Liebstöckel

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Maggi, oder was?

5  28.07.2003

Pro:
Pflegeleicht, kein Schädlingsbefall, Blütenpracht

Kontra:
Wuchert stark, nicht jeder mag den Geruch

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Pflegeaufwand:

Schnellwüchsigkeit:

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Ria1

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:541

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 143 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Beim Berichte lesen stieß ich heute auf ein Gewürzkraut, dass mittlerweile schon drei Umzüge mit uns mitmachte, uns es aber nicht übel nahm. Im Gegenteil, ich muss es immer im Zaum halten, damit die daneben stehen Kräuter auch noch Platz behalten.

Allgemeines
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Wer war zuerst da? Liebstöckel, auch Maggikraut genannt, oder die Maggiflasche? Ich vermute das erstere.
Eine Staudenpflanze, (lateinisch: Levisticum officinale) also mehrjährig und winterhart, die ursprünglich vermutlich aus dem gebirgigen Teil Südostasiens den Weg zu uns fand. Seit dem 8.ten Jahrhundert wird sie bei uns angepflanzt. (Hab ich aus meinem Gartenbuch entnommen).
In der Küche wird diese Pflanze vielfach verwendet, zu Suppen, Eintöpfen, zum Verfeinern von Quark & Co, aber auch eine Heilwirkung soll sie haben, z.B. bei Blasen-, und Nierenleiden, Magenbeschwerden, Rheuma und Gicht, Wassersucht.
Die Blätter werden als Gewürz verwendet, Wurzel und Samen in der Heilkunde.
Da ich sie für dererlei Beschwerden noch nicht einsetzten musste, entnahm ich diese Weisheit aus: http://www.heilkraeuter.de/lexikon/liebstoe.htm

Erinnerungen
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Ach war ich mal jung, da kam ich zuerst mit dieser Pflanze in Kontakt. Meine Mami war eine super Köchin. Grad bei Eintöpfen gab es immer eine „Prise“ von dem Kraut mit hinein, wusste ich als Kind natürlich nicht. Eines Tages brachte sie was neues zum Würzen ( Maggi) mit nach Hause, ich war wohl so 7 oder 8 Jahre. Ach war das eine Verfeinerung der Suppe gewesen. Und wie das herrlich roch. Mein Pappi und ich gaben reichlich von dieser braunen Tunke hinzu.
Anschließend hieß es wieder draußen toben mit Freundinnen im Garten. Versteck spielen natürlich auch. Meine Wenigkeit fand einen breiten Strauch in unserem Garten, durch die Blätter geluschert, ob sie mich wohl finden. Dauerte nicht lange, und ich wurde wie immer entdeckt. Doch was war das? Meine Händen rochen ganz intensiv nach der vorhin verspeisten Maggiwürze (hatten sie bestimmt schon öfter getan, doch da fiel es mir auf) . Wie kommt das, hatte mir doch die Hände nach dem Essen gewaschen, ich kleines Kleckermädchen. Ab zu Mami, riechen lassen. Da erzählte sie mir, dass dieses Kraut eigentlich Liebstöckel heißt, doch durch die Maggiflasche nun auch Maggikraut genannt wird. Das blieb haften. Laut Mama ein total teures Zeug, was wir da so unkontrolliert in die Suppe „warfen“, obwohl sie ja schon immer viel vom Kraut in ihren Suppen verwendete. Doch das Kraut machte nicht den Maggigeschmack aus!

