Es ist schon eine Weile her, als ich das letzte Mal über eine Serie berichtet habe, da gibt es ja unzählige und auf eine wurden wir Ende des Sommers besonders aufmerksam gemacht, indem immer damit geworben wurde, dass sie von den Machern von Sex and the City stammt. Da ich diese Serie liebe, kam ich nicht umhin, mir
~~**~~ LIPSTICK JUNGLE ~~**~~
anzuschauen, als die Erstausstrahlung am 16. September 2009 auf Pro Sieben gesendet wurde. Die Erwartungen waren recht hoch, denn Sex and the City war so erfolgreich, dass im Moment sogar der zweite Film zur Serie gedreht wird.
SENDEZEIT
Die Serie wird immer Mittwochs um 21:15 Uhr auf Pro Sieben gesendet, direkt nach Desperate Housewives. Insgesamt sind es 20 Folgen á 47 Minuten (plus zwei Werbeblocks) in zwei Staffeln, das Ende der Serie ist somit im Deutschen Fernsehen Anfang des kommenden Jahres. So ist noch genug Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.
BESETZUNG
Wendy Healy……..Brooke Shields
Nico Reilly………..Kim Raver
Victory Ford………Lindsay Price
Shane Healy……….Paul Blackthorne
Kirby Atwood…….Robert Buckley
Joe Bennett……….Andrew McCarthy
INHALT
Der Inhalt der Serie ist im groben ist schnell erzählt. Die Serie handelt von drei Freundinnen in New York, ihren Zusammenhalt in beruflicher und privater Hinsicht. Hierbei gibt es Probleme zu bewältigen, die die drei Freundinnen gemeinsam durchstehen. Soweit ist die Serie nichts neues und man kann meinen, man hat es vielleicht tatsächlich mit einer vergleichbaren Serie zu Sex and the City zu tun. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich jedoch ein etwas anderes Bild:
Die drei Freundinnen Wendy, Nico und Victory sind keine verzweifelten Hausfrauen, sondern sie gehören zu den 50 einflussreichsten Frauen in New Yorks, die täglich ihren Mann stehen.
Wendy
ist eine erfolgreiche Leiterin einer Film-Produktionsfirma. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihre Schwierigkeit besteht darin, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen, was sich schwierig gestaltet, denn ihr Mann ist in der Rolle des Hausmannes und so gibt es Probleme, als sich Wendy immer mehr um ihre Arbeit kümmert und sich ihr Mann und die Kinder vernachlässigt fühlen. Zudem hat Shane ein Problem mit einer erfolgreichen Ehefrau, da er selbst keine derartige Karriere vorzuweisen hat. So muss sich Wendy ständig Vorwürfe anhören und tut alles, um Ihrer Familie gerecht zu werden und gleichzeitig ihre Qualität im Job zu wahren.
Nico
ist die Chefredakteurin eines erfolgreichen Magazins, Bonfire Magazine. Sie ist die Emazipation pur und kämpft für die Gleichberechtigung für Frauen in Managerpositionen. Auch sie ist verheiratet mit ihrem ehemaligen Literaturprofessor. Da ihr Mann kaum noch Interesse an ihr zeigt, beginnt sie eine Affäre mit dem jungen Fotografen Kirby, die eine große Gefahr für ihre Ehe aber auch für ihre Karriere bedeutet. Und dann ist da noch Victory,
eine Modedesignerin, deren neue Kollektion bei der Fashion Week zerrissen wurde. Daraufhin steht sie vor dem Ruin und muss ihre Firma aufgeben und wieder von ganz vorn beginnen. Doch scheint sich das Glück auf eine andere Weise in ihr Leben zu schleichen, sie trifft den Billionär Joe Benett, den sie kennen und lieben lernt. Er ist es auch, der ihr hilft, ihre Firma zu retten.Egal, welche Hindernisse sich in das Leben der einzelnen Frauen stellen, sie halten zusammen und stehen diese Situationen gemeinsam durch.
MEINUNG
Nunja, ich hatte doch einige Erwartungen an die Serie, das muss ich gestehen, die Werbung dafür war klasse gemacht und ein Mancher wurde doch sehr neugierig. Also durfte ich die erste Folge nicht verpassen. Natürlich hab ich mir auch mehrere Folgen angeschaut, doch irgendwie erfüllte diese Serie nicht die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, zumindest nicht meine.
