Linienschiff Schleswig - Holstein (Hörbuch) / Willi Schultz

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Rund um das Linienschiff Schleswig- Holstein

3  01.04.2011 (12.04.2011)

Pro:
aktuelles Thema angesichts steigender Aktivitäten der deutschen Flotte

Kontra:
Menschen seit wachsam .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

straus07

Über sich: Es scheint Sommer zu werden und da bin ich mehr im Garten als am PC.

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Eigentlich war der Beitrag zum 60. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkrieges für 2009 bei Ciao eingereicht und von mir geplant aber aus Zeitgründen immer wieder hinausgezögert worden.

Jetzt ist es soweit …es kann gelesen, bewertet und kommentiert werden.

Mit dem Angriff des deutschen Panzerkreuzers "Schleswig Holstein" in den frühen Morgenstunden des 01. September 1939 auf die polnische Westerplatte fielen die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges, der schließlich fast sechs Jahre dauern wird.

Dazu verwendete ich das Buch „ Linienschiff Schleswig- Holstein Flottendienst in drei Marinen“ 2. überarbeitete und ergänzte Auflage , erschienen in Koehler Verlagsgesellschaft mbH , Herford 1991 vom Autor Willi Schultz, ISBN 3782205022, Warengruppe 22. Das Buch wird bei Amazon ab 2,95 € angeboten.
Das Buch hat 282 Seiten und ist sicher ein Buch für Experten. Andere werden daran sicher wenig Freude haben

Man muss dem Autor bescheinigen
eine große Fleißarbeit geleistet zu haben und sich objektiv ohne Überschwang der Gefühle mit der Materie beschäftigt zu haben. Er enthält sich persönlich jeglicher politischer oder militärpolischer Wertungen und arbeitet alle technischen Details und Eintragungen aus dem Schiffstagebuch akribisch ab. „ Schräubchenkunde per Exelance „ könnte man dazu auch sagen. Sicher treten dabei auch Detailfehler auf, die er in der 2. Auflage korrigierten hat und weitere sind im Anhang aufgelistet.
Sicher ein Buch für den Experten aus Marine- und Technikkreisen, Schiffsmodellbauern und Konstrukteuren.

Zum Inhalt:

Im 1. Teil wird der Bau und die Verwendung des Schiffes unter dem Titel „ Seiner Majestät Schiff „ in der Kaiserlichen Marine beleuchtet. Es wird das deutsche Flottenbauprogramm vorgestellt und die „ Schleswig- Holstein“ eingeordnet. Seitenlang wird Schiffskunde betrieben, Besatzung, Bewaffnung, Nachrichtenmittel bis zum Schiffsalttag, Ausbildungsdienst und Schiffsreisen beschrieben.
Wichtig ist die Teilnahme an der Skagerrak - Schlacht mit 3 Toten und 8 Verwundeten

Im 2. Teil „Das Flottenflaggschiff der Reichsmarine „ wird die Zeit von 1918 – 1933 geschildert. Die „Schleswig- Holstein „ als in die Jahre gekommenes und technisch veraltertes Dickschiff wurde nach dem Versailler Vertrag Deutschland belassen und diente jahrelang als Flaggschiff.

Im 3. Teil wird getitelt unter „ Das Kadettenschulschiff der Kriegsmarine. Es wurden die Aktivitäten bis 1939 und während des 2. Weltkrieges beschrieben. Die Schüsse der „ Schleswig – Holstein „ eröffneten in Danzig den 2. Weltkrieg und endete an fast gleicher Stelle am 21. März 1945 bei der endgültigen Aufgabe von Gotenhafen

Im Anhang des Buches sind die
Kommandanten des Schiffes aufgelistet,
die Offiziere und Beamten am 1. 11.1944 benannt
und die Umbauten und Änderungen von 1909 – 1944 beschrieben.
Den Abschluss bilden Dankwort, Quellen- und Literaturverzeichnis, Schiffsnamen – und Personenregister, Abbildungsnachweis, Berichtigungen – Ergänzung.

