Madang, Madang

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Erfahrungsbericht über "Madang, Madang"

veröffentlicht 15.08.2016 | celles
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"Die ehemalig deutsche Stadt Friedrich-Wilhelmshafen auf Papua"

Coastwatchers Memorial Lighthouse, Kalibobo,  Madang, Madang

Coastwatchers Memorial Lighthouse, Kalibobo, Madang, Madang

Grüß Gott aus Zürich !

Wir waren einige Tage mit Hapag Lloyd auf Papua Neuguinea und haben dabei auch Madang angelaufen. Der dortige Zeitunterschied war plus 10 Stunden zu Universal Time Coordinated.

Madang ist auch kein typischer Hafen für Kreuzfahrten und wenn dort welche hinkommen, fahren diese lieber nach Alotau. Madang ist besser unter seinem deutschen Namen Friedrich-Wilhelms-Hafen bekannt und dieser klingt auch besser und attraktiver als Madang.

Die Ansiedling hat rund 28.000 Einwohner und befindet sich an der Nordküste von Papua-Neuguinea. Dies macht sie schon zur 6.größten Stadt des Landes. Sie soll auch die schönste Stadt des Landes sein, aber wenn man die Stadt mit den Wellblechhäusern sieht, fällt dies etwas schwer. Madang besteht schon seit 1884 und hieß früher Friedrich-Wilhelmshafen.


GESCHICHTE

Friedrich-Wilhelmshafen, das heutige Madang wurde von Otto Finsch und Kapitän Eduard Dallmann erstmals angefahren und dies auf Wunsch der Neuguinea-Kompagnie im Jahre 1886. Damals war man nicht davon begeistert und bei späteren Erkundungen meinte man, dort Kaffee pflanzen zu können. Ende des 19.Jh. wurde Friedrich-Wilhelmshafen ausgebaut und es gab Wohnhäuser für Europäer, ein Krankenhaus nur für sie und eine Fabrik.

Die Deutschen gründeten auch andere Orte wie Stephansort und Herbertshöhe auf Neu-Pommern, aber Krankheitsfälle und Abgeschiedenheit machte den Deutschen zu schaffen. Die Malaria war das größte Problem und die Deutschen zogen nach Rabaul und die Japaner nahmen 1942 ein und die Australier befreite es 1943 wieder auf Kosten der Stadt, die nachher wieder, sicher weitaus hässlicher, so wie sie jetzt ist, wieder aufgebaut wurde.


LAGE und KLIMA

Nachdem Madang bei 5° Süd und 145° Ost liegt, fällt es in die Tropen. Die Regenmengen sind hier überdurchschnittlich hoch. Monate über 300 mm Niederschlag sind keine Seltenheit und hier sticht der April besonders heraus. Den wenigsten Niederschlag hat der September mit 82 mm.

Auch konstant sind die Jahrestemperaturen mit immer über 30 Grad und auch die Rekorde gehen meistens nur 1 bis 2 Grad drüber. Die Rekordtiefsttemperatur war 18,9 Grad und dies lässt schon denken und dies bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von immer über 83 %.


ANREISE

Für die Einreise ist ein Visum erforderlich. Das haben wir von der Reederei bekommen, denn es würde auch keine Botschaft von Papua-Neuguinea in Österreich geben. Wir müssten uns nach Belgien wenden, aber die Erteilung eines Touristenvisums ist bei Einreise am Flughafen von Port Moresby auch möglich. Wir kamen aber von Australien per Schiff.

Nach Madang kommt man auch mit dem Flugzeug. Der Flughafen wurde von den Japanern geschaffen und dorthin fliegen.

Air Niugini
Lorengau, Port Moresby, Vanimo, Wewak
PNG Air
Lae


Der Flughafen hat eine 1,5 km lange Asphaltpiste und befindet sich in Stadtnähe. Wir konnten die Startbahn auch beim Einlaufen in den Hafen erkennen.


HAFEN

Das Hafenbecken war ziemlich groß und wir liefen in der Früh ein. Dieser sah ziemlich schlicht aus und war von etlichen Palmen gesäumt. Auch Tanks und eine Reihe an Container war zu erspähen. Der Hafenbereich war ordentlich asphaltiert und es gab auch einige Hallen und dies hatten schon ein verrostetes Dach.

