Die Kraft, die uns und die Gesellschaft heilt...

5  06.05.2012

Pro:
verschönt das Leben, hält dich gesund, hilft dir schrittweise, dein Potential zu entfalten

Kontra:
wird manchmal mit wilden Gefühlen verwechselt .  .  .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Dorith

Über sich: Aus Zeitgründen bitte keine Leserunden. Ich trage zusammen, was der Gesundheit dient. Wenn es jemand...

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In meinen Texten kam gelegentlich bereits das Thema Liebe vor. Und da ja jeder etwas anderes darunter versteht, habe ich mal bei Ciao nach einer Kategorie gesucht, die in etwa zu dem passen würde, was ich schreiben möchte:

Zunächst einmal muss ich vorausschicken, dass ich hier keine Definition versuchen möchte. Jeder hat mehr oder weniger Erfahrungen mit Liebe gemacht. Er kann sie nicht begründen, aber er weiß, das sie stattgefunden hat - und dass er sich gut dabei fühlte.

Und das scheint mir wichtig.

Bei dem Wort Liebe denken die meisten spontan an Mann und Frau, Herzklopfen und Verliebtheit. Manche denken vielleicht auch noch an die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Aber die meisten denken bei Liebe an ein Gefühl.

Liebe als Grundhaltung

Ich aber möchte über Liebe als Grundhaltung schreiben. In gewisser Hinsicht bin ich sogar im Zweifel, ob es so ein Gefühl gibt, das man Liebe nennen sollte. Ich würde eher sagen, dass sich die Qualität aller Gefühle ändert, wenn man eine liebevolle Grundhaltung hat.

C. S. Lewis erklärt einmal in einem seiner Bücher, dass die Griechen Eros, Philadelphia und Agape kannten. Diese drei Begriffe standen für die Liebe zwischen Mann und Frau, für die Bruderliebe und für die auf Grundsätzen basiernde Liebe.

Wenn es im Neuen Testament heißt, dass Gott "Liebe" ist, dann steht im griechischen Text dafür Agape. Vielleicht kommt das dem am nächsten, was ich meine. Aber ich werde einfach etwas näher beschreiben, um was es mir geht.

Alles gelingt besser...

Meine Mutter sagte früher immer, dass alles viel besser gelingt, wenn man es mit Liebe tut. Wie muss man sich das vorstellen? Ich male beispielsweise ein Bild. Indem ich nicht nörglerisch an diese Arbeit herangehe, sondern mich liebevoll auf das konzentriere, was ich tue, entsteht das bestmögliche Bild, zu dem ich in diesem Augenblick in der Lage bin.

Das sagt jetzt nichts über meine Qualitäten als Kunst-Produzent. Aber es bedeutet, dass ich nur auf diese Weise wirklich meine Qualitäten bestmöglich entfalten kann.

Oder nehmen wir das Beispiel Erziehung: Vielleicht bin ich eine Mutter, die nicht viel gelernt hat und Probleme hat, Gefühle systematisch zu durchdenken. Aber durch die liebevolle Grundhaltung bin ich bereit, meinem Kind mit Geduld zuzuhören. Und dadurch verstehe ich die Beweggründe für sein Handeln und die Bedürfnisse hinter seinem Tun. Und auf diese Weise fällt mir eine bessere Lösung ein, so dass es seinen Fehler mit Sicherheit nicht mehr wiederholen wird. Durch die liebevolle Grundhaltung werde ich zur bestmöglichen Mutter, die ich überhaupt sein kann.

Ein Autofahrer mit liebevoller Grundhaltung wird nicht rasen und nicht mit Alkohol fahren, weil er an die Menschen denkt, die durch ihn verletzt oder getötet werden könnten. Ein Händler mit liebevoller Grundhaltung wird keine Waren verkaufen, die andere krank oder süchtig machen würden. Ein Arzt mit liebevoller Grundhaltung wird keine Medikamente verschreiben, die den Patienten mit schweren Nebenwirkungen belasten würden, die in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen. Und Ihr könnt euch sicher noch andere Beispiele vorstellen, wie sich diese Grundhaltung in den unterschiedlichsten Berufen auswirken würde.

