17.07.2001 (19.08.2001)
Pro:
sehr gut ausbalanciertes Fahrwerk
Kontra:
Bremsschwäche bei Nässe
Empfehlenswert:
Ja
 Papa_Santano
Über sich:
Man soll ja immer positiv denken. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist oftmals auch der entgegenko...
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Vorwort: Wenn man wie ich als armer Ciao Autor nur einen Kleinwagen fahren kann und sich ständig über die steigenden Spritpreise ärgert kommt irgendwann einmal die Überlegung das Auto abzuschaffen und auf andere Beförderungsmittel umzusteigen. Bus und Bahn kommen für mich definitiv nicht in Frage, da der öffentliche Nahverkehr in meiner Region praktisch nicht existent ist, die Gelegenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die nächst größere Stadt, in meinem Falle Köln zu gelangen ist nicht nur selten, sondern auch sehr umständlich. Mit dem Fahrrad ist es zu weit und für Taxi gebe ich kein Geld aus.
Also muss ein Roller her um kurze Strecken völlig unabhängig von Fahrplänen bewältigen zu können. Einen Roller neben dem Auto zusätzlich zu fahren mag auf den ersten Blick als Luxus gelten, doch richtig nachgerechnet lohnt sich die Investition im Laufe der Zeit, da der Unterhalt für einen Roller weit geringer anzusetzen ist als der eines Autos. Neben Steuer und Versicherung denke ich da in erster Linie an die Spritkosten die man sich ja kaum noch leisten kann. Ein Roller hingegen stellt normalerweise zunächst einmal eine große Investition dar, es sei denn man macht es so wie ich und least einen Roller. Glaubt mir, ich habe lange über die Für und Wider eines Leasingvertrages nachgedacht, doch rechnet sich die Sache nach der Laufzeit für mich, zumal ich einen Anbieter gefunden habe, ein Spezialist in Sachen Rollerleasing, der mir von einigen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Nachdem meine Entscheidung getroffen war machte ich mich mit meiner Schwester auf einen passenden Roller für mich auszusuchen, was in der Wahl zwischen zwei Modellen von Malaguti endete. Zur Auswahl standen die Modelle F-12 Phantom AC und LC, jeweils mit 50 ccm. Entschieden habe ich mich für den LC, weil dieser neben einer höheren Leistung mit Wasser anstelle von Luft gekühlt wird, eine Sache die mir schon vor betreten des Ladens sehr wichtig war. Ein Kollege, ein richtiger Biker beriet mich bereits im Vorfeld und riet mir auf jeden Fall einen wassergekühlten Roller zu nehmen, was ich schließlich auch tat. Malaguti war mir schon ein Begriff, doch so richtig mochte ich mit dem Namen in Bezug auf Roller nichts anfangen. Erst durch die Beschaffung von Informationen über den Hersteller und Tests der einzelnen Modelle in diversen Zeitschriften überzeugten mich davon mit einem Roller von Malaguti einen guten Fang zu machen.
