6 Monate im Lincoln Navigator
02.01.2005 (04.01.2005)
Pro:
Platz und Komfort
Kontra:
Verbrauch
Empfehlenswert:
Ja
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als selbständiger habe ich immer nach einem großen und sicheren Auto gesucht, in dem Platz und Komfort unter "einem Dach" sind. Mit dem Lincoln Navigator habe ich ihn gefunden. Allgemeines: Der Lincoln Navigator ist die Luxus Version vom Ford (US) Expedition. Also der "Große Bruder" vom Ford Explorer. Das Händler und Werkstattnetz ist somit gar nicht schlecht. Aber alle Teile müssen vorher bestellt werden.
Motor: Der Lincoln Navigator 5,4 V32 4x4 mit seinen 305 PS (224 KW) macht einfach Spaß. Kraft in jeder Lebenslage. Mit der 4-Stufen Automatik mit Overdrive harmoniert der Motor hervorragend. Komfort und Ausstattung: Wo soll ich da anfangen..? Bei den elektrisch verstellbaren Pedalen? Dem Memory für den Fahrer- und Beifahrersitz. Sitze sind elektrisch verstellbar, bis auf die Rückenlehnen - Neigung. Sitze sind beheizt und belüftet. Das kannte ich bisher nur vom Mercedes SL. Es gibt ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach. Ein Bildschirm Navi für Europa. In der Mittelkonsole der 2ten Sitzreihe ist ein Bildschirm für den DVD Player in der Konsole. So sind die Passagiere versorgt. Die Zugfreie Klimaanlage ist wirklich bemerkenswert. Für vorne und hinten getrennt regelbar. 2-Zonen nennt der Prospekt dies. Das habe ich bisher in jedem Auto vermisst. Dann ist noch drin Zentralverriegelung, Lederausstattung, Anhängerkupplung, el. Fensterhebe und 3te Sitzreihe.
Sicherheit: ABS, 2 x Airbag, el. Stabilitätskontrolle, Allradantrieb, el. Wegfahrsperre. Das sind die Dinge, mit denen man neben der guten Rundumsicht und der passiven Sicherheit verwöhnt wird. Und die Parktronik, also eine Ultraschall Einparkhilfe hinten ist bei 5,20 m länge ein Traum. Der Allrad schaltet in der Stellung Auto AWD von selber zu, sobald ein Rad anfängt durchzudrehen. Diese Funktion ist zu empfehlen, außer man kämpft sich durch Schlamm oder tiefen Schnee. Größe und Gewicht: Länge 5,20 m Breite 2,03 m Höhe 1,85 m Gewicht leer 2630 kg zul. ges. Gewicht 3265 kg Neupreis ca. 65.000 Euro
Laderaum: An dieser Stelle enttäuscht der Navi etwas. Mit voller Bestuhlung passen hinter die 3te Reihe gerade noch die berühmten 3 - 4 Kisten Wasser, die man auch in einen Smart packen kann. Wenn die Bank rausgenommen wird (geht ganz einfach - umlegen, an einem Gurt ziehen und sie rutscht nach hinten raus) ist schon mehr Platz. Aber mit dem Mercedes E-Kombi nicht zu vergleichen. Die Ladekante ist hoch und muss mit schweren Kartons oder Kisten erst mal überwunden werden. Verbrauch: Das ist die zweite Schattenseitte des Wagens. Man kann drum herum reden - es ändert nichts. Mit 18 Litern Normal bleifrei muß man den Wagen füttern, wenn man 100 km weit kommen will. In meinem Fall ist das ein klassischer drittelmix. Ich fahre Stadt, Landstraße und Autobahn zu etwa gleichen teilen. Die Anhängerkupplung für bis zu 3,5 Tonnen bei bis 120 kg Stützlast habe ich nie benutzt. Ich denke, da kämen noch 5 Liter dazu.
Fazit: Als SUV und Reisewagen ist der Lincoln Navigator voll Alltagstauglich und macht einen Riesen Spaß. Als Firmenwagen für mich ist er leider nicht zu gebrauchen wegen des zu kleinen Laderaumes. Bereut habe ich die 6 Monate in denen ich den Navi gefahren habe jedoch nie. Ich habe mich aus Wirtschaftlichen sowie aus Platz- Gründen jetzt wieder für einen Mercedes E-Kombi entschieden. Auch mit 8 Zylinder. Der Verbrauch liegt hier bei 12 - 13 Litern (Super) und der Laderaum ist ca. 40% größer. Nur den Allrad vermisse ich gerade jetzt im Winter sehr. Wenn man den Navi mit anderen Geländewagen vergleicht schneidet er gar nicht so schlecht ab. Im Mercedes ML und im BMW X5 ist der Laderaum auch nicht viel größer. Wobei zugegebenermaßen diese Wägen auch einen halben Meter kürzer sind. Der Verbrauch ist auch der gleiche. Und wenn man einen Mercedes ML 55 oder den BMW X5 4,6 als Vergleich nimmt, ist der Navi sogar sparsam. Vo daher: Kaufempfehlung.
