Gegen alles ist ein Kraut gewachsen
28.07.2003
Pro:
unempfindlich, mehrjährig, vielseitig
Kontra:
braucht viel Platz
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Pflegeaufwand:
Schnellwüchsigkeit:
mehr
 PolePosition
Über sich:
Schumi ist Weltmeister!Jubel! War im Urlaub,Cis ist jetzt randvoll,stöhn! Mache mich jetzt an die Ar...
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Seit mir vor ca. 3 Jahren mein Göttergatte eine Kräuterspirale angelegt hat, komme ich jetzt immer in den Genuss von frischen Kräutern. So eine Kräuterspirale ist ein spiralförmig gemauerter Kräutergarten, die den Vorteil hat möglichst vielen Kräutern einen geeigneten Platz auf engstem Raum zu bieten. Ich werde euch in nächster Zeit in loser Folge einen Überblick über die von mir angepflanzten Kräuter geben. Kraut 1 Liebstöckel:
Oje, jetzt hab ich euch schon gleich zu Beginn beschwindelt. Mein Liebstöckel steht nämlich aufgrund seiner Größe außerhalb meiner Spirale. Ich hoffe ihr verzeiht mir. Also, Liebstöckel (bot. Levisticum officinale) gehört zu den Doldenblütlern(Umbelliferae). Man nennt ihn auch Maggikraut. Diesen Namen finde ich auch weitaus passender. Den Grund erkläre ich euch später noch.
Er ist eine sehr alte Pflanze, schon die Römer kannten ihn. Auch in der Pflanzenliste Karls des Großen ist der Liebstöckel verzeichnet und in den Gärten des Mittelalters hatte er seinen festen Platz. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südeuropa. Aussehen: Die Pflanze kann bis zu 2 m groß werden, daher der Platz neben der Spirale, sonst hätten die anderen Kräuter nämlich keinen Platz mehr. Ja der Liebstöckel ist da ziemlich habgierig im Bezug auf den benötigten Platz. Die Pflanze bildet einen rohrförmigen Stamm (hohl) an dem sich die Blattzweige befinden. Das einzelne Blatt ist grün, dreigeteilt und gezackt, es ist ca. 5cm groß. Ab dem zweiten Jahr bildet der Liebstöckel gelbe doldenförmige Blüten, die man aber um einen stärkeren Blattwuchs zu erzielen, besser abschneidet. Wenn man dies nicht macht, hat man zwar weniger Blätter, dafür freuen sich die Bienen, er ist nämlich eine ausgezeichnete Bienenweide, also eine Pflanze die, die Bienen lieben.
Standort: Hierbei ist unser Liebstöckel ziemlich anspruchslos. Außer das es eben eine größere Fläche sein sollte, wächst er eigentlich überall. Es kann halbschattig sein, er bevorzugt einen lehmigen, tiefgründigen, immer leicht feuchten, nährstoffreichen Boden. Wie kommt der Liebstöckel in unsere Gärten: Wie jede Pflanze kann man ihn natürlich säen. Das lohnt sich meiner Meinung aber nicht. Besser ist es im Frühjahr eine kleine Staude zu pflanzen. Wie die meisten anderen Küchenkräuter gibt es so ein Pflänzchen schon für 2,50€ zu kaufen. Noch billiger ist es natürlich ihr fragt jemanden der einen Kräutergarten hat um einen Ableger. Da Liebstöckel in fast jedem Kräutergarten vorhanden ist, sollte das kein Problem sein. Meine Pflanze stammt übrigens aus dem Garten meiner Mutter und auch ich habe schon mehrere meiner Bekannten mit Liebstöckel versorgt. Wenn man die Pflanze einmal hat, braucht man sich keine weiteren Sorgen zu machen. Sie ist mehrjährig, kann bis zu 15 Jahre alt werden und wirklich anspruchslos.
