Gliederung:
1. Fakten
2. Auflistung der Irrtümer, die Rolf Degen widerlegt
3. Stil
4. Beispiele für hinkende Argumente und Bedenklichkeit der Behauptungen des Autors
5. Fazit
1. Fakten:
- 365 Seiten
- übersichtliche Inhaltsangabe und Register vorhanden
- Quellenangaben jeweils ... Bericht lesen
zumindest Rolf Degen und listet in seinem Buch vierzehn seiner Ansicht nach ebenso populäre wie falsche Gemeinplätze über Psyche und Verhalten auf: von der vermeintlichen Effektivität von Psychotherapie, über den Einfluss von Kindererziehung oder Massenmedien bis hin zu den Auswirkungen von Intelligenztraining, Meditation oder Hypnose. Degen (nomen est omen) führt dabei eine ziemlich scharfe Klinge, vor allem an den Psychotherapeuten lässt er kein gutes Haar. Trotz ihres Standesdünkels reiche die Wirksamkeit psychotherapeutischer Techniken "nicht über jene von Aderlass, Geisterbeschwörung und Gesundbeten hinaus." Umso schlimmer, als das neue Psychotherapiegesetz die Allgemeinheit für solchen Humbug verstärkt zur Kasse bäte. Weil Herr Degen so schön in Fahrt ist (was dem Lesevergnügen durchaus zugute kommt), schießt er bisweilen über das Ziel hinaus. So wirft er Psychotherapie und akademische Psychologie grundsätzlich in einen Topf, obwohl Psychotherapeuten gar nicht von den Universitäten ausgebildet werden und ein großer Teil dieser "Pseudoexperten" nicht Psychologen sind, sondern Mediziner, Pädagogen, Theologen etc.; einerseits attestiert er der Psychologie "Unfähigkeit" und "atemberaubende Ahnungslosigkeit" gegenüber ihrem Forschungsgegenstand, andererseits stützt er sich im Kampf gegen Psycho-Mythen und "kollektiven Selbstbetrug" vor allem auf wissenschaftliche Studien von Psychologen. Mit schadenfroher Genugtuung verfolgt man zwar, wie da heilige Kühe der esoterischen Psychoszene geschlachtet werden, wie z.B. Meditation, Nahtod-Erfahrungen oder die Spezialisierung der Gehirnhälften (Logik versus Gefühl). Aber manchmal wirkt Degens Argumentation doch etwas effekthascherisch und einseitig. Bezüglich der Machtlosigkeit des elterlichen Einflusses werden z.B. aussagekräftige Langzeitstudien der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung einfach ignoriert, weil sie dem Autor wohl nicht ins Konzept passen. Dennoch liefert dieses Lexikon der Psycho-Irrtümer (das mit vierzehn, bis zu 45-seitigen Kapiteln allerdings keineswegs ein Lexikon ist) interessante Beiträge zu einer Debatte, die zwar nicht neu, aber nach wie vor spannend und unerlässlich ist. --Christian Stahl
zumindest Rolf Degen und listet in seinem Buch vierzehn seiner Ansicht nach ebenso populäre wie falsche Gemeinplätze über Psyche und Verhalten auf: von der vermeintlichen Effektivität von Psychotherapie, über den Einfluss von Kindererziehung oder Massenmedien bis hin zu den Auswirkungen von Intelligenztraining, Meditation oder Hypnose. Degen (nomen est omen) führt dabei eine ziemlich scharfe Klinge, vor allem an den Psychotherapeuten lässt er kein gutes Haar. Trotz ihres Standesdünkels reiche die Wirksamkeit psychotherapeutischer Techniken "nicht über jene von Aderlass, Geisterbeschwörung und Gesundbeten hinaus." Umso schlimmer, als das neue Psychotherapiegesetz die Allgemeinheit für solchen Humbug verstärkt zur Kasse bäte. Weil Herr Degen so schön in Fahrt ist (was dem Lesevergnügen durchaus zugute kommt), schießt er bisweilen über das Ziel hinaus. So wirft er Psychotherapie und akademische Psychologie grundsätzlich in einen Topf, obwohl Psychotherapeuten gar nicht von den Universitäten ausgebildet werden und ein großer Teil dieser "Pseudoexperten" nicht Psychologen