Die Idee der drei Freundinnen, die zusammen durch Dick und Dünn gehen ist keine neue, nur finde ich die Umsetzung nicht sonderlich gut gelungen. Irgendwie fehlt die Tiefe, so dass mich weder die Serie noch die Darsteller nachhaltig beeindrucken. Es ist auch vollkommen egal, wenn man eine Folge verpasst, denn irgendwie dreht sich ohnehin alles im Kreis und man hätte die Handlung zusammenschrumpfen und in einen Film packen können. Bereits nach vier oder fünf Folgen hatte ich das Gefühl, dass die Serie an ihrem inhaltlichen Ende angelangt ist.
Die Darstellung der Schauspieler wirkt auf mich alles andere als überzeugend, gerade Nico und Victory wirken sehr plastisch und vielleicht einmal zu oft beim Schönheitschirurgen gewesen. Irgendwie wie Barbiepuppen auf dem Karrieretrip. Einfach nur unecht, was auch in den schwächelnden Dialogen deutlich wird. Da fragt man sich, wie so erfolgreiche Frauen eine derart schwache Sozialkompetenz haben können. Die einzige, die auch nur im geringsten echt wirkt, ist Wendy, das mag aber auch an der Besetzung liegen, denn Brooke Shields ist durch bessere Serien und Filme bekannt und hat somit einen gewissen Bonus, der im Laufe der Zeit jedoch aufgebraucht wird.
Die Serie wirkt einfach nur unecht, ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich wirklich mit einer der Frauen identifizieren kann und das ist doch meist der Grund, warum man eine Serie verfolgt, weil einem die Darsteller sympathisch sind und auf eine gewisse Art real wirken und man vielleicht auch die eine oder andere Ähnlichkeit zu sich selbst findet. All dies wird man bei dieser Serie wohl vergeblich suchen, sie ist einfach zu platt und vermittelt weder lehrreiche Inhalte noch amüsante Abendunterhaltung, sie wird einfach schnell langweilig und die gleichen Themen werden immer wieder und wieder durchgekaut. Im Ergebnis ist diese Serie doch recht enttäuschend.
Die Tatsache, dass die Produktion der einst so hoch gelobt und geworbenen Serie nach bereits zwei Staffeln eingestellt wurde, spricht für sich. Die anfänglich guten Quoten in Deutschland sind wohl einzig auf Desperate Housewives zurück zu führen, die Lipstick Jungle quasi mitgezogen haben. In den letzten Wochen hat diese Serie dann deutlich Federn lassen müssen und erholt sich nur langsam. So bleibt zumindest zu hoffen, dass die Serie zu Ende ausgestrahlt und nicht vorher abgesetzt wird, was für den Sender nicht gerade ruhmvoll sein dürfte.
FAZIT
Tja, diese Serie konnte die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, leider nicht erfüllen. Vielleicht war es ein Fehler, sie direkt als Nachfolger von Sex and the City zu bezeichnen, was seinerzeit ein Wahnsinnserfolg war. Es gehört eben mehr dazu, eine erfolgreiche Serie zu produzieren als sie als „den Nachfolger“ zu bezeichnen. Wie man eine so einfache Idee derart verhunzen kann, ist mir ein Rätsel. Wenn man gerade nichts vor hat, kann man schon mal einen Blick auf diese Serie werfen, aber wer eine neue Lieblingsserie erwartet, die einem fesselt und man die nächste Woche bis zur neuen Folge kaum noch erwarten kann, wird hier sicherlich schwerst enttäuscht werden, so war ich es zumindest. Die erste Folge war noch recht gut aber leider beginnt die Serie sehr schnell zu schwächeln und den Autoren schnell die Ideen auszugehen, so war das Ende nach nur 20 Folgen schnell beschlossene Sache und nach der Ausstrahlung in Deutschland wird wohl kein Hahn mehr nach Lipstick Jungle krähen. Gut, dass es noch andere Serien gibt und die Hoffung stirbt ja bekanntlich zuletzt, dass es nicht doch noch mal eine Serie geben wird, die ins Herz und ins Gedächtnis geht.
Eure Creedy18
16.11.2009 11:47
Ich habe mir das nur 5 Minuten angetan und dann abgeschaltet und Dein Bericht zeigt mir nun, dass ich da auch wirklich nichts verpasst habe! ;-)
14.11.2009 12:07
Zum nebenbei laufen lassen fand ich sie ganz ok. Aber als Nachfolger von SATC kann man sie wirklich nicht anpreisen.
13.11.2009 23:45
Lipstick Jungle find ich irgendwie langweilig xD