Living with Michael Jackson

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Living with Michael Jackson?
Erfahrungsbericht von Sylviane über Living with Michael Jackson
09.07.2009


Produktbewertung des Autors:   

Informationsgehalt mittelmäßig 
Verständlichkeit: gut 
Präsentation: mäßig 

Pro: man erhält einige Einblicke
Kontra: das Interview soll zusammengeschnitten sein, um die Darstellung zu verfälschen

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

In den letzten Tagen konnte man diese Dokumentation fast täglich im Fernsehen sehen. LIVING WITH MICHAEL JACKSON, ein bezeichnender Titel.
Grund genug für mich einmal meine Meinung zu diesem Machwerk zu veröffentlichen.

Die Dokumentation stammt aus dem Jahre 2003. Sie basiert auf Interviews, die der Journalist Martin Bashir mit Michael Jackson geführt hat, ist unterlegt mit vielen vielen Filmdokumenten, die den Star und seine Lebensweise deutlich zeigen.

Über die Jahre hinweg, lief die Doku einige Male im Fernsehen, so daß sie nun nur eine Wiederholung für die meisten ist, die sich mit Michael Jackson nicht erst seit seinem Tode beschäftigen. Viele werden die Dokumentation LIVING WITH MICHAEL JACKSON bereits gesehen haben. Und viele werden auch gelesen haben, daß Michael Jackson damals nicht ganz einverstanden mit dieser Berichterstattung gewesen ist und daß es eine weitere sein Leben betreffend gibt, die dann zeigt, daß diese Dokumentation ziemlich zusammengeschnitten wurde, was manche Aussagen des Stars in einem anderen Licht erscheinen läßt, einem nicht gerade förderlichen Licht.

So möchte ich gern dazu raten, wenn man sich diesen Bericht über ihn angesehen hat, im Internet einmal zu googeln und sich dann die zweite Berichterstattung anzuschauen, die das gleiche Interview zeigt, allerdings mit etlichen aus der eben genannten Reportage herausgeschnittenen Szenen. Dann wird klar, daß der fade Beigeschmack, den diese Doku beim Betrachter entwickeln kann, nicht unbedingt sein müsste.
Und ich muss ehrlich sagen, daß ich es sehr schade finde, daß das Fernsehen in diesen Tagen gerade auf die zusammengeschnittene Version zurückgegriffen hat. Michael zu Ehren über den Tod hinaus wäre die andere Version wünschenswerter gewesen.
Zumal auch diese nun im Fernsehen auf eine gezeigte Reportage noch wieder gekürzt wurde, einige interessante Passagen auch dort fehlen. Doch ich berufe mich nun in meinem Bericht auf die Fernsehversion, da sie momentan in allen Haushalten zu sehen gewesen ist und wahrscheinlich auch noch einige Male wiederholt werden wird.
Nun genug der Worte, beginnen wir mit dem Analysieren der Dokumentation.

Living with Michael Jackson:
Ich glaube, es war das erste Mal, daß Michael Jackson im Jahre 2003 einen Reporter so nah an sich heran gelassen hat. Er hat die Türen seiner wunderbaren Neverland Ranch ganz weit geöffnet und nicht nur die, sondern auch sein Herz und sich den Fragen des Journalisten Bashirs gestellt. So können die Zuschauer einen ganz ganz tiefen Einblick in das Leben des Ausnahmekünstlers erhalten. Es berührt einen zu sehen, wie herzlich und wie warm Michael Jackson Bashir auf seiner Ranch empfängt. Sie wandern zusammen durch seinen zauberhaften Park auf Neverland und Michael zeigt ihm all seine Freizeitmöglichkeiten auf dem Areal. Man sieht das Karussell, die Elefanten, die kleine Eisenbahn und weitere Fahrgeschäfte auf Neverland. Michael merkt man an, wie stolz er auf sein kleines Kinderparadies ist und ich muss sagen, wer hätte sowas nicht gern in seinem Garten. In einem Kommentar in der Dokumentation heißt es allerdings wörtlich:" Neverland ist ein Paradies für einen 10jährigen, doch Michael Jackson ist zum Zeitpunkt des Interviews bereits 44." Ich kann dazu nur sagen: Na und? Die vielen vielen Freizeitparks auch hier in Deutschland könnten dicht machen, wenn sie sich nur darauf stützen würden, von Kindern aufgesucht zu werden. Das Klientel dieser Parks sind nicht nur Familien, sondern auch viele Erwachsene, manchmal in Gruppen, mal auch nur als Paar oder gar alleine. Warum soll man sich diesem Zauber nicht hingeben? Ich sehe nichts Negatives daran, daß sich ein Mann, der es sich leisten kann so einen Park geschaffen hat. Vor allem wenn man seine im Grunde nicht vorhandene Kindheit vorstellt. Wieso soll er nicht dieses kleine Glück im Garten haben? Schließlich muss man ja auch bedenken, daß er vielleicht beim Aufbau von Neverland im Sinn hatte, einmal mit seiner Familie dort zu leben und Kinder schon immer sein Wunsch waren.

