Luther (2003)

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Wo bleibt das Tintenfass

3  17.11.2003

Pro:
der Reformator -  die schauspielerische Leistung

Kontra:
undurchschaubar

Empfehlenswert: Ja 

blubberbine

Über sich: Hallo ihr alle- zur Zeit bin ich ja Ciao-fern, aber vielleicht ändert sich das mal wieder, wenn es d...

Mitglied seit:13.08.2002

Erfahrungsberichte:54

Vertrauende:18

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 132 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Guten Tag, alle miteinander

Am Donnerstag wollten meine Eltern ins Kino gehen und da ich nun mal in Eisenach lebe und der Film auch zum Teil hier gedreht wurde, dachte ich mir, na gut kannst doch glatt mal mitgehen, ist nicht schlecht mal etwas mehr über die Geschichte zu erfahren und Geld spar ich ja auch gleich, da dann ja die Eltern bezahlen ;)
Was ich euch nun erzähle und ob ich den Film, Luther weiterempfehlen kann, hoffe ich in diesem Bericht klar zu machen.

Martin Luther- nach der Inquisition Junker Jörg, ein Überblick

1483 Luther erblickt in Eisleben, das Licht der Welt, als Sohn eines Bergmanns und deren
Frau

1501 er immatrikuliert sich an der Uni in Erfurt, erst der freien Künste und später des Rechts

1505 Luther wird auf dem Weg nach Erfurt vom Blitz erschlagen und gelobt nun Mönch zu
werden aus Dankbarkeit, dass er gerettet wurde (Einstieg des Filmes)

1506:Luther wird zum Priester geweiht. Am 2. Mai liest er seine erste Messe.

1508 legt Luther entgültig das Gelübde ab und nun beginnen innere Glaubenskonflikte

1510 reist Luther nach Rom wegen diverser Verhandlungen der Augustinermönche

1512 Martin promoviert für den Doktor der Theologie

1517 schreibt Luther die 95 Thesen da er den Ablass verurteilt

1519 Luther bestreitet als erster öffentlich die Unfehlbarkeit des Papstes

1520 Schriften von Luther kommen auf den Scheiterhaufen

1521 Bann über Luther, er findet auf der Wartburg Zuflucht wo er mit der Übersetzung des
neuen Testamentes ins Deutsche beginnt, dass nach elf Wochen bereits fertig ist

1522 Neue Testament Deutsch erscheint

1523 Reformationsgedanke verbreitet sich

1525 Luther heiratet Katharina von Bora, eine Nonne die das Kloster verließ

1532 Der Nürnberger Religionsfriede ermöglicht die Ausbreitung des Protestantismus.

1534 Veröffentlichung der Gesamtübersetzung der Bibel.

1546 Am 18. Februar stirbt Dr. Martin Luther in Eisleben.

Dies soll nur ein kurzer Überblick über das Leben Martin Luthers sein, im Film werden größtenteils nur der Ablasshandel und somit der Streit über die 95 Thesen angesprochen.
Wer mehr erfahren möchte muss Luther die Biographie lesen oder im Internet unter www.luther.de à „Eine feste Burg ist unser Gott“

