Maine Coon (Katzenrasse)

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Piepsende Löwen zum Liebhaben

5  03.11.2000

Pro:
sie gehören etwa 15 Jahre lang zur Familie

Kontra:
sie gehören etwa 15 Jahre lang zur Familie

Empfehlenswert: Ja 

unbekannt50

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:104

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 164 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Grüüüß Euch

Wer sie nicht kennt, wird sie nicht vermissen. Aber jeder, der mal einige Zeit mit einer Maine Coon zusammen verbringen durfte, wird dies nie vergessen und früher oder später wird es dann auch in diesem Haushalt einen neuen Chef bzw. Chefin geben. Denn das ist schon mal klar: die Maine Coon bestimmt, wann ihr Mensch dies oder das tun darf. Aber ehrlich, ich richte mich gern nach unserem Katzenkommando. Wir haben zwei Maine Coon Damen, Conny (wird jetzt im November 7 Jahre alt) und Florida (wird im Dezember 6).

Was ist das nun für eine Rasse? Maine Coons sind noch sehr ursprüngliche Katzen. Sie sehen wie Wildkatzen aus - wenn ihr Fell in Brauntönen gehalten ist wie bei unserer Conny, erinnern sie an einen kleinen Löwen. Ähnlichkeiten haben die Maine Coons mit der Norwegischen Waldkatze und der russischen Steppenkatze. Wahrscheinlich haben auch ein paar davon ihre Gene in den Stammbaum der Main Coons eingebracht. Denn deren Herkunft lässt sich nicht mehr ganz zurückverfolgen. Fakt ist, dass die Katze im amerikanischen Bundesstaat Maine lebt. Daher hat sie den ersten Teil ihres Namens. Der zweite stammt wohl vom englischen Wort für Waschbär, nämlich racoon. Obwohl das eigentlich unlogisch ist, denn rein biologisch ist eine Kreuzung zwischen Katze und Waschbär unmöglich. Aber ein bisschen ähnlich schauen sie schon aus, besonders der buschige Schwanz - wahrscheinlich haben sich die Namensgeber mit der Biologie nicht so gut ausgekannt. Na egal.

Natürlich gibt es auch diverse Histörchen über Seeleute, die langhaarige Katzen mit nach Amerika gebracht haben und damit sozusagen den Grundstein für die heutigen Maine Coons legten. Wie es genau passierte, werden wir nicht mehr erfahren. Aber es ist schon am wahrscheinlichsten, dass verschiedene Einwanderer europäische Langhaarkatzen mit im Gepäck nach Amerika hatten. Die Anpassung an das dortige doch etwas rauere Klima brachte dann im Laufe der Zeit die Maine Coons hervor.

Die Maine Coons kommen im Klima des Nordens bestens zurecht. Als Mäusefänger haben sie sich einen guten Namen gemacht. Die Katzen besitzen einen sehr robusten Körperbau. Auffallend sind die großen Ohren, die sie wie kleine Radarschirme hin und her drehen können. Die Ohren sind auch innen und an den Spitzen mit Fell besetzt - und erinnern ein wenig an Luchse. Aber auch dies wäre biologisch unmöglich, na das hatten wir ja schon.

Das Fell ist relativ lang, aber auf einen Einsatz in der Natur vorgesehen. Sprich die Katze kann sich selbst pflegen. Natürlich unterstützt ein regelmäßiges Kämmen (besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst) die Katze bei ihrer Körperpflege, aber grundsätzlich schafft sie das allein. Das Bauchfell ist besonders weich und lang, um vor der winterlichen Kälte zu schützen. Damit die Katzen beim Pirschgang durch das Unterholz nicht mit dem Fell hängen bleiben (das könnte in der freien Natur tödlich sein), ist das Fell auf dem Rücken ein wenig fettig. Bitte nicht mit irgendwelchen Pulvern bekämpfen, das muß so sein!!!

Lustig sehen auch die Pfoten aus. Diese funktionieren im Winter wie kleine Schneeschuhe: zwischen den Zehen sind Fellbüschel gewachsen, damit die Tiere nicht im Schnee einsinken. Dadurch wirken sie ziemlich tapsig, so als ob sie zu große Pantoffeln anhaben.

Aber Vorsicht! Sie sind überhaupt nicht tapsig! Eine Maine Coon springt aus dem Stand glatt zwei Meter hoch und wenn sie Anlauf nimmt, sollte man in Deckung gehen. Sonst muß man den Aufprall von 6-9kg plus Bescheunigung verkraften. Die Männchen werden bis zu 9kg schwer und entsprechend groß (Maine Coons sehen ausgesprochen durchtrainiert aus), die Weibchen sind etwas kleiner und 4-6 kg schwer. Es nutzt also nichts, das Geschenkband ganz oben auf dem Kleiderschrank zu platzieren - gerade da kann so ein Sprunggenie hervorragend damit spielen.

