Maestro

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Teil V: Maestro macht die Bankkarte international

5  05.07.2003 (08.07.2003)

Pro:
weltweit verfügbar; niedrige Abhebungsgebühren; erlaubt auch Bezahlung am POS

Kontra:
mangelde Akzeptanz in einigen Ländern Asien und Südamerikas

Empfehlenswert: Ja 

helko2000

Über sich:

Mitglied seit:18.03.2001

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Vertrauende:57

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 67 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

1. Einleitung:

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Jeder von uns zahlt wohl mehrfach täglich in Geschäften mit seiner Karte. Das bezeichnet man auch einfach als Point of Sale - Payment.
Doch welche Karte nutzen wir dabei und warum benötigt man manchmal eine PIN und manchmal eine Unterschrift?
Um diese Fragen zu beantworten, habe ich angefangen Artikel zu den verschiedenen Kartenarten zu schreiben, um diese euch näher vorzustellen.

Die bisherigen Teile dieser Serie findet ihr unter:
Teil I: http://www.ciao.com/EC_Cash_mit_Unterschrift__Test_2602190
Teil II: http://www.ciao.com/EC_Cash_mit_PIN__Test_2607931
Teil II: http://www.ciao.de/Cirrus_Card__Test_2639548
Teil IV: http://www.ciao.de/Postbank_Visa_Plus__Test_2640943


Dieser Bericht befasst sich zur Abwechslung mal wieder mit einer bekannteren Karte: der Maestro


2. Maestro-System
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2.1. Einordnung & Überblick über MasterCard
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Maestro wird von der Europay-Mastercard Gesellschaft vertrieben. Das wohl bekannteste Produkt ist die MasterCard, in Deutschland immer noch als EUROCARD bezeichnet; also eine Kreditkarte. Neben einer Kreditkarte gibt es natürlich auch noch eine Debitkarte, also eine Karte um über vorhanden Beträge des Girokontos zuzugreifen - das ist eben diese Maestro. Man kann mit ihr sowohl im Handel bezahlen (PIN oder Unterschrift (zumindest in D)) als auch Bargeld abheben am Geldautomaten (mit PIN).
Und dann gibt es noch eine dritte Karte dieser Gesellschaft: Cirrus. Mit PIN kann man Geld am Automaten abheben, aber nicht in Geschäften zahlen; daher gibt es Cirrus-Karten auch gern zu Sparkonten dazu.
Jedes dieser 3 Kartenprodukte ist weltweit verfügbar.

Europay/MasterCard hat auch noch andere Kartenprodukte im Angebot, deren Bedeutung aber noch bei etwa 0 liegt, deswegen lasse ich sie außen vor.


2.2. Die Merkmale
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Maestro Karten erlauben neben der Bezahlung in Geschäften auch die Bargeldabhebung am Automaten. Die Karten werden dabei übrigens nicht mit Kartennummer allein identifiziert, sondern mit dem verknüpften Konto.
Daher reicht hier die Angabe der Kartenummer nicht aus.


2.3. Das Logo
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Das Maestro-Logo befindet sich (meist) auf der Vorderseite unten rechts. Es ähnelt von der Form her dem MasterCard-Logo und stellt also zwei sich überschneidende Kugeln dar, deren Farben blau bzw. rot sind.


2.4. Zahlung per Maestro mit PIN im Handel
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Beim Maestro-mit-PIN-Verfahren wird die Zahlung online gegen das Kartenlimit und auch gegen die Deckung auf dem Konto autorisiert und ebenfalls die Sperrdatei abgefragt. Dafür erhält der Händler eine Zahlungsgarantie aber er muss recht hohe Gebühren abführen.
Die Banken bekommen einen bestimmten Prozentsatz vom Umsatz an Provision je Vorgang. Der maximale Betrag liegt i.d.R. bei 200 € je Transaktion oder Kartenlimit.

Klarer Vorteil für den Händler ist hierbei eben die erhaltene Zahlungsgarantie. Eine erfolgreich durchgeführte PIN-Transaktion kann nicht wieder rückgängig gemacht werden; auch nicht wenn die Karte von einem Dritten nach einem Diebstahl eingesetzt
wurde. Wer auch immer die korrekte PIN eingibt, autorisiert damit die Zahlung und das gilt. Wie bereits mehrfach von Gerichten bestätigt heißt das aber auch, das der Kunde kurzerhand Pech hat wenn jemand seine PIN erfährt. Das müssen nicht nur solche Leute sein, die die PIN auf der Karte oder sonstwie in der Handtasche notieren (ich kenne da eine), sondern auch solche, die z.B. an einem gefakten Türöffner einer Bank sich die Nummer klauen lassen.

Aktuell gibt es jetzt auch ein Urteil zur Maestro-Karte des BGHs - dieser hält ebenfalls die PIN für sicher:
Wenn mit Maestro-Karte und PIN Bares am Geldautomaten gezogen wird, muss dafuer der Kontoinhaber gerade stehen. Das hat der Bundesgerichtshof am 05-OCT-2004 entschieden. Die Behauptung, die Maestro-Karte sei gestohlen worden und der Dieb muesse die Geheimnummer herausgefunden haben, hilft dem Kontoinhaber nicht. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs spricht in solchen Faellen alles dafuer, dass der Karteninhaber die Nummer nicht sorgfaeltig geheim gehalten und so Dritten die Abhebung ermoeglicht hat (Az. XI ZR 210/03).


Setzt man seine Maestro außerhalb des EURO-Raums ein, werden Gebühren fällig (meist zwischen 0,95% und 1%). Diese werden aber nicht vom Händler erhoben, sondern von der Kartenausgebenden Bank, die damit ihre höheren Kosten decken möchte.


2.5. Zahlung per Maestro mit Unterschrift im Handel
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Hier liegt der riesiger Nachteil gegenüber VISA. Während VISA Electron als direktes Konkurrenzprodukt es auch ermöglicht bei Unterschriftenzahlung die gleiche Garantie bzw. Überprüfung zu bieten wie bei einer VISA Kreditkarte, bietet Maestro diese Möglichkeit eben nicht. Also kann man grundsätzlich nicht mit Unterschrift per Maestro-Karte einkaufen.

Aber ich kann doch beim meinem Händler mit Unterschrift bezahlen? fragen sich jetzt bestimmt einige. Das stimmt zwar (innerhalb Deutschlands), aber obwohl ihr dabei eure Maestro-Karte nutzt, kommt das Maestro-System selbst dabei nicht zur Anwendung, sondern ELV oder POZ (siehe Teil I)!

Witzigerweise funktioniert die Bezahlung ohne PIN teilweise auch in den USA (und bestimmt auch einigen anderen Ländern); allerdings wird auch hier nicht das direkte Maestro-Verfahren genutzt, sondern eine Erweiterung dieses im Zusammenhang mit MasterCard. Allerdings kann man daher auch nicht unbedingt von einem eigentlichen Clearing sprechen...


2.6. Maestro am Geldautomat
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Hier benötigt man die PIN, um sich mit Bargeld zu versorgen; natürlich auch weltweit. Klarer Vorteil bei Abhebungen im Ausland ist, das man vorher kein Geld am Schalter zu überhöhten Preisen wechseln muss. Weiterhin kann man auch im Zielland genau die benötigte Menge abheben, da man diese dann besser schätzen kann.

Die Zahlung wird online gegen das Kartenlimit und auch gegen die Deckung auf dem Konto autorisiert und ebenfalls die Sperrdatei abgefragt. Wie bei allen anderen PIN-Zahlungen kann man hier auch nicht die Abbuchung zurückgeben.

Maestro hat moderate Gebühren bei Abhebungen an ausländischen Geldautomaten, die sich meist nach Kontinent unterscheiden; in Europa etwa 3,50 €, in USA nochmals 1 € mehr. Genauers erfährt man durch Blick in den Gebührenaushang der Bank, da diese die Gebühren vollständig autonom festlegt!
Der Hauptunterscheid zu einer Kredikarte ist aber, das die Gebühr betragsunabhängig ist; d.h. es ist egal, ob man 10 € oder 200 € abhebt; die Gebühr ist die gleiche.

Wer eine Maestro (oder Cirrus) der Deutschen Bank hat, kann auch damit weltweit das Automatennetz der Kooperationsbanken (wie Barclay's oder der Bank of America) komplett ohne Gebühren nutzen.


3. Wo gibt es Maestro?
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Maestro-Karten geben fast alle deutschen Kreditinstitute zu ihren Girokonten heraus.