Warum Maggikraut? Nun der Name erklärt sich schon beim Geruchstest. Wenn man ein Blatt zwischen den Fingern reibt, so verströmt es einen sehr intensiven Geruch, eben wie Maggi. Und auch beim Geschmackstest drängt sich der Vergleich zum bekannten Maggi auf. Schon im rohen Zustand schmeckt das einzelne Blatt ziemlich stark danach. Verwendung:
Man verwendet die Blätter. Ich hab gehört man kann auch die Wurzeln zu Heilzwecken verwenden, da ich das aber noch nie probiert habe, möchte ich mich da nicht weiter zu äußern, oder später nur ganz kurz. Also wie schon erwähnt, da es wie Maggi schmeckt, verwende ich es überall dort wo man dieses Produkt einsetzen würde. Vor allem in Suppen (Kartoffelsuppen, Gemüsesuppen, Eintöpfe usw.) Da ich kräftig schmeckende Suppen bevorzuge, nehme ich auch mehrere Blätter des Liebstöckels, die ich dann klein schneide und in der Suppe mitkoche. Auch in Kräutersoßen( zu Gemüsegerichten oder Fisch) verwende ich Liebstöckel, hier aber vorsichtiger dosiert, da der Liebstöckelgeschmack sonst alles andere überdeckt. Für Fleischgerichte Z. B. Rouladen verwende ich ihn ebenso. Liebstöckel hilft bei Magen- Darmbeschwerden er enthält ätherische Öle, Harze, Zucker, Stärke und Vitamin C. Außerdem wirkt er antiseptisch. Liebstöckeltee hilft bei Rheuma, Gicht und Blasenleiden. Hierbei übergießt man einen Teelöffel zerkleinerter Wurzeln mit kochendem Wasser lässt es dann 10 Minuten ziehen und seiht es dann ab. Täglich soll man 2 Tassen trinken. Schwangere allerdings sollten die Tee nicht trinken. Wie schon oben erwähnt, ich habe die Verwendung der Wurzeln (Tee) noch nicht ausprobiert. Meine Mutter allerdings schwört darauf.
Wenn der Winter kommt: Liebstöckel ist winterhart, allerdings sterben die oberirdischen Teile (Blätter, Stängel) im Herbst ab und treiben erst im Frühjahr wieder aus. Damit man aber auch im Winter dieses Kraut verwenden kann gibt es verschiedene Möglichkeiten der Aufbewahrung. Entweder die Blätter trocknen, klein mahlen und dann in Dosen oder Gläsern möglichst dunkel und trocken aufbewahren. Oder und diese Möglichkeit bevorzuge ich, einfrieren. Dazu wasche ich die Blätter, trockne sie in einer Salatschleuder, schneide sie klein und fülle sie in Eiswürfelbehälter. Die fertigen Eiswürfel kann man dann in Gefrierbeutel packen und ab in die Truhe. Damit die Dosierung noch einfacher ist, stelle ich mir je nach Verwendung passende Kräutermischungen her. Für Suppen nehme ich eben viel Liebstöckel, und andere Suppenkräuter, für Soßen nur wenig Liebstöckel und dafür mehr von den anderen (z.B. Salbei, Estragon, Oregano, Zitronenmelisse etc.) Je nach Geschmack halt. Die fertigen Gefrierbeutel beschrifte ich dann entsprechend. Jetzt kann ich den ganzen Winter über immer die entsprechende Menge an Kräuterwürfeln entnehmen. Da der Kräutergeschmack eingefrorener oder getrockneter Kräuter, nicht so intensiv wie bei frischen Kräutern ist muss man natürlich entsprechend höher dosieren.
Mein Fazit: Liebstöckel gehört in jeden Kräutergarten. Er ist anspruchslos, kaum „ totzukriegen“ und vielseitig verwendbar, außerdem sehr gesund. Man kann die Kräuter gut aufbewahren und auch die Anschaffung bildet keine Probleme. Von Schädlingen sind meine Pflanzen bis jetzt weitgehend verschont geblieben. In diesem Sinne wünsch ich euch einen gesunden Sommer. Weitere Kräuter folgen in Kürze.
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30.09.2003 15:23
Für dieses Jahr ist es ja zu spät, aber im nächsten Jahr werde ich wirklich mal wieder Liebstöckel einpflanzen - ich mag es nämlich sehr gern in Suppen. Klasse Bericht von dir! Greetinx POV
10.08.2003 01:34
*grins* das Maggikraut steht bei mir mitten im Blumenbeet, weil ich nicht damit gerechnet hatte, daß es sooooo groß wird... LiebeNgruß, Lea
09.08.2003 19:08
Dann weiß ich ja jetzt, wo ich meine Kräuter ab sofort herbekomme;-))! VlG Sandra