Im Hafenbecken gab es viele Leute, die fischten oder zu anderen Inseln unterwegs waren und auch war der Hafen von Mangroven gekennzeichnet und ich bekam einen sehr naturbelassenen Eindruck. Weiter draußen legte eine doppelstöckige Fähre an, die Leute ständig zum anderen Ufer brachte. Diese machte noch einen ganz passablen Eindruck.

Die Columbus 2 konnte dort andocken und wir konnten über die Gangway das Schiff verlassen und gleich nach 5 Minuten Fußmarsch zwischen den Containern das eingezäunte Hafengebiet zu Fuß verlassen.


POST OFFICE

Architektonische Meisterwerke darf man sich in Madang nicht erwarten, daher war schon das Postamt etwas Bemerkenswertes, obwohl es auch nur ein Wellblechhaus ist. Das Haus war breit und hatte keinen Stockaufbau mit einem sehr breiten, niedrigen Giebeldach.

Die untere Farbe war Rosa und der obere Teil war Weiß und unter dem Giebel stand in schwarzen Lettern Madang Post Office und beidseits gab es zwei rote P’s. Auch hatte das Gebäude drei große Fenster, den Eingang seitlich und einen schön gestalteten, grünen Vorgarten mit kleinen Büschen. Vor dem Gebäude warteten etliche Leute und dies war auch noch ein Sammelpunkt für diverse Gespräche.

Weiter ging es auf asphaltierten Hauptstraßen und geschotterten Nebenstraßen.


MEMORIAL LUTHERAN CHURCH

Die Lutherkirche stammte in ihrer Urform sicher von den deutschen Missionaren her. Dieser Bau ist aber neu errichtet worden und stand auf einer großen, gepflegten Grünfläche, die umzäunt war. Die Fassade ist aus braunen Ziegeln hellerer Natur und in der Mitte ist viel Glas in 5 x 2 Reihen.

Dies verleiht der Kirche ein sehr helles Interieur. Links von der Kirche wurde ein externer Glockenturm aus hellbraunen Ziegeln mit einer weißen Umrahmung geschaffen und in der Mitte hängt eine kleine Glocke. Leider war die Kirche bei unserem Besuch nicht geöffnet.


MÜLLENTSORGUNG

Vor jedem Haus steht ein Doppelkorb in viereckiger Form auf zwei Metallstelzen, damit das Wasser den Müll nicht mitschwemmen kann. In diese großen Körbe legen die Leute ihren Abfall, mal in Sackerln oder frei liegend. Leider ist auch so etliches entkommen und das wurde eher nicht wieder aufgesammelt und zurückgelegt.


COASTWATCHERS MEMORIAL LIGHTHOUSE – KALIBOBO

Das Coastwatchers Memorial Lighthouse, Kalibobo, Madang erinnert an deren Tätigkeit und es wurde am 15.8.1959 eröffnet und ist auch noch ein funktionierender Leuchtturm. Er liegt im Westen von Mandang rund 30 Gehminuten vom Hafen entfernt und wird auch als Hauptattraktion von Madang angesehen, weil es sonst keine herausragende Architektur gibt.

Der Leuchtturm sah anders aus, als was man so landläufig unter einem Leuchtturm kennt. Eher sah der hohe Bau aus wie eine Rakete mit seinen 6 Standbeinen, seiner Teile und seiner Drahtspitze oben. Den Leuchtturm kann man aber nicht von innen besichtigen.


HOLY TRINITY ANGLICAN CHURCH

Auf einer kleinen Anhöhe liegt die Holy Trinity Church und diese ist auch wieder mehr ein Zweckbau, aber sie sieht im Grünen mit dem Garten und den vielen Blumen darin sogar noch recht malerisch aus. Diese hat eine grüne Fassade und einen weißen Unterbau mit Löchern, die wahrscheinlich ventilierend wirken sollen. Das Dach ist blau und unter dem Giebeldach steht auf Weiß in großen, schwarzen Lettern Holy Trinity.

Das Eingangsportal ist mit einem kleinen Vorbau auch mit Giebeldach abgedeckt und auf dem First steht ein braunes Holzkreuz. Die Tür ist eine Flügeltüre und dann kommt man schon in den mächtigen Sakralraum, wo wir auch einen Priester trafen, der uns viel zu seiner Gemeinde zu erzählen hatte.

