Mai Kai Cocktail

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... Der Mai Kai (No) gehört zu den Rum-Langschlürfern. Durch die Kombination verschiedener Rumsorten wird der Drink abgeschmeckt. Damit wir auch etwas über die Qualität des Rums erfahren, habe ich einen kleinen Ausflug in die Entstehung des Rums vorbereitet. - Wichtiger Hinweis - Wesentlich ... Bericht lesen





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Eis, Rum und freche Fruchtsäftchen
Erfahrungsbericht von x-zine über Mai Kai Cocktail
28.10.2004


Produktbewertung des Autors:   

Arbeits- und Zeitaufwand: mittel 
Kostenaufwand: mittel 

Pro: Sehr fruchtig, absolut lecker
Kontra: viele Zutaten

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

- Einleitung -
Mein Hobby ist neben dem Lesen und Schreiben das gepflegte(!!!) Trinken. Da mich in meiner Heimatstadt schon alle Barkeeper von Weiten erkennen und unter der Theke Deckung suchen, habe ich mich selbst zum Cocktail-Shaker ernannt. Es wird Zeit, dass man auch hier ein paar gute Rezepte sammelt, wie man seine heimatlichen Bargäste etwas glückseliger macht. Mit einem nicht sehr bekannten, aber sehr guten Cocktail fange ich an. Der Mai Kai (No) gehört zu den Rum-Langschlürfern. Durch die Kombination verschiedener Rumsorten wird der Drink abgeschmeckt. Damit wir auch etwas über die Qualität des Rums erfahren, habe ich einen kleinen Ausflug in die Entstehung des Rums vorbereitet.

- Wichtiger Hinweis -
Wesentlich bei der Erstellung guter Cocktails sind die Zutaten. Man kann Hunderte von Rezepte wälzen (es gibt vom Long Island IceTea allein Dutzende), der Cocktail wird nicht gelingen, wenn die Qualität der Zutaten nicht stimmt. Ich bringe bei den jeweiligen Rezepten ein paar Tipps ein.


- Rum und drumherum -
----------------------------------

Rum wird aus zwei Stoffen hergestellt, die jeweils aus Zuckerrohr entstehen (das meiste Zuckerrohr wird auf der schönen Insel Mauritius hergestellt, die ich regelmäßig als Kind besuchen durfte - für einen zukünftigen Cocktail-Trinker ein prägendes Erlebnis). Das Zuckerrohr braucht rund 15 Monate zum Wachsen, bevor man nur an den Rum denken darf. Dann geht es in die Verarbeitung. Ab hier trennen sich die Produktionswege der Rumsorten. Zum einen stellt man Rum aus der Zuckerrohrmelasse, zum anderen aus dem frischen Zuckerrohrsaft her.

Die Melasse ist das Abfallprodukt bei der Zuckerraffinierung, sie enthält die konzentrierten Aromen des Zuckerrohrs und einen herben/rauchigen Geschmack, der durch den Herstellungsprozess des Zuckers entsteht. Die Melasse lässt sich gut transportieren - so zum Beispiel in die Karibik. Aus der Melasse wird extrem hochprozentiger Rum gebrannt. Dieser wird für normalsterbliche Trinker mit Wasser auf 40%-50% verdünnt (richtig gelesen, wir bekommen nur das wässrige Gesöff). Dann ab in die Eichenfässer, die vorher mit Bourbon, Sherry, Rotwein oder sonst einem färbenden Getränk gefüllt waren und schon entsteht der dunkle Überseerum in einem Reifeprozess. Durch die Reifung kann der Rum aromatisiert werden. Melasserumsorten sagt man einen warmen vanilleartigen Geschmack nach, wenn er nicht durch starke Aromatisierung (Würze) verfälscht wurde.

