Ei, wo läuft sie denn?
16.10.2001
Pro:
praktisch alles
Kontra:
nur die genannte Schwäche
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 Der_Troll
Über sich:
Bitte keine Klickzirkelanfragen (bzw. Leserunden, wie das manche so gern umschreiben)
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 91 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Heute schreibe ich mal über einen Film, den ich kürzlich auf Arte gesehen habe, einen Sender den ich eigentlich sonst nie gucke. Es ist der Film über diese Person, die dauernd im Laufschritt unterwegs ist und der Bank. Nein nicht „Forrest Gump“. Ich meine diesen Rotschopf der auf den Namen Lola hört. Auf gut Deutsch: Es geht um den Film „Lola rennt“. Der Titel paßt meines Erachtens sehr gut, da er im Prinzip die ganze Handlung des Filmes beschreibt. Lola, die Hauptrolle (gespielt von Franka Potente), rennt wie von der Tarantel gestochen im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod, um ihren Freund Manni (gespielt von Moritz Bleibtreu) zu helfen.
Doch der Reihe nach: Der Film beginnt mit einem Anruf. Manni ruft von einer Telefonzelle in Berlin (ist Handlungsort) seine Freundin Lola an. Aus dem Gespräch der beiden Teilnehmer ergibt sich die Vorgeschichte. Und zwar hat Manni ein wohl nicht ganz so legales Geschäft abgewickelt. Juristen würden von Bandenkriminalität sprechen. Er hat nun durch das illegale Geschäft 100.000 DM eingenommen, die er seinem Bandenchef abzuliefern hat (Er glaubt, daß es ein Vertrauenstest sei) Der Bandenchef würde ihn fertig machen, wenn das Geld in 20 Minuten nicht greifbar wäre. Doch das Geld ist wohl in der Hektik irgendwie in die Hand eines Stadtstreichers geraten Als einzigen Ausweg sieht Manni zur Zeit einen Überfall eines nahgelegenen Supermarktes. Lola erhält aber noch die Chance, innerhalb dieser 20 Minuten eine andere Lösung zu finden. Also wenn Lola nicht innerhalb der Zeit an der Telefonzelle eintrifft kommt es zu dem Überfall. Das Telefonat wird abrupt abgebrochen, da Karte leer. Also überlegt Lola was zu tun wäre. Ein Roulettmotiv, was am Ende des Films nocheinmal eine Rolle spielt, zeigt auf, welche Entscheidungsmöglichkeiten fallen könnten, wen sie um Hilfe bittet. Die Wahl fällt auf ihren Vater, einen Bankier . Also gilt es innerhalb 20 Minuten zur Bank, in der ihr Vater arbeitet zu gehen und ihren Vater um 100.000 DM zu bitten und dann mit dem Geld zu Manni zu kommen. Ab diesem Moment kommt die Handlung dreimal nacheinander vor. Jedesmal ist die gleiche Situation gegeben, aber dennoch nimmt sie jedesmal einen anderen Verlauf. Da es um die Spannung zu erhalten, bei diesem Film nicht auf das Ende, sondern auf den ganzen Verlauf, was jedesmal anders abläuft mit allen Folgen und Folges Folgen, ankommt, beschreibe ich den Ablauf gleich ziemlich allgemein.
Zunächst noch Allgemeines: Der gesamte Film dauert eine Stunde und 15 Minuten. Regie führte Tom Tykwer. Gedreht wurde 1998. Allgemeiner Ablauf: Lola rennt los an ihrer Mutter, die Shampoo braucht, vorbei aus der Wohnung, die Treppe runter vorbei an einem Nachbarn mit Hund (hier ist es übrigens eine kurze Zeichentrickphase), auf die Straße an einer Frau mit Kind vorbei, quer über viele Straßen, vorbei an Nonnen, vorbei an einem Radfahrer der sein Rad(ein angeblich fast neues) für 50 Mark verkaufen will, vorbei an der Garage von Herrn Mayer, vorbei an dem Stadtstreicher, der die 100.000 Mark sich zu eigen gemacht hat, zielstrebig auf die Bank ihres Vaters zu. Zwischenzeitig führt ihr Vater ein persönliches Gespräch mit einer Kollegin, die zu gleich seine Geliebte ist, über deren gemeinsame Zukunft. Manni leiht sich derweilen von einer blinden Frau eine Telefonkarte und versucht ebenfalls durch Telefonate Lösungen zu finden. In der Bank angekommen bittet sie dort den Wachmann, der zu sehr die Ruhe selbst ist (ich meine schon nervtötend ruhig) um Einlaß in den nicht jeden zugänglichen Bereich, wo ihr Vater arbeitet. Hinter der Tür rennt sie weiter an einer angestellten vorbei und platzt in das Zimmer, in dem ihr Vater immer noch mit dieser Tussi (ich finde den Ausdruck nun einmal treffend) redet. Dort trägt sie ihr Anliegen vor. Nachdem sie die Bank verlassen hat, rennt sie weiter in Richtung Manni. Immer die Uhr im Nacken geht es an einer älteren Dame mit Uhr vorbei, vorbei an einem Krankenwagen und an ein paar Glasträgern. Die Zeit ist knapp. Wird sie es schaffen? Was sind die Folgen, wenn sie es nicht schafft?
