Stellt Euch vor, ihr habt Betriebsausflug und ihr geht ins Kino?!
Genau das haben wir am Freitag gemacht und 3 von uns landeten in Luther, die anderen in „Findet Nemo“.
Von „Luther“ hatte ich bisher nur die Vorschau im Fernsehen gesehen und eine Kritik gelesen, in der ganz nebenbei erwähnt wurde, dass Uwe Ochsenknecht die Rolle des Papstes spielte. Allein das machte mich schon neugierig. Außerdem fand ich im Geschichtsunterricht anno 1987 nicht den roten Faden, was das ganze Brimborium im Luther anging. Warum also nicht als evangelischer Kinobesucher diesen Film ansehen?
ZUM FILM
„Luther“ läuft erst seit knapp 4 Wochen im Kino. In der Vorstellung, die ich besuchte waren ca. nur 20 Personen anwesend, wogegen andere Filme bestens besucht waren.
Der Film setzt sich mit den historischen Begebenheiten der Zweiteilung unserer christlichen Kirche auseinander und zeigt Luthers Lebenswerk in 123 Minuten!
Regie: Eric Till
Schauspieler
Luther: Joseph Fiennes
Tetzel: Alfred Molina
Spalatin: Benjamin Sadler
Cajetan: Mathieu Carriere
Papst Leo X : Uwe Ochsenknecht
Kurfürst Friedrich der Weise: Sir Peter Ustinov
Karlstadt: Jochen Horst
Aleander: Jonathan Firth
Katharina von Bora: Claire Cox
DIE GESCHICHTE
Es beginnt mit einem tosenden Gewitter, der junge verängstigte Luther schwört, in ein Kloster zu gehen, sollte er das Gewitter überleben. Fleißig studiert Luther später in Erfurt Theologie und Rechtskunst. Dann wird er nach Rom geschickt, was seinen Glauben an die Kirche stark verändert: Bordelle, einzig und allein für Mönche geschaffen; finanzielle Ausnutzung für Ablasse; rein kommerzieller Umgang mit dem Fegefeuer. Die Kirche predigt von einem rachsüchtigen und boshaften Gott, der nur darauf aus ist, alle Menschen im ewigen Fegefeuer schmoren zu lassen- außer sie kaufen sich für viel Geld frei!
So kehrt Luther zurück. In seinen Vorlesungen verkündet er von seinen Erlebnissen in Rom und in recht ironischer Art deuten sich schon Reformen an.
Immer wieder fühlt er sich zu einer armen Frau mit ihrem behinderten Kind hingezogen.
In der Kirche predigt er von einem gütigen Gott, dem Schaffen Jesu- welches bis dahin nur für lateinkundige Gelehrte lesbar war.
So schlägt er dann auch 1517 seine 95 Thesen an die Kirchentür, welche beim einfachen Volk Gefallen fanden, den Oberhäuptern der Kirche jedoch gar nicht behagten.
Er wird zur Rede gestellt und zum Widerruf gezwungen. Doch Luther lässt nur die Bibel und somit das Wort Gottes gelten: Sollte irgendjemand etwas an seinen Thesen und Lehren finden, was durch die Bibel widerlegt werden kann, so wird Luther widerrufen.
So fällt er in Ungnade, wird verfolgt und exkommuniziert.
Im Exil auf der Wartburg übersetzt er die Bibel neu und hinterfragt häufig die früheren Übersetzungen.
Draußen jedoch kommt es zu ungewollten Aufständen mit grausigen Ausmaßen. Viele Bauern und Adlige kommen ums Leben. Das hatte Luther nicht beabsichtigt. So verlässt er als Junker Jörg seine Zufluchtsstätte und sucht Gottes Nähe in einer Kirche. Dort begegnen ihn die Zisterzienser- Nonnen, die aus dem Kloster geflüchtet sind. Er lernt Katharina von Bora näher kennen, die später seine Frau wird. Mit ihr an seiner Seite geht der Kampf um die Revolution weiter.
KOMMENTAR ZUM FILM
Mal ehrlich: so ganz ohne Hintergrundwissen wird der Film bestimmt zur Tortour! Es gibt viele Zeitsprünge und Ereignisse, auf die nicht näher eingegangen wird. Auch das Ende ist eigentlich so eine Sache für sich! So werden einige Kinozuschauer vielleicht gar nicht wissen, mit welcher Schrift Luther „gewonnen“ hat! Luthers Leben auf 2 Stunden Film zu reduzieren ist sicherlich nicht leicht… Viele Ereignisse passieren viel zu schnell aufeinander, so dass der Zuschauer kaum Zeit hat etwas zu verdauen. Auch die Ehe mit Katharina von Bora erscheint recht kühl und wenig emotional. Hier wären vielleicht 10 Minuten mehr Film doch ganz gut gewesen.
Ich selber war schon beeindruckt mit wie viel Liebe der Film gemacht wurde; Spannung, Liebe, Historienspektakel… von allem ein bisschen! Und Luthers Leben war sicherlich nicht langweilig.
Mir hat der Film recht gut gefallen, allerdings würde ich immer das Kinoformat dem DVD-Format vorziehen.
Aber soviel schon mal vorneweg: Luther ist kein Film zum Zeitvertreib!
Dieser Film sollte Pflicht für den Geschichtsunterricht werden, so wird Luthers Lebenswerk wirklich lebendig!
Zur Besetzung kann ich nur sagen: Sir Peter Ustinov bereichert den Film ungemein! Seine ruhige gesetzte Art gibt der Figur des Kurfürsten das gewisse Etwas. So kann man getrost hin und wieder schmunzeln!
Luther selbst wird als großer Sympathieträger dargestellt, der immer wieder zu den Armen und Benachteiligten hält. Ob dies in der Realität auch so war, ist nicht bewiesen!
FAKTEN AM RANDE
20 Millionen Euro kostete dieses Filmspektakel! (Für die Vermarktung und Werbung wurden weitere 10 Mio € investiert!)
Gedreht wurde an vielen Originalstandorten wie der Wartburg (Eisenach), sowie in Tschechien und Franken.
Freigegeben ist der Film ab 12 Jahren.
Gedreht im Jahre 2003
FAZIT:
Eine Wiederauffrischung des Geschichtsunterrichts!
13.01.2007 03:10
ja, hab ich schon bei so gut wie allen gehört/gelesen das der film (obwohl 2h) viel zu kurz ist um das ganze leben des luther zu zeigen, naja was solls
03.12.2003 11:16
ich möchte den auch unbedingt noch sehen, obwohl ich mittlerweile wirklich auch einige kritische berichte gelesen habe :-) lieber gruß vom tom
01.12.2003 12:07
Hatte bisher noch keine Gelegenheit, aber dieser Film interessiert mich sehr. Schöner Bericht. LG und eine schöne Adventszeit, Daniela