Robin Williams als durchgeknallter Geistlicher
20.01.2008
Pro:
Der Anfang, ein paar von Williams´ Witzen
Kontra:
Der Mittelteil und der Schluss, zu wenig Robin Williams, Skript .
Empfehlenswert:
Nein
 Trinity__
Über sich:
Hallo! War lange nicht mehr hier - muss mich erstmal wieder was einlesen...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 107 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als ich kürzlich mal wieder eine DVD schauen wollte, fiel meine Wahl auf "Lizenz zum Heiraten", in dem Robin Williams und Mandy Moore die Hauptrollen haben. Robin Williams hat in den 1990er Jahren einige wirklich tolle Filme gemacht, in denen er sein großes komödiantisches Talent unter Beweis stellen konnte. Nur leider ist es still um ihn geworden, sein letztes Werk "Die Chaoscamper" war einfach unterirdisch schlecht und somit hoffte ich, dass der neueste Film mit ihm besser sein würde…
Zur DVD
Hauptdarsteller: Robin Williams ("Hook", "Mrs. Doubtfire", "Patch Adams"), Mandy Moore ("Von Frau zu Frau", "American Princess"), John Krasinski ("The Office"), Josh Flitter. Regisseur: Ken Kwapis. Sprache: Deutsch, Englisch. Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch. Erscheinungstermin: 31.12.2007. Spieldauer: 87 Minuten. Features: Frag den Chorknaben, Entfallene Szenen. Preis: ca. 18 Euro.
Zum Inhalt Sadie Jones (Mandy Moore) und Ben Murphy (John Krasinski) lernen sich auf dem Weg zu einem Starbucks kennen und lieben. Während einer Familienfeier bei Sadies Snob-Familie traut sich Ben, seiner Liebsten einen Heiratsantrag zu machen. Freudestrahlend nimmt sie an, verkündigt aber dennoch, dass nur eine Heirat in der St. Augustine´s Kirche in Frage käme. Also gehen die Frischverlobten zu Reverend Frank (Robin Williams), um ihr Aufgebot zu bestellen. Dieser ist jedoch für die nächsten 2 Jahre völlig ausgebucht. Da ein anderes Pärchen abgesagt hat, können sie schließlich schon in 3 Wochen heiraten, vorausgesetzt, sie bestehen Reverend Franks patentierten Hochzeitvorbereitungskurs. Nun beginnt Reverend Frank mit Hilfe seines kleinen Chorknaben (Josh Flitter) das Paar mit verrückten Tests zu malträtieren. Werden Sadie und Ben dem Druck durch Reverend Frank widerstehen? Regel Nr. 1 ist immerhin: Kein Sex mehr vor den Flitterwochen! Und das ist erst der Anfang…
Meine Meinung
Aufgefallen ist mir dieser Film durch seinen lustigen Trailer, in dem man endlich mal wieder Robin Williams komödiantisches Talent bewundern konnte. Ebenso erheiternd wie der Trailer fing der Film auch an. Die Art und Weise, wie sich Sadie und Ben kennen lernen, ist äußerst witzig dargestellt, ebenso Bens leicht verschusselter Heiratsantrag. Nun kommen Ben und Sadie zu Reverend Frank, der gerade 10-Gebote-Raten mit einer Kindergruppe spielt (Welche Sünden kennen wir noch? - Du sollst nicht begehren deines Nächsten Eheweib - Richtig! Es beginnt mit "Du sollst nicht…" und endet mit einem Tripper!). Und auch als sich Sadie und Ben bei Reverend Frank vorstellen, bleibt es weiterhin so witzig (zu Ben: "Was tust du so, wenn du es nicht mit Sadie tust?"). Schnell wird klar, dass einige Schikanen auf das zukünftige Ehepaar warten werden. Reverend Frank spielt mit Ben "von Mann zu Mann" ein Ballspiel, bei dem er ihn aus dem Takt