Nachtrag: Wow - 6 Kommentare nach 12 Stunden. Das nenne ich eine Resonanz!!! Also, dann mal los: Unterhaltskosten??? Geht so - 175 Euro Steuer im Jahr durch automatische Gewichtsbesteuerung. Ändert sich aber in 2005 durch rot/grün. Jetzt gilt Hubraumbesteuerung. 54 x Euro 2 Satz. Versicherung bei 45% mit Vollkasko 1200 Euro im Jahr. Einzelanfrage, somit nicht über Internet. Typschlüssel "0000"
vielen Fragezeichen: -> Lederausstattung: Weiches, graues Leder wie in deutschen PKW dieser Preisklasse, z.B. BMW 7er. -> Verarbeitung: Perfekt. Kein knarrern und klappern - alles sitzt.
-> Werkstätten: Ich habe eine kleine Werkstatt in München Allach, bei der ich seit ich Auto fahre (18 Jahre - mann werde ich alt) alles machen lasse. Was man braucht besorgt er halt. Ich habe den Wagen von 18000 km bis 23000 km gefahren. Was soll man da bei einem 1,5 Jahre alten Auto schon in einer Werkstatt? Bei mir war es ein Ölwechsel mit Öl, Benzin und Luftfilterwechsel. 130 Euro. -> Kann man den Navi überall kaufen: Nein - es ist ein Importwagen, in meinem Fall aus Kanada. Dort sind auch die deutschen Bestimmungen wie Ölkühler, Blinkerfarbe usw. bereits gleich. In München macht den Import z.B. US Car Spezialist Geiger.
-> Parkplatzprobleme: Klar, wie mit jedem großen Auto. 5,20 m ist eine Handbreit mehr als BMW 7er, Mercedes S-Klasse, Audi A8. Die 5 Meter Klasse halt. Aber durch die hohe Sitzposition ist es viel einfacher. Man sieht halt mehr. Zum Einparken ist die Parktronic sehr sinnvoll. Spart hinten viel Geld :-) -> Ladevolumen: Wenn mir einer sagt, wo das geht, lade ich ein Bild vom Laderaum hoch. Das ist wirklich schmal. In einen X5 oder ML passt definitiv mehr rein.
-> Wertverlust: Ist richtig. Neu kostet er 65000 Euro, nach 1,5 Jahren waren es noch 36500. Ist heftig. Ein Porsche Cayenne verliert in 3 Jahren bei unter 60000 km gerade mal 15 - 20 %. Da macht Leasing (man zahlt da ja bekanntlich Zinsen und den Wertverlust) richtig Spaß. -> Fahrverhalten: Wie ein großer Kombi. In einer schnell angefahrenen Kurve schiebt er etwas über die Vorderräder. Das ESP greift hier sehr gut ein. Ich hatte nie Probleme. Ins Gelände kann man mit einem so schweren Auto nicht, wenn man ehrlich ist. 2700 kg leer sind einfach immer da. Wer ins Gelände will, solte sich einen Mercedes G oder einen Jeep zulegen. Sehr gute Erfahrungen habe ich über einen Kollegen mit dem Landrover Freelander gemacht. Der kam überall durch und durch seine Kunststoffverkleidung ist er äußerst unempfindlich. Der Navi ist für die Straße bzw. den Highway gebaut. Diese darf gerne verschneit sein - das hält ihn nicht auf. Buckelpisten auf und ab - zu schwer.
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13.04.2009 17:09
Danke, sehr hilfreich, wir sind am überlegen, ob wir einen kaufen.
25.01.2006 03:09
Sehr schöner Bericht! CU hkohn!
04.01.2005 09:42
Mit den Ergänzungen ein sauberes "sh", auch wenn sie natürlich der Struktur nicht gut tun. Schöner Exotenbericht. Bilder hochladen? Bericht öffnen, dann findest Du oben rechts unter "Community" den Punkt "Bilder hochladen". Bis zu sieben Stück, jeweils max. 2 MB, wenn ich nicht irre. Würde mich übrigens auch extrem interessieren - vielleicht gibst Du ja zu gegebener Zeit im GB Bescheid? Gruß Thomas