sind, sondern Mediziner, Pädagogen, Theologen etc.; einerseits attestiert er der Psychologie "Unfähigkeit" und "atemberaubende Ahnungslosigkeit" gegenüber ihrem Forschungsgegenstand, andererseits stützt er sich im Kampf gegen Psycho-Mythen und "kollektiven Selbstbetrug" vor allem auf wissenschaftliche Studien von Psychologen. Mit schadenfroher Genugtuung verfolgt man zwar, wie da heilige Kühe der esoterischen Psychoszene geschlachtet werden, wie z.B. Meditation, Nahtod-Erfahrungen oder die Spezialisierung der Gehirnhälften (Logik versus Gefühl). Aber manchmal wirkt Degens Argumentation doch etwas effekthascherisch und einseitig. Bezüglich der Machtlosigkeit des elterlichen Einflusses werden z.B. aussagekräftige Langzeitstudien der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung einfach ignoriert, weil sie dem Autor wohl nicht ins Konzept passen. Dennoch liefert dieses Lexikon der Psycho-Irrtümer (das mit vierzehn, bis zu 45-seitigen Kapiteln allerdings keineswegs ein Lexikon ist) interessante Beiträge zu einer Debatte, die zwar nicht neu, aber nach wie vor spannend und unerlässlich ist. --Christian Stahl
zumindest Rolf Degen und listet in seinem Buch vierzehn seiner Ansicht nach ebenso populäre wie falsche Gemeinplätze über Psyche und Verhalten auf: von der vermeintlichen Effektivität von Psychotherapie, über den Einfluss von Kindererziehung oder Massenmedien bis hin zu den Auswirkungen von Intelligenztraining, Meditation oder Hypnose. Degen (nomen est omen) führt dabei eine ziemlich scharfe Klinge, vor allem an den Psychotherapeuten lässt er kein gutes Haar. Trotz ihres Standesdünkels reiche die Wirksamkeit psychotherapeutischer Techniken "nicht über jene von Aderlass, Geisterbeschwörung und Gesundbeten hinaus." Umso schlimmer, als das neue Psychotherapiegesetz die Allgemeinheit für solchen Humbug verstärkt zur Kasse bäte. Weil Herr Degen so schön in Fahrt ist (was dem Lesevergnügen durchaus zugute kommt), schießt er bisweilen über das Ziel hinaus. So wirft er Psychotherapie und akademische Psychologie grundsätzlich in einen Topf, obwohl Psychotherapeuten gar nicht von den Universitäten ausgebildet werden und ein großer Teil dieser "Pseudoexperten" nicht Psychologen sind, sondern Mediziner, Pädagogen, Theologen etc.; einerseits attestiert er der Psychologie "Unfähigkeit" und "atemberaubende Ahnungslosigkeit" gegenüber ihrem Forschungsgegenstand, andererseits stützt er sich im Kampf gegen Psycho-Mythen und "kollektiven Selbstbetrug" vor allem auf wissenschaftliche Studien von Psychologen. Mit schadenfroher Genugtuung verfolgt man zwar, wie da heilige Kühe der esoterischen Psychoszene geschlachtet werden, wie z.B. Meditation, Nahtod-Erfahrungen oder die Spezialisierung der Gehirnhälften (Logik versus Gefühl). Aber manchmal wirkt Degens Argumentation doch etwas effekthascherisch und einseitig. Bezüglich der Machtlosigkeit des elterlichen Einflusses werden z.B. aussagekräftige Langzeitstudien der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung einfach ignoriert, weil sie dem Autor wohl nicht ins Konzept passen. Dennoch liefert dieses Lexikon der Psycho-Irrtümer (das mit vierzehn, bis zu 45-seitigen Kapiteln allerdings keineswegs ein Lexikon ist) interessante Beiträge zu einer Debatte, die zwar nicht neu, aber nach wie vor spannend und unerlässlich ist. --Christian Stahl