3.1. Bonität?
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Im Gegensatz zu Kreditkarten benötigt man für die Maestro grundsätzlich weder Job noch Einkommen. Daher werden diese Karten auch Jugendlichen als Reisebegleiter empfohlen.
Die Kartenführung erfolgt auf Guthabenbasis, d.h. was abgehoben werden soll, muss vorher auch eingezahlt worden sein.


4. Vorteil / Nachteile für den Kunden
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Kartenzahlung allgemein bedeutet unabhängig von Bargeld zu sein, d.h. Spontankäufe durchführen zu können.
Vorteile bei Zahlung mit PIN ist natürlich, das man einkaufen kann, solange das Konto gedeckt ist. Eine Überziehung und die damit verbunden Kosten hat der Kunde nicht zu befürchten, den billig ist so ein Mahnverfahren nun wirklich nicht.
Weiterhin sind Karten die nur mit PIN funktionieren sehr gut gegen Diebstahl geschützt.


5. Fazit
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Zu guter Letzt jetzt noch meine persönliche Verwendung der Maestroverfahren als Kunde:
Zum Schluss muss ich noch gestehen, das ich auf Grund meiner sehr vielen und langen Großbritannien- und Commonwealth-Aufenthalte zum Kreditkartenfetischisten geworden bin, so das Maestro (und auch Visa Electron) für mich nur Notlösungen sind, falls mal keine Kreditkarte akzeptiert wird. Allerdings nutze ich Maestro öfters um Bargeld außerhalb von good old Germany abzuheben, da es damit doch viel preiswerter als mit Kreditkarte ist.

Außerhalb Deutschlands werden ja Kreditkarten deutlich häufiger akzeptiert als bei uns, so das ich eigentlich ausschließlich damit bezahle. Einmal, es war in Portugal, nahm aber eine Tankstelle keine Kreditkarten sondern nur Maestro. Auch hier gab ich dann die PIN ein und es dauerte nicht einmal 30 Sekunden, bis das okay des Clearing-Servers vorlag. Schneller geht es ja mit Kreditkarten auch nicht.

Wie gesagt, ich nutze aber sehr oft meine Maestro-Karte um am Geldautomaten Bargeld abzuheben - und das natürlich weltweit. Probleme wie stecken gebliebene Karten oder Stromausfälle oder Falschbuchungen hatte ich bis jetzt zum Glück noch nicht. Allerdings muss man teilweise ganz schön sprachenversiert sein, da viele Automaten außerhalb der EU keine deutsche Benutzerführung haben. Aber mit Englisch hatte ich noch nie Probleme, das gab es eigentlich immer zur Auswahl.

Wenn ich denn innerhalb Deutschlands einmal mit PIN und Maestro-Karte bezahle, so sind das meist kleinere Händler. Da ich auch über eine Maestro / EC-Karte von BarclayCard verfüge, führt das dann ab und zu zu witzigen Irritationen, da der Kassierer (wie mir erst wieder letzte Woche passiert) keine Ahnung hat wie das Maestro-Zeichen aussieht und diese Karte also für eine Kreditkarte hält. Er war dann aber ganz überrascht, das das Terminal die Karte anerkannte, obwohl ich ihm vorher den Unterscheid erklärt hatte.


6. Homepage
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Unter http://www.maestrocard.com befindet sich die offizielle Seite zur Karte, u.a. mit weltweiter Geldautomatensuche.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
aimnrt

aimnrt

29.12.2003 15:42

Sehr interessanter Bericht, wenn ich es richtig verstanden habe, liegt der Vorteil gegenüber MasterCard beim Einsatz z.B. in England in erster Linie bei der günstigeren Bargeldversorgung. Da ich eine MasterCard mit 1% Auslandsgebühr habe, dürfte beim Bezahlen im Geschäft etc. kein großer Gebührenunterschied zwischen diesen beiden Karten sein, oder?

Raimok

Raimok

07.07.2003 12:33

Ich verlass mich eigentl. nur auf Kreditkarten (die Mischung machts) und hatte auch noch keine Probleme damit. SG Raimo

tylerfan

tylerfan

05.07.2003 23:42

Solange sie in Island funktioniert *lach* Dir eine gute Nacht! LG, tylerfan

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