Luther der Film,

es fängt 1508 an das Luther von einem Blitz getroffen wurde, wie oben schon erwähnt schwört er daraufhin Mönch zuwerden, das wird aber im Film meines Erachtens nicht so klar- denn Luther ist dann einfach im Kloster in Erfurt, warum, wieso kann man nicht erkennen. Er hält dann seine erste Predigt bei der er gänzlich versagt da er mal dringend auf´s Klo muss. Genau diese Blamage nimmt ihm sein Vater sehr übel, der nicht verstehen kann, wie ausgerechnet sein Sohn sich der Kirche anschließen kann, nachdem er und seine Frau soviel für ihn getan haben und sogar das Studium des Rechts ermöglichten, er ist sehr enttäuscht, aber Martin kann nicht nachvollziehen das er nicht verstanden wird. Schon zu diesem Zeitpunkt bekommt der Zuschauer mit, das Luther selbst auch nicht ganz von der Sache überzeugt ist. In seinem stillen Kämmerchen kommt es immer wieder zu Zwiegesprächen mit dem Teufel und Luther hat schon die ersten Reformationsideen. Man merkt das er auf der Suche ist- und das kommt eigentlich den gesamten Film über zum Ausdruck, mit hilfe seines Paters wird er nach Wittenberg versetzt, als er nach einer Pilgerfahrt nach Rom total schockiert wieder zurück kommt. Denn in Rom kann sich jeder einfach nur indem er ein bisschen was bezahlt alles kaufen, dort wird Liebe gekauft, irgendwelche heiligen Figuren oder einfach nur die eigene Rettung das man danach angeblich nicht mehr in der Hölle schmoren muss. In Wittenberg macht er sich schnell beliebt- eine Schlüsselfigur spielt ihr Hanna mit ihrem verkrüppelten Kind Grete, als diese ihr weniges Geld für den Ablass ausgibt damit Grete es später gut hat, wird es Martin echt zu bunt- er schreibt die 95 Thesen die er in Wittenberg an der Schlosskirche an die Tür schlägt- schon nach kurzer Zeit kommen Leute die ihm zustimmen, die anderen sind empört- das er es wagt sich gegen Papst Leo X. und dessen Ablasshandels zustellen. Rom verlangt den Widerruf, aber Luther lässt sich darauf nicht ein, stattdessen fängt er an zu diskutieren und stellt die Unfehlbarkeit des Papstes in Frage. Auf dem Reichstag von Worms wird Luther zum Ketzer erklärt und findet nun Zuflucht auf der Wartburg. Es kommt während dieser Zeit zu Aufständen, gegen die Kirche und auch zu vielen Bauernaufständen, das Wort Luthers wird falsch ausgelegt, denn Gewalt wollte er schon gar nicht erreichen und das die Bauern ihn falsch verstanden haben wird deutlich klar- aber es gibt auch immer mehr Anhänger, die die Lehre Luthers und seinen Mut klar vertreten...........ob sich da noch etwas machen lässt?

Schauspieler:

Joseph Fiennes der den Martin Luther spielt, ist bekannt aus dem Film Shakespeare in Love. Meiner Meinung nach ist er ein brillianter Schauspieler. Er lebt seine Rolle förmlich und geht darin auf, das wird sowohl in der Predigt klar, als auch in den Momenten in denen er sich gegen den Papst und den Kaiser stellen muss, oder als er einfach nur Mensch ist der seinen Weg und die Erklärung nach dem Richtigen sucht. Er bringt die dramatischen aber auch die melancolischen Szenen so gut rüber das man einfach begeistert ist, man hat das Gefühl indem ganzen zu versinken, am besten wird das auch klar als der Junge der sich erhangen hat, von Luther ein Grab bekommt, obwohl alle anderen der Meinung sind das ein Selbstmörder kein Recht auf eine eigene Ruhestätte hat. Man hat das Gefühl diese Rolle wurde extra für ihn geschrieben.
Auch sehr bekannt ist Sir Peter Ustinov, der die Rolle des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise spielte, er hatte eine Paraderolle, und lockerte den ganzen Film immer wieder durch lustige Bemerkungen auf. Denn ich denke das ist in so einem Film auch sehr wichtig das nicht nur Tragik und Dramatik das ganze Geschehen bestimmt.
Weitere Schauspieler, da wäre der Papst gespielt von Uwe Ochsenknecht, dann Jochen Horst der zeitweise einen guten Freund von Luther mimte, im weiteren Jonathan Firth, Claire Cox, Mathieu Carrière, Benjamin Sadler, Lars Rudolph und Maria Simon

Musik

Musikalisch untermalt wurde dieser Film von Orgelgesängen und anderen diversen Kirchlichen Musizierungen, also genau passend für einen solchen Film.