zumindest Rolf Degen und listet in seinem Buch vierzehn seiner Ansicht nach ebenso populäre wie falsche Gemeinplätze über Psyche und Verhalten auf: von der vermeintlichen Effektivität von Psychotherapie, über den Einfluss von Kindererziehung oder Massenmedien bis hin zu den Auswirkungen von Intelligenztraining, Meditation oder Hypnose. Degen (nomen est omen) führt dabei eine ziemlich scharfe Klinge, vor allem an den Psychotherapeuten lässt er kein gutes Haar. Trotz ihres Standesdünkels reiche die Wirksamkeit psychotherapeutischer Techniken "nicht über jene von Aderlass, Geisterbeschwörung und Gesundbeten hinaus." Umso schlimmer, als das neue Psychotherapiegesetz die Allgemeinheit für solchen Humbug verstärkt zur Kasse bäte. Weil Herr Degen so schön in Fahrt ist (was dem Lesevergnügen durchaus zugute kommt), schießt er bisweilen über das Ziel hinaus. So wirft er Psychotherapie und akademische Psychologie grundsätzlich in einen Topf, obwohl Psychotherapeuten gar nicht von den Universitäten ausgebildet werden und ein großer Teil dieser "Pseudoexperten" nicht Psychologen sind, sondern Mediziner, Pädagogen, Theologen etc.; einerseits attestiert er der Psychologie "Unfähigkeit" und "atemberaubende Ahnungslosigkeit" gegenüber ihrem Forschungsgegenstand, andererseits stützt er sich im Kampf gegen Psycho-Mythen und "kollektiven Selbstbetrug" vor allem auf wissenschaftliche Studien von Psychologen. Mit schadenfroher Genugtuung verfolgt man zwar, wie da heilige Kühe der esoterischen Psychoszene geschlachtet werden, wie z.B. Meditation, Nahtod-Erfahrungen oder die Spezialisierung der Gehirnhälften (Logik versus Gefühl). Aber manchmal wirkt Degens Argumentation doch etwas effekthascherisch und einseitig. Bezüglich der Machtlosigkeit des elterlichen Einflusses werden z.B. aussagekräftige Langzeitstudien der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung einfach ignoriert, weil sie dem Autor wohl nicht ins Konzept passen. Dennoch liefert dieses Lexikon der Psycho-Irrtümer (das mit vierzehn, bis zu 45-seitigen Kapiteln allerdings keineswegs ein Lexikon ist) interessante Beiträge zu einer Debatte, die zwar nicht neu, aber nach wie vor spannend und unerlässlich ist. --Christian Stahl
Erfahrungsbericht von Struppigel über Lexikon der Psycho-Irrtümer / Degen, Rolf 24. März 2006
Produktbewertung des Autors:
Aufmachung:
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Pro:
Übersichtlich
Kontra:
bedenklicher Inhalt, zu einseitig
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Gliederung: 1. Fakten 2. Auflistung der Irrtümer, die Rolf Degen widerlegt 3. Stil 4. Beispiele für hinkende Argumente und Bedenklichkeit der Behauptungen des Autors 5. Fazit
1. Fakten:
- 365 Seiten - übersichtliche Inhaltsangabe und Register vorhanden - Quellenangaben jeweils nach einem großen Kapitel - relativ kleine Schrift (Times New Roman 10 oder 11 p)
Das Buch ist sehr kompakt, hat kaum leere Seiten oder große Lücken, die am Ende Fülle vortäuschen würden.
2. Auflistung der Irrtümer, die Rolf Degen widerlegt:
"Psychotherapie hat die Macht, Menschen von seelischen Störungen und Neurosen zu heilen"
"Die Persönlichkeit des Menschen wird durch seine Erziehung bestimmt."
"Die Massenmedien üben gewaltige Wirkung auf das Bewusstsein und das Verhalten der Menschen aus"
"Es gibt Möglichkeiten, die Intelligenz und das Auffassungsvermögen des Menschen erheblich zu erweitern"
"Der Mensch benutzt Abwehrmechanismen wie Verdrängung oder Projektion, um unangenehme Bewusstseinsinhalte ins Unbewusste abzuschieben"
"Es ist für die seelische Gesundheit erforderlich, ein aufrichtiges und unverhülltes Bild von sich selbst zu haben"
"Es ist immer vorteilhaft, ein hohes Selbstwertgefühl zu besitzen"
"Viele organische Krankheiten haben psychosomatische Ursachen"
"Manche Menschen werden von multiplen Persönlichkeiten übermannt."
