er vom Sonnenuntergang, dort am fernen, weiten Horizont, in den er gerne ritte, den er aber nie erreicht.
And there we were all in one place
A generation lost in space
With no time left….. (1)
Der Sommer der Liebe, der Sommer der Musik, mehr als eine halbe Million junger Menschen trotzt – wenige Wochen nachdem der uralte Traum der Menschheit, Boden jenseits unserer Erde zu betreten in Erfüllung gegangen war – den Widrigkeiten mangelnder Organisation, dem Wetters, ... friedlich, vereint um drei Tage von love, peace and music zu erleben, Woodstock.
Und mitten unter all den Popstars, den Göttern einer langhaarigen, musikbesessenen, begeisterten, zugekifften Jugend, ein „alter Mann“ ...... „ I am a farmer“ erklärt er und Hunderttausende jubeln ihm zu.
Der King ist tot, in den Vortstädten, den poorer quarters, dort wo die Ölkrise einst schon nicht mehr blühende, aber doch noch einigermaßen funktionierende Industrie endgültig ins Grab getrieben und tausende Junge und Alte in Arbeitslosigkeit, Depression und Zorn gestoßen hat, ensteht eine neue, eine aggressive, archaische „Kultur“ – „Anarchy in the U.K“ wird gefordert und gelebt, Haare werden abrasiert, knallbunt gefärbt, Sicherheitsnadeln als Vorläufer des später doch ach so hippen und modischen und trendy Piercings durch Wangen, gestochen, Kleidung bewusst zerrissen, zerschnitten – Sex and drugs and alcohol – God Shave the Queen – rotzig, frech – jenseits aller Grenzen und Konventionen bis hin zur Selbstzerstörung – Sid Vicious.
Was haben all diese Personen, all diese Ereignisse, was hat dieser blitzlichtartige Streifzug durch Kulturen, Generationen, durch Jahrzehnte bis hin zur heutigen Gegenwart gemeinsam?
Jeans.(2)
Jeans bedeckten die Beine von James Dean, Jeans waren zur Uniform der Generation geworden, die jede Form von Uniform ablehnte, die, die individuelle Freiheit und Selbstbestimmung über alles schätzen, fanden es vollkommen normal, dass alle diese Arbeitskleidung der Farmer und Kuhhirten als Zeichen ihres Protests gegen Anzug und Krawatte trugen; es waren Jeans, die von den Punks kunstgerecht aufgeschlitzt, zerrissen, zerfranst wurden, ehe sie von Designern übernommen ihren Weg fanden in die feinen, die noblen, die exklusiven, die teuren Boutiquen, die „In“ Stores, die demi-haute couture.
Und was hat das mit mir zu tun?
Ich bin kein James Dean, auch wenn der junge Wilde heute – vergleichbar seinem Kumpel Marlon Brando – vermutlich auch schon ein – vielleicht ein wenig renitenter, vielleicht ausgefressener – auf alle Fälle aber eher vor sich hin nostalgierender älterer Herr wäre, und damit vielleicht dem nicht unähnlich, was ER – Gott bewahre, aber was genaues weiß man ja nie – einmal sein wird – ich bin kein Sid Vicious, meine Anarchie hält sich in Grenzen, spielt sich eher im Kopf denn sonst wo ab, und Farmer, Cowboy... Gott behüte und halte mir diese „Romantik“ auch fürderhin möglichst weit vom Leibe.
Also was?
Nun, die schlichte und ergreifende Tatsache, dass auch ich meine untere Leibeshälfte am liebsten mit jenem Produkt aus grobem, blauem Denim umhülle, dass auch ich öfter mit Jeans unterwegs bin als mit allen anderen Alternativmöglichkeiten zusammengenommen.
Und ich bin bei weitem nicht der einzige.
