komfortables Schlachtschiff
22.03.2001 (31.03.2001)
Pro:
geräumig, "vollelektronisch", bequem
Kontra:
Straßenlage
Empfehlenswert:
Ja
 hubbie
Über sich:
"Vivir al día."
...
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Vertrauende:166
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 90 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es begann alles damit, dass ich in Miami am Flughafen ein Mustang Cabrio bei einem Autoverleiher reserviert hatte. Wenn man schon einmal eine Runde in Florida dreht, sollte das wenigstens stilvoll sein, also "cruisten" wir die Alligator Alley entlang Richtung Golfküste als irgendwann vor Ft. Myers der Kühler die Mücke machte. Ich schleppte den Kübel gerade noch zu einem Motel, von wo ich den Verleiher anrief und gleich eine Menge Flüche über den Äther schickte. Dort war man sehr kleinlaut und versprach für den nächsten Morgen ein neues Auto, Cabrio sei keines vorrätig, ich werde aber zufrieden sein. Als ich in der Früh auf ein zaghaftes Klopfen öffnete, wurde mir ein Schlüssel in die Hand gedrückt mit der Versicherung, es werde nicht mehr kosten als das Cabrio. Misstrauisch lugte ich um die Ecke und da stand.....ein schwarzer Riesenkübel, den ich noch nie vorher gesehen hatte, einzig das Emblem kam mir irgendwie bekannt vor.
Mit der kurzen Bemerkung "Have fun" entschwand der Verleihbursche und übernahm meinen lendenlahmen Mustang. Inzwischen umkreiste ich das gut fünfeinhalb Meter lange Monster, bewunderte die Weißwandreifen und entdeckte endlich den "Lincoln Town Car" Schriftzug am Heck. Nach der Identifizierung öffnete ich per Funkfernsteuerung und nahm auf den ausladenden schwarzen Ledersitzen Platz. Den Ellenbogen aufstützen war nicht, denn die Tür war einen Meter weg von mir, nach Einführen des Zündschlüssels war ich einmal überrascht vom Meilenstand: "000007" zeigte die Anzeige, das hieß, das Fahrzeug war fabrikneu! Schon einmal ein erfreulicher Beginn einer 6-tägigen Freundschaft. Schnell waren mit Hilfe verschiedenster elektronischer Helferlein die Sitze körpergerecht justiert, ebenso die Spiegel und das etwas groß geratene Lenkrad. Da mein liebend Weib noch friedlich schlummerte, begab ich mich gleich auf Testfahrt.
Seidenweich kam die Automatik und ich glitt auf die Fernstraße, wobei mir schon beim Abbiegen die Servolenkung extrem leichtgängig erschien. Die Cruise Control war schnell auf zu schnelle 60 Meilen eingestellt und dann ging es dahin wie in einer Sänfte: der 8-Zylinder Grauguss schnurrte sanft dahin, während mir eine lokale Radiostation Latinorhythmen auf den Weg mit gab. Zurück beim Motel weckte ich mein Weib mit der sonoren Hupe, die noch ganz schlaftrunken schaute, aber als sie des Lincoln ansichtig wurde, verschlug es ihr die Sprache. Das Cabrio war längst vergessen und ist für einen schwülen Floridasommer ohnehin nicht besonders geeignet.
Nun ging es also auf die Rundreise und mit jeder gefahrenen Meile begeisterte uns die Karre mehr und mehr. Die Klimaautomatik funktionierte zugfrei und hielt auch die gewählte Temperatur ohne Probleme. Der Fahrkomfort diese Autos kommt am besten beim gelassenen Dahingleiten zur Geltung, jede abrupte Lenkbewegung oder Ampelstarts waren von extremen Schlingerbewegungen begleitet, was aber angesichts eines Gesamtgewichts von 2,5 Tonnen nicht weiter verwundern sollte.
Einparken war dank der Servo ebenfalls kein Problem, im übrigen sind ja amerikanische Parkplätze stets ausreichend bemessen. Die Bremsen des Lincoln sind für einen Europäer gewöhnungsbedürftig, trotz des Bremskraftverstärkers ist vorausschauendes Fahren angesagt. Ein weiteres Manko ist natürlich der Spritverbrauch, der sich so um die 22 Liter bewegte, was aber zum damaligen Zeitpunkt nicht so sehr ins Geld ging, denn sowohl Benzinpreise als auch Dollarkurs waren extrem günstig. Fazit: ein Auto für amerikanische Verhältnisse
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22.08.2009 11:55
Ob du mir wohl eines Tages mal dein Fuhrpark vorstellst?...lg.
19.08.2009 21:33
Auf zu Bronze :-)))
19.08.2009 21:12
Wenn man bedenkt, dass dieser Bericht dem SH-Voraussetzungen aus dem Jahr 2001 entspricht, ist das somit für mich heute auch ein SH wert. Man muss eben die Dinge mit dem Maß messen, das damals üblich war! Gruß Doris