bringt, um Ben zu verwirren. Schließlich wirft er ihm den Ball so fest auf die Nase, dass diese blutet. Sofort versucht Reverend Frank mit einer übertriebenen Show Ben zu heilen. Einerseits ist diese Szene witzig, andererseits ist sie auch schon an der Grenze zum Übertriebenen. Doch leider ist es hier schon fast vorbei mit dem Film. Reverend Frank gerät immer weiter in den Hintergrund, er stellt nur noch die Aufgaben und es wird vielmehr gezeigt, wie Sadie und Ben damit umgehen. So müssen sie auf zwei Roboterbabys aufpassen, die zappeln, schreien und auch ins Höschen machen. Weiterhin lässt Frank eine Wanze in Sadies und Bens Schlafzimmer installieren, um sie abzuhören und sicherzustellen, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben. Aber auch hier liegt der Schwerpunkt wieder mehr darauf, was Sadie und Ben machen. Der Film versinkt immer mehr ins Bedeutungslose. Es wird klar, dass das Problem in Sadies und Bens Beziehung darin liegt, dass Sadie mehr Wert auf den Rat ihres besten Freundes Carlisle als auf die Meinung ihres Ehemannes legt. Plötzlich passiert alles sehr schnell in dem Film, der Beziehung droht das Aus. Hervorzuheben ist, dass der Film nicht wie aus einem Guss wirkt. Schaut man sich die Extras an, weiß man auch warum. Es gibt einige herausgeschnittene Szenen, die Ken Kwapis kommentiert. Alles Mögliche wurde nicht für passend zum Konzept des Filmes gehalten und wurde einfach entfernt. So zum Beispiel der komplette Jungsellen-/Junggesellinnen-Abschied, bei dem es zum Eklat kommt. Auch viele andere Szenen wurden einfach abgeändert, weil sie laut Kwapis nicht darstellten, was die Botschaft des Filmes ist, nämlich dass Sadie und Ben mit immer mehr Prüfungen durch Reverend Frank konfrontiert werden und dadurch beinahe ihre Beziehung zerstört wird. Herausgekommen ist ein unausgegorener Film, der aus den Szenen besteht, die noch für den Film gut genug waren. Hier fehlen ein eindeutiges Skript und mehr Fokus auf Robin Williams, der vor allem in den ersten 20 Minuten wieder einmal aus seinem vollen Potential schöpfen kann. Die Prüfungen durch Reverend Frank, es sind etwa 3 an der Zahl, sind auch nicht besonders aufregend, da hätte man sich bei der kleinen Anzahl schon etwas bessere Ideen gewünscht. Letztendlich wurden trotz der kurzen Lauflänge meine Augenlider immer schwerer und ich gebe es zu, ich bin kurz vor Schluss eingeschlafen. Ich musste den Rest des Filmes noch einmal am nächsten Tag schauen, um euch davon berichten zu können. Genauso hoppla-hopp, wie der Mittelteil des Filmes ist, endet der Film auch. Schnell wird eine Lösung gefunden und schon tanzen alle in der Karibik. Gähn! Im Grunde kann man sagen, dass Ken Kwapis ein ehrgeiziges Projekt, nämlich ein frischverlobtes Paar vor schwierige Prüfungen zu stellen, so dass dieses sich besser kennen lernen kann, gepaart mit ein paar witzigen Einlagen eines verrückten Reverend, völlig nach hinten losgegangen ist. Warum dieser Film trotz der massiven Änderungen immer noch ins Kino gekommen ist, ist mir ein Wunder. Wahrscheinlich zieht der Name Robin Williams immer noch. Das erste Drittel des Films ist auch noch sehr lustig anzuschauen, nur danach scheint es, dass dem Drehteam die guten Ideen ausgegangen sind. Schade!
