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Luciano De Crescenzo hat sich, mal wieder, in solche turbulenten Fragen verrant:
Luciano De Crescenzo
Lob des Zweifels
(Il dubbio)
-Philosophische Betrachtungen-
1996 erschienen als Taschenbuch bei btb für 14,00DM.
120 Seiten
Der Autor:
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Luciano De Crescenzo ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Calypso- über Lob des Zweifels / De Crescenzo 20. Juni 2001
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Aufmachung:
ok
Pro:
regt zum Nachdenken an, man kommt sich philosophenschlau vor
Kontra:
nix
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Kennt Ihr die drei großen Fragen?
Die Fragen, die wir uns schon als Kind gestellt haben, über die wir uns heute manchmal noch den Kopf zerbrechen und halb verrückt werden, weil wir keine Antwort finden; Fragen, die auch die großen Denker fasziniert haben und noch immer faszinieren?
Was ist Zeit?
Was ist Raum?
Bestimmen der Zufall oder das Schicksal den Lauf der Welt?
Man kann die Fragen drehen und wenden, die Antworten so auslegen und dann doch wieder ganz anders. Es gibt keine endgültige Antwort, keine Wahrheit und keine Lüge. Nur Versuche von Antworten.
Luciano De Crescenzo hat sich, mal wieder, in solche turbulenten Fragen verrant:
Luciano De Crescenzo
Lob des Zweifels (Il dubbio) -Philosophische Betrachtungen-
1996 erschienen als Taschenbuch bei btb für 14,00DM. 120 Seiten Der Autor: ---------- Luciano De Crescenzo wurde in Neapel geboren und arbeitete als Ingenieur bei IBM. Doch da dem Ingenieur nichts zu schwör ist, schrieb Crescenzo nebenbei Bücher; vor allem philosophische, aber auch Bücher über Mailand oder Neapel. Als dann "Also sprach Bellavista" einen überwältigenden Erfolg erlebte, veränderte sich Crescenzos Leben radikal. Er wandte sich ganz dem Schreiben zu und was immer er schrieb, es wurde ein Bestseller. Crescenzo versteht es, die Philosophie unterhaltsam und leicht verständlich zu vermitteln und auch Denkanstöße zu geben. Ähnlich wie in dem Buch Sofies Welt von J.Gaardner verpackt De Crescenzo seine Überlegungen in kleinen Geschichten, die das Lesen vereinfachen und zu einem kleinen Erlebnis werden lassen. Nicht selten ist es mir passiert, daß ich nach einigen Seiten ein Buch schließen mußte und erstmal meinen eigenen gedanklichen Senf dazugeben mußte.
Was ist Philosophie, bzw. was bringt uns eigentlich zur Philosophie? ---------------------------- Es ist der Zweifel. Wir nehmen Phänomene nicht einfach nur so hin, sondern wir fragen nach. Wir versuchen, Ursache und Ursprung herauszufinden, alles erklärbar zu machen. Im Grunde ist jeder der sich über irgendwelche Phänomene den Kopf zerbricht ein kleiner Philosoph. Habt Ihr schonmal dagelegen und in den Sternenhimmel geschaut? Irgendwann drängt sich automatisch die Frage nach dem Anfang und dem Ende, dem Woher und dem Wohin auf. Wir beginnen zu spekulieren und verlieren uns schließlich in wilden philosophischen Überlegungen.
Die Griechen verstanden die Philosophie als Erkenntnis, hieraus spalteten sich die Astrologie, die Physik, die Medizin und die Politik ab. Heute gehören zum Begriff Philosophie die Ethik, die Logik und die Ontologie. Erfunden wurde der Begriff Philosophie von Pythagoras. Russell bezeichnete die Philosophie als "etwas auf halbem Wege zwischen Wissenschaft und Theologie". Ganz bekannt ist auch der Spruch: Die Philosophie ist jenes Ding, mit demselben oder ohne dasselbe die Welt ein und dieselbe bleibt.
Berühmte Philosophen waren u.a. Aristoteles, Nietzsche, Platon, Voltaire und sogar mein Kumpel Sigmund Freud zählt zu den Denkern, auch wenn ICH mit seinen Theorien absolut nichts anfangen kann. Mein Lieblingsphilosoph (Neudeutsch heißt das sicher Filosof) ist Friedrich Schleiermacher, der ebenfalls der Verfasser meines absoluten Lieblingsgedichtes ist. Aber das hier aufzuführen, würde sicher den Rahmen sprengen. Aber diese Leute sind ja schon alle tot. Und ich möchte ja von De Crescenzo erzählen, der noch unter uns weilt. Wer sich näher mit der Philosophie befassen möchte, hier ein link: http://www.philo.de/Philosophie-Seiten/
Das Buch -------- Wie bereits erwähnt, handelt das Buch drei große Fragen der Philosophie ab.
Das erste Kapitel befaßt sich mit der Frage Zufall oder Schicksal. Hierzu wird eine kleine Geschichte erzählt.