Das ist allerdings nur ein einziger Aspekt, nämlich die soziale Auswirkung, die Wirkung auf das Miteinander. Wenn sich die Menschen mehr zuhören, bereitwilliger helfen, anderen absichtlich keinen Schaden zufügen, werden die Gerichte und mit ihnen verbundenen Behörden arbeitslos und die Menschen fühlen sich in ihrer Umgebung wohl.

Wenn ich in einer Paar-Beziehung lebe, bedeutet die liebevolle Grundhaltung, dass ich mich nicht einfach bloß in Leidenschaft verzehre, sondern auch das Wohl meines Partners im Auge habe. Und da ich auch gleichzeitig mein Wohl im Auge habe, denn diese Grundhaltung schließt alles mit ein, dann kann ich meine Bedürfnisse in einer Weise äußern, die mein Partner verstehen und akzeptieren kann. Ich werfe nichts vor und ich klage nicht an.

Aber wir tun uns auch selbst einen Gefallen mit dieser Haltung. Immer mehr Forscher entdecken einen Zusammenhang zwischen Gefühlen und Gesundheit. Und sie erinnern immer wieder daran, dass wir gesünder sind, wenn wir positive Gefühle hegen. Diese positiven Gefühle könnte man einfach auf die liebevolle Grundhaltung zurückführen.


Physikalische Auswirkungen

Forscher konnten mit Messungen beweisen, dass das Gehirn andere Wellen aussendet, wenn wir eine liebevolle Grundhaltung eingenommen haben. Einer meint sogar, dass wir dann auf die stärkere Teilchenstrahlung von der Sonne besser reagieren, wenn wir uns in einer liebevollen Grundstimmung befinden. Aus seiner Sicht macht das den Unterschied aus, ob wir in unseren Fähigkeiten über uns hinauswachsen oder krank und aggressiv werden. Physikalischer Grund dafür wäre, dass wir in einer beispielsweise ängstlichen Grundstimmung andere Wellen aussenden, die dann ungünstig mit der Frequenz der Teilchenstrahlung reagieren.

Das heißt, durch die Instabiliätt des irdischen Magnetfeldes bedingt, sind wir einer stärkeren Strahlung ausgesetzt, können aber besser mit ihr zurechtkommen, wenn wir uns in einer liebevollen Grundhaltung befinden.

Die Wahrnehmung wird verändert

Ein weiterer Aspekt ist der: Frau Louise L. Hay schreibt in ihrem Lebenslauf, dass sie als Kind missbraucht wurde und viel Gewalt erleben musste. Entsprechend behielt sie lange Zeit diese innere Haltung bei, die sie damals als Kind erlernte. Als sie später dann zu einer religiösen Richtung stieß, die sich um Heilung durch positive Gedanken bemühte, erlernte sie vor allem auch eine liebevolle Selbst-Annahme. Das Ergebnis war, dass die Menschen, die sie früher wie "magisch" angezogen hatte, sie auf einmal gar nicht mehr wahrnahmen. Menschen, die andere gerne misshandelten, haben sie einfach übersehen. Psychologen würden vielleicht sagen, Frau Hay passte auf einmal nicht mehr in das "Beute-Schema". Aber aus ihrer Sicht war es so, dass sie für diese Menschen gleichsam unsichtbar geworden war.