"Meditation erzeugt einen einzigartigen körperlich-geistigen Entspannungszustand"
"Unter Hypnose können Menschen außerordentliche Dinge tun"
"Viele Menschen machen in Todesnähe läuternde Erfahrungen mit der Transzendenz"
"Der Mensch nimmt nur 10 Prozent seiner Gehirnkapazität in Anspruch"
"Die beiden Hemisphären des Gehirns beherbergen völlig unterschiedliche Leistungen"
Diese Irrtümer werden innerhalb des Buches noch mal in verschiedene Teil-Irrtümer aufgeteilt, z.B. hat der Irrtum "Psychotherapie hat die Macht, Menschen von seelischen Störungen und Neurosen zu heilen" u.a. den Unterpunkt "Psychotherapie heilt nachhaltiger als eine Scheinbehandlung (Placebo) ohne wirksame Komponente" Es werden insgesamt also wesentlich mehr Behauptungen erörtert.
3. Stil:
Das Niveau ist eher hoch, da der Autor häufig Fremdwörter und Fachbegriffe verwendet. Ebenso häufig sind Zitate, die zu jeder Aussage herangezogen werden, und das Verb "konstatieren". Die Sätze sind eher verschachtelt (aber nicht so arg, wie schlechte Lateinübersetzungen). Der Autor verwendet auch Klammern (wie ich).
4. Beispiele für hinkende Argumente und Bedenklichkeit der Behauptungen des Autors:
Aus dem (meiner Meinung nach angeblichen) Irrglauben "Psychotherapie hat die Macht, Menschen von seelischen Störungen und Neurosen zu heilen" (ab Seite 21) wird in der Argumentation "[…]dass es für jede definierte seelische Notlage eine exakt geeichte fachmännische Heilmethode gibt." Und das trifft natürlich so nicht mehr zu. Das würde aber auch in der Medizin nicht zutreffen und trotzdem zweifelt niemand an, dass die Medizin trotzdem die Macht hat zu heilen. Dies ist ein Beispiel für die extreme Auslegung von Behauptungen durch den Autor, was sich im gesamten Buch fortsetzt.
"Nach einer Psychotherapie geht es seelisch Kranken besser, als ohne eine Behandlung" (ab Seite 30) In diesem Abschnitt stellt Rolf Degen jegliche positive Wirksamkeit der Psychotherapie in Frage. Unter anderem argumentiert er damit, dass die meisten Klienten sich über die Erfolge einer Psychotherapie nur schwammig äußern ( Z.B. es hätte sie ein Stück weitergebracht) und nicht konkret sagen, welches Symptom nach der Therapie weg war. "Auf keinen Fall dürfen solche diffusen Selbstbekundungen als objektiver Beweis für die Wirksamkeit von Psychotherapie herangezogen werden." (Seite 31) Nicht bedacht wurde hier, dass es den Klienten vielleicht etwas unangenehm ist, sich detailliert über die eigenen Therapieerfahrungen zu äußern, da diese doch auch etwas sehr Intimes sind. Da ich das Millieu von Psychiatrie und psychosomatischen Kureinrichtungen gut aus der Praxis kenne, kann ich jedenfalls mit Fug und Recht behaupten, dass es bei den dortigen Klienten sehr viele (auch konkrete) Besserungen gegeben hat. Der Autor dagegen macht nicht den Eindruck, als wäre er jemals in der Praxis tätig gewesen. Er schiebt stattdessen die anscheinend erfolgreich beendeten Psychotherapien einer Spontanheilung der Klienten zu, die auch ohne die Therapie eingetreten wäre. Ich halte das gesamte Kapitel für bedenklich, da es Menschen mit seelischen Problemen schon schwer genug fällt, überhaupt den Schritt zu einer Behandlung zu wagen und diese durch ein Buch wie das hier davon abgehalten werden.
