"Lolita, Licht meines Lebens, Feuer...
09.01.2004 (12.04.2004)
Pro:
Weltliteratur, immernoch aktuell
Kontra:
nicht für Kinder geeignet
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Schneekater
Über sich:
Mit neuer Power ins 4. Ciao-Jahr :)
Mitglied seit:19.03.2000
Erfahrungsberichte:14
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
...meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne: Lo. Li. Ta." So beginnt eines der umstrittensten Bücher der 50er Jahre. Dieses Buch ist kein hemmungsloses Sexwerk (zum Glück), sondern eines der besten Romane der Welt und gehört zu den 100 Büchern, die man gelesen haben sollte. Allerdings handelt das Buch von einem Mann namens Humbert Humbert, Schriftsteller und Lehrer, der schon früh pädophile Neigungen entwickelt und die später an seinem Untergang schuld sind.+++Inhalt+++ Das Leben von Humbert Humbert wird von seiner Kindheit an erzählt. Der Roman fängt eigentlich mit Annabel, der ersten Liebe H.H.´s an. Die Liebe endet tragisch, erst darf er Annabel nicht sehen, dann erfährt er seine ersten sexuellen Erlebnisse mit Annabel und schließlich stirbt Annabel nur kurze Zeit später. In der Folgezeit versucht er durch Kontakt zu jungen Prostituierten seine Lust zu stillen, schafft es aber nicht und lernt Valeria kennen, die er Heirat, da sie "nymphenhaft" aussieht.Die Ehe scheitert kurze Zeit später und H.H. (Humbert Humbert) wandert in die USA aus. In den USA kommt H.H. das erste Mal in eine Klinik, die sein Leiden aber falsch deuten. Da er sehr intelligent ist, macht er sich über die Ärzte und ihre Deutung, dass er schwul sei, lustig. Nach seinem Klinikaufenthalt kommt er bei Mrs. Haze unter, da sein eigentliches Haus abgebrannt ist. Er will sofort wieder weg als er diese Frau sieht, aber er bleibt, da er Lolita kennen lernt. Die Affäre beginnt harmlos auf der Couch, als er sich "die Süße einen Orgasmus erschlichen [hat]ohne die Moral einer Minderjährigen anzutasten". Schließlich heiratet er Charlotte Haze, um dauerhaft bei Lolita sein zu können. Charlotte hat kein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter Lolita. Als Folge wird Lolita so gut wie möglich in Camps gesteckt. Humbert leidet dadurch immer mehr und beschließt, Charlotte umzubringen. Doch bevor es dazu kommt entdeckt Charlotte Humberts Tagebücher, die mit seinen perversen Phantasien zu Lolita gespickt sind. Charlotte schreibt Briefe und stirbt auf dem Weg zum Briefkasten, der direkt vorm Haus steht. Humbert zieht nach dem Tod aus dem Haus aus und holt Lolita aus dem Camp ab und fährt mit ihr in ein Hotel, wo er sie betäubt. Am nächsten Morgen kommt es dann zum Geschlechtsverkehr, den Lolita wünscht, da es eine Aktion sei, die Kinder machen sollten, um es auszuprobieren. In der Folge kommt es immer öfter zu sexuellen Handlungen, Lolita wird teilweise gekauft oder gezwungen. Humbert entflieht immer mehr in eine Phantasiewelt und seine Verfolgungsparanoia wird immer größer. Schließlich gelingt Lolita die Flucht von Humbert, aber er findet sie wieder und das Große Finale nimmt seinen Lauf.+++Filme+++ Es gibt auch zwei Verfilmungen des Buches, beide sind nur bedingt empfehlenswert. Das Buch ist besser, im Film kommen die Phantasien und Wahnvorstellungen nicht rüber. +++Intention+++ Laut Nabokov hat das Buch keine tieferen Intentionen, selbst wenn unter Experten die Rede davon war, dass das alte Europa (Humbert) das junge Amerika (Lolita) verführt.+++Schreibstil+++ Nabokov hat es tatsächlich geschafft das ganze Buch von pornographischen Darstellungen der Sexszenen zu beschützen und umschreibt in einer wirklich schönen Sprache die Pädophilie und alle anderen Dinge. +++Nabokov+++ Um sich selber von dem Verdacht der Pädophilie freizusprechen, was ihm trotzdem immer wieder vorgeworfen wurde, erschafft er mit Humbert Humbert eine fiktive Person, die ein fiktives Tagebuch geschrieben hat.Übrigens haben neueste Erkenntnisse ergeben, dass Nabokov Lolita wohl nicht selbst verfasst hat, sondern abgeschrieben hat. Die Vorlage ist von Heinz von Lichberg und erschien in einer Sammlung von Erzählungen (Titel: "Die verfluchte Gioconda") +++Buchversionen+++ Es gibt zwei Versionen des Buches, diese ist die günstige, die andere ist edler. Vladimir Nabokov / Lolita Rororo Verlag 8,90? ISBN:3-499-22543-3 527 Seiten+++Fazit+++ Das Buch sollte trotz des Themas oder gerade wegen des Themas gelesen werden und ist auch Jahre nach dem Erscheinen aktueller den je. Ich selber hatte das Glück, es in der gymnasialen Oberstufe lesen zu dürfen (12. Schuljahr). Allerdings sollte es auch nicht von jüngeren Lesern gelesen werden (mein Tipp).
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10.03.2005 13:21
"Lolita" abgeschrieben? Schriftsteller verwenden oft Vorlagen, was zählt, ist die konktrete Gestalt, die dasWerk unter ihren Händen annimmt. In der Tatsache, dass die Vorlage oftmals vergessen wird, liegt meist nichts Ungerechtes, sondern hier drückt sich das gültige Urteil der Leserschaft aus. "Die Weltgeschichte ist das Weltgericht": ob das für Geschichte immer gilt, ist fraglich, für die Literaturgeschichte aber ist es meist zutreffend.
10.04.2004 21:47
Also ich kenne das Buch noch nicht aber mal schauen vielleicht lese ich es ein mal. LG Cheris
10.01.2004 20:53
Die legendäre Lolita kennt natürlich jeder, so auch ich, allerdings wusste ich nicht das dieser - ich möchte beinahe Mythos sagen, von einem Buch ausgelöst wurde! Liebe Grüße, Mocat