Lost In Space

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Robinson sucht Freitag im All

4  30.01.2002

Pro:
explosiv, einige gute Effekte, Darsteller

Kontra:
schwache Dialoge, zusammengestrickte Story

Empfehlenswert: Ja 

carmen

Über sich:

Mitglied seit:15.12.1999

Erfahrungsberichte:1045

Vertrauende:140

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Anläßlich der Wiederholung dieses SciFi-Abenteuers am heutigen Abend (9. September 2005) will ich die Gelegenheit nutzen, den Bericht mal etwas aufzuarbeiten. Es könnte ja doch sein, daß der eine oder andere von euch, sich im Vorfeld darüber informieren möchte und dann meinen alten, unzureichenden Bericht abbekommt.
Was mich damals veranlasst hat, mir den Film anzusehen, weiß ich heute nicht mehr. Vermutlich die Kritik in der Fernsehzeitschrift oder die Ankündigung der Darsteller, denn Gary Oldman oder William Hurt sind für mich sonst auch ein Grund, einen Film zu testen.

Wie dem auch sei, hier mein überarbeiteter Text:


** Die Story **
Im Jahr 2058 ist die Welt scheinbar am Ende: die Befriedung der Menschheit hat einen hohen Preis gefordert und die Naturressourcen fast restlos verbraucht. Um zu überleben, müßten die Menschen in naher Zukunft auf einen anderen Planeten übersiedeln. Die Technik dafür existiert schon - Professor John Robinson (William Hurt) hat ein Hypergate erfunden, das es ermöglicht, Objekte in kurzer Zeit über eine enorme Entfernung zu transportieren (ein Stargate sozusagen). Nun muß nur noch ein zweites Gate auf dem betreffenden Planeten installiert werden, um die Immigration zu ermöglichen. Diese Aufgabe hat Professor Robinson übernommen; er wird mit seiner Familie - Ehefrau Maureen (Mimi Rogers), den Töchtern Judy (Heather Graham) und Penny (Lacey Chabert) sowie dem achtjährigen Sohn und Cyberfreak Will (Jack Johnson) - mit einem Raumschiff namens Jupiter 2 zum Planeten Alpha Prime reisen.

Vor dem Start wird der Pilot Daniels durch eine terroristische Vereinigung namens Global Sedition getötet, die durch Sabotage die Umsiedlung der Menschen verhindern will. Doch man findet kurzfristig einen neuen Piloten: Don West (Matt LeBlanc) ist fähig, aber als Draufgänger und für seine waghalsigen Einsätze bekannt.

In letzter Minute der Vorbereitung gelingt es einem der Terroristen, Robinsons langjährigem Konkurrenten Dr. Zachary Smith (Gary Oldman), den Roboter auf der Jupiter 2 so zu programmieren, daß er nach dem Start das Raumschiff und seine Besatzung vernichten soll. Dumm nur, daß er durch einen Zwischenfall daran gehindert wird, das Schiff rechtzeitig zu verlassen.

Nun muß er erst einmal verhindern, daß der Roboter seinen Auftrag ausführen kann, denn das würde auch ihn das Leben kosten. Also holt er die Robinsons aus ihrem Hyperschlaf, und die können das Schiff gerade noch vor dem Sturz in die Sonne retten, was sie jedoch weit vom Kurs abbringt und in eine unbekannte Galaxie schleudert. Sie haben sich verirrt.

Plötzlich treffen sie auf ein riesiges Raumschiff menschlicher Bauart, die Proteus. Obwohl von dort niemand antwortet, macht sich Robinson zusammen mit Smith, Judy und West auf, um eventuell mit den dortigen Kraftstoffen ihre eigenen Energievorräte aufzustocken. Doch was die Truppe auf dem unbekannten Schiff erwartet, haben sie nicht zu träumen gewagt...


** Darsteller **
William Hurt ist mir persönlich das erste Mal aufgefallen in dem überaus sensiblen Drama "Gottes vergessene Kinder". Er studierte einige Jahre Theologie, ehe er zum Schauspiel wechselte und schließlich 1980 in "Der Höllentrip" sein Filmdebüt gab. Der Durchbruch gelang ihm mit "Heißblütig - Kaltblütig" und in den 80er Jahren wurde er mit der intensiven Darstellung komplexer und sensibler Charaktere einer der gefragtesten Schauspieler. So bekam er allein in den Jahren 1985 bis 1987 einen Oscar für "Der Kuß der Spinnenfrau" und je eine Nominierung für "Gottes vergessene Kinder" und "Nachrichtenfieber".
Außerdem war er zu sehen in "Gorky Park" (1983), "Der Doktor - Ein gewöhnlicher Patient" (1991), "Jane Eyre" (1995), "Die Akte Romero" (1999) und zuletzt in "The Village - Das Dorf" (2004).