Ebenso gefährlich sehe ich das Kapitel "Die Persönlichkeit des Menschen wird durch seine Erziehung bestimmt." (ab Seite 85), da der Autor jegliche erzieherische Wirkung negiert. Dies ist eine schon ewig diskutierte Frage, ob wir mehr von Umwelt oder Genen beeinflusst werden. Heute geht man in der Pädagogik davon aus, dass beides etwa den gleichen Anteil hat. Rolf Degen sieht das ganz anders: "Wie immer sich Kinder entwickeln, die Eltern können nichts dafür", zitiert der Autor (stellvertretend für seine eigene Meinung) aus dem Schweizer Nachrichtenmagazin "Facts" (Seite 86). Das impliziert - und hier liegt die Gefährlichkeit - dass Eltern keine Verantwortung dafür tragen, wie ihre Kinder sich später entwickeln und sie daher auch behandeln dürfen, wie sie wollen, sei es Schlagen oder Foltern. Damit wird von dem Autor auch der ganze Wissenschaftszweig der Pädagogik in Frage gestellt, was wiederum bedeutet, dass die Hälfte meiner Ausbildung zur Sozialassistentin umsonst war, weil ich als Erzieher eigentlich gar keinen Einfluss auf die Kinder habe, denn "Einmal erworbene Verhaltensmerkmale können auf jeder neuen Entwicklungsstufe abgeschüttelt oder wesentlich verändert werden, sodass der frühen Kindheit keine spezifische prägende Sonderrolle zufällt." und dem folgt ein Zitat von Dieter E. Zimmer: "Der Erwachsene ist nicht verdammt, seine Kindheit fortzusetzen, er kann sie auch überwinden." (Seite 88) Das heißt schlussfolgernd, dass es keinen Hospitalismus geben kann (dass es nicht schlimm ist, wenn kleine Kinder lange von ihrer Bezugsperson getrennt werden oder erst gar keine haben), dass alle, die ein Fehlverhalten nicht beseitigen können, selbst schuld daran sind, wenn sie das nicht schaffen, dass Gewalt also wieder zu einem gängigen Erziehungsmittel werden könnte. Der Autor führt als Beweis Personen an, aus denen trotz schlechter Kindheit gute Menschen geworden sind. Dass diese es meist nur mit einer Therapie geschafft haben, sich zu rehabilitieren übersieht er wiedermal. Ab Seite 112 stellt er sogar in Frage, dass sexueller Missbrauch schwere Langzeitfolgen nach sich zieht. Da ich 12 Wochen auf einer Traumastation einer psychosomatischen Kureinrichtung war, kenne ich jedoch mindestens 30 Menschen auf die das nicht zutrifft. Viele leiden schon über 40 Jahre an einem derartigen Kindheitstrauma, da kann mir keiner erzählen, das wären keine Langzeitfolgen!
An dieser Stelle möchte ich die Erörterung abbrechen, da es wohl zu viel wäre, jedes Argument in dem Buch auseinander zu nehmen. Falls wider Erwarten Interesse an einer Fortsetzung meiner Ausführungen besteht, dann schreibt einfach einen Kommentar.
5. Fazit:
Das Buch hat eine deutlich einseitige Schwarz-Weiß-Ansicht, wobei der Autor in der Allgemeinheit vorherrschende Meinungen so extrem auslegt, dass er sie natürlich schlüssig widerlegen kann und meint, so automatisch die gegenteilige extreme Ansicht bewiesen zu haben. Rolf Degen zieht nicht nur den ganzen Berufsstand des Psychotherapeuten in den Dreck, sondern stellt auch fast alle bisher gesicherten Erkenntnisse der Psychologie und Pädagogik in Frage. Umso mehr verwundert es, dass er trotzdem Psychologie studiert haben soll. Auf mich wirkt das Buch eher sensationsheischend und in keiner Weise objektiv. Übertreibung ist an der Tagesordnung. Trotz allem sind natürlich auch wirkliche "Psycho-Irrtümer" dabei. Leser, die sich mit der Psychologie weniger auskennen haben nicht die Möglichkeit, sich anhand der Argumente eine eigene Meinung zu bilden, da die Ansichten des Autors regelrecht aufgedrängt werden und sehr einseitig erörtert wird.
