Lightwave 6.5 im Vergleich zu Cinema4D XL6
24.04.2001 (10.05.2001)
Pro:
Profi - Tool, Ergebnisse absolut Filmtauglich
Kontra:
komplex, Einarbeitung notwendig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Benutzerfreundlichkeit
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 mikksu
Über sich:
Mitglied seit:03.07.2000
Erfahrungsberichte:53
Vertrauende:29
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 145 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Eine wirklich kurze Einführung für alle, denen die Titel nichts sagen: Beide Programme werden zur Erstellung und Animation von 3D Modellen genutzt. Die Qualität der Ergebnisse beider Programme reichen professionellen Ansprüchen. Das spiegelt sich auch in den Einsatzgebieten wieder, so wurde Lightwave beispielsweise für die Hollywoodfilme Titanic oder Red Planet eingesetzt, Cinema4D zeigt sich hingegen für die Programm-Trailer von RTL oder RTL2 verantwortlich. Der professionelle Einsatz wird allerdings auch im Preis deutlich, wobei Lightwave noch deutlich teurer ist, nämlich etwa 6000,- DM, Cinema4D kostet etwa 2500,- DM und wird im Gegensatz zu Lightwave auch als Studenten- und Lightversion zu wesentlich günstigeren Preisen vertrieben. ___A u f b a u________________ Der größte und immer wieder diskutierte Unterschied ist die Aufteilung von Lightwave in zwei seperate Programme. Hier werden in einem Programm die Modelle erstellt und in einem anderen animiert. Cinema4D integriert beide Teile unter einer Oberfläche. Beides hat Vor- und Nachteile: Eine kurze Animation mit Grundkörpern (Kugel, Box etc.) oder eine schnell animierte Schrift ist mit Cinema4D deutlich schneller und komfortabler zu erstellen. Den professionelleren Ansatz hat Lightwave - in einer aufgeräumten Oberfläche konzentriert man sich zunächst auf das Erstellen der Modelle und animiert sie dann in dem anderen auf wesentliche Schaltflächen reduzierten Programm. In Cinema4D wird man mit einer Windows-Oberfläche konfrontiert, die bei genügender Erfahrung intuitiv bedienbar ist. Lightwave verfolgt ein eigenes Konzept und wird den Einsteiger zunächst verwirren. Allerdings ist die Lightwaveoberfläche komplett konfigurierbar, was später einen deutlichen Vorteil zu Cinema4D darstellt.
Für mich hält sich Cinema4D die Möglichkeit offen , auch von Hobbygrafikern erschlossen zu werden, während Lightwave eine gewissenhafte Einarbeitung voraussetzt, die viele abschrecken wird. ______W o r k f l o w____________________ Unter Workflow verstehe ich, die Ausrichtung eines Programms auf einen zügigen und strukturierten Arbeitsablauf: Lightwave fordert vom Nutzer eine strenge Vorbereitung und Organisation. Die verwendeten Objekte und Bilder müssen z.B. in bestimmte Verzeichnisse gespeichert werden, um richtig geladen zu werden. Cinema4D ist gnädiger und wird auch nicht durch konfuses Speichern aus dem Takt gebracht. Ich sehe das bei Lightwave nicht unbedingt als Nachteil, da der Ansatz einfach nur zur Organisation zwingt. Häufig wird die Aufteilung der Programme in Lightwave als umständlich und zeitaufwendig kritisiert, meine Erfahrung zeigten aber, daß gerade das einem zügigen Arbeiten zugute kommt. Nach der Gewöhnung an diesen Umstand, werden komplexe Arbeitsaufträge quasi automatisch in sinnvolle Arbeitsschritte aufgeteilt. Bei Cinema4D kommt man durch die Einfachheit schnell ins Spielen, was allerdings für den Hobbyanwender natürlich sehr motivierend ist, da macht schon das Ausprobieren großen Spaß. Meinem Empfinden nach, läuft Lightwave eine Spur schneller als Cinema4D. Auch komplexe Objekte können flüssig auf dem Bildschirm verschoben werden, wobei Cinema4D schon mal ins Stocken kommen kann. Das mag aber auf leistungsstärkern Rechner nicht mehr entscheidend sein. Bei der Geschwindigkeit der Render-Engine hat wiederum Cinema4D die Nase vorn, insbesondere wenn es um die Berechnung von rechenintensiven Abbildungen geht, wie etwa diffusem oder voluminösem Licht (allerdings ist beides erst in der Version 7 verfügbar, die auf der Cebit vorgestellt wurde). Die häufig kritisierte Absturzanfälligkeit von Lightwave kann ich nicht bestätigen. Auf einem für 3D-Grafik optimiertem System habe ich bislang noch keinen Absturz erlebt, wogegen die Demo-Version von Cinema4D auf meinem Heimrechner häufig einfrorr, naja, hier kann man wohl wirklich nicht von einem fairen Vergleich sprechen.