Gary Oldman ist wohl den meisten von uns als der romantischste Dracula aller Zeiten in Erinnerung. Der studierte Schauspieler, der sich diese Ausbildung hart erkämpfte, spielte lange Zeit Theater und hatte sein Filmdebüt 1987 in "Track 29 - Ein gefährliches Spiel". Seitdem spielt er nicht nur fiese Typen (Air Force One, Das fünfte Element, Murder in the First), sondern auch sensible Rollen (Basquiat, Ludwig van B. - meine unsterbliche Geliebte). Er war ein Jahr mit Uma Thurman verheiratet.


Heather Graham (Scream 2, Killing me softly, Austin Powers) ist noch nicht so lange auf dem Filmmarkt zu sehen. Zuletzt mag man sie in einer wirklich beachtenswerten und auch guten Rolle in "From Hell" gesehen haben, wo sie neben Johnny Depp eine Prostituierte spielt, auf die es der Ripper von London ebenfalls abgesehen hat.


** Filmkritik **
Der Film ist eine bunte und schamlose Mischung aus vielen Vorgängern des Genres. Erkannt habe ich mindestens Elemente aus "Stargate", "Event Horizon", "Alien" und ein bißchen von "Contact". Gut geklaut ist aber immerhin besser als schlecht erfunden. Dafür ist dieses Weltraumabenteuer allerdings recht spannend und effektvoll inszeniert.
Es entstand nach dem Vorbild der gleichnamigen TV-Serie der 60er Jahre, die aber für Enterprise eingestellt wurde.

Zwei Dinge haben mich ein wenig gestört, die man aber dem durchschnittlichen Drehbuch zurechnen muß: dieser unausgegorene Vater-Sohn-Konflikt, der nie durchgespielt oder dramaturgisch glaubwürdig umgesetzt wird, gehört nicht hierher. Dafür wirkt er viel zu aufgepropft, nach dem Motto, wir müssen noch eine Portion Psychologie ins Spiel bringen.
Und die Robinsons stürzen einfach von einem Chaos ins Nächste. Irgendwie erscheint mir der Film wie eine Aneinanderreihung von Zitaten. Manches bleibt unlogisch.

Die Darsteller sind dafür aber aus oberster Riege. Am blassesten bleibt die Figur von Vater Robinson. Von William Hurt hätte ich mir eine bessere Ausleuchtung der Figur erwartet. Doch sicher gibt das Drehbuch auch nicht mehr her.
Dafür ist Gary Oldman (wieder einmal) ein wunderbarer Bösewicht, verschlagen und überzeugend in seinen Täuschungen.

Die Effekte sind ganz nett und mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Leider kann ich mich nicht zu mehr Begeisterung aufraffen, da ich das auch nicht so richtig einschätzen kann. Wenigstens gibt's nicht so viel Blut und Schleim wie bei einigen der Filme, wo die Macher geklaut haben.


** Mein Fazit **
"Lost in Space" ist durchaus ein rasantes und explosives Spektakel, das an seine Vorbilder nicht heranreicht, aber trotzdem nett anzusehen ist.


** Daten **
USA 1998
Genre: SciFi-Thriller
Originaltitel: Lost in Space
Regie: Stephen Hopkins
Musik: Bruce Broughton
FSK 16


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
proximaCentauri

proximaCentauri

06.02.2002 00:17

Also ich persönlich mochte den Film nicht gerade, aber das ist ja Geschmackssache. Gruß, proCent

Poldipold

Poldipold

02.02.2002 01:09

Hi! Hab den damals im Kino gesehen und fand ihn wirklich gut. Im Fernsehen wirkt er sicher nicht ganz so eindrucksvoll. Viele Grüße - Poldipold.

Cherubim78

Cherubim78

01.02.2002 09:52

Die Story ist leider nicht nur zusammengestrickt, sondern .. wie sagt man .. absolut "hahnebüchen" (ist das jetzt richtig geschrieben?)! Die ersten 20 Minuten des Films zeigen Potential (hier wird auch ein wahres Special-Effects-Feuerwerk abgebrannt), danach kann man getrost wegzappen, denn es geht steil gegen Null. Der Film (ein Remake!) hat ganz offensichtlich seine Chance zu möglichen Sequels oder gar einer TV-Serie vertan. Gruß, Andy PS: Gary Oldman war wirklich wieder einmal klasse :o)

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