Ein Mann hat plötzlich mitten im Nirgendwo nachts eine Autopanne, das Auto bleibt stehen, es beginnt zu regnen. Er gelangt zu einem Haus, wo er nur telefonieren möchte, aber niemanden erreicht. Daraufhin lädt ihn die Dame des Hauses über Nacht ein. Nun hat sich eine illustre Gesellschaft gebildet: Die Hausherrin und ihr Mann, ihre Enkelin und deren Verlobter, ein Statistikstudent, ein weiterer Freund der Familie, eine Fernsehastrologin, ein Bischof und der Mann mit der Autopanne, ein Ingenieur. Hier entwickelt sich nun ein Gespräch über Zufall und Notwendigkeit. Durch die verschiedenen Berufe der Gesprächsteilnehmer, wird das Thema von allen möglichen Richtungen angegangen. Die Astrologin steht für Vorherbestimmung, der Geistliche für die Macht Gottes, der Ingenieur steht für den Zweifler, der Fragen aufwirft und Diskussionen entfachen läßt, die Restlichen vier Leute geben ihre Gedanken und Theorien dazu ab. Natürlich gibt es am Ende kein Ergebnis, aber viele Anregungen für Zweifel...
Zur Frage der Zeit wird weniger eine Geschichte, als vielmehr De Crescenzos Gedankenchaos dagelegt. Hier ein kleiner Ausschnitt: " ´Was ist Zeit?` fragt Augustinus und fährt fort: ´Wenn keiner mich danach fragt, weiß ich es, aber wenn ich es dem erklären müßte, der mich danach fragt, würde ich es nicht mehr wissen.` Und die Gegenwart? Gibt es die Gegenwart wirklich? Wenn es zutrifft, daß es die Vergangenheit nicht gibt, weil sie nicht mehr ist, und wenn es ebenso zutrifft, daß es die Zukunft nicht gibt, weil sie noch nicht ist, wie soll es da die Gegenwart geben, die doch nichts anderes ist als die Trennung zwischen zwei Dingen, die es nicht gibt?" Und so fährt De Crescenzo fort und manchmal wird man ganz kirre, weil man eine Lösung gefunden zu haben glaubt, die er dann jedoch gleich wieder in Frage stellt.
Zum Schluß kommt die Frage zu dem Raum. De Crescenzo versucht anfangs die Frage nicht durch trockene Mathematik zu erklären, die die meisten Leute eher langweilt, sondern beginnt mit der Geschichte über einen steinreichen Chinesen, seinen habgierigen Neffen, einem Schatz im Garten, den keiner mehr findet und das fehlende Wissen über das kartesische Koordinatensystem. Doch da für De Crescenzo nichts einfach ist, fügt er unseren gewohnten drei Dimensionen (Höhe, Breite und Länge) eine vierte Dimension hinzu: Die Zeit. Allerdings ist das dann doch eher etwas für die Mathematiker von uns, zu denen ich mich leider nicht zähle. Die Abhandlung über die Zeit ist so komplex (mathematische Formeln, endliches oder unendliches Universum etc.), daß ich nicht in der Lage bin, dies in wenigen Worten zusammenzufassen. Hat man sich durch dieses letzte Kapitel erfolgreich durchgeackert (was zum Teil bei De Crescenzos Schreibstil sehr erheiternd sein kann), wirft er die Frage nach einer fünften Dimension auf...und uns wieder zurück ins Denken...
Meine Meinung zum Buch: ----------------------- Ich bin wahrhaftig kein sonderlich intellektuelles Wesen, aber ich muß sagen, dieses Buch greift genau das auf, was mich schon immer halb in den Wahnsinn getrieben hat. Und das so spannend, humorvoll und leicht, daß es eine Freude ist, zu lesen. Das Buch verlangt kein bestimmtes Grundwissen und auch keine volle Konzentration - will sagen, man kann es auch sehr gut als Bettlektüre nutzen und sich noch im Schlaf den Kopf über unsere unerklärbare Welt zerbrechen.
Pro: Einführung in eine "Grunddisziplin" und Methode der Philosophie Kontra: Keine Basis für wissenschaftliches Arbeiten
„Alle Philosophie setzt mit dem Zweifel an“, so schrieb Descartés dereinst und aus eben diesem Grund schreibt Luciano De Crescenzo in den 90ern ein Buch über den Zweifel. In gewohnter Manier bietet er dabei einen Einblick in die Grundlagen und Methoden des philosophischen Zweifel und stellt drei der häufigsten Fragen eines „Skeptikers“ vor, die Fragen nach dem Raum, der Zeit und dem Zufall bzw. der Notwendigkeit. Dabei bleibt es nicht nur beim bloßen ... ...Grunddisziplin und Eigenart wird Genüge getragen. Und während Crescenzo im Plauderton über einige der ewigen Fragen der Philosophie nachdenkt, liefert er so ganz nebenbei noch einen kleinen Einblick in die Relativitätstheorie. So werden Philosophie, Ethik, Anthropologie und Physik im Zweifel letzten Endes vereint – zumindest bei dem italienischen Volksphilosophen aus Neapel, der wohl über den Zweifel am Computer zur Philosophie gelangte... ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Aufmachung:
sehr hilfreich
13.02.2000
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