Wunderschöne Augen zeichnen auch die Maine Coons aus. Sie sind auffallend groß (ohne gezüchtet zu sein), können verschiedenfarbig sein und einem Bettelblick aus diesen Kulleraugen hält man nicht lange stand.

Katzen sind Katzen und haben ihren eigenen Kopf, heißt es. Das trifft auch auf die Maine Coons zu. Aber sie haben einen etwas anderen Charakter. Sie lieben ihre Menschen über alles und folgen ihnen auf Schritt und Tritt. Wenn sie gerade Lust dazu haben, sonst natürlich nicht. Unsere Conny rennt unermüdlich die Treppe hoch und runter um ja nix zu verpassen. Sie ist beim Wäsche bügeln genauso vor Ort wie bei der Gartenarbeit oder beim Mittagsschlaf. Neulich hat sie sich angeschmiert: sie ist (wie üblich vor Neugier) bei Nieselregen in die Garage gelaufen. Dann pladderte plötzlich so ein richtiger Regen los. Conny saß mit ihrer Neugier nun in der Garage fest - naß ist schlimmer als Neugier, oder? Nöö, für Conny nicht. Eine Weile harrte sie dort aus, aber dann war ihr das doch zu doof und sie kam platsching naß ins Haus. Und schimpfte natürlich! Aber sie war wieder bei uns und das war wichtig für sie (und für uns, ich geb es zu).

Übrigens das mit dem Schimpfen ist auch eine Besonderheit der Maine Coons. Sie können nicht miauen. Ja, Ihr habt richtig gehört, sie können nicht miauen. Sie haben nämlich gar keine Stimmbänder, die das zustande bringen würden. In der Literatur findet man deshalb, sie würden zirpende Laute hervorbringen. Ja, ob das nun immer gerade ein Zirpen ist, weiß ich nicht. Die können schon ganz schönen Krach zusammenzirpen. Wenn z.B. der Futternapf leer ist oder die Terassentür verschlossen bleibt. Es sind aber eben ganz ungewöhnliche Laute, kein normales Katzengejammer. Außerdem wirkt es komisch, wenn so ein kleiner Löwe - piepst.

Als eigenständische Rasse gibt es die Maine Coons so ab Mitte des 19. Jahrhunderts. 1895 ist erstmals eine Maine Coon Katze als Siegerin einer Katzenausstellung im New Yorker Madison Square Garden vermerkt. Aber diese ganze Züchterei hat, so denke ich jedenfalls, auch viele Nachteile für die Tiere. 1968 wurde eine spezielle Maine Coon Züchtergesellschaft (Maine Coon Breeders and Fanciers Association - MCBFA) gegründet, deren Ziel die Erhaltung der Wildform der Maine Coon ist. Das finde ich außerordentlich schön.

Für alle diejenigen, die vielleicht mit dem Gedanken spielen eine Maine Coon anzuschaffen. Ein Exemplar kostet zwischen DM 700 und DM 2000. Die Anschaffung will gut überlegt sein, denn diese Tiere brauchen Zuwendung und Platz! Sei wollen laufen und spielen, es sind keine Sofakissen. Man sollte sich zunächst nach einem Züchter erkundigen und den möglichst auch mal persönlich aufsuchen. Gute Züchter bringen ihre Zöglinge übrigens ins Haus, denn auch die wollen sehen, ob es den kleinen Frechdachsen gut gehen wird. Diese sollten beim Kauf nicht jünger als vier Monate sein - bis dahin brauchen sie ihre Katzenmama unbedingt. Maine Coons sind sehr kinderfreundlich und kommen auch mit Hunden gut zurecht - falls diese sich anständig benehmen.

Ich hoffe, ich habe Euch ein bisschen neugierig auf diese Katzen gemacht und wünsche Euch viel Spaß mit dem neuen Chef / der neuen Chefin!

Tschüüüß - Eure schwupsy

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Flummiratte

Flummiratte

17.06.2005 10:08

Hi, richtig schöner Bericht! Normalerweise kann ich mit Katzen nicht so viel anfangen und würde mir auch keine anschaffen (habe einen Hund), aber die Main Coons sind echt schöne Tiere! Gruß von der Flummiratte

history

history

01.02.2005 15:47

informativ, gut geschrieben! lg history

sorpilein

sorpilein

02.09.2002 11:19

Wir haben selber 3 maine coon (die 4. mussten wir letzten Fr. einschläfern :-( unser Kater ist richtig cool! er klingt richtig schwul wenn er versucht zu miauen! :-) lg sorpi

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