Bücher wie "Der Traumfänger", "Die Traumreisenden" und "Die Reise nach Schambala" erklären übereinstimmend, dass es die Sichtweise eines anderen Menschen beeinflusst, wie man selbst über ihn denkt. Einerseits schränke ich andere Menschen dadurch ein, wenn ich mich auf ihre Fehler konzentriere, andererseits ermögliche ich ihnen zu wachsen, wenn ich sie mit ihrem Potential sehe. Das war schon immer mein Hobby als Kind, mir die Menschen mit ihrem Potential vorzustellen. Diese Bücher gehen sogar noch einen Schritt weiter. Es kommen darin Menschen zu Wort, die sich so in ihrer Gedankenkontrolle geübt haben, dass sie sogar sicher sind, dass sie jemand überhaupt nicht wahrnehmen würde, der sie beispielsweise töten möchte, wenn sie sich in liebevoller Weise auf ihn konzentrieren. Ob wir "normalen" Menschen es jemals so weit bringen können, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber der Versuch lohnt sich auch noch aus einem anderen Grund.

Die Kraft, die Ängste überwinden hilft

Dass ich aber einem anderen liebevoll zutraue, dass er gut sein kann, entspringt eben dieser liebevollen Grundhaltung, die ich oben schon beschrieben habe. Interessanterweise heilt diese Haltung Angst. Ich kann nicht gleichzeitig liebevoll gestimmt sein und Angst haben.

Ich habe schon selbst erlebt, wie gerechter Zorn die Angst nimmt. Und ich vermute, dass dies der Grund ist, warum man immer versucht, Soldaten zornig zu machen. Ich selbst habe erlebt, dass sich dabei sogar das Schmerzempfinden ausschalten kann. Genauso aber habe ich schon einmal erlebt, wie sich mein Schmerzempfinden vollkommen ausgeblendet hat, weil ich mich auf die Bedürfnisse meiner Tochter konzentrierte. In diesem Fall war die Motivation Liebe und nicht Zorn. Daher denke ich, dass beide Haltungen ähnliche Wirkung haben können, nur dass die liebevolle Grundhaltung dafür sorgt, dass wir nicht von Emotionen fortgeschwemmt werden.

Ich weiß, dass es Ängste gibt, die biochemisch entstanden sind. Und da wird es nicht so einfach sein, durch Konzentration auf die liebevolle Grundhaltung eine Änderung zu bewirken. Meine Meinung ist, dass sich keiner einen Vorwurf daraus machen soll, wenn er so einen Versuch unternimmt, es dann aber nicht "schafft". Das ist wie beim Laufenlernen. Wer gerade die ersten Schritte macht, sollte sich auch nicht gleich beim Marathon anmelden. Trotzdem kann der Wechsel in der Sichtweise und Konzentration bereits seine heilende Wirkung entfalten. Und selbst wenn die Angst nur etwas weniger bedrohlich wirkt, ist ja doch schon viel gewonnen. Wir dürfen natürlich bei Angstzuständen Atmung, Bewegung, Affirmationen, Nährstoffe und auch Medikamente zu Hilfe nehmen. Nur für eine bleibende Heilung werden wir den Wechsel zur liebevollen Grundhaltung schaffen müssen.

Setzen der richtigen Prioritäten, vorausschauendes Handeln

Die liebevolle Grundhaltung hilft mir auch, im Leben die richtigen Prioritäten zu setzen. Ich handle dann nicht mehr nur aus dem Moment heraus, sondern korrigiere meine Impulse. Beispielsweise würde eine Mutter mit dieser Grundhaltung versuchen, erst ihr Kind zu versorgen, bevor sie sich ein Video am Computer ansieht. Aber auch eine Kollegin wird beispielsweise nicht das letzte Blatt im Kopierer oder Drucker aufbrauchen und dann einfach verschwinden. Sie wird schnell etwas Papier in das Fach legen. Genauso könnte man daran denken, für die "Nachfolger" auf der Toilette eine Reserve-Rolle bereit zu legen. Wer aus einem dringenden Bedürfnis heraus dorthin rennt, hat oft nicht die Zeit, erst noch nach einer solchen Rolle zu suchen.

