MacBeth. Die Komödie
12.08.2001
Pro:
ein echter Pratchett eben
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 6killer
Über sich:
Zwischen Leber und Milz paßt noch ein Pils.
Mitglied seit:31.08.2000
Erfahrungsberichte:276
Vertrauende:93
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 81 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Auch der Meister der humoristischen Fantasy, Terry Pratchett, hat sich dem Thema MacBeth angenommen. 1988 erschien dieser Roman unter dem Originaltitel „Wyrd Sisters“ – der deutsche Leser muss aber mal wieder mit der Holzhammermethode auf den Inhalt des Buches aufmerksam gemacht werden, daher wurde als deutscher Titel „MacBest“ gewählt, auch wenn dies nicht mal im Entferntesten eine Entsprechung im Buch findet. Dabei hätte der mündige Leser sich auch unter „Seltsame Schwestern“ genug vorstellen können. Und genau diese seltsamen Schwestern, also Hexen, spielen in diesem Roman die Hauptrolle. Ein Hexenzirkel, bestehend aus Esme ‚Oma’ Wetterwachs (die bereits in „Das Erbe des Zauberers“ vorgestellt wurde), Gytha ‚Nanny’ Ogg sowie Magrat Knoblauch.Oma ist die mächtigste der drei Hexen. Sie ist alt, dürr, weise, eine Meisterin aller Hexenfähigkeiten und wohnt in einer baufälligen Hütte allein im Wald – eine Hexe, wie sie im Buche steht. Nanny ist zwar ebenfalls alt, dabei aber eher von der Gestalt einer Kugel. Sie wohnt in einem schmucken Haus mitten im Ort und herrscht mit eiserner Hand über eine gewaltige Anzahl an Töchtern und Schwiegertöchtern.Magrat verdankt ihren Namen der Orthographieschwäche ihrer Eltern. Sie ist jung, unerfahren und hoffnungslos romantisch. Zu ihrer Vorstellung von Hexerei gehören Vollmonde und andere seltsame Dinge, auf die die beiden älteren Hexen mit Nasenrümpfen reagieren. Diese drei Hexen sind verantwortlich für die Dörfer des Königreichs Lancre, das in den Spitzhornbergen nahe der Mitte der Scheibenwelt liegt. Bis vor kurzem herrschte dort König Verence, der sich zwar nicht viel um seine Untertanen kümmerte, aber wenigstens auch niemandem auf die Nerven ging. Wenn er zum Beispiel ein Dorf niederbrennen ließ, gab er den Einwohnern wenigstens vorher Bescheid, damit sie sich in Sicherheit bringen konnten.Leider steht Verence aber Lord Felmet im Weg – oder besser gesagt, Lady Felmet. Diese stiftet ihren Mann zum Königsmord an. Und so findet Verence sich plötzlich neben seinem Körper stehend vor und wird in eine Existenz als Geist gezwungen, was ihm natürlich ganz und gar nicht behagt. Doch auch dem Königreich behagt Felmet auf dem Thron nicht. Damit sind nicht etwa die Bewohner gemeint, sondern das Königreich an sich: es beginnt, sich gegen den bösen Herrscher zu wehren.Und auch die drei Hexen werden in die Geschehnisse eingebunden: ihre Hilfe wird zuerst benötigt, um Verence’ Sohn in Sicherheit zu bringen, bevor Felmet auch diesen beseitigen kann. Danach gilt es eigentlich nur noch, den bösen König bloßzustellen und dem wahren Thronerben die Krone aufzusetzen. Ein Kinderspiel für den Hexenzirkel, natürlich. Neben „MacBeth“ hat Pratchett geschickt auch noch Anspielungen auf weitere Shakespeare-Stücke eingeflochten – die zu finden, sei jedem Leser selbst überlassen. Es liegt mit „MacBest“ ein gewohnt kurzweiliges, witziges, spannendes und auch nachdenklich stimmendes Buch vor, so dass die Suche danach bestimmt für jeden ein Vergnügen wird.Trotzdem ist „MacBest“ keineswegs nur eine lustige Version von „MacBeth“. Der klassische Shakespeare liefert zwar so etwas wie eine Vorlage, aber Pratchett baut auf diesem Fundament eine ganz andere fantasievolle Geschichte auf. Die Scheibenwelt wird weiter ausgebaut, und mit dem Königreich Lancre ein weiterer wunderbarer Ort für wunderbare Geschichten geschaffen. Die Höchstwertung hat dieser Pratchett zweifellos verdient. Hier stimmt mal wieder alles: Handlung, Humor und Charaktere sind genau aufeinander abgestimmt, so dass „MacBest“ nicht mehr und nicht weniger als ein genialer Roman mit höchstem Unterhaltungswert ist. Terry Pratchett: MacBest – ISBN: 3-453-05408-3, 12,90 DM, Heyne-Verlag
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Taschenbuch, 351 S., Erschienen: 2004 - N.-A.
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Nachdem er den König erdolcht hat, besteigt der finstere Herzog Felmet gemeinsam ...
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MacBest, Terry Pratchett
Taschenbuch, Verlag: Piper, Reihe: Serie Piper, Seitenanzahl: 351
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24.10.2001 19:00
Ich mag das Buch auch sehr, es ist nicht nur witzig, sondern stellenweise auch ziemlich dramatisch.
30.08.2001 20:12
Tja, "Wyrd Sisters" war zweifelsohne einer der spaßigeren Pratchetts - die letzeren waren ja teilweise etwas durchwachsen.
16.08.2001 21:49
Ja wie schmeckt denn dieser Mac?