Meine Meinung:

Tja das gestaltet sich als schwierig, ich fand diesen Film nicht schlecht, aber ich fand ihn auch nicht herausragend gut. Was mich als Eisenacher am meisten störte, war das der Reichstag in Worms, als Luther vor dem Kaiser widerrufen sollte in einem Saal darstellte, der 100% nicht zu Worms gehört- denn hier wurde das Gemäuer mit dem Saal der Wartburg, dem Palais zusammengeschnitten. Auch fehlte mir der blaue Fleck des Tintenfasses, es heißt überliefert, das Luther als er die Bibel übersetzte wieder einmal eine Auseinandersetzung mit dem Teufel hatte, und als es ihm zu bunt wurde nahm er das Tintenfass und warf es nach dem Teufel, übrig blieb ein großer blauer Fleck, der noch heute das Zimmer ziert in dem Luther sich versteckte (zugegeben der Fleck wurde erneuert) jedoch hätte das noch sehr gut mit hinein gepasst.
Zeitweise war der Film auch etwas zulangatmig, an sich aber doch recht gut gespielt- die Schauspieler haben es sehr gut dem Zuschauer verständlich gemacht, wie oben schon erwähnt. Joseph Fiennes passte hervorragend in die rolle, obwohl es auch wieder heißt, Martin Luther wäre klein und Dicklich gewesen, na ja vielleicht sollte man nicht auf alles einen so großen Wert legen ;)
Der Film spielte in Worms, Rom, Erfurt, Wittenberg und Eisenach, es wurde deutlich das es in der alten Zeit spielte, damit meine ich das mir kein modernes Überbleibsel aufgefallen ist, was vielleicht nicht mit hinein sollte, aber doch vergessen wurde, wie beispielsweise in der Gladiator- eine Armbanduhr zusehen ist.
Auch die Kirchen und Burgen sind in der alten Ansichtsweise dargestellt wurden.
Ich denke es war geschichtlich ganz gut, man hat einiges erfahren, was vielleicht schon wieder untergegangen war in der heutigen Schnelllebigkeit und es wurde auf jeden Fall klarà Luther veränderte die Welt.
Ich denke für 6 Euro ist dieser Film sehenswert, zumal man sich die lustigen Späße eines Sir Peter Ustinovs nicht entgehen lassen sollte. Und auf die Tränendrüse wird auch gedrückt, auch läuft es einem ab und zu kalt den Rücken hinunter und es wird auch makaber- so hart es sich anhört aber es ist für jeden Geschmack was dabei und ich denke doch das es ein guter Film war.

Ich freue mich über Kommentare und hoffe ich konnte euch weiterhelfen.
3 Punkte von mir, da das mit dem Tintenfass fehlte, die Zusammenhänge nicht immer eindeutig waren.

Eure Bine


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
N-Key

N-Key

13.01.2007 03:08

ich find net das der gepasst hat,a lso der fiennes!

mborgwa

mborgwa

23.08.2006 09:14

Ich habe erst gestern am 22.08.06 Luther gesehen und fand ihn sehr gut. Ich bin ein Thüringenfan, meine Frau kommt von dort und ich war auch schon zweimal auf der Wartburg. Deshalb gebe ich Dir absolut Recht, dass das Tintenfass gefehlt hat und auch die Kammer im Film viel zu groß war. Soll heissen, die Details liessen etwas zu wünschen übrig. Besonders gut finde ich an Deinem Bericht die Einleitung mit der Kurzbiographie Luthers. In diesem Sinne, "Ich stehe hier, ich kann nicht anders".

Mocat

Mocat

15.02.2004 12:48

Hm,ich weiß ja noch nicht so genau, meine Mamma will immer noch mit mir in diesen Film, aber bisher hatt ich einfach keine Zeit. Ich erwarte davon ja nicht allzu viel, aber gesehen haben muss man ihn wohl mal :-) Viele liebe Grüße, Marlene

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