______E i n s a t z______________________ Die große Stärke von Lightwave ist das Erstellen und Animieren von organischen Objekten (z.B. Lebewesen). Hierauf sind die zur Verfügung stehenden Werkzeuge spezialisiert, insbesondere die Verwendung von Subdivision-Surfaces, Endomorphs und das ausgereifteste Bone-System auf dem Markt. Cinema4D verfolgt hier ähnliche Ansätze, ist aber meiner Meinung nach nicht so ausgereift. Lightwave schwächelt wenn es um vorlagengenaue Abbildung von technischen Dingen geht, hier vermißt man einige Tools die in CAD-Programmen schon lange verwendet werden, das gleiche Problem hat Cinema4D auch, allerdings weniger ausgeprägt. Wie in meinem Bericht schon häufig erwähnt wurde, kann man Cinema4D auch dem Hobbyanwender ans Herz legen, insbesondere da es auch preisgünstige Versionen des Programms gibt. Allerdings möchte ich Cinema4D den Einsatz in Produktionen absprechen die extreme Qualität verlangen. Ich hab noch keine Ergebnisse gesehen, die mit den erstaulichen Bildern aus professionellen Lightwaveproduktionen mithalten können. ______F a z i t_________________________ Der Vergleich von Lightwave und Cinema4D ist recht unfair, da beide eine andere Benutzergruppe ansprechen. Der Anspruch von Lightwave ist komplett professionell: Lange Einarbeitungszeit, auf bestimmte Einsatzbereiche spezialisiert und sehr teuer (allerdings im Vergleich zu anderen Programmen markiert Lightwave das unterste Segment der Profi-Tools), dafür absolut geeignet um qualitativ hochwertige und filmtaugliche Ergebnisse zu erzielen. Cinema4D hingegen richtet sich auch an den Hobbyanwender: Downloadbare Demoversionen, Studenten- und Lightversionen zu humanen Preisen, dabei auch in der Qualität durchaus professionellen Ansprüchen genügend, allerdings eher für Einsatzbereiche, wo die Herkunft der Bilder aus dem Computer nicht geleugnet werden soll (Trailer, Werbefiguren, Illustrationen). Der interessierte Laie ist allein aus wirtschaftlichem Interesse wohl eher an Cinema4D interessiert, zudem erleichtert die Software den Einstieg und bereitet beim Ausprobieren mehr Spaß. Wer den Kauf von Lightwave in Erwägung zieht, ist wahrscheinlich schon mit der Materie vertraut und weiß was er will.
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13.10.2001 01:49
Ich habe bis jetzt nur die Demos ausprobiert, und da ich nicht gerade versiert in Sachen 3d bin (ich würde es aber gerne lernen) kann ich dazu auch nicht allzuviel sagen. Und: ich kann es mir nicht leisten..... ;) Gruß Newbreed
01.08.2001 23:10
Mir sind einige Punkte aufgefallen sie nicht ganz richtig sind. Z.B. der Preis: Lightwave kostet ca 5,500 DM und Cinema 4D XL ca. 4000 DM. Natürlich gibt es auch für Lightwave 3D Studenten- und Lightversionen. (Lightversion trägt den Namen Inspire 3D. Was den Punkt Workflow betrifft ist LW bis jetzt ungeschlagen. Die Einarbeitungszeit ist im Vergleich zu anderen Programmen sehr kurz, was ich selber bestätigen kann. Das ist aber auch teilweise Geschmackssache. In Cinema wird man regelrecht von Icons erschlagen was den Einstieg nicht wirklich erleichtert. Ansonsten ist der Artikel recht informativ, obwohl diese Punkte den ein oder anderen potentiellen Kunden abgeschreckt haben könnten.
18.06.2001 17:03
Toller Bericht! Lightwave 6.5 ist in Sachen Bedienung wirklich alles andere als einfach. Wenn man es aber einigermaßen beherrscht kann man wirklich einzigartige Effekte erstellen. Cinema 4D XL6/7 kenne ich leider nicht... CU moogles