Michael probiert mit dem Reporter Bashir einige der Fahrgeschäfte aus. Sie fahren im Riesenrad, testen eine Art Cartbahn. Bevor diese Fahrt beginnt, sagt der Journalist: "Geben wir uns die Hand bevor der Kampf beginnt." Für meinen Geschmack eine zweideutige Redewendung... Der Journalist bezieht es auf natürlich auf den Wettkampf auf der Gocartbahn, was er in einem Nachsatz auch sagt. Für mich, nachdem ich die Reportage nicht zum ersten Mal sehe, mutete es eher an, als würde es wirklich ein Kampf der verbalen Art zwischen Bashir und Jackson und schließlich ein nahezu persönlicher als die Dokumentation so gar nicht ganz im Sinne Jacksons herausgebracht wird. Nebenbei bemerkt habe ich das Gefühl, daß es auch einem Martin Bashir Freude macht, sich im Freizeitpark von Neverland zu vergüngen und der ist auch keine 10 mehr.
Nach dem Besichtigen des Freizeitparks gehen die beiden zu einem anderen Thema über. Michael Jackson stellt dar, wie er komponiert. Dabei wirkt er scheu und schüchtern. Sympathisch dabei. Ihm fehlt die Bühne und er fühlt sich nicht sonderlich wohl im eher privatem Raum vor dem Journalisten zu tanzen. Dabei erklärt er wie die Musik aus seinem Inneren kommt und wie er es als Gnade empfindet die Musik quasi "von oben" zu bekommen. Ich kann seine Erklärungen nachvollziehen, denn es ist eine Gabe, die er bekommen hat und ich finde es wunderbar, daß er es auch als so empfindet und in gewisser weise sogar demütig, wenn er sagt, die Musikideen seinen "von oben" . Würde so ein Pfarrer sprechen, wäre es für die Menschheit in Ordnung, äußert sich Michael Jackson in dieser Weise wird es schnell als wunderlich abgetan.

Nachdem nun geklärt war, wie Michael Jackson seine Musik erlebt und seine genialen Einfälle erklärt, wird Neverland wieder das Thema. Es geht darum, daß viele Elemente aus der Geschichte um Peter Pan hier zu finden sind. Michael wird gefragt, was ihn damit verbindet und er erklärt, daß es der Zauber ist, vom Nichterwachsenwerdenwollen. Und daß er Michael Jackson, wie Peter Pan ist. Weiter noch, Peter Pan in seinem Herzen ist. Und ich denke, da hat er sich auch trefflich charakterisiert, denn vieles spricht dafür, daß er gerne Kind geblieben wäre, sprich seine Kindheit nun als Erwachsener versucht nachzuholen, was ich auch verstehen kann, wenn man über die Hintergründe seines Lebens weiß. Ich sehe da nichts absonerliches. Und vor allem wünschte ich mir, daß viel mehr Menschen die Welt einmal mit den staunenden Augen eines Kindes sehen würden. Wer sich das in dieser hektischen Zeit erhalten hat, ist eher zu bewundern.