Ob er sich das hätte träumen lassen, jener Einwanderer aus Bayern, jener Levi Strauss (ob er sich im Original mit „ß“ geschrieben haben mag und ob er ein entfernter Verwandter jenes "Pater Bavariae" Franz Josef war, entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso wie, ob es der CSU denn gefallen würde, wenn es denn so wäre, aber wir wollen ja niemandem irgendwelche Ressentiments unterstellen).
Fest steht jedenfalls, dass sich dieser Herr Strauss wohl als Vater der Jeans - als Schöpfer eines Kleidungsstückes, das zum Markenzeichen einer ganzen Bewegung, einer, nein mehrerer Generationen, vereint im Protest, und schlussendlich salonfein wurde – seinen Platz in der Kulturgeschichte der Menschheit wohl schon längst gesichert hat.
Eine kurze Geschichte der Jeans.
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Die Geschichte beginnt im Jahr 1853 als der aus Bayern ausgewanderte, schon erwähnte Levi Strauss in San Francisco eintrifft und dort ein Geschäft eröffnet.
Zu dieser Zeit war der große Goldrausch noch in vollem Gange und tausende Menschen stürmten das bis dahin kaum besiedelte Kalifornien.
Strauss – ursprünglich wohl selber auf dem Goldtrip erkannte sehr bald, dass er sicherer und einfacher reich würde, wenn er nicht selber im kalten Wasser oder in der Erde nach dem glänzenden Metall suchte, sondern jene, die es taten mit dem versorgte, was sie zum Leben brauchten – gegen entsprechendes Entgelt, selbstverständlich.
Und eines dieser Dinge waren strapazierfähige, robuste Arbeitshosen.
Und da kam ihm das Glück, der Zufall (oder war es Fügung) und vor allem ein Mann, ein Schneider namens Jacob Davis zu Hilfe.
Dieser hatte die glorreiche Idee, Hosen an strategisch wichtigen Stellen mit Hilfe von Nieten fester zusammenzufügen, als es Nadel und Zwirn jemals könnten.
Da er seine Stoffe von Mr. Strauss bezog, selber nicht genug Geld hatte, um sich seine Idee patentieren zu lassen, bot er diesem an, ein gemeinsames Patent auf diese „Nietenhosen“ eintragen zu lassen.
Am 20. Mai 1873 erhielten sie Patent #139,121 vom U.S. Patent and Trademark Office.
Das ist der offizielle „Geburtstag“ der Jeans.
Schon bald entwickelten sich diese Hosen zu einem wahren Hit und bis 1908, als das Patent ablief, oder wie es so schön heißt „der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“ wurde, war Levi Strauss and Co. die einzige Firma, die diese Hosen erzeugen durfte.
Eine ganze Generation verknüpfte den Namen mit diesen Hosen und gab dieses Wissen weiter.
Seit 1886 verwendet die Firma Levi Strauss das inzwischen weltberühmte Label mit den beiden Pferden, die (angeblich) vergeblich versuchen, eine Levi’s zu zerreißen.
1890 wird das erste Mal ein „Overall“ mit der wohl berühmtesten Levi’s Nummer – die Nummer bezeichneten und bezeichnen noch immer die verschiedenen Schnitte, Macharten und Stoffqualitäten – produziert, die 501 ("meine" Levi's)
Für alle, die mehr wissen wollen: http://www.levistrauss.com
Levi’s sind vielleicht nicht die billigste Möglichkeit, sich in diesen blauen Stoff zu hüllen, der noch immer – auch nach über einem Jahrhundert und trotz aller Normalität, die Jeans inzwischen umgibt, man kann heute sogar derart bekleidet ins Theater gehen ohne dass die gestrengen Hüter der Tempel abendländischer Hochkultur ob dieses Frevels in Ohnmacht fallen, den Untergang aller Sitten herbeizitieren – einen leisen Hauch von Abenteuer, Rebellentum und Freiheit zumindest vorgibt zu vermitteln.
Dennoch – sie sind strapazfähig geblieben, sie halten mehr aus, als ihnen der durchschnittliche Asphaltcowboy jemals zumuten kann, und sie sind das Original.
Ob sie auch passen?