Wie kam ich dann zu der Pflanze?
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Jedes Kind wird mal erwachsen, zumindest dem Alter nach und zieht irgendwann aus dem Elternhause aus. Erst in ein möbliertes Zimmer, dann vielleicht in eine Wohnung, oder... . Irgendwann wohnten wir zur Miete in einem Haus mit kleinem Garten. Da erwachten die Kindheitserinnerungen wieder und es ging ans Gemüse, Obst und Kräuter züchten. Zwischen den Gurken fehlte natürlich Dill nicht, neben den Bohnen Bohnenkraut, Petersilie, Schnittlauch, keine Frage. Zwischendurch mal wieder durch den Garten meiner Eltern wandernd, fiel mir der Liebstöckel in die Augen. Das fehlte noch! Mama hatte länger nicht mehr gestutzt, bzw. geerntet (fiel ihr damals schon alles zu schwer) es war ein beachtlicher Strauch geworden. In die Breite gegangen bestimmt fast zwei Meter und hoch, stand grad in voller Blüte (sieh Ciao-foto) somit über einen Meter . Wir bearbeiteten ihn dann ein wenig. Alle Blüten ab, total gestutzt, dreimal geteilt an den Wurzeln. Etwas zum Trocknen aufgehängt und einen Teil mit genommen. Zu Hause eingepflanzt gegossen, und es wuchs und wuchs ohne Probleme. Im trockensten Sommer überlebte es, Ungeziefer war nie zu finden. Nach nun mittlerweile 4- maligen „Umziehens“ in ein anderes Wohngebiet, damit in neue Erde, strotz es gegen alle Feinde, wächst und gedeiht und viele andere Gärten ziert mittlerweile ein Ableger unserer Pflanze.

Vermehrung
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Wie oben beschrieben durch Stockteilung. Einfach einen Teil der Pflanze mit dem Spaten abstechen, rausheben und woanders einpflanzen. Natürlich gibt es auch Aussaat zu kaufen. Nach dem Aufgehen der Saat müssen die Pflanzen pikiert werden. Blattableger sind nicht machbar.

Ernte
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Schon recht zeitig im Frühjahr treiben die neuen Sprosse der Pflanze aus. Sobald die ersten Blätter voll entwickelt sind kann man quasi mit der Ernte beginnen, bis hin zum ersten Frost. Für uns insgesamt immer viel zu viel, deshalb halten wir sie immer relativ „kurz an der Leine“, ebenso wie den daneben stehenden kürzeren Zitronenthymian. Lässt man sie frei wuchern fehlt der Platz bald für andere Pflanzen. Für den Winter trockne ich allerdings von beiden immer einige Blätter (man kann es auch im Backofen, oder in der Mikrowelle machen) unten im dunklen, aber warmen Kellerraum. Ausbreitet für ein paar Tage auf einem Küchentuch, danach zerreiben und in dunkle Gefäße gefüllt, so habe ich den ganzen Winter über dann genug. Bitte niemals direkt an der Sonne trocknen, geht zwar auch und sehr schnell, nur gehen dadurch die meisten Vitamine verloren. Ansonsten zupfe ich mal ein paar Blättchen ab um sie für Suppen und Eintöpfe zu benutzen. Vorsicht dabei, zuviel ist übertrieben, denn der Geschmack kann sonst alles verderben anstatt zu unterstützen. Etwas kleingewürfelt vom Liebstöckel verfeinert auch Quark z.B. und passt in Salate, allerdings nicht in einen Gurkensalat.

Fazit
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Wer Platz im Garten hat, sollte sich ruhig von einem lieben Nachbarn einen Ableger abstecken (oder von mir). Lässt man der Pflanze ihren Platz zum Wachsen, erfreut sie einen zusätzlich mit ihren kräftigen dunkelgrünen Blätter und einem wunderschönen Blütenmeer. Duften tun sie allerdings nicht grad wie Rosen, und fasst man die Blätter an, bleibt ein intensiver Duft lange an den Fingern haften.

Na, gibt es heute Suppe mit Maggi, oder Maggikraut bei Euch?

Grüßchen von Ria und

„Shake hands“!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
PetitSoleil

PetitSoleil

03.07.2010 18:05

danke!

PositivesElektron

PositivesElektron

04.08.2003 11:46

Bei uns heißt es Maggikraut, wie du schon sagtest. Man kann es übrigens auch wunderbar so essen, das schmeckt wohl einigermaßen! ~~~hendrik~~~

Simgirl

Simgirl

31.07.2003 14:13

Davon wächst in unserem Garten auch nicht gerade wenig! :/ Gruß Manu

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