Dann schwenkt das Interview zu Michaels Kindheit. Und was man da zu hören bekommt, läßt einen erschaudern. Er berichtet über eine Jugend voller Mühen und Qualen. Vom züchtigenden Vater, vom ewigen Arbeiten als Kind im Tonstudio, vom eigentlich nicht vorhandenen Spielen als Kind. Es läßt einen eine Gänsehaut über den Körper laufen, wenn hört, wie Vater Jackson seine Kinder geschlagen hat, wenn man sieht, wie es Michael mitnimmt auch zum Zeitpunkt des Interviews noch. Grauenvoll!
Die Erzählung wird aufgelockert durch Bilder der Jackson 5 und das tut dem Betrachter der Reportage gut, denn sie entführt einen ein wenig von den schauerlichen Worten über Michaels Kindheit. Aber es wirft auch die Frage auf, wie kann ein Kind es schaffen, so gequält zu werden und dann auf der Bühne so fröhlich zu wirken. Es muss einen Schalter bei Michael Jackson gegeben haben, der umgelegt wurde, sowie er auf die Bühne kam und ich denke, daß das ein Leben lang so geblieben ist. Auf der Bühne konnte er leben, auf der Bühne konnte er fühlen und all das mit seiner Musik.

Dann geht es in einen zweiten Teil des Interviews. Michael Jackson hat Bashir nach Las Vegas nachkommen lassen und sie führen das Interview hier fort. Es geht um die Jackson 5. er erzählt von deren Tourneen und wie es dort zugegangen ist. Und nach den Erzählungen wird klar, daß Michael Jackson es nicht leicht hatte. Schon früh wird er mit den Beziehungen zwischen Mann und Frau konfrontiert, wenn seine Brüder, die zum Teil im selben Zimmer wie er schliefen, Besuch von Mädchen hatten. Michael selbst hat das verschreckt und so waren auch seine ersten Flirtversuche mit Mädchen eher unbeholfen und es jagte ihm Angst an, körperlichen Kontakt mit Frauen einzugehen.

In Las Vegas wird das Einkaufsverhalten von Michael Jackson gezeigt. Es wird über seine Umgangsweise mit Geld gesprochen und auch hier bekomme ich einen faden Beigeschmack. Der Journalist fragt Michael, ob er schon immer gut mit Geld umgehen konnte. Und Michael erzählt, daß er als Kind schon viel Geld bekommen hat und es seinem Vater zum Weglegen gegeben hat und nur ein Taschengeld bekommen hat für Süßigkeiten und was einem Kind sonst noch Spaß macht. In der Reportage bekommt dieser Satz einen naiven Beigeschmack. Doch im Grunde hat Michael nur von seinen ersten Erfahrungen mit Geld gesprochen. Da danach gleich einen Schwenk gemacht wird auf einen Shoopingbummel, erscheint es aber so, als habe Michael ein gestörtes Verhältnis zum Geld. Denn in der Reportage kommt es nun so rüber, als wenn Michael durch einen Laden laufen würde und nur auf Gegenstände zeigt und sagt: Ich möchte dies, ich möchte das. In der Realität ist es aber so, daß die Waren schon vorher von ihm gekauft wurden, was auch durch Michaels Erzählungen klar wird, aber durch die Art der Berichterstattung bekommt man schnell den Eindruck, als wenn es nur planlos geht. Ich denke also, daß er vorher zum Einkaufen mehr Zeit dafür genutzt hat und gewählt ausgesucht hat. Und dann dem Reporter nur gezeigt hat, im Schnelldurchgang, was er erstanden hat. Deutlich wird dieses, als er erklärt, daß es seine Waren waren, weil ein Schild mit der Aufschrift "Verkauft" auf den Sachen zu lesen war.

Dann treffen sich die beiden wieder zu einem Interviewblock. Es geht um Michaels Aussehen und sein Verhältnis zu seinem Vater. Michael erzählt, wie der Vater über seine Nase gesprochen hat und wie es Michael schmerzte und er äußert, daß er am liebsten eine Maske getragen hätte. Der Reporter mutmaßt, daß darin sein Wunsch nach Veränderung in seinem Aussehen bestehen könnte.