Wie gesagt habe ich mich für die Version LC entschieden, den ich im nachfolgenden vorstellen möchte. Beginnen wir mit dem Design. Die Aufmachung des Phantom F 12 LC:
In Titan, Blau und Gelb erhältlich wirkt der LC auf den ersten Blick edel, zumindest hatte ich diesen Eindruck. Auf Hochglanz poliert stand er im Verkaufsraum und lächelte mich mit seinen beiden kleinen Scheinwerfern an, die bei diesem Modell sehr eng zusammen liegen. Nach innen gezogene Blinker und eine insgesamt schnittige Form lassen den LC im klassischen Stil gebaut zu einem richtigen Blickfang werden. Leicht nach oben gezogen präsentiert er sich als solide verarbeitet und komfortabel ausgestattet. Die Sitzbank, für 2 Personen ausreichend Platz bietend ist nicht zu schmal geraten und farblich auf die Verkleidung abgestimmt. In Kombination mit der insgesamt schlanken Form des LC hat er mir auf Anhieb gefallen. Doch ist das Aussehen ja nur ein kleiner wenn auch wichtiger Aspekt um sich für ein Modell zu entscheiden. Die Leistungsdaten und Ausstattungsmerkmale sind da viel interessanter und auch relevanter. Leistung / Austattung des LC
Der LC gehört zur Gruppe der 50 ccm Roller und erreicht bei einer Leistung von 2,8 kw eine maximale Drehzahl von 7000 Umdrehungen pro Minute auf die Beine. Das kleinere Vergleichsmodell AC kommt nur auf 2,7 kw. Gerade bei Rollern sind jedoch auch kleine Unterschiede in der Leistung relevante Elemente wenn es um die Zugkraft des Motors geht. Der 2 Takter ist sowohl über den Kick, als auch den Elektrostarter in Wallung zu bringen, wobei ich den Elektrostarter eindeutig vorziehe. Der rund 95 Kilogramm schwere Roller wird mit einer Scheibenbremse vorne und einer Trommelbremse hinten angeboten. Mir persönlich wäre zwar eine Scheibenbremse sowohl vorne als auch hinten lieber gewesen, doch scheinen sich alle Hersteller darauf geeinigt zu haben Roller mit 50 ccm hinten nur mit Trommel auszustatten. Die Kraftübertragung des Motors erfolgt über einen Rippenriemen, den man wie es das Handbuch des Herstellers vorschreibt in regelmäßigen Intervallen austauschen sollte, was ich auch auf jeden Fall machen werde, durch den Leasingvertrag bin ich ja eh dazu verpflichtet die Inspektionen in der Fachwerkstatt durchführen zu lassen. Die Aufhängung des LC wird vorne mittels einer normalen Teleskopgabel und hinten durch ein Federbein bewerkstelligt, bei höherwertigen Modellen bekommt man als hintere Aufhängung teilweise eine Triebsatzschwinge, die ich für geeigneter halte, doch für den Preis des LC sollte man sich nicht auch noch beklagen. Ein Vario- Mativ Automatikgetriebe, das automatisch geschmiert wird greift nahtlos, was mich auch schon zu dem nächsten Punkt meines Berichtes kommen lässt, den Fahreigenschaften des LC. Nur kurz sei zuvor noch erwähnt das dieses Modell natürlich über zwei Rückspiegel, Helmfach und Lenkradschloss verfügt, aber das hat ja mittlerweile nahezu jedes Modell.
Die Fahreigenschaften des LC: Wer wie ich in jungen Jahren Mofa gefahren ist und somit schon mal das Gefühl für ein motorisch angetriebenes Zweirad hatte wird sich mit dem LC schnell zurecht finden. Der LC ist sehr gut ausbalanciert und ich behaupte mal das auch der Anfänger keine Probleme haben dürfte den Roller sicher über die Straße zu führen. Ich bin immer wieder erstaunt wie flott mein kleiner LC doch ist, gerade beim anfahren merkt man die Power die der Roller in sich verbirgt. Im Stadtverkehr bei Stop and Go ist es ein wahrer Genuss selbst einen Daimler an der Ampel nackt stehen zu lassen und dem Fahrer noch mal kurz zu winken, bevor man seinen Vorsprung ausbaut. Im Anzug ist der LC also wirklich sehr gut. Bei Fahrten auf der Landstraße stelle ich fest das der LC sehr sicher auf der Straße „liegt“, auch bei Höchstgeschwindigkeit macht der LC einen sicheren Eindruck, der sich bei Kurvenfahrten übergangslos fortsetzt. Gerade in engen Kurven, die man nur sehr langsam befahren kann erweist sich die gute Gewichtsverteilung als äußerst effektiv. Eine Kippgefahr ist kaum gegeben, bei Fahrten mit Beifahrer ist allerdings Vorsicht geboten, da dann völlig andere Gewichtsverhältnisse herrschen, die der Fahrer beachten muss. Zum Bremsverhalten kann ich sagen dass diese schnell und gut greifen, bei nasser Fahrbahn muss ich allerdings leichte Abstriche machen, da hat mir das Bremsverhalten besonders vorne etwas zu denken gegeben. Nicht unwichtig ist auch die Lautstärke des Motors, die ja allgegenwärtig ist und den Fahrer nur durch den Helm getrennt begleitet. Leise wäre übertrieben, aber durchaus akzeptabel kann ich diese schon beschreiben.
Zusammenfassung: Malaguti F12 Phantom LC 50 ccