Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Humorvoller Roman, Wiedererkennungswert garantiert |
| Kontra: |
Deutscher Titel - schlecht gewählt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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1.) Mein Weg zu diesem Buch
Mein Griff zu diesem Roman war vorbestimmt. Durch meine schwedische Herkunft und als riesiger Schweden-Fan reagiere ich auf alles gelbe und blaue magisch. So dauerte es nur wenige Tage nach dem Erscheinungsdatum und mir war "Made in Sweden" in unserer Buchhandlung aufgefallen. Es stand für mich fest, dass ich dieses Buch besitzen muss und ich war letzendlich so begeistert, dass ich es mittlerweile auch im Orginal gelesen habe.
2.) Design
Das Buch ist gänzlich in gelb und blau gehalten. Auf der Titelseite ist ein Straßenschild mit einem Elch abgebildedet. Das Elchmotiv findet man auch auf dem Hintergrund wieder
3.) Formalia
So, bevor ich zu dem angenehmen Teil, der Beschreibung, meiner Meinung etc. komme, möchte ich euch kurz noch die Formalia vorstellen:
Also, "Made in Sweden" ist in Deutschland im Lübbe-Verlag erschienen, hat 429 Seiten und kostet 8,90 EURO. Die ISBN-Nummer lautet folgendermaßen: 3-404-92148-8
4.) Der Autor
Torbjörn Flygt wurde 1964 in Schweden geboren und lebt heute in Malmö - Made in Sweden ist sein dritter Roman, wobei zuvor nur "Schärensommer" in Deutschland erschienen ist. Mittlerweile ist auch ein vierter Roman auf dem Markt - allerdings nur in Schweden. Man muss überhaupt sagen, dass es sehr schade ist, dass Torbjörn Flygt bis jetzt noch nicht sehr viel Beachtung in Deutschland gefunden hat.
Deshalb kann ich euch den Titel des vierten Romans leider auch nur auf schwedisch nennen. Hier heißt das Buch: Verkan und ist im Jahr 2004 erschienen
5.) Klappentext
Das verspricht der Klappentext: MADE IN SWEDEN erzählt voll Humor und mit einer beeindruckuenden Leichtigkeit die Geschichte der Familie Kraft. MADE IN SWEDEN handelt auch von den 70er- und 80er-Jahren. Ein Roman zum Wiedererkennen und Wohlfühlen.
6.) Inhalt
Die Hauptfigur ist der Ich-Erzähler Johan Kraft, der mit seiner oberschlauen, fünf Jahre älteren Schwester Monika und seiner Mutter Bodil, die sich in einer Strumpffabrik abrackert, in den Plattenbauten einer schwedischen Großstadt lebt. Am Anfang
der Story ist Johan 10 Jahre alt am Ende erwachsen. Mittelpunkt seines Lebens sind anfänglich Freunde und Schule. Wir dürfen die Jugend gemeinsam mit Johan miterleben, seine erste Freundin, seine Probleme mit der Schule und der Familie und sehen, wie es ist Älter zu werden, hinauszugehen und seinen Horizont immer weiter zu erweitern.
Ein besonderes Augenmerk muss auch auf die Mutter geworfen werden. Diese ist alleinerziehend und rackert sich ab um ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Als die Strumpffabrik, in der sie arbeitet Pleite geht und schließen muss, steckt sie nicht den Kopf in den Sand, sondern erlernt einen neuen Beruf, in dem sie schließlich auch erfolgreich arbeitet.
Es sind so viele kleine Stories aus dem Leben einer ganz normalen Familie, die kunstvoll ineinander verwebt sind und so ein wundervolles Gesamtbild darstellen.
7.) Meine Beurteilung
"Made in Sweden" - ein wundervolles Buch, aber der deutsche Titel ist meiner Ansicht nach nicht passend. Wir haben es hier nicht mit einem außergewöhnlichen Charakter zu tun, sondern mit einem ganz normalen Jungen, dessen Leben auch locker von Schweden nach Deutschland versetzt werden kann.
Nichts an Johans Leben ist typisch schwedisch, aber genau das impliziert der Titel. Die schwedische Orginalausgabe trägt den Titel "Underdog" - und dies erscheint mir wesentlich passender und angebrachter.
Ansonsten muss man sagen, dass die Übersetzung aber gut gelungen ist und Paul Berf einen wirklich guten Job gemacht hat. Dem ein oder anderen mögen die langen Sätze, die sie locker mal über eine halbe oder sogar ganze Seite erstrecken können, missfallen, aber nur das wird Torbjörn Flygt wirklich gerecht, denn auch im schwedischen sind die Sätze ähnlich formuliert und konstruiert und nur so konnte der ganze Wortwitz und die Stimmung auch in der Übersetzung herübergebracht werden. Dadurch lässt sich auch begründen, dass Paul Berf meist die schwedischen Sprichworte und Redewendungen erhalten und ins Deutsche übertragen und nicht ein Pendant in dieser Sprache gesucht hat. Das mag an manchen Stellen für jemanden, der kein schwedisch kann, ungewohnt klingen, aber der Lesefluß wird auch dadurch kaum beeinflusst.
Die Story eines ganz normalen Jungen, in einer ganz normalen Familie führt zu einem großen Wiedererkennungswert. Irgendwie hat mich das Buch stark an "Generation Golf" erinnert. Es wird von so vielen Erlebnissen und Dingen berichtet, die ich selber noch aus meiner Kindheit kenne und nur zu häufig gibt es diesen wunderschönen AHA-Effekt.
Torbjörn Flygt ist für diesen Roman in Schweden mit dem wichtigsten Literaturpreis "Augustpriset" und mit der "BMF-plaketten" ausgezeichnet worden und das meiner Meinung nach mehr als verdient. Ich bin nur aus Zufall und eben durch meine Liebe zu Schweden auf dieses Buch gestoßen, dass zwar nicht viel mit Schweden zu tun hat aber ein herzerwärmender und humorvoller Roman ist.