95 Thesen und ihre Folgen
20.01.2004
Pro:
s . Bericht
Kontra:
s . Bericht
Empfehlenswert:
Ja
 ciao2002
Über sich:
Werde mein CIS ein wenig ausmisten, aber vorher anfragen, ob noch Interesse besteht. Sollte ich Lesu...
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Meist bin ich kein großer Kinofan, aber am vergangenen Wochenende war es trotzdem mal wieder soweit. Wir schauten uns den Film Luther an, der mich so sehr begeistert hat, dass ich darüber berichten möchte. Allgemeines zum Film:
Der Film „Luther“ war eine deutsch-amerikanische Co-Produktion, besetzt mit hochkarätigen Schauspielern. Joseph Fiennes, der schon in „Shakespeare in Love“ die Zuschauer begeisterte, spielt die gleichnamige Hauptrolle. Regie führte Eric Till. Im Film wird die Geschichte des Martin Luthers erzählt, der am 31. Oktober 1517 mit dem Anschlag seiner 15 Thesen für Aufregen sorgte. Bis heute wird dieser Tag als Reformationstag gefeiert. Luther löste mit seinem unerschütterlichen Glauben und seinen – nicht immer gewollt - provokanten Thesen und Ideen eine Zeit der Glaubenskriege aus, aber er hat damit auch maßgeblich die evangelische Kirche zu dem gemacht, was sie heute ist. Der Film erzählt von Luthers Standhaftigkeit und seinem Mut, mit dem er die mächtigsten Herrscher seiner Zeit herausfordert. Und der Film zeigt die großen Veränderungen dieser Zeit, dem Übergang vom Mittelalter zur Renaissance. Die Schauspieler:
Die Liste der Schauspieler ist lang und liest sich stellenweise wie ein Namensverzeichnis, der bekanntesten und besten Schauspieler. Alle zu nennen, wäre hier nicht möglich. Daher nur ein paar bekannte Beispiele: Sir Peter Ustinov in der Rolle des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise, Uwe Ochsenknecht als Papst, Mathieu Carrière spielt einen einflußreichen Kardinal. Weitere Namen sind Alfred Molina, Bruno Ganz, Jonathan Firth, Claire Cox, Benjamin Sadler, Jochen Horst,... Die Leistung der Schauspieler fand ich insgesamt wirklich sehr gut. Herausragend waren dabei vor allem der Hauptdarsteller Joseph Fiennes als Luther und Sir Peter Ustinov. Ustinov spielte die Rolle des Kurfürsten mit soviel Charme und Können, das ich jedes Mal hoch erfreut war, wenn eine neue Szene mit ihm begann.
Ausstattung: Der Film ist aufwendig mit historischen Kostümen, in ehrwürdigen alten Gemäuern und Kirchen gedreht worden. An einigen Stellen wirkt die Ausstattung fast übertrieben, aber der Gesamteindruck hat mir persönlich gefallen. Die Kostüme sind in zwei Kategorien einteilbar: das gemeine Volk trägt zerschlissene, einfache Kleidung, die in dunklen, grauen Tönen gehalten ist. Die hohen Geistlichen und die Fürsten dagegen tragen aufwendig geschneiderte Kleider in kräftigen Farben, die aus den edelsten Materialien gefertigt wurden. Dieser krasse Gegensatz mag übertrieben scheinen, bringt aber die Stimmung jener Zeit deutlich herüber.
Handlung: Der Film beginnt mit der Szene, in der Martin Luther als junger Mann mit 22 Jahren fast vom Blitz erschlagen wird. In seiner Verzweiflung gelobt er, Mönch zu werden, wenn er dieses Gewitter überlebt. So kommt es, dass Luther 1505 ins Erfurter Augustiner Kloster als Novize eintritt. Die Jahre davor werden nur kurz angedeutet. Luther, der aus einfachen Verhältnissen kommt, hatte davor in Erfurt studiert. Sein Vater wollte, dass er Jurist wird. In den Jahren 1505 – 1510 lebt Luther als Mönch im Kloster, wird Priester und gibt nebenher die ersten Vorlesungen an der Uni Wittenberg. In diesen Jahren beginnen Luthers innere Glaubenskämpfe.
Im November 1510 wird Luther nach Rom geschickt. Dort ist er entsetzt über die Lebensweise vieler Geistlicher und den Druck der durch den Ablasshandel auf die einfachen Gläubigen ausgeübt wird. In den nächsten Jahren beschäftigt sich Luther mehr und mehr mit diesem Thema. Zurück in Wittenberg promoviert er zum Doktor der Theologie. 1517 schreibt Luther an die Bischöfe von Mainz und Magdeburg und verurteilt darin die Ablasspredigten des Inquisitors Johann Tetzel scharf. Er legt diesem Brief 95 Thesen bei, die er auch an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelt. Diese Thesen rufen in der Kirche heftigen Widerstand hervor. In der Bevölkerung findet Luther viele Anhänger.
In den folgenden Jahren erzürnt sich ein blutiger Streit um Luthers Thesen. 1521 wird Luther im Reichstag zu Worms angeklagt. Als Folge des Prozesses wird die Reichsacht über Luther verhängt. Er findet daraufhin Zuflucht auf der Wartburg. Dort beginnt er die Übersetzung des Neuen Testaments, die er in elf Wochen fertig stellt. Den Rest der Geschichte müsst Ihr schon selbst sehen, sonst wäre jede Spannung genommen. Es sei denn Ihr seid geschichtlich/theologisch so gut bewandert, dass Ihr die Geschichte des weiteren Leben Luthers eh schon kennt.
Gesamteindruck: Dieser Film hat mich begeistert, nicht nur weil er gut gemacht und gespielt war. Der Film hat mich zum Nachdenken und zum Nachlesen über diese Zeit angeregt. Momentan bin ich auf der Suche nach einem guten Buch, das mir diese Zeit, den geschichtlichen Hintergrund und das Leben von Martin Luther noch näher bringen kann (Tipps sind willkommen!!!). Ich hatte zwar vor vielen Jahren mal Leistungskurs Geschichte, aber trotzdem wusste ich zu wenig. Der Film war also nicht nur unterhaltend, sondern auch lehrreich ohne belehrend zu sein, interessant und informativ. Von mir bekommt der Film über Martin Luther fünf dicke Sterne!!
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13.01.2007 03:03
LK geschi? wow,respekt^^
31.10.2006 22:49
Der Film hätte mich jetzt auch interessiert. LG Sabine
02.01.2006 15:26
Dieser Film hat mich auch begeistert !