Es sind eine Vielzahl Fotos in sehr guter Qualität eingefügt

Einige Bemerkungen und Ergänzungen zum Thema aus meinen Studienaufzeichnungen, anderen Veröffentlichungen der DDR, der BRD und dem Internet.

Danzig 01.September 1939:

Um 4.50 Uhr meldete der Kommandant der Westerplatte Major Sucharski an das Kommando

Bilder
Linienschiff Schleswig - Holstein (Hörbuch) / Willi Schultz Schleswig Holstein - Linienschiff Schleswig - Hols
Titel Linienschiff Schleswig - Holstein / Schultz, Willi
der polnischen Kriegsmarine in Gdynia: „Um 4.45 Uhr hat der Panzerkreuzer ›Schleswig-Holstein‹ das Feuer gegen die Westerplatte aus allen Rohren eröffnet. Die Beschießung dauert an“. Adolf Hitler hatte verkündet: „Seit 05:45 Uhr wird zurückgeschossen.“. (Die Zeitdifferenz ist der Ortszeit geschuldet)
Das Kriegsschiff war zu vorher einem Freundschaftsbesuch in der Freien Stadt Danzig eingetroffen. In der Stadt, die offiziell durch den Friedensvertrag von Versailles unter dem Schutz des Völkerbundes stand, bestimmte bereits eine Nazimehrheit die Politik.
Die »Schleswig-Holstein« feuerte aus allen ihren schweren Geschützrohren auf die Westerplatte, und deutsche Flugzeuge warfen ihre todbringende Last ab. Niemand glaubte damals, dass diesem wuchtigen ersten Angriff jemand überleben könnte. Doch die polnische Besatzung der Westerplatte, etwa 180 Mann, hielt nicht nur dem Luft- und Artillerieterror an diesem 1. September 1939 stand, sondern leistete dem übermächtigen Aggressor sieben Tage Widerstand.

Etwas zur polnischen Traditionspflege

Diese Taten der polnischen Soldaten nahmen einen breiten Platz in der Traditionspflege der Polnischen Streitkräfte in sozialistischen Polen und es war üblich das Polen und Soldaten der sozialistischen Bruderarmeen Kränze am Denkmal an der Westerplatte niederlegten.
Die für alle Seiten unerwartet lange Verteidigung der Westerplatte hatte militärisch keine Bedeutung, aber die psychologische Wirkung auf die polnische Bevölkerung, die im Rundfunk täglich vom Vordringen der deutsch-faschistischen Aggressoren in ihr Land hörte, war nicht zu unterschätzen.
Neben der Verteidigung der Westplatte gab es in diesem Abwehrkampf der Polen wenig Tradierbares, waren doch die Auseinandersetzungen im Osten um 1918- 1920 ( Wunder von Warschau ) zwischen Sowjetrussland und Pilsudski- Polen ein Tabuthema.
Der Widerstandskampf und der Partisanenkrieg gegen die Naziokkupanten war geteilt auf die Moskau orientierten Bewegungen und der 1. und 2. Polnischen Armee, die in der Sowjetunion aufgestellt wurden und bis zur Befreiung Berlins im Einsatz waren, dazu kam die „ Heimatarmee“, die von der Londoner Exilregierungen gesteuert wurde und andere, wie die „ Helden des Warschauer Aufstandes“.
Polnische Einheiten und einzelne Kämpfer und Grüppchen an der Seite der westlichen Alliierten waren in der Traditionspflege einbezogen wurden aber misstrauisch von den sozialistischen Bruderarmeen beäugt.
So schlugen sich polnische Zerstörer nach England durch und waren im Einsatz gegen die Kriegsmarine, die „Andersarmee „ schlug sich über den Iran zu den Briten durch und kämpfte u. a. auch gegen Rommel in Nordafrika und polnische Piloten dienen bei den Franzosen und Engländern. Letzte flogen u. a. auch Angriffe auf die Städte der späteren DDR- Ostseeküste und wurden in der DDR als „ britische Terrorflieger“ völlig totgeschwiegen. Ich selbst kam durch Zufall an zwei englisch- sprachliche Bücher über den Kampf der polnischen Seeleute und Flieger in die Hände und es gelang mir auch mehrere Beiträge dazu in den NVA- Medien unterzubringen.

