Erfahrungsbericht über

Lolita - Rowohlts Rotations Romane / Vladimir Nabokov

Gesamtbewertung (15): Gesamtbewertung Lolita - Rowohlts Rotations Romane / Vladimir Nabokov

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Laßt Euch verzaubern...

5  03.04.2004

Pro:
Die Sprache,  Erzählweise .  .  .

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Christin78

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:639

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 94 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo Liebe Leser,


Vorstellen möchte ich Euch das Buch „Lolita“ von Vladimir Nabokov.


Der Autor, Vladimir Nabokov, lebte von 1899 bis 1977, geboren in St. Petersburg, gestorben in Lausanne. Dazwischen lebte er ein Leben ganz der Literatur und seiner Frau gewidmet. Lolita war sein erster wirklich erfolgreicher Roman und die Veröffentlichung 1955 gestaltete sich sehr schwierig. Das Thema schreckte sehr viele Verleger ab und es war gar nicht so sicher das dieses Buch gedruckt werden würde. Nabokov selber wollte das Manuskript, welches zu dem Zeitpunkt noch nicht vollendet war, verbrennen. Seine Frau hielt ihn davon ab.

Gelebt hat V. Nabokov unter anderem in Deutschland, Frankreich, Amerika und zuletzt in der Schweiz. Bis zu dem Erscheinen von Lolita lebte er mit seiner Frau und seinem Sohn in ständiger finanzieller Not. Mehr möchte ich auch gar nicht über das Leben von V. Nabokov schreiben. Der Bericht soll ja nicht über den Autor alleine handeln sondern um sein geschaffenes Werk „Lolita“. Obwohl man da das Argument anführen könnte, ob der Autor nicht der Roman sei? Aber ich glaube das ist ein anderes Thema und gehört nicht wirklich in diesen Bericht.


„Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta.“ So beginnt der Roman. Diesen Satz äußert Humpert Humpert, der Protagonist und Liebhaber kleiner Nymphchen. Als Nymphe bezeichnet er kleine Mädchen, die eine besondere Wirkung auf ihn zeigen. Zurüchzuführen ist diese Leidenschaft auf die erste Liebe von Humpert Humpert, gewidmet war diese der kleinen Annabel. Beide, Annabel und H.H. waren Kinder als sie ihre Liebe zueinander entdeckten. Eine Liebe die tragisch endete, Annabel starb.
Wäre sie nicht gestorben hätte er wohl möglich seine Nymphen Leidenschaft nicht entdeckt.
Er wußte das die Begierde zu den Nymphen nicht rechtens war und gab sich jede erdenkliche Mühe niemanden zu belästigen.

Im Erwachsenen Alter heiratet er eine Frau die das Gegenteil zu den Nymphen darstellte, sie war plump, dick und für H.H. unerträglich, so war er auch nicht wirklich unangenehm überrascht als sie sich von ihm trennte.

Eine Erbschaft führte ihn nach Amerika, zu seiner Lolita. Lolita die Tochter der Frau in dessen Haus er wohnte und nur Lolita hielt ihn in diesem Haus. Er heiratete sogar ihre Mutter nur um in Lolita´s Nähe bleiben zu können.

Er genoss das Beisammensein mit seiner Nymphe, jedoch ständig darauf bedacht das niemand etwas von seiner Leidenschaft mitbekäme, er war sich vollkommen bewußt das sein Verhalten nicht der Norm entsprach.

Er war von ihr besessen, ihr verfallen, als Liebe möchte ich es nicht bezeichnen, eher als Abhängigkeit.

Er schmiedete Mordpläne wie er seine Frau, Lolita´s Mutter ermorden könne, um Lolita ganz für sich alleine zu haben. Jedoch kam ihm das Schicksal zur Hilfe, seine Frau starb bei einem Autounfall. Wie dieser zustande kam möchte ich Euch nicht verraten. Lolita befand sich zu der Zeit des Unfalls in einem Sommercamp aus dem H.H. sie abholte und eine Tour quer durch Amerika startete. Er hatte seine Lolita nun für sich alleine, er konnte sie geniessen und das Verhältnis ging weit über ein Vater-Tochter-Verhältnis hinaus. Denn ihr Stiefvater war er ja. Und die Verführung Lolitas gestaltete sich wesentlich einfacher als er gedacht hatte. Zum ersten Sex kam es indem sie sich ihm zur Verfügung stellte und das vollkommen freiwillig. Also kann man vielleicht sogar sagen, sie hätte ihn verführt. An dieser Stelle möchte ich erwähnen das Lolita 12 Jahre alt war zu diesem Zeitpunkt und H.H. ca. 40 Jahre alt.

Nach einem Jahr der Reise durch Amerika ließen sie sich in einem Städtchen nieder indem Lolita die Schule besuchte. H.H. natürlich immer darauf bedacht das ihr niemand zu nahe tritt. Und Lolita lernte seine Gier nach ihr für sich auszunutzen. Er erkaufte sich den Sex mit ihr durch Geschenke und Geld. So wie ich es mitbekam blieben sie ein Jahr in der Stadt und machten sich nach einem heftigen Streit erneut auf den Weg durch die Staaten. Dieses Mal entschied Lolita wohin sie fahren würden. Und diese zweite Reise endetet für H.H. in einem Desaster.


