& - HS 33 Firmtech, the pure Power - &
15.12.2006 (15.03.2010)
Pro:
Bremsleistung, Wartungsarm, Preis
Kontra:
Bremsleistung bei Nässe
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Häufigkeit der Nutzung
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 rollingbeaver
Über sich:
Erster Bericht mit 400 int. und 10000 ext. Lesungen! -@- ICH GEBE ES DEFINITIV AUF! 65% BH (deutlich...
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Magura HS33 FirmTec Felgenbremsen
Vorneweg... *************** Die Magura HS 33 ist ein Felgenbremssystem, das vornehmlich an Mountainbikes und sportlich orientierten Rädern montiert wird. Im Rennradbereich spielt sie keine Rolle. Sie zeichnet sich dadurch aus das sie mittels Hydraulic betrieben wird, ahnlich wie eine Scheibenbremse, und somit auf den mechanischen Teil (Züge) verzichtet. Die Vorteile sind eine höhere Bremskraft und Dosierbarkeit. Des weiteren ist sie, einmal gut justiert, quasi wartungsfrei.
Ich schreibe hier in erster Linie über die Firmtech-Variante der Magura HS 33. Da ich glücklicher Besitzer beider Varianten bin fällt es mir eher leicht hier ein realistisches Urteil abgeben zu können. Vorab erst mal ein wenig Info zum Thema Felgenbremsen ***************************************************************** Felgenbremsen sind heute beim Fahrrad, zusammen mit den Rücktrittbremsen, am weitesten verbreitet. Sie finden sich sowohl bei einfachen Alltagsrädern als auch im Leistungssportbereich. Bei den Felgenbremsen unterscheidet man zentral angebrachte, einteilige Felgenbremsen, wie sie z. B. an Rennrädern angebracht sind, und zweiteilige Cantileverbremsen.
Bei den (traditionellen) Felgenbremsen sind oder waren unter anderem folgende Bauarten üblich: - Seitenzugbremsen: die häufigste Bauform, konstruktionsbedingte Schwächen wie asymmetrischer Griff bei Nachlassen der Federspannung. Zentrale Befestigung und Achse, seitlicher Bowdenzug. Mit synchronisierten Seitenzugbremsen versuchte man, einige der Schwächen der Seitenzugbremse zu beheben. Seitlicher Bowdenzug, zwei Achsen, Zwangsführung der Hebelarme, Trägerplatte.
- Mittelzugbremsen: etwas schwerer als Seitenzugbremsen, leicht und präzise einzustellen. Vermeidung der konstruktionsbedingten Schwächen der Seitenzugbremsen, Vorläufer der Cantilever-Bremsen.
- Delta-Bremsen, Para-Pull, etc.: den Mittelzugbremsen ähnlich; kompakter, aber aufwändiger in der Bauweise, mit starrer Bremskraftübertragung auf beide symmetrische Bremshebel, oft gekapselt. Fast nur Rennradbremsen.
- HP Turbo-Spiralbremse der Fa. Weinmann: sehr kräftige, symmetrische Bremswirkung durch Mittelzug, mit schraubstockähnlicher Technik und Wirkung.
- Hydraulikbremsen (z. B. Fa. Magura): sehr direkte Bremskraftanwendung, insbesondere im Vergleich zu schlecht gewarteten, eher schleifenden Seitenzugbremsen. Eigene Reparatur und Wartung allerdings kaum möglich bzw. nötig.
- Gestängebremsen: älteste und bei "Hollandrädern" noch zu findende Bauart. In der Wirkung vergleichbar, mit großem mechanischen Können aufgebaut. Zum Teil (in Deutschland verbotene) kombinierte Vorder- und Hinterradbremsen.
Die Mittelzugbremsen waren jahrzehntelang Standard bei Rennrädern, es gab sie mit Zentralgestänge (typischer Vertreter: Fa. Weinmann) sowie mit Seilzug. Mit den leichteren Seilzugbremsen konnten Laufräder, die nicht ganz exakt zentriert waren, auch korrekt gebremst werden.
Die heute üblichen Seitenzugbremsen haben sehr kleine Hebelarme, die massiven Hebel erlauben eine sehr genaue Dosierung der Bremskraft. Durch geschickte Konstruktionen verschiedener Art werden sehr hohe Bremskräfte erzeugt, was bei Rennrädern im Gebirge und Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h auch nötig ist. Die extrem kurz gebauten Rennbremsen erreichen hohe Bremsleistungen, die einige Jahre gebräuchlichen Delta-Bremsen waren zu schwer und wiesen zu hohe Reibungswerte auf, waren aber beliebt, weil sie als 'schick' angesehen wurden und Anfang der 90er Jahre Campagnolo-Teile noch ein Statussymbol waren. Rennbremsen haben fast ausschließlich eine Konstruktion der Schnellentspannung, um mit einem Handgriff die Bremsklötze von der Felge zu entfernen und einen Radwechsel zu ermöglichen. Genauso schnell ist die Bremse wieder gespannt.
Mit der Weinmann-Bremse, der hydraulischen Bremse und der Mittelzug/U-Brake gab es erstmals wartungsarme Bremsen mit sehr direktem Bremszugriff. Die Montage erfolgte traditionell oder wahlweise auch auf speziellen Sockeln, ähnlich den späteren Cantilever-Bremsen. Durch den stetigen Abrieb im Laufe der Jahre, durch die Schmirgelwirkung von Dreck, bei falschen Bremsbelägen oder bei extremer Nutzung werden insbesondere moderne, relativ weiche Aluminiumfelgen zusehends abgenutzt und dünner. Sichtbar werden dann unschönen Spuren auf der Felge, im Extremfall kommt es zum Durchbruch der Felge. Bei falsch eingestellter Felgen- oder Cantileverbremse können sich zudem die Bremsklötze nach und nach durch Reifenmantel und den Schlauch fräsen, was einen Reifenplatzer zur Folge hat.
Beschreibung **************** Im Gegensatz zur normalen Ausführung kann die FirmTech nur an speziellen dafür angefertigten Sockeln montiert werden. Deswegen ist sie auch so wenig verbreitet. Vorne findet sie ausschliesslich Verwendung an Magura-Gabeln. Es gibt von fast jeder Magura eine Firmtech-Variante, an der dann aber nur diese Bremse montiert werden kann. Man muss also schon wissen was man will! Das Problem ist eher der HInterbau: Kaum ein Rahmenhersteller nimmt die Mehrkosten bei der Herstellung in Kauf um die, sehr präzise zu fertigende, Aufnahme für die Firmtech am Hinterbau zu Fräsen. Ich kenne ausser meinem Rad (Idworx SM) nur noch Rahmen von Nöll und Rotwild, die Firmtech-fähig sind. Rechts und linkes sitzen zweit Aufnahmen auf der Strebe (oder an der Gabel, hinten montiert). Es gibt keinen Brakebooster, der ja nur eine Versteifung des Systems bringen soll, was hier nicht nötig ist. Ist der Rahmen (Streben) steif genug, hat er die Vorraussetzungen erfüllt. Mit einem kleinen Hebel kann man sie separat offnen und in Windeseile die Beläge wechseln. Das geht schneller als bei jedem anderen System, das ich kenne. Bremskraft und Beläge ************************** Ich fahre Crossmax SL (Keramik) Felgen von Mavic, und hatte am Anfang auch die grauen Keramikbeläge drauf, war aber damit nicht zufrieden. Sie sind sehr hart, schaben auf der Oberfläche (zumindest bis die Keramikschicht runtergefahren ist, und bremsen nicht besonders. Erst als ich auf die schwarzen oder grünen Beläge umgestiegen bin erreichte die Bremse Ihre Leistung. Meistens fahre ich Schwarz, bei Rennen auch mal Grün. Die Bremsleistung würde ich gefühlt bei 10% - 20% stärker als bei der normalen HS 33 beziffern (bei Trockenheit). Der Belagverschleiss bewegt sich im normalen Rahmen. Bei Nässe allerdings kanns schon mal sehr schnell gehen. Bremsbeläge für alle MAGURA Felgenbremsen (Kopie 1)
Hier alle erhältlichen Beläge *******************************- SCHWARZ: Standardbelag für alle unbeschichteten, polierten Felgenoberflächen. Serienmässig auf allen Bremsen montiert.
- GRAU: Standardbelag für alle harteloxierten (schwarzen) und keramikbeschichteten Felgenoberflächen.
- KOOLSTOP : Rennorientierter Belag für alle unbeschichteten, polierten Felgenoberflächen.
- GREENFROG: Rennorientierter Belag für alle harteloxierten (schwarzen) und keramikbeschichteten Felgenoberflächen.
Hebel ******* Hier kommen die normalen Magura HS 33 Hebel zum Einsatz. Ich persönlich finde sie nicht steif genug, sie flexen recht stark. Über das rote Rädchen kann man vom Lenker per Hydraulik die Beläge nachstellen. Das funktioniert sehr gut und immer gleich, weil im Gegensatz zu Zugbremsen die nicht vorhandenen Züge nicht verschmutzt werden können.
Wartung ********** Normale HS 33: 3,5 Jahre: Beläge, einmal nachjustieren. Firmtech: 2 Jahre: Beläge.
Look ****** Da diese Bremse sehr selten ist ist sie natürlich auch ein Hingucker. Und das obwohl sie sehr schlank daher kommt! Gewicht ********* Genau weiss ich es nicht, auf jeden Fall soll sie (incl. Hydraulic) ca 100g leichter sein als eine Shimano XTR.
Garantie ********** 5 Jahre auf Dichtheit von Bremsgriff, Bremszylinder- und Zange. Preis ****** HS 33: UVP: 179.-€, man bekommt sie für ca. 140.-€ Firmtech: UVP habe ich leider nicht herausgefunden. Das liegt wohl daran das diese Bremse aus oben genannten Gründen selten einzeln verkauft wird. Ich denk aber der Preis dürfte den des Standardmodells nicht überschreiten.
Technische Details (offizielle Angaben: Quelle: Magura) *******************************************************************- Biker Profil: Tour, X-Country
- Gewicht (in g): 272
- Bremssystem: Vollhydraulische Felgenbremse, geschlossenes System ohne Ausgleichsbehälter.
- Werkstoff Bremsgriff/-zange: Aluminiumdruckguss
- Bremsverzögerung (in m/sec²) (100 N Handkraft, DIN 79100): 4,2
- Belagnachstellung: manuell (TPA)
- Bremsleitung: Polyamid (problemlos kürzbar)
- Leitungslänge (in cm): 135
- Griffweiteneinstellung: ja
- Bremsmedium: MAGURA Royal Blood Mineralöl
- FIRM-tech ist kompatibel mit Felgenbreiten von 22-26mm
Fazit ****** Bei mir war die Auswahl des Bikes auch mit dem Vorhandensein dieser Bremse verbunden. Sie ist sehr leicht, extrem Wartungsarm, keine Montage nötig und die Bremskraft ist bei Trockenheit mit einer Scheibe vergleichbar.
Web ****** www.magura.de
Danke für die Aufmersamkeit!
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07.11.2011 17:53
bh
04.04.2010 18:24
Sehr informativ ... :-))) LG bongilein
19.03.2010 11:24
dann auf Gutes weiterradeln :)) LG Tina