Mehr möchte ich ehrlich gesagt nicht über diesen Film schreiben, da ich der Meinung bin, daß man das unbedingt selbst sehen muß. Natürlich hat es einen Grund, daß ich den Rennweg so ausführlich beschrieben habe. Denn jede Person beeinflußt irgendwie den Handlungsablauf. Und das ist ja die Kunst, die in diesem Film steckt, die großen Folgen die eine kleine Ursache haben. Ich gebe mal ein Beispiel vom Anfang des Rennweges. Bei normaler Renngeschwindigkeit die Treppe hinunter rammt sie auf der Straße die oben schon genannte Frau mit dem Kind. Im anderen Verlauf wird sie vom Hund erschreckt und macht so einen großen Sprung nach unten. Die paar Sekunden die sie nun schneller ist reichen aber aus um der Frau mit dem Kind, die ja nun noch ein paar Meter weiter entfernt ist (sie kommt ihr nämlich entgegen) auszuweichen. Auch was die Zukunft für die beteiligten Personen bei jedem Verlauf bringt, wird in kurzen Fotoserien gezeigt. Ansonsten ist der ganze Film sehr gut gemacht. Gute Kameraschnitte, gute schauspielerische Leistungen von allen. Eine passende Hintergrundmusik (bei den meisten Filmen stört mich die Hintergrundmusik, hier nicht).
Obwohl es ein Kunstfilm ist, finde ich ihn sehr unterhaltsam und 100%ig sehenswert. Meiner Meinung nach kann man ihn sich sogar innerhalb kürzerer Zeit mehrmals ansehen, da man immer mehr stilistische Details wahrnimmt. Während des Filmes baut sich eigentlich sehr schnell ein Sympathiegefühl für Lola und Manni auf. Der Zuschauer drückt ihnen die Daumen. Man stellt sich ganz auf Lolas Seite und möchte ihr gerne helfen. Begleitet wird man dabei durch ein Leitmotiv: Die Uhr. Durch den Faktor Zeit wird viel Spannung aufgebaut. In all der Hektik gibt es immer gelegentlich Phasen von unerträglicher Ruhe (ich finde sie zumindest unerträglich). Was mir besonders gut gefällt, ist, daß man manchmal entscheidende Zusammenhänge erst später im Film erfährt. Aber ich muß noch dazu sagen, daß man den Film schon richtig sehen muß (also nicht so nebenbei beim essen, Computerspielen, Bügeln,...), da einem sonst viele Details entgehen (schnelle Kameraschnitte). Allerdings gibt es doch einige Stellen die mir unlogisch erscheinen. Zum Beispiel weiß sie in einem Verlauf kaum etwas über Waffen. Sie muß sich sogar erklären lassen, wie man eine Pistole entsichert. In einem anderen Verlauf geht sie allerdings sehr sicher mit ihr um und hat keine Probleme damit. Ich erklär mir das so, daß sie dies Wissen von einem Handlungsablauf im Unterbewußtsein in den nächsten Ablauf übernommen hat. So etwas kenne ich nämlich aus der StarTrek – The Next Generation – Folge „Déjà-vu“ (Das aber nur am Rande).
Für diejenigen, die sich nicht die Mühe machen, den ganzen Bericht zu lesen, sondern einfach nur durchscrollen, jetzt am Schluß noch einmal das Wichtigste zusammengefaßt: In den absolut sehenswerten Film „Lola rennt“ geht es um ein Mädchen Namens Lola, das rennt. P.S. Wenn einer der Meinung ist, ich hätte doch den ganzen Film ausführlich berichten müssen, sage ich, daß meiner Meinung nach der Bericht dann nicht mehr hilfreich wäre. Denn wenn man bei diesem Film schon alles weiß, braucht man ihn sich nicht anzusehen. Der Sinn des Filmes ist nämlich wirklich mitzuerleben, wie das Leben von vielen Faktoren bestimmt wird. Ich will nur sagen, daß ich ihn gut finde, daß ich ihm jeden nahe bringen möchte, daß ich glaube, daß ihn jeder (ich denke mal ab Grundschulalter) sehen sollte.
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01.11.2003 19:02
tztz der vorletzte absatz sagt ja ma wieder alles, aber ein sh bericht auch alle fälle.
28.09.2003 02:24
Also ich bin enttäuscht...in meinen Augen ist das nicht mehr als ein Kurz-Film, der durch 3(?) maliges Wiederholen zu einem langen zusammengestopft wurde...Gruß Alex
10.01.2003 21:56
was für ein grauenvoller Film! Von deinem Bericht kann man das nicht behaupten...