Dann wird Michaels Hautfarbenveränderung zum Thema. Michael erklärt, daß er nichts dafür könne. Er wirkt sarkastisch dabei. Er hat scheinbar das Gefühl, sich wehren zu müssen. Er versucht zu erklären, daß er für diese Veränderung nichts kann. Daß es nicht in seinen Händen gelegen hätte und daß es andersherum viele Weiße gibt, die sich in die Sonne legen, um dunkler zu werden. Es scheint ein Thema zu sein, das ihn reizt, das ihn auch quält. Er wirkt ungeduldig dabei und ich kann es verstehen, zuoft wurde auf seinem Wechsel der Hautfarbe herumgeritten, die er mit einer Erkrankung erklärt, einer Pigmentstörung. Und nebenbei bemerkt, Michael Jackson wäre nicht der einzige Mensch auf Erden mit dieser Krankheit, die meist durch das Tragen von Makeup überdeckt wird. In diesem Falle wird Michael wohl ein helles Makeup gewählt haben, um sich den helleren Teilen seines Körpers anzupassen. Vom Bleichenlassen etc kann also keine Rede sein. Und das man gerade als Star perfekt aussehen möchte, sollte für jeden begreiflich sein.

Dann kommt es zu einem kleinen Höhepunkt in der Reportage. Bashir lernt die beiden ältesten Kinder Michaels kennen. Sie sind mit Masken verdeckt, benehmen sich aber vollkommen wie kleine Kinder im Alter von fast 6 Jahren und vier es tun. Sie rennen nach Herzenslust in den Gängen seines Domizils oder gehen liebevoll an der Hand des Papas.
Vollkommen normale Kinder, die sich über Schuhe mit Comicfiguren freuen können und stolz berichten, daß sie diese Schuhe vom Papa bekommen haben. Ein völlig normales Verhalten für Kinder in dem Alter. Ich sehe es täglich selbst bei den meinen.
Danach wird über die Geburten von Michaels Kindern gesprochen. Ich bin beeindruckt, wie berührt Michael von der Geburt der Kinder gewesen ist. Er war bei der Geburt dabei, berichtet davon und weiß sogar noch Details. Ein liebender Vater zeigt sich hier, ein Vater der vernarrt in seine Kinder ist. Allerdings mutet es doch etwas seltsam an, daß Michael seine neugeborene Tochter sofort nach der Geburt nach Hause genommen hat, ohne daß sie zuvor gewaschen und fertig gemacht worden war von den Kinderschwestern. Doch all dies geschah nach Angaben von Michael Jackson mit Erlaubnis der Ärzte. Daß die Mutter der Kinder im Leben von Michael keine große Rolle spielte, war eigentlich von vorneherein klar. Überraschend wird dann von Blanket (Decke), dem dritten Kind Michaels erzählt. Er trägt eigentlich den gleichen Namen wie Michaels erster Sohn. Dann wird die Schlüsselszene gezeigt, wie Michael Blanket in Berlin aus dem Fenster hält. Diese Szene ging um die Welt. Ich denke, kaum einer konnte sich diesem Geschehen entziehen. Der Journalist ist erschüttert über diese Szene und ist entsetzt von Michaels Verhalten. Dieser tut alles, um den Fans zu gefallen, er signiert sogar Hotelkissen und wirft sie aus dem Fenster zu den kreischenden Fans. Michael sonnt sich im Sturm der Fans und es tut ihm scheinbar gut. Vor allem, wo er momentan in der Presse verrissen wird, behauptet wird, sein Gesicht würde sich auflösen. Doch Michael sagt, er liest keine Zeitungen und sieht kein fern. Er sagt, daß dort nichts Wahres geschrieben wird, nur Sensationsmeldungen. Er erinnert an Lady Diana, die auf der Flucht vor Reportern starb.

Dann zeigt Michael sich wieder mit seinem Kind. Dieses Mal mit Blanket. Er gibt ihm etwas unbeholfen das Fläschchen. Meiner Meinung nach nicht weiter schlimm, denn ich denke, er ist aufgeregt, weil die Kameras dabei sind und die ersten Reaktionen auf den Fensterauftritt bei ihm angekommen sind. Der Kommentator der Reportage sagt, daß er sich irritiert fühlt von Michaels Verhalten. Wieder bekommt die Reportage einen negativen Beigeschmack. Dieser gipfelt nun darin, als gezeigt wird, wie Michael mit den größeren Kindern in den Zoo geht. Es wird ein Horrortrip. Eigentlich kann keiner etwas von den Tieren sehen, denn sie versinken in der Schar der Reporter und Fans. Michael macht eine gute Miene zum bösen Spiel. Auch im Interview danach versucht er, die Situation runterzuspielen und alles als nicht ganz so schlimm darzustellen. Doch Hand aufs Herz, was soll ein Star denn machen? Er wird zum Zoo geladen, die Presse bekommt einen Tipp... Soll er denn nun, der schon immer gern schlecht von der Presse bedacht wird, diese nun auch verteufeln? Wie hätten sie dann darüber berichtet? Die Show must go on.

Michaels Verhalten den Fans gegenüber wird dokumentiert und ich kann nicht umhin zu sagen, daß er sich immer wieder, wenn man solche Bilder sieht, Mühe gibt. Er läßt sich umarmen und berührt seine Fans. Steht das nicht im Gegensatz zu dem, was in den Medien sooft berichtet wird? Hier gab es keinen Mundschutz aus Angst vor Ansteckung etc.

Nun kommt es zum letzten Teil des Interviews. Dieser Teil wird in Florida aufgenommen. Wieder bohrt Bashir nach,was seine optische Veränderung angeht. Michael erklärt, daß er nur zwei OPs an der Nase gehabt hätte, er bestreitet alle anderen ihm angedichteten Operationen. Was daran nun wahr ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ich denke nur, daß alleine die andere Optik der Haut, die anderen Frisuren und natürlich die veränderte Nase schon eingies Bewirken können. Dann vielleicht noch eine Gewichtsabnahme dazu? Und schon kann man sich verändern. Außerdem hatte Michael Jackson einen schweren Verbrennungsunfall bei Werbeaufnahmen für Pepsi im Jahre 1984. Wer kann sagen, was damals alles passiert ist, was operiert wurde? Doch auf diese Geschichte geht Bashir in seinem Bericht nicht mehr ein.
Das Thema wendet sich dann wieder den Jacksonkindern zu. Michael bezeichnet seine Kinder als Geschenk seiner Frau. Und er erklärt, daß Blanket ein Kind einer Leihmutter sei.
Er erzählt von Plänen, jeweils einen Jungen und ein Mädchen von jedem Kontinent zu adoptieren.

Danach geht es an das sensible Thema der Missbrauchsvorwürfe von 1993. Ein Thema zu dem Michael aufgrund der rechtlichen Lage nicht viel sagen darf. Er erklärt nur wie er sich gefühlt hat den Anschuldigungen gegenüber. Er war geschockt ob den Anschuldigungen. Michael versucht sich zu rechtfertigen, was das Übernachten der Kinder auf Neverland angeht. Und er erklärt, warum er sich auf einen finaziellen Vergleich eingelassen hat. Dieser Teil des Gespräches nimmt Michael sehr mit. Er wünscht sich mehr Verständnis, mehr Liebe in den Familien und er möchte für die Welt engere Familienbande. Er ist traurig über die Verhältnisse in den Familien und er möchte nur helfen. Würde es auf der Welt keine Kinder mehr geben, würde er sofort vom Balkon springen... Mit diesen Einblicken endet die Reportage und der Betrachter ist nun allein mit seinen Gedanken.

Meine Gedanken:
Ich habe diese Reportage nun in den letzten Tagen öfters im Fersehen sehen können. Sie war für mich nicht neu, da ich sie auch schon kurz nach ihrem Erscheinen gesehen habe und ich mich an einige Inhalte noch gut erinnern konnte. Ebenso habe ich mich mit der Version befasst, die nach Veranlassung von Michael Jackson auch im Fernsehen zu sehen war und einige Szenen mehr enthalten hat, die manchen Satz ganz anders wirken ließen.
Was haben wir hier nun zu sehen bekommen? In erster Linie haben wir den scheuen Star Michael Jackson gesehen, der sich für die Welt für die Öffentlichkeit ganz weit geöffnet hat. Der über sein Leben gesprochen hat und uns seine Welt gezeigt hat. Doch anstatt dafür einfach nur dankbar zu sein und es auf sich wirken zu lassen, ist die Reportage mit einigen spitzen Kommentaren versehen, die das Gesagte schnell in einem anderen Licht erscheinen lassen. Ehrlichkeit wird hier bestraft und es ist einfach geschmacklos meiner Meinung nach so zu verfahren. Die kleinen Kommentare am Rande der Gespräche drängen den Betrachter der Reportage in eine ganz bestimmte Richtung und schnell läßt man sich mit diesen kleinen Schwellen in Gedanken dazu verleiten, auch die Gespräche in diesem Sinne zu sehen. Man soll nicht mehr objektiv am Geschehen teilhaben, sondern diese Unterschwelligkeiten aufsaugen und sich unbewußt dem ganzen etwas negativ eingestellt zu wenden. Dabei sind es soviele Dinge, die man mit Michaels Augen sehen muss. Man muss bedenken, er ist zum Star erzogen worden. Er hat sein Leben lang sein Leben in der Öffentlichkeit geführt. So wurde er dazu gezwungen, seine Träume und Wünsche in sein Umfeld zu legen. Denn könnte Michael Jackson in einen Themenpark gehen? Nein!
So hat er sich sein Wonderland nach Hause geholt. Er hat es geschaffen bezahlt und erfüllt sich so seinen Traum, den er nie genießen könnte wie andere Menschen. Würde er tagsüber in einen Park gehen, hätten wir das gleiche Drama wie mit dem Zoobesuch. Würde er ihn nachts für sich alleine mieten, würden alle sagen: Er übertreibt, mietet sich einen ganzen Park für sich allein... Was er macht, macht er verkehrt.

Die die Gemüter aufrührende Story um Blanket mit dem Fenster in Berlin... Das ist nun wieder eine Szene, die mich als Mutter berührt hat. Da ist dieser Mann und hält sein Baby über die Balkonbrüstung. Daß er ihn runterwerfen wollte, wie wohl behauptet wurde, ist natürlich Blödsinn. Das würde ein so kinderlieber Mensch nie tun. Ich würde es als unüberlegt bezeichnen. Vielleicht auch als typisch männlich. Ja, das würde es auch treffen. Männer sind im Umgang mit Kindern einfach wagemütiger. Ich erlebe es täglich, was mein Mann den Kindern erlaubt und wo ich wegschauen muss, weil ich einfach eher Gefahren sehe. Und wenn ich das nun auf Michael Jackson übertrage, hat er zwar unüberlegt gehandelt, auch was die Reaktionen der Presse angeht. Doch in gewisser Weise war er einfach sicher, sein Kind so halten zu können. Es sieht vom Zuschauen aus, oftmals anders aus als wenn man in der Situation steckt. Es war ungeschickt, vielleicht auch wirklich ein wenig hektisch, doch ich bin überzeugt, daß er den Kleinen fest im Griff hatte.Erstaunlich ist auch, daß er im Interview erzählt, auch den größeren Sohn über die Brüstung gehalten zu haben, davon hat die Welt nichts mitbekommen... Ein Baby ist einfach spektakulärer....Aber man sieht, was unüberlegte Aktionen in der Presse auslösen können und wen wundert es dann noch, wenn er sich zurückzieht, seine Kinder maskiert und in seiner eigenen Welt lebt? Es bleibt ihm nichts anderes.

Die Erzählungen aus Michaels Jugend haben mich sehr belastet. Mein Gott, was hat dieser Junge schon erdulden müssen? Daß er dann versuchen möchte, anderen Kindern aus minderbemittelten Schichten und mit Problemen und Krankheiten, wie diesem Jungen, der an Krebs erkrankt war, zu helfen, scheint mir nur natürlich. Erinnert man sich daran, wie oft Michael Jackson in Verbindung zu bringen war mit Hilfsorganisationen etc, ist das nur ein kleiner Beitrag dazu, die Welt zu verbessern. Michael war Idealist. Er wollte helfen, er wollte Gutes tun und man drehte ihm schließlich einen Strick daraus. Die ganzen Missbrauchsvorwürfe, auch der spätere, nach dieser Reportage, ich glaube nichts davon. Ich denke mehr, daß er ins Licht gezerrt wurde, weil die Menschen einfach nicht glauben wollten, daß er so ein guter Mensch war wie er es war. Davon bin ich überzeugt. Ich glaube nicht, daß ihn Michael Jackson etwas Böses steckte. Aber letztlich ist er wohl an diesen Anschuldigungen zerbrochen, zumindest wird in ihm etwas zerbrochen sein... Ich denke, dieses Thema wird man nicht zum Ende bringen können. Die Meinungen gehen da in verschiedene Richtungen. Ich persönlich gehöre jedenfalls zu den Menschen, die nichts von dem Monster in Michael Jackson gesehen haben, was andere gern über ihn gemalt haben. Das ist meine persönliche Meinung.

Fakten:
Das Interview wurde über einen Zeitraum von mehreren Monaten gedreht. Es fand auf Neverland, Las Vegas, Berlin und schließlich in Florida statt.

Sendeplatz:
Derzeit wird es oft auf N24 wiederholt. Auch auf der Website ist es aufrufbar.

Spielzeit:
Die Fernsehversion und auch die Websiteversion sind knappe 50 Minuten lang. Daher handelt es sich um eine nochmals geschnittene Ausgabe des Berichtes von Bashir. Seine Version ansich ist deutlich länger. Es wurde noch um einige Elemente gekürzt.

Art der Darstellung:
In der Reportage werden sowohl die Aussagen von Michael Jackson als auch von Bashir übersetzt. Die Originalstimmen sind aber zu hören. Ebenso wird der Bericht mit Kommentaren gespickt, die eine Art Erzähler liefert.

Bashir:
Der Journalist wurde 1963 geboren. Er führte auch ein Interview mit Lady Diana.

Fazit:
Ich möchte dieser Reportage nur zwei Sterne vergeben. Wie gesagt, zum einen ist die momentan im Fernsehen laufende Doku zusätzlich geschnitten und zum anderen wude bekannt, daß das ganze Bashir-Interview gekürzt worden war, so daß einfach teilweise Sätze fehlten, die die Aussagen Michaels schon ganz anders klingen lassen wurden. Das gefällt mir auch nicht, denn wenn man sich so öffnet wie Michael Jackson in dem Fall, macht man sich angreifbar und verletzlich und das sollte man schätzen und nicht ausnutzen.

Hierzu noch meine Quelle aus Wikipedia, die ich als Zitat übernehmen möchte:

" Living with Michael Jackson [Bearbeiten]

Im Jahr 2003 erschien die ITV-Produktion Living with Michael Jackson, die weltweit an hunderte TV-Stationen verkauft wurde.

Kritiker warfen Bashir vor, er habe nicht die gebotene Fairness walten lassen. Insbesondere habe er Passagen gezielt herausgeschnitten um den Eindruck entstehen zu lassen, Jackson wäre für seine drei Kinder kein verantwortungsvoller Vater und hätte ein gestörtes Verhältnis zu seiner Sexualität. Martin Bashir wiederum berief sich auf die Pressefreiheit und beschuldigte Jackson, nachträglich einen Feldzug gegen ihn zu führen.

Jackson und der Sender Fox TV legten die Dokumentation The Michael Jackson Interview: The Footage You Were Never Meant to See nach, die auf Material basierte, das Jacksons eigenes Kamerateam während Bashirs Interview aufgenommen hatte. Damit wollte Jackson beweisen, dass Bashir das Interview verfälschend zusammengeschnitten hatte."


   

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