Magersucht- meine Erfahrungen

5  21.05.2002 (23.05.2002)

Pro:
da gibt es nichts Positives !  !  !

Kontra:
veränderungen des Magersüchtigen  -  weiteres im Text

Empfehlenswert: Nein 

cajemso

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Ich möchte heute einen Bericht über eine wirklich schlimme Krankheit, die Magersucht (auch bekannt als Anorexie) schreiben. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Bericht überhaupt verfassen soll, denn diese Krankheit hat meiner Freundin fast das Leben gekostet und ich habe dies auch nach Jahren noch nicht verarbeitet...

***Was ist Magersucht ???***

Magersucht ist eine Essstörung, deren Anzeichen vor allem Hungern, Gewichtsabnahme und extreme Gewichtskontrollen sind. Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie "Appetitverlust oder -verminderung". Jedoch ist nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört.
Die Magersucht tritt in Bezug auf die Gesamtbevölkerung relativ selten auf. Mädchen und Frauen im Alter von 15. bis 25 Jahren gelten als Risikogruppe für diese Krankheit. Sie sind am meisten von der Magersucht betroffen. Nur etwa 5% der Erkrankten sind Männer. Magersucht beginnt oft schon in der frühen Jugend, häufig kurz nach dem Einsetzen der ersten Menstruation. Neben diesem Erkrankungsgipfel um das 14. Lebensjahr, tritt die Störung auch etwa im 18. Lebensjahr gehäuft auf.
Früher wurde angenommen, dass nur Mädchen im Teenager-Alter und junge Frauen von dieser Essstörung betroffen werden können, allerdings tritt die Magersucht auch mehr und mehr bei Personen beiderlei Geschlechts und jeden Alters auf, sogar bei Kindern, denen (durch Kino, Fernsehen, Freunde oder die Familie) der Eindruck vermittelt wurde, dass die äußere Erscheinung alles- entscheidend ist. Personen wie Athleten, Tänzer, Turner, Läufer oder natürlich auch Models, deren körperliche Erscheinung beruflich eine Rolle spielt sind besonders betroffen.


***Die Ursachen der Magersucht***

Zur Entstehung der Magersucht, auch bekannt unter dem Namen „Anorexie“, wirken oft verschiedene Faktoren zusammen, die sich gegenseitig beeinflussen.

----- Biologische Einflüsse -----
Man vermutet, dass bei vielen Magersüchtigen eine Störung der Region des Gehirns vorliegt, die der Steuerung des Essverhaltens, der sexuellen Aktivität und der Menstruation dient. Allerdings ist es auch möglich, dass die Funktionsstörung dieser Hirnregion erst im Laufe der Erkrankung, z.B. als Folge des Gewichtsverlustes, auftritt und zur Aufrechterhaltung der Störung beiträgt, aber nicht ihre eigentliche Ursache ist. ist.

----- Psychologische Einflüsse -----
Magersucht beginnt besonders häufig während der schwierigen Entwicklungsphase der Pubertät beginnt. Die Erkrankung tritt oftmals auf, wenn eine junge Frau sich von der Bewältigung der alterstypischen Anforderungen überfordert fühlt. Das Mädchen entwickelt sich während der Pubertät zur Frau und muss eine neue Identität finden. Wenn die Betroffene sich davon überfordert fühlt, entsteht ein tiefes Gefühl der Unsicherheit. Für viele Mädchen/ Frauen scheint der Versuch, Kontrolle über ihr Körpergewicht ausüben zu können, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Das Körpergewicht wird eine wichtige Quelle für ihr Selbstwertgefühl.

----- Gesellschaftliche Einflüsse -----
Das Schönheitsideal hat sich seit Anfang der 60er Jahre immer mehr in Richtung eines sehr schlanken Körpers entwickelt. Andererseits ist es durch relativen Wohlstand und ein Nahrungsüberangebot gleichzeitig zu einem Anstieg des Durchschnittsgewichts der Menschen gekommen. Insbesondere bei Frauen wird Übergewicht gesellschaftlich sehr negativ bewertet, und dickere Menschen als fett bezeichnet. Durch Werbung und Filme erhält man den Eindruck, dass nur schlanke Frauen schön, erfolgreich und beliebt sind. Gerade junge Frauen, die während der Pubertät körperliche Veränderungen durchlaufen und erst ein Gefühl für ihren "neuen" Körper entwickeln müssen, können durch dieses Schlankheitsideal stark verunsichert werden.