Die Kirche ist nur einschiffig und hat in der Mitte 5 Reihen an großen, weißen Fliesen und links und rechts außen einen roten Boden, auf dem eine Menge an alten Holzbänken steht. Auf einer hat sogar ein müder Hund geschlafen. Die Rückwand ist aus Palmgeflecht mit einem grünen Kreuz und Jesus daran bedacht. Der Altar hat einen violetten Überwurf und beidseits hängen auch noch zwei Jesusbilder. Seitlich ist alles sehr luftig mit vielen offenen Schlitzen und Fenstern und das Dach wird durch Metallträger gestützt.


Auf der Rückwand ist Jesus ganz groß mit einem weißen Schaf abgebildet. Dieses hält er im Arm und lächelt mit seinem roten Umhang und Hirtenstock in der Hand, weil er das verlorene Schaf gefunden hat. Wenn man selbst das verlorene Schaf ist, ist man eingeladen, in der Kirche zu beten und zu meditieren.

An der einen Seite gibt es auch viele Wandgemälde, die Moses mit den Tafeln, Jesus am Kreuz, seine Auferstehung, drei Engel mit einem Kelch, die Taufe und diverse Heilungen zeigt. All dies war eher modern, aber wunderschön gemalt worden.


KRANGKET FISH MARKET

In der Nähe des Mandang Resorts gibt es den Fischmarkt. Dies ist aber kein fixer Markt mit einer Markthalle, sondern es handelt sich um einen Markt mit Tischen und individuellen Verkäufern, die einfach von der Straße weg ihren mit Eiswürfeln gekühlten Fisch verkaufen. Nachdem die Sonne auch unbarmherzig ist, wird in der Regel ein bunter Sonnenschirm aufgespannt.


SOUVENIR MARKT

Am Mandang Resort gibt es für alle zugänglich einen Markt, der unter großen Banyanbäumen aufgestellt ist und auch etliches zwischen diesen spannt. Dort wird Kunsthandwerk und auch Stofftaschen verkauft. Auch bunte Tücher und diverse Masken waren zu haben. Der Andrang der Leute hielt sich aber stark in Grenzen. An anderen Ständen wurde auch Eis und kaltes Wasser feilgeboten.


SCHULE

Die Schule höhere Art, steht im Westen der Stadt auf Stelzen und ist ein Holzbau mit einem Giebeldach. Diese sah ziemlich intakt aus und bestand aus zwei fast gleichen Gebäuden.


ROTARY PARK

Der dem Rotary Club gewidmete Park hat ein blaues Tor mit Spitzdach und Rotary Park in gelben Lettern geschrieben. Das Gras war damals sehr kurz gemäht. Wege habe ich keine gesehen und nur auf einer kleinen Fläche ein paar schattenspendende Bäume.


SIR DONALD CLELAND PARK

Der Park ist sehr naturbelassen, teils mit hohem Gras für die Tiere und einem Teich voller Seerosen. Auch das Schild zeigt dies so und auch einen Reiher auf den Seerosen. Der Rest besteht aus buschigen Bäumen und gemähten Wiesen. Der Park ist von alten, geweissten Autoreifen abgezäunt.


GEBÄUDE

Alles sind fast Wellblechhütten, mal hässlich, mal etwas sehenswerter. Ich könnte es in der Hitze nicht in diesen aushalten. Auch verkehren Stadtbusse und die Haltestellen sind mit Wartehaus davor aufgestellt.


FAZIT

Madang ist allein sicher keine Reise wert. Dort will man eher sehen, wie die Leute leben, denn es gibt keine Highlights und auch die Südsee kann man sich anders vorstellen, als eine Ansammlung aus Wellblech mit nicht so viel Müll auf den Straßen wie in anderen Gebieten.

Die Leute sprechen einen schon an, aber die sollen auch nicht immer ganz ohne sein, sodass man uns eher ermahnt hat, sich nicht mit diesen einzulassen.

Madang hat ein paar Kirchen, den Leuchtturm und ein Resort, das war es fast schon und den großen Park, aber es liegt sowieso im Grünen und ist nicht dicht verbaut.

Danke fürs Lesen

Celles


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Sydneysider47 veröffentlicht 11.09.2016
    ich wusste bisher gar nicht, dass es diese Stadt überhaupt gibt - und dass sie mal einen deutschen Namen hatte.
  • Mogli2309 veröffentlicht 08.09.2016
    zum bewerten muss ich wiederkommen, aber schrieb die sich wirklich mit f? Wilhelmshaven wird ja mit v geschrieben
  • AndreaRo veröffentlicht 31.08.2016
    bh
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Produktdaten : Madang, Madang

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Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 07/06/2016