Das hängt von Träger, der Trägerin ab.
Und außerdem hieß es einmal in einem Werbespruch für die 501 – „If they fit – they don’t fit“
Leid tut mir nur die heutige Jugend.
In einer Zeit wo jeder Jeans trägt, Lehrer, Bankdirektoren, Ministerpräsidenten, .... in so einer Zeit kann man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken, wenn man sie zu einer – vermeintlich – unpassenden Gelegenheit ausführt.
Zerschnitten hat man sie auch schon.
Also was, bitte, frag ich mich, ziehen die an um uns zu schockieren?
Anzug und Krawatte?
Fußnoten (ein paar hab ich noch)
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(1) Don McLean - American Pie
jedes von Madonna (leider) gecoverte Monumentalwerk über die Geschichte der Popmusik von 1958 bis 1969 - publ. 1970
(2) Aus dem Englischen und deshalb Mehrzahlwort, weil die festgestellt haben, dass der Mensch zwei Beine hat (wenn er eins nur hätt' - umfallen tät), ergodessen zwei - also Plural - Hosenröhren vonnöten sind, diese properly zu bedecken
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Revival nicht in Sicht
Bewertung für Levi`s - Nackt oder mit Jeans? von
Dwightjoerg
Pro: Kultmarke, Top-Qualität, guter Schnitt, Superwerbung
Kontra: begranzte Farbpalette
Gibt es sie überhaupt noch? Die guten alten Levi´s Fetischisten? Als ich noch zur Schule ging machten sie noch 50% der männlichen und etwa 30% der weiblichen Erdbevökerung aus (grob geschätzt). Will heißen, die Levi´s war bis vor etwa 3-5 Jahren noch rich ...
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15.12.2000
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Die gute alte Levis
Bewertung für Levi`s - Nackt oder mit Jeans? von
WonnyK
Pro: immer gut
Kontra: gibts nicht
Meine erste Levis bekam ich mit 14.Damals war es noch irgendwie etwas ganz Besonderes,wie heute vielleicht die Pash-Hosen.Heute sind die Levisträger rar gesät.
Mittlerweile trage ich Levis nun schon 26 Jahre und ich möchte nicht darauf verzichten.Nicht, ...
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sehr hilfreich
13.12.2000
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Super genialer Werbespot
Bewertung für Levi`s - Nackt oder mit Jeans? von
Kaiser1972
Pro: Genialer Spot
Kontra: Wird zu selten gezeigt
Wer kennt ihn nicht den Levis Spot ?
Kurze Erklärung : Es geht darum, daß ein Teenie Pärchen ihr "erstes Mal" haben. Die Eltern sind aus dem Haus und schon geht es los.
Aber in diesem Spot ist alles andersrum.
Dort sind wir "normalerweise" nackt und we ...
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sehr hilfreich
12.10.2000
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Levis fein - Der Spot schreit nein
Bewertung für Levi`s - Nackt oder mit Jeans? von
Blood4Seven
Pro: Schönes Mädel,funny Musik
Kontra: Stockschwul gehender Bubi
Dies ist kein Kommentar über die qualitativ gute Leveis, sondern eine Meinung über den miesen Clip.
Zwei fickrig geile Jeans die total VERDREHT sind, werden wie das leben so spielt voneinander getrennt. Jetzt kommt der pappenheimer ins spiel, der mit s ...
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06.11.2000
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Ey, ficken oder watt
Bewertung für Levi`s - Nackt oder mit Jeans? von
Garf
Pro: was man so alles aus einem Haufen Müll machen (oder schreiben) kann...
Kontra: Pseudo-cooler Quark
Der neueste Nachschlag von Levi's "Twisted Engeneer Jeans" Werbekampagne schlägt mal wieder in genau die Kerbe, auf die wir alle offenbar, vermeintlich, aus Sicht der Werbefutzis ja sooo abfahren: SEX! Doch dies ist nur die scheinbare, oberflächliche Auss ...
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17.10.2000
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