***Anzeichen für Magersucht***

Betroffene sind nicht einfach nur dünn. Sie wiegen mindestens 15% weniger als sie sollten. Das Ziel der Magersüchtigen ist der perfekte Körper. Gut ist nicht genug und sie haben Angst davor, fett zu sein. Außerdem leugnen sie, gefährlich dünn zu sein egal wie dürr sie schon sind, weil ihre Selbstwahrnehmung gestört ist.
-> Hierzu ein kleines Beispiel: Meine Freundin malte ein Bild von sich, indem sie sich in einem Spiegel als riesig fett und aufgedunsen sah. Zu diesem Zeitpunkt bestand sie fast nur noch aus Haut und Knochen.
Magersüchtige sind oftmals besessen von Essen und Diäten, reden ständig davon und registrieren jede Kleinigkeit, die sie zu sich nehmen und kontrollieren ihr Gewicht durch mehrfach tägliches Wiegen. Außerdem betreiben sie oft übermäßig viel Sport, um Gewicht zu verlieren oder es zu halten, selbst wenn sie erschöpft, krank oder verletzt sind.
Ein Zeichen der Magersucht ist bei Frauen auch das Aussetzen der Regel, Männer dagegen werden impotent. Die Nägel und Haare der Magersüchtigen werden brüchig, ihre Haut trocknet aus und der Blutdruck sowie die Körpertemperatur sinkt.
Zu Beginn einer Magersucht ist es für Außenstehende jedoch sehr schwer, die Krankheit zu erkennen.

***Veränderungen***

----- Verändertes Essverhalten -----
Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen (sie fühlen sich immer richtig dick) Körpers, bemühen die Magersüchtigen sich, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Zu diesem Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an Nahrung zu sich und vermeiden Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten. Manche Magersüchtige verweigern zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett. Häufig nimmt das Essen einen Mittelpunkt im Leben der Betroffenen ein. Sie unterdrücken ihre Hungergefühle und bereiten mit großem Eifer wahre Festmahle für andere zu, von denen sie aber selbst nichts essen. Es gibt zwei Gruppen von Magersüchtigen: Etwa 50% halten ausschließlich Diät, bei den anderen treten aber auch bulimische Symptome (Essanfälle und danach selbst herbeigeführtes Erbrechen) auf. Bei Betroffenen, die zu der letzteren Gruppe gehören, beginnt die Störung meist später, sie haben vor der Erkrankung ein höheres Gewicht und sie sind häufig depressiver als Patientinnen mit einer rein magersüchtigen Symptomatik.

----- Gewichtsverlust -----
Neben der strengen Diät setzen viele Magersüchtige zusätzlich Appetitzügler, Abführmittel und sportliche Betätigung ein, um abzunehmen. Durchschnittlich verlieren sie 45-50% ihres Ausgangsgewichts. Viele Patientinnen magern bis auf 30 Kilogramm ab.

----- Körperliche Veränderungen -----
Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung kann es zu schwerwiegenden körperlichen Schäden kommen. Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die Menstruation meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird die körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Auch Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der Körpertemperatur, Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen der Anorexie auftreten. Der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Essverhalten langfristig normalisiert hat.

----- Psychische Veränderungen -----
Bei Magersüchtigen steht das beharrliche Streben, dünner zu werden im Vordergrund. Verbunden damit besteht eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen kann, löst regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch, das Essverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen befinden sich also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig zeigen sich bei den Betroffenen auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.

***Risiken und Folgen der Magersucht***

Selbst herbeigefügtes Erbrechen führt nicht zwangsläufig dazu, dass die Kalorien, die vorher, z.B. bei einem Essanfall, zu sich genommen wurden, wieder abgegeben werden. Tatsächlich werden bis zu einem Drittel der aufgenommenen Kalorien im Körper behalten. Je länger eine Person den Zyklus Essen/Erbrechen beibehält, umso mehr Kalorien werden vom Körper nicht mehr abgegeben. Anfangs werden die Betreffenden zwar Gewicht verlieren, der Körper stellt sich im Lauf der Zeit aber auf dieses Verhalten ein, und die erste Phase der Verdauung wird beschleunigt. Das Erbrechen führt auch dazu, dass das natürliche Völlegefühl verloren geht, so dass Häufigkeit und Ausmaß der Essanfälle mit der Zeit ansteigen. Übermäßige Diät, z.B. durch Überspringen von Mahlzeiten oder der Gebrauch von Appettithemmern, erhöht die Gefahr von Essanfällen noch.
Abführmittel und entwässernde Medikamente sind gefährlich und unwirksam, wenn es darum geht, Kalorienaufnahme zu vermeiden. Abführmittel zeigen ihre Wirkung erst dann, wenn der Hauptteil der Nahrung bereits verdaut und die Kalorien bereits aufgenommen worden sind. Wassertabletten entziehen dem Körper lediglich Flüssigkeit und können einen gefährlichen Flüssigkeitsmangel hervorrufen. Diese Mittel können die inneren Organe, z.B. die Nieren, erheblich schädigen. Außerdem kann der Missbrauch von Abführmitteln zu verringerten Kaliumwerten führen, was schwerwiegende medizinische Komplikationen hervorrufen kann.
Viele Personen mit einer Essstörung betreiben exzessiv Sport, um Kalorien zu verbrennen, andere erlauben es sich erst dann, etwas zu essen, wenn sie "ihre Übungen" hinter sich gebracht haben. Die Gefahr übermäßiger Anstrengung in Kombination mit extremer Diät besteht in der Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems und kann zu Ohnmachtsanfällen führen. Sportliche Betätigung kann den durch Mangelernährung geschwächten Metabolismus nicht "wieder auf Touren" bringen.

----- Als Folge der Tod-----
Die Sterblichkeitsrate bei Essstörungen liegt in einem Bereich von 5%-20%. Das größte Risiko besteht, wenn selbstherbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Medikamenten und extreme sportliche Betätigung zusammen auftreten. Diese Kombination von Maßnahmen zur Gewichtskontrolle erhöht das Risiko von Herzproblemen durch Muskelschwund.
***Soziale Isolierung***
Magersüchtige ziehen sich mehr und mehr in ihre eigenen vier Wände zurück und brechen Kontakte zu Freunden, Mitschülern und Kollegen ab. Damit in Verbindung steht auch ein ausgesprochen geringes Selbstwertgefühl. Trotz der starren Haltung und der starken Leistungsorientierung ist ein starkes Unsicherheitsgefühl erkennbar. Das Fasten und die Abmagerung machen die lebenserhaltende Identität aus, ohne sie bleiben nur Unsicherheit, Leere, Verzweiflung, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Nichts wofür sich zu leben lohnt. Magersüchtige leiden darunter ihr persönliches "Ich" zu finden, um ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Sie haben ständige Lebensängste, Angst vor jeglichem Scheitern und schwere Zweifel

***Handlungen bei Erkennung der Magersucht***

Es ist nicht immer leicht bei jemandem eine Essstörung zu erkennen. Das liegt daran, dass die Betroffenen ihr Problem wahrscheinlich verbergen. Doch eine Essstörung verschwindet im allgemeinen nicht von selbst. Je früher die Erkrankte angesprochen wird und Hilfe erhält, um so größer sind die Heilungsaussichten. Ehe man aber jemanden anspricht, der vermutlich eine Essstörung hat, sollte man sorgfältig überlegen, was man sagt und zu welcher Zeit. Am besten ist es, wenn man selbst ruhig ist und keine Störungen zu erwarten sind. Falsches Vorgehen, zum Beispiel heftiges Drohen, behindert die Kommunikation und macht alles nur noch schlimmer. Man muss einsehen, dass man jemanden nicht zwingen kann, zu essen oder Essanfälle zu unterlassen. Je mehr Zwang ausgeübt wird, desto zäher wird der Kampf. Die meisten Essgestörten sind Perfektionisten. Viele von ihnen haben kaum Fehlschläge erlebt. Manchmal haben die Eltern trotz bester Absichten zu dem Problem beigetragen. Wie? Dadurch, dass sie ihr Kind zu sehr behütet haben und es gegen alle Anfeindungen abschirmen wollten. Eltern müssen ihrer Tochter vor Augen führen, dass Fehler zum Leben gehören und nicht ihren Wert als Person bestimmen. Wenn Eltern ihrer Tochter verstehen helfen, dass Niederlagen normal sind, vorübergehen und zu überwinden sind, wird sie bei Fehlschlägen nicht am Boden zerstört sein.
Um die Essstörung überwinden zu können, muss das Mädchen fühlen, dass es als Mensch respektiert und geschätzt wird. In vielen Familien, in denen eine Tochter oder die Ehefrau eine Essstörung hat, lässt der Gedankenaustausch zu wünschen übrig. Essgestörten fällt es meist schwer, ihre Meinung zu äußern, wenn diese anders ist als die der Eltern oder des Ehepartners. Essen wird zum Mittel, Frustrationen zu verdrängen.

***Meine Erfahrungen mit der Magersucht meiner Freundin***

!!! Aus Datenschutzgründen werde ich den Namen meiner Freundin ändern und sie aus gutem Grund „Zora“ nennen, ich hoffe es ist verständlich !!!

Alles fing vor etwa 5 Jahren an. Zora und ich waren damals in der 6. Klasse und etwa 13 Jahre alt. Gerade hatten sich ihre Eltern getrennt und ihr Vater hatte schon eine neue Freundin kennengelernt. Ich selber muss hier leider gestehen, dass ich ihre Magersucht nicht bemerkt habe... Diesbezüglich mache ich mir immer noch Gedanken und gebe mir ein wenig die Schuld daran, dass alles so gekommen ist. Denn ich war damals jeden Tag mit Zora zusammen, ich hätte es bermerken müssen! Ich weiß, ich sollte mir diesbezüglich keine Gedanken machen, ich habe keine Schuld daran (dies bekam ich jedenfalls immer wieder gesagt), aber trotzdem kommen diese Gedanken immer wieder in mir hoch.
Irgendwann dann bekam ich ihre Krankheit mit, ich glaube ihre Mutter hat mit mir darüber gesprochen. Damals konnte ich mir unter dem Begriff „Magersucht“ kaum etwas vorstellen, ich hatte so etwas ja auch noch nie gesehen und vor allem nicht miterlebt ( wäre dies doch auch nur nie geschehen...) Ich merkte halt nur, dass Zora weniger oder gar nichts mehr aß, aber richtig etwas damit anzufangen wusste ich ja auch nicht. Alles ging so weiter (ich kann an dieser Stelle nicht genau berichten, was passiert ist und was ihre Mutter dagegen unternommen hat, weil es einfach zu lange her ist...). Irgendwann dann, es muss etwa ein Jahr vergangen sein, in denen sie mittlerweile gar nichts mehr aß, bekam ich nachmittags einen Anruf von ihrer Schwester, dass Zora im Krankenhaus ist und dort behandelt wird. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Ich habe den ganzen Tag nur noch geheult und konnte an nichts anderes mehr denken, es war ja meine beste Freundin. Von diesem Tag an begann sich alles zu ändern. Dadurch, dass sie im Krankenhaus lag, hatte ich kaum noch Kontakt zu ihr. Natürlich habe ich sie oft angerufen, aber der Kontakt wurde immer weniger. Auch dafür mache ich mir schwere Vorwürfe. Ich hätte mehr für sie da sein müssen, ich hätte sie öfters besuchen sollen, ich hätte mehr mit ihr reden sollen.... All das tat ich nicht wirklich, ich hatte Angst davor und konnte mit der ganzen Situation irgendwie nicht umgehen. Zora dagegen kam von einer Klinik in die nächste, ich glaube sie war insgesamt in drei verschiedenen Kliniken. Da sie nicht mehr essen wollte ( und zwar gar nichts mehr!), musste sie zwangsernährt werden über eine Magensonde, die sie sich gelegentlich wieder rauszog. Ab und zu hat sie mir Briefe geschrieben, in denen sie immer wieder verzweifelt schrieb, dass sie keine Lust mehr hat und dass sie auch keine Kraft mehr hat. Irgendwann dann hat sie ihre Drohung, sich umzubringen war gemacht. Dieser Versuch ( den ich hier wohl nicht genauer beschreiben muss) schlug (GOTTSEIDANK!!!) fehl und ihre Zeit in der Klinik ging weiter. Eine kurze Zeit lang hieß es laut der Ärzte, dass sie es nicht schaffen würde, wenn sie jetzt gar nichts mehr essen würde... Insgesamt war sie ca. 3 Jahre in den Kliniken, lag auf den Kinder- und Jugendpsychiatrien, wurde oftmals zwangsernährt, konnte natürlich nicht mehr zur Schule, musste oftmals auch tagelang im Bett bleiben, da sie sonst zu viele Energien verbrauchen würde und wurde immer dünner und dünner. Einmal in diesen drei Jahren habe ich sie besucht ( natürlich habe ich sie öfters gesehen, da sie vor allem gegen Ende der drei Jahre fast jedes Wochenende nach Hause durfte), dieser Besuch war schrecklich... Sie lag da in ihrem Bett und ich wusste einfach nicht, was ich zu ihr sagen sollte. Sie hatte sich in der Zeit auch so verändert, sie war nicht mehr die selbe Zora die ich kannte, ist irgendwie ein ganz anderes Mädchen geworden. Als ich nach dem Besuch im Auto saß, habe ich nur noch geheult, die ganze Zeit.
Mittlerweile ist sie nun aus der Klinik raus, seit ungefähr einem Jahr glaube ich. Sie musste eine Klasse wiederholen, da sie soviel verpasst hat. Ihr geht es soweit ganz gut, auch wenn sie immer noch nicht regelmäßig isst und immer noch dünn ist. Aber auch in ihrem Wesen hat sie sich wie gesagt total verändert. Ich habe heute nicht mehr wirklich viel mit ihr zu tun, diese Krankheit hat unsere Freundschaft zerstört...