In diesen Fällen denkt man für andere mit, die man gar nicht sieht oder vielleicht nicht einmal kennt.. Ich stelle mir immer vor, was nach meiner Erfahrung passieren könnte. Und dann beuge ich nach Möglichkeit vor. Beispielsweise wische ich Wasserlachen in Korridoren auf, wo schnell jemand ausrutschen könnte. Sie sind je nach Beleuchtung oft schwer zu sehen. Und wenn dann jemand mit einem Stapel von Dokumenten durch die Flure saust, kann es zu einem bösen Unfall kommen. Natürlich gibt es sicher auch Dinge, die ich mir nicht ausdenken kann, weil ich keine Erfahrung damit habe. Aber täglich lerne ich dazu. Und ich handle im Rahmen meiner Erfahrungen und Vorstellungsmöglichkeiten.

Funktioniert das auch, wenn alle mitmachen würden?

Stellen wir uns jetzt einmal vor, dass alle Menschen auf der Erde so denken würden. Denn eine Theorie kann ja nur alltagstauglich und praktikabel sein, wenn sie auch dann funktioniert, wenn alle sie praktizieren.

Also würden beispielsweise die Menschen die Transportmöglichkeiten so verändern, dass keine Unfälle mehr passieren können. Sie würden dafür sorgen, dass jeder zu essen hat, jeder lernen kann, keiner frieren muss, sich jeder in seinen Fähigkeiten entfalten kann. Es gäbe keine Kriminalität und keine Kriege. Toll. Also ich finde, dass diese Theorie in der Praxis funktioniert.

Aber was ist, wenn noch nicht alle "mitmachen"?

Ist das schon jetzt eine empfehlenswerte Haltung?

In jedem Fall: Denn wir fördern durch unser liebevolles Zutrauen die Entwicklung der Menschen in unserer Umgebung. Wir setzen für unser Handeln die richtigen Prioritäten, wir schaffen die bestmögliche Grundlage für unsere eigene Gesundheit und haben damit praktisch unendlich viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Und bedenkt: Wir nehmen auch mehr Schönheit wahr, weil wir einfach aufnahmefähig für sie geworden sind. Auch das ist eine Frage der "Resonanz"...
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Sydneysider47

Sydneysider47

24.06.2012 21:34

das Thema "Liebe" mit Agape etc. hatte ich auf dem Gymnasium sehr ausführlich im Religionsunterricht. Ich denke immer noch daran, auch wenn es schon einige Jahre her ist, dass ich mein Abitur gemacht habe.

Babyengel1

Babyengel1

18.06.2012 17:03

Lieb sein ist gut und nett, bin ich auch, aber ich hab festgestellt, das man da eher ausgenommen wird, auch von den Kindern, auch wenn das jetzt nicht böse gemeint ist. .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

pinkdawn

pinkdawn

08.06.2012 20:53

Dass die Welt besser wäre, wenn es mehr Nächstenliebe gäbe, weiß schon das Neue Testament ... Es ist eine schöne Utopie, aber unrealistisch. Kein Mensch kann immer nur lieb und gut sein. Das funktioniert nicht einmal im Zen-Kloster, wie ich weiß. Wenn ich nur das Wohl meines Partners im Auge habe, werde ich meine eigenen Bedürfnisse nie erfüllt bekommen. Es gibt auch Situationen, wo man Zivilcourage zeigen sollte, um jemanden, der nicht ganz so lieb ist, in die Schranken zu weisen. Kinder können bei aller Liebe und allem Verständnis manchmal richtige Nervensägen sein, ohne dafür immer einen rationalen Grund zu haben. Den Roman "Traumfänger" habe ich gelesen und halte ihn für eine Fiktion - genauso wie die Castaneda-Romane, bei denen das inzwischen feststeht. lg + bh für deine schönen, wenn auch - sorry - ein wenig naiven und unrealistischen Gedanken. lg Doris

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