Zu den Extras Wie bereits erwähnt gibt es in den Extras einige entfallene Szenen, die alle durch Ken Kwapis (übrigens in Englisch ohne Untertitel!) kommentiert werden. Die Liste der entfallenen Szenen ist derart lang, dass man sich fragt, ob es überhaupt ein stringentes Drehbuch gab. Weiterhin gibt es das Feature "Frag den Chorknaben", in dem der kleine Josh Flitter im Gemeinderadio die Fragen der Zuhörer beantwortet. Dazu kann man auf einem Telefon die jeweilige Telefonleitung auswählen und den Anrufer ins Studio durchstellen. Nur ist es so, dass ich den fiesen trockenen Humor, den Josh Flitter dort anbringt, nicht mag. Nicht dass ich keine Ironie oder bösen Humor mag, aber Josh Flitter ist mir einfach nur unangenehm und die Witze einfach zu lahm!
Zu den Schauspielern
- Mandy Moore gehört aktuell zu der Liege der sympathischen Frauen, die hübsch anzusehen sind, aber dennoch passabel spielen. Auch wenn sie hier einen kleinen Kontroll-Freak spielt, ist sie ganz sympathisch.
- John Krasinksi war mir bisher völlig unbekannt. Er wirkt leicht trottelig, hat den Charme eines kleinen Jungen, aber passt ganz gut in die Rolle.
- Robin Williams gehört nach wie vor zu den ganz großen in Hollywood, auch wenn er schon lange keinen guten Film mehr gedreht hat. Hier kommt er nur an dritter Stelle im Film vor. Für ein paar Lacher kann er sorgen.
- Christine Taylor spielt Sadies frustrierte, frisch geschiedene Schwester. Es bleibt etwas unklar, wieso ihre Rolle überhaupt in den Film eingebaut wurde, schließlich jammert sie nur ein paar Mal, es stellt sich aber keine Veränderung ein.
- Eric Christian Olsen spielt Carlisle, den besten Freund Sadies und eine große Bedrohung für Ben. Er hat alles, was Ben nicht hat, das Geld und das Aussehen. Der Charakter bleibt aber im Verlauf des Films blass.
- DeRay Davis spielt Joel, Bens besten Freund. Er stellt Bens Zukunft dar, denn er ist verheiratet, kann sich nicht mehr so recht erinnern, wieso und gibt ein paar kritische Kommentare zum Eheleben ab.
- Peter Strauss spielt Sadies Vater. Ein reicher, versnobter und unangenehmer Mann.
- Josh Flitter spielt den Chorknaben. Ein kleiner, dicklicher Junge mit einer unglaublich großen Klappe und einem bösen Blick. Er setzt Reverend Franks Pläne durch, kommt aber wenig sympathisch rüber.
Mein Fazit: Du sollst nicht…
Du sollst nicht … - diesen Film schauen, wenn du einen klassischen Robin Williams Film erwartest. Die Idee des Films ist an sich gut und auch der Trailer lässt einige Lacher erwarten. Leider sind die Prüfungen durch Reverend Frank nicht so lustig wie eigentlich erwartet und Robin Williams Rolle wird zum Ende des Films hin immer kleiner. Auch Franks rechte Hand, ein kleiner nerviger Chorknabe, kann nicht die Erwartungen erfüllen. Tut mir leid, hier gibt es leider keine Empfehlung von mir!
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04.02.2008 00:10
So schlecht fand ich ihn nicht, gerade der Chorknabe war doch schon sehr witzig und die Idee mit den Roboter-Babys durchaus originell. Für einen verregneten Karnevalssonntag: Perfekt! Wie auch Deine Besprechung zu diesem Film. Lieben Gruß - Pablo
26.01.2008 16:05
Toller Bericht, den Film kenne ich gar nicht, aber er hört sich nicht schlecht an. LG Steffi :-)
21.01.2008 10:03
Hmh, bisher hab ich von dem Film nichts gehört, vielleicht ändert sich das ja noch??? Lg Chrissy