Ich selbst war einmal bei einen solchen Zeremoniell auf der Westerplatte als Angehöriger der Volksmarine dabei und Kränze legten wir auch in Kolobrzeg / Kolberg „ Polen Vermählung mit dem Meer“ nieder..

Über das Linienschiff noch einige Bemerkungen:

Die SMS Schleswig-Holstein war das fünfte und letzte Schiff der Deutschland-Klasse der Kaiserlichen Marine.
Es lief am 7. Dezember 1906 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 6. Juli 1908 in Dienst gestellt und dem II. Linienschiffgeschwader zugeordnet.
Da das Schiff als Einheitslinienschiff längst veraltet war, wurde es als eines von wenigen größeren Schiffen nach dem Ersten Weltkrieg dem Deutschen Reich belassen und in die Reichsmarine und später in die Kriegsmarine übernommen. Es diente bis 1935 als Flottenflaggschiff und danach als Schulschiff.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde das veraltete, unmoderne Schiff Deutschland belassen und in die Reichsmarine und später in die Kriegsmarine übernommen. Bis 1935 als Flottenflaggschiff und danach als Schulschiff.
Es nahm an repräsentativen Auslandsfahrten u. a. Spanien und Atlantic der 20iger Jahre teil und zeigte dann Flagge während der Nazizeit in Mittel- und Südamerika und Afrika.

Was Sinnvolles ( aber das ist Ansichtssache ) hat das Schiff in seiner langen Geschichte nur als Eisbrecher im Katastrophenwinter 1928/29 in der Ostsee geleistet. Sie befreite eine Vielzahl deutsche und ausländische Handelsschiffe in der Kieler- und Wismarer Bucht und dem heutigen Weg 1 zwischen dem Darss und Dänemark in Richtung Osten aus dem Eis.
Das Schiff wurde mehrmals modernisiert und von Kohle- auf Ölfeuerung umgestellt.
Im Jahr 1940 nahm die „ Schleswig- Holstein“ an der Operation Weserübung/Süd zur Besetzung Dänemarks bei der Hafenstadt Nyborg teil. Es folgten 1941 – 44 mehrere Schulschifffahrten um dann nach weiteren Umbauten als Flakschiff zu dienen.
Am 18. Dezember 1944 wurde das Schiff dann vor Gotenhafen/Gdynia durch drei Fliegerbomben schwer beschädigt und sank. Alle Rettungs- und Bergungsversuche scheiterten so dass am 25. Januar 1945 Flagge und Wimpel zum letzten Mal niedergeholt und am 21. März 1945 bei der endgültigen Aufgabe von Gotenhafen gesprengt wurde.

Nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht im Mai 1945 forderte die Sowjetunion das alte Schiff als Kriegsbeute. 1946 begannen die Abdichtungsarbeiten, und es gelang, das Schiff schwimmfähig zu machen. Es wurde nach Tallinn geschleppt und dort zum Zielschiff umgebaut. Bis 1955 wurde es als Ziel angelaufen und beschossen. Heute liegt es im ehemaligen Übungsgebiet der sowjetischen Marine bei der estnischen Insel Ordensholm auf Grund.

Die Schiffsglocke des Schleswig-Holsteins konnte ich dann später im Armeemuseum der NVA in Dresden sehen ( heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ).

Einige taktisch- technische Daten nach Internet Wikipedia
Schiffstyp Linienschiff

Schiffsklasse Deutschland-Klasse
Baubezeichnung: Linienschiff Q
Kiellegung: 18. August 1905
Stapellauf (Schiffstaufe): 7. Dezember 1906
Indienststellung: 6. Juli 1908
Bauwerft: Germaniawerft in Kiel

Besatzung: 35 Offiziere und 708 Mann; als Schulschiff: 820 Mann
(davon 360 Kadetten)