Der besondere Rum entsteht aus frischen Zuckerrohrsaft zum Beispiel in Grenada (ein weiteres Ziel auf meiner Lebensreise zum Rum und Quell wunderbarer stark aromatischer Rumsorten – beispielsweise River Antoine Rum Distillery, eine kleine Bio Rum Destillerie, die über eigene Zuckerrohrplantagen und uralte Kupferkessel verfügt). Der Saft wird aus dem oberen Drittel der Pflanze gepresst und vollständig zur Gärung gebracht. Auch hier wird das vergorene Produkt bis mindestens 60% (River Antoines Angestellten erklärten mir, dass alles unter 70% Kinderkram wäre) destilliert und schließlich bei Bedarf mit Wasser versetzt. Wenn man den Rum nicht gleich trinkt, wird er in Eichenfässer abgefüllt (hier werden Cognac- oder Armagnacfässer bevorzugt). Cachaça ist die brasilianische Spirituosen-Spezialität aus frischen Zuckerrohrsaft und kann zur Not als Ersatz dienen, wenn die andren Flaschen schon leer sind. Persönlich bevorzuge ich Rumsorten aus frischen Saft.

Aber was soll man nun in seinen Drink kippen? Welchen Rum soll man kaufen, wenn im Rezept weißer, brauner, hochprozentiger Rum steht?


- Weißer Rum -
Weißer Rum ist nicht das direkte, verwässerte Destillat. Sondern meist ein 37%-40% Mischprodukt, das (beispielsweise durch Kohle) gefiltert wird und dem die Farbpigmente entzogen wurden. Der weiße Rum enthält am wenigsten Aroma und Alkohol. Der bekannteste "light" Rum ist wohl der weiße Barcadi, das Produkt ist für die meisten Drinks vollkommen ausreichend. Appleton White kommt aus Jamaica und ist ein klein wenig besser. Empfehlenswert und preislich akzeptabel ist der Green Island White aus Mauritius (billiger in Duty Free Shops). Wer es aromatischer (und sehr teuer) mag, der versuche an den Rum von der Nachbarinsel von Mauritius zu bekommen. Von la Reunion kommt ein fast unbezahlbarer Rum der Firma Isautier (eigentlich zu schade für Cocktails).

Aus frischen Zuckerrohrsaft sind die Sorten (zwischen 15-30 Euro):
=> Saint James Imperial Blanc - Martinique
=> Porfidio Sugar Cane Rum – Mexiko
=> Trois Riviéres Blanc 50% - Martinique

- Brauner Rum -
Mit etwa 40% schlägt dieser Rum zu. Unter braunen Rum kann man auch den Goldenen einordnen - welchen man bevorzugt ist Geschmacksache auch wenn einige Puristen unter den Barkeepern das anders sehen. Der Geschmack ist pro Rumsorte so unterschiedlich, dass die Färbung kaum einen Ausschlag gibt.
Auch hier kommt man an dem Marktführer Barcadi nicht vorbei. Der Barcadi Dark oder der Barcadi Gold finden hier gute Abnehmer. Der Bacardi Anejo Rum ist schon fast zu gut (zu aromatisch) für Cocktails, aber mancher mag es halt edel. Auch hier sind die braunen und goldenen Rumsorten von Appleton Dark / Gold kein Fehlkauf. Allerdings sollte man von zu teuren braunen Rumsorten Abstand nehmen, denn diese sind zu lange gereift und haben ein für Drinks zu kräftiges Aroma - solche Sorten passen besser zu Kubanischen Zigarren (sofern man welche raucht – was ich persönlich nicht tue).

Aus frischen Zuckerrohrsaft sind die Sorten:
=> Barbancourt Three Stars – Haiti.
=> Clément Vieux – Martinique (fast zu würzig)
=> Tartane Hardy Paille – Martinique

- Hochprozentiger Rum -
Dieser Rum sollte ein starkes Zuckerrohraroma ohne viel Farbe mitbringen. Mit mindestens 60% sollte diese Sorte ausgestattet sein. Überseerum mit 54% kann man in eine Feuerzangenbowle schütten, aber für einen guten Drink taugt diese Sort nichts.

Ein guter Tipp ist der Appleton White Overproof oder der Wray&Nephew´s Overproof 62,8% aus Jamaica, aber auch in Braun geht es zur Sache mit Old Pascas oder Lemon Hart aus Jamaica und 73%. Nicht empfehlenswert ist der Bundaberg Overproof aus Australien.
Rum aus frischen Zuckerrohrsaft ist hier dünn gesät. Wer sich traut, über das Internet zu bestellen, der kann tatsächlich den sehr aromatischen Rum aus Grenada kaufen (travelgrenada.com/osCommerce/default.php?cPath=24). Doch dort gibt es nur 3 Flaschen auf einmal zu kaufen.

- Spiced Rum -
Finger weg - solches Gepansche gehört in die Cola, aber nicht in gute Cocktails.


- Geschüttelt oder gerührt ? -
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Den Mai Kai zeige ich hier in drei Varianten. Die ersten beiden sind alkoholfrei und einfach nur frisch, die dritte gehört zu den Killergetränken.

>= Der Tipp zwischendurch: Crushed Eis kann man an manchen Tankstellen kaufen oder mit einem Crusher selber herstellen. Billiger ist es gefüllten Eiswürfelbehälter ins Gefriefach, dann die Wüfeln in eine Gefriertüte und diese kräftig auf einen Kachelboden klopfen - fertig. =<

> Mai Kai No (0,2l für Kinder und andere Frischlinge) <

Zutaten:
=> 4 cl Buttermilch
=> 6 cl Passionsfruchtsaft (Maracuja)
=> 1 cl Zitronenextrakt
=> 1 cl Mandelsirup
=> Soda (oder kräftig sprudelndes Mineralwasser)
=> kleines Ananasstück

Die Zubereitung ist recht einfach. 2 Eiswüfel, den Mandelsirup, die Buttermilch und den Passionssaft in den Mixer (nicht den Shaker und Zitrone nicht gleich hinein, flockt sonst aus). Dann anstellen und kräftig mixen lassen.
Währenddessen das 0,2l Glas zur Hälfte mit crushed Eis auffüllen. Den Zitronextrakt aus der Tube draufspritzen. Das aufgeschäumte dazu geben, mit Soda und Eis bis zum Rand auffüllen - 2x umrühren. Mit Ananas dekorieren.

> Mai Kai No (0,3l für Autofahrer) <

Zutaten:
=> 4 cl Orangensaft
=> 4 cl Passionsfruchtsaft (Maracuja)
=> 4 cl frischer Limettensaft,
=> 1 cl Mandelsirup
=> Soda (oder kräftig sprudelndes Mineralwasser)
=> kleines Ananasstück

Und nun geht es an den Shaker. Mit zwei-drei Eiswüfeln und allen Zutaten außer dem Soda und der Ananas füllen. Dann kräftig shaken. Durch das Sieb des Shakers den Inhalt auf jede Menge crushed Eis (1/2 Glas voll) gießen. Mit Soda auffüllen, ein-zweimal rühren und mit Ananas garnieren.

> Mai Kai No (0,3l für Beifahrer) <

Zutaten:
=> 4 cl weißer Rum
=> 4 cl brauner Rum
=> 1 cl hochprozentiger Rum
=> 4 cl frischer Limettensaft
=> 2 cl Passionsfruchtsirup
=> 1 cl Mandelsirup
=> Soda
=> Ananasstück

Nun kommt das Blei dazu. Aufpassen! Die meisten Barkeeper schmeißen den hochprozentigen Rum mit in den Shaker - bitte nicht. Alhohol transport wunderbar die Duftstoffe und zudem kann man ihn auch mit der Nasenschleimhaut aufnehmen (bitte nicht direkt schniefen - dafür wurde er nicht erfunden).

Also alles außer Soda, hochprozentigen Rum und Ananas in den mit zwei-drei Eiswüfeln gefüllten Shaker und kräftig schütteln. Das 0,3l Glas mit crushed Eis füllen und das Gemisch abseihe (durch das eingebaute Sieb gießen). Nun das Soda hinein und leicht umrühren und mit dem Ananasstück garnieren. Nun - und auf keine Fall vorher - den hochprozentigen Rum hinzugeben. Dieser wird kräftig duften und nach und nach in den Drink einfließen. Den Drink bitte nur mit Strohhalm trinken - sonst verfliegt der Spaß beim ersten Schluck.

Soweit so gut. Wer noch mehr Rezepte zum Trinken will, der sei herzlich eingeladen, mir das hier mitzuteilen. Meine virtuelle Bar ist geöffnet.
   


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(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


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