Ich habe dieses Buch mit Spannung, Entsetzen und auch Neugierde gelesen und fand es verwirrend, erschreckend und auch unheimlich schön. Schön auf Grund dessen, da V. Nabokov ein Künstler der Sprache war. Er verstand es der Geschichte durch seine Wörter Leben zu verleihen. Teilweise kam ich mir beim Lesen vor, als wenn ich über einer grünen, saftigen Sommerwiese mit vielen Blumen schweben würde. Seine Sätze haben etwas ganz besonderes an sich, sie wirken verzaubernd und es macht einfach Spaß sich in seinen Bann ziehen zu lassen. Ich denke auch man sollte dieses Buch nicht unbedingt nur wegen der Handlung lesen, sondern wegen der Sprache, des Ausdrucks und die Wirkung die das Buch auf einen hat. Man sollte dieses Buch geniessen, so wie auch seine anderen Werke.

Ich möchte auch gar nicht sagen, daß ich die Handlung abartig oder pervers finde. Wenn man sich vorstellt, daß anstelle einer 12 jährigen eine 18 jährige H.H. verzaubert hätte, dann hätte die Geschichte rein gar nichts absoßendes.

Man wird mit den Gedanken eines Pädophilen in Kontakt gebracht, diese Gedanken haben aber nicht so etwas eckliges an sich, wie man es kennt, bzw. wie man es meint zu denken. Er vergewaltigt Lolita nicht und fügt ihr auch nicht anderweitig Gewalt an. Das ist meine Meinung. Ich gehe sogar soweit zu sagen, das Lolita sehr berechnend war und die Gefühle H.H. für sich ausgenutzt hat. Ich möchte sie als kleine verwöhnte, sture und launische Göre bezeichnen. Ich möchte noch einmal betonen, damit mich niemand falsch versteht, man wird nicht mit abartigen Dingen konfrontiert und wenn man wie schon gesagt anstelle der 12 jährigen eine 18 jährige setzen würde, dann würde bestimmt niemand dieses Buch erschreckend finden.

Und bitte lest es nicht wegen der Handlung, lasst Euch von der Sprache verzaubern und geniesst sie. Es ist keine übliche Geschichte eines Pädophilen, sondern die Geschichte eines Mannes der seinen Gefühlen ausgeliefert ist, der im Bann einer anderen Person steht. Der ohne diese Person nicht existieren kann. Es ist nicht die Geschichte eines perversen Mannes der auf Zwang kleinen Mädchen etwas zu Leide tun möchte, um seine Minderwertigkeitskomplexe in den Griff zu bekommen. So etwas finde ich verabscheuungswürdig. Darum geht es in diesem Buch zum Glück auch nicht, dann hätte ich es wahrscheinlich auch nicht gelesen.

H.H. ist ein Mann der leidet weil er zu sehr begehrt. Das Verlangen dieses Menschen tut im nicht gut und er weis dieses auch.

Bitte laßt Euch durch das Thema nicht abschrecken, es war für mich eine Bereicherung dieses Buch zu lesen und ich werde auch ganz bestimmt noch weitere Romane von V. Nabokov lesen. Ob dieser Roman nun zu den Büchern gehört die man unbedingt gelesen haben sollte weis ich nicht, ich würde ihn nicht als solchen bezeichnen. Aber es schadet bestimmt niemanden sich mit derart Literatur auseinander zusetzen und damit meine ich nicht das Thema, sondern die Sprache. Laßt Euch von V. Nabokov verzaubern und verführen in das Land der traumhaften Sprache.


Die mir vorliegende Ausgabe ist im rororo Verlag erschienen, ich habe dafür 6,00 Euro bezahlt und das Buch hat 527 Seiten. Die ISBN ist folgende: 3-499-23589-7. Ich habe die Taschenbuchausgabe.


Mein Fazit, ich fand dieses Buch genial. Warum dieses so ist, habe ich versucht zu beschreiben. Ich möchte dieses Buch weiter empfehlen und kann jedem raten der sich für schöngeistige Literatur interessiert dieses Buch zu lesen. Ein Muß ist es sicherlich nicht, aber es ist eine Bereicherung. Ich werde natürlich 5 Sterne verteilen und wünsche jedem der sich dazu entscheidet diesen Roman zu lesen viel Spaß dabei und angenehme Stunden im Land der Sprache.


Liebe Grüße
Christin
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
alex_82

alex_82

13.04.2007 13:27

Ein sehr guter und ausführlicher Bericht. Ich kenne nur eine verfilmung davon aber die war auch nicht so schlecht. Toller Bericht deshalb ein bh.

Finetta12

Finetta12

14.03.2007 12:30

Toller Bericht.

rocka-girl

rocka-girl

09.07.2006 13:59

Super Bericht, bh.

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Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1921 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (5%):
  1. alex_82
  2. Finetta12
  3. rocka-girl
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"sehr hilfreich" von (95%):
  1. CyberQueeny
  2. DamarisAnklam
  3. Lilanelke1978
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