Ich merke gerade wieder beim Schreiben, wie nah mir das doch alles noch geht. Ich habe diesen Bericht aus 3 wichtigen Gründen geschrieben:
1.Damit ich vor dieser Krankheit warnen kann. So eine Krankheit durchzumachen ist sowohl für die Magersüchtigen, aber auch für Angehörige und Freunde das schlimmste was es gibt. Ich habe all das durchgemacht und kann nur sagen, so etwas möchte ich nie wieder erleben!
2.Damit ich mich selber noch einmal mit diesem Thema richtig auseinandersetzen kann und so weiterhin versuchen kann, dieses schreckliche Thema zu verarbeiten.
3.Um vielleicht auch andere Menschen kennen zu lernen, die so etwas durchgemacht haben und überhaupt Meinungen zu diesem Thema zu erfahren.

____________________________________________________Es könnte sein, dass ich im Laufe der Zeit noch weitere Informationen zur Krankheit meiner Freundin hinzufüge wenn ich mich damit noch weiter befasse.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Sailor-Moon

Sailor-Moon

23.11.2003 17:49

Leider habe ich auch 1 Jahr meines Lebens an diese Krankheit verschenkt - wirklich schade ... Bye deine Mooni

dieCOOLE

dieCOOLE

18.07.2003 00:57

hallo...dein bericht is sehr schön geschrieben, ich bin eine betroffene und deshalb wollt ich dir schreiben...damit du dich vielleicht ma melden kannst...lg

Blubinchen

Blubinchen

08.06.2003 00:37

Hallo, als Erstes möchte ich dir sagen, dass du nichts dafür kannst, dass das mit "Zora" so gekommen ist. Man merkt manche Dinge nicht. Es gibt einfach Themen, die einen selber nicht berühren und deshalb nimmt man die Probleme bei anderen auch nicht wahr - sprich, du hast dir nie großartig Gedanken über die Magersucht gemacht und somit auch nicht gemerkt, dass deine Freundin krank ist. Es ist auch normal, dass du sie nicht so oft gesehen hast. Wenn Leute sich verändern kann man einfach irgendwann nicht mehr mit ihnen reden. Ich stell mir das schon ziemlich schwer vor mit Jemandem zu sprechen, der einem total fremd geworden ist und den man trotzdem so lieb hat. Es ist immer furchtbar, wenn Freundschaften kaputt gehen. Aber denke positiv. DU HAST KEINE SCHULD an dem Leben anderer Leute. Selbst wenn du es bemerkt hättest, du hättest nix tun können. Sie wollte nichts essen, nichtmal als sie im Krankenhaus lag ist sie aufgewacht und hat angefangen zu essen. Sei froh, dass es ihr jetzt besser geht und dass sie es geschafft hat. Ruf sie einfach an uns spreche mit ihr, vielleicht gibt es für euch eine neue gemeinsame Zeit?! Lieben Gruß Blubinchen

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