Empfehlenswert für Leser… - die die extremen Ansichten teilen - die zuhauf Argumente und Zitate gegen die Ansichten und Methoden der Psychologie benötigen - die gern über derartige Argumentationsweise lachen
Nicht empfehlenswert für Leser… - die bald eine Psychotherapie machen wollen - die eine Psychotherapie machen sollten - die objektive und nicht einseitige Erörterungen wünschen oder erwarten - die einfache Kost bevorzugen (der Gehalt von Fremdwörtern und Fachbegriffen ist relativ hoch)
Pro: aufrüttelnd Kontra: einige Übertreibungen und Widersprüche
...doch absurd! Degens Lexikon ist erfrischend und ernüchternd, und wer es gelesen hat, wird sich nicht mehr (oder zumindest nicht mehr so leicht) im Therapie- und Psychodschungel verirren. Zum Abschluss möchte ich die beste Bemerkung aus Degens Werk zitieren, in der es um die angeblich verschiedenen Aufgaben der beiden Gehirnhälften geht: "Wenn Sie so etwas hören, werden bei Ihnen hoffentlich beide Hemisphären skeptischer geworden sein"! ...
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Pro: sehr kritisch und gut recherchiert Kontra: hier und da wiederholt sich der Autor selbst
Rolf Degen, Lexikon der Psycho-Irrtümer, Eichborn Lexikon
Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt
In diesem ca. 330 Seiten starken Buch, welches wohl auf der Welle der derzeit beliebten „Irrtumsaufklärer-Büchern“ reitet, versucht der Autor Rolf Degen verbreitete Ansichten rund um die Psychologie zu dementieren bzw. in einem kritischen Licht darzustellen und mit zahlreichen alltäglichen irrigen Ansichten abzurechnen.
... ...Auch wenn es sich Lexikon nennt, ist der Inhalt nicht alphabetisch gegliedert, sondern enthält vier große Abschnitte, die sich weiter unterteilen: Mythen der Beeinflussung, Mythen der Seele, Mythen des veränderten Bewusstseins und Mythen des Gehirns.
Damit dies nicht alles nach einem Esoterikbuch klingt, erzähle ich noch ein bisschen mehr aus dem Inhalt.
Zum Beispiel geht es um die (nicht sehr überzeugende) Wirksamkeit verschiedener Psychotherapien, ...
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Pro: Jemand der sich Gedanken macht Kontra: Leider treibt er es dabei zu weit und sieht nur seine Perspektive
Vorab: Ich studiere Psychologie und bin im Hauptstudium, so dass ich mich mit vielen Fragen, die der Autor thematisiert, bereits auseinandersetzen konnte. Dass der Autor sein Psychologiestudium abbrach, sehe ich auch nicht als fehlende Kompetenz an, da man ja durchaus Kritik am Uni-System üben kann.
Zum Buch: Der Unterhaltungswert des Buches ist sicherlich gegeben, inwiefern es wissenschaftlich korrekt und objektiv ist, sei aber dahingestellt. Mein ... ...Psychologie nach Berichten und Meinungen recherchiert hat, die nicht den allgemein vertretenen Theorien entsprechen und diese dann in einem Buch zusammengefasst hat. Dabei scheint er nicht zu bemerken, dass man zu allem etwas negatives finden kann, wenn man nur lange genug sucht. Die Psychologie ist mit Sicherheit noch keine ganz ausgereifte Wissenschaft, bedingt durch die Komplexität der menschlichen Psyche, aber sie hat auch schon einige wichtige ...
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Aufmachung:
hilfreich
12.05.2004
Kurzbewertung zu Lexikon der Psycho-Irrtümer / Degen, Rolf Bewertung fürLexikon der Psycho-Irrtümer / Degen, Rolfvon
Marco_Sens
Das Buch ist klasse !!! DEGEN trifft den Nagel auf den Kopf. Ich kann seinen Ansichten nur zustimmen. Das diese angehenden oder alteingesessenen Psycho-"therapeuten" nicht gefallen, ist ja wohl klar ..... Wäre ich Bierbrauer, würde mir ein Buch, das die Schädlichkeit des Biertrinkens erörtert, auch nicht gefallen.
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weniger hilfreich
24.10.2007
(22.10.2007)
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