Technische Daten
Konstruktionsverdrängung: 13.190 t

Maximale Einsatzverdrängung:14.220 t
Länge: über Alles: 127,60 m
Breite: 22,20 m
Tiefgang: 8,23 m
Maschinenanlage: 12 Dampfkessel (4 kohle-, 8 ölgefeuert)
3 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-
Dampfmaschinen
Leistung: 19.330 PS
Höchstgeschwindigkeit: 18,2 kn
Fahrbereich: ca. 4.800 sm bei 10 kn
Brennstoffvorrat: ca. 1720 Tonnen Kohle, (ab 1925: 1380 t)
zusätzlich ab 1915: 200 t Öl
Panzerung Gürtelpanzer: 240 mm
Deck: 40 mm
Bewaffnung nach
Indienststellung Artillerie: Geschütze 28 cm L/40 C/01: 4
in zwei Doppeltürmen)
Waffenreichweite 28 cm: 19,1 km bei 31°
Geschütze 17 cm L/40: 14 (in Kasematten)
Waffenreichweite 17 cm: 20,1 km bei 22°
Geschütze 8,8 cm L/35: 20
Torpedorohre 45 cm: 6 unter Wasser, (4 seitlich, 1 Bug und 1 Heck)

Bewaffnung
In der Reichsmarine
Geschütze 28 cm L/40 C/01: 4 (in zwei Doppeltürmen)
Geschütze 15 cm L/45: 14 (in Kasematten)
Geschütze 8,8 cm L/45: 4
Torpedorohre 50 cm: 4 schwenkbar im Batteriedeck

Bewaffnung
1944/45 als Flak-Schiff
Geschütze 28 cm L/40 C/01: 4 (in zwei Doppeltürmen)
Geschütze 10,5 cm L/45: 6 als Flak
Geschütze 4 cm: 10 Bofors-Flak

Geschütze 2 cm: 22 als Flak (in Vierlings- und Doppel-Lafetten)

Traditionspflege der „Schleswig- Holstein“

Sieht man von der Aufbewahrung der Schiffsglocke im Armeemuseum der NVA in Dresden ab spielten die Traditionen der „ Schleswig- Holstein“ in der DDR keine Rolle . Schiff und Besatzungen waren Teil des aggressiven deutschen Imperialismus und Militarismus und damit in der NVA und Volksmarine nicht tradierbar.

In der Bundesrepublik Deutschland gehört die „ Schleswig- Holstein“ zur deutschen Marinegeschichte und ihre Traditionen sind Teil der Traditionspflege. Die Bundesmarine stellte am 12.10.1964 einen Flottenzerstörer 101 A, Typ Zerstörer 55 in Dienst. Die Besatzung fühlt sich den Traditionen ihres Vorgängers verpflichtet, wie Schultz den Presseoffizier des Schiffes sagen lässt. ( S. 253). Am 15. Dezember 1994 wurde das Schiff außer Dienst gestellt.
Als Nachfolger wurde die Fregatte „Schleswig-Holstein“, Brandenburg Klasse F 123, am 24. November 1995 für die Deutsche Marine in Dienst gestellt. Sie zeigte mehr als Flagge in der United Nations Interim Force im Libanon, fungierte dort als Führungsschiff der multinationalen UNIFIL-Flotte.
2010 war sie für 124 Tage im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika eingesetzt. Eine ihrer letzten Atalanta Aufträge war die Eskorte von Schiffen des World Food Programme (WFP) und der African Union Mission in Somalia (AMISOM) zusammen mit dem EU NAVFOR Flagship FS DE GRASSE.


Es gibt im Rahmen des „Deutschen Marinebundes e. V.“ Marinekameradschaften des Linienschiffes und der Namensnachfolgerschiffe der Bundesmarine ( Deutsche Marine). Auch in der Literatur und im Internet ist das Schiff oft vertreten. Ich selbst habe zwar Vieles zu DDR- Zeiten und danach gelesen, habe aber persönlich aus gutem Grund damit wenig am Hut.

Fazit:
Sicher ist das Linienschiff Schleswig- Holstein Teil der deutschen Marinegeschichte und Marinepolitik. Wer sich dafür interessiert soll sich damit beschäftigen.

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quacky4321

quacky4321

23.04.2013 09:30

BH Nachlieferung.LG

quacky4321

quacky4321

21.04.2013 15:03

bh folgt ,dauert aber etwas.lg

esposa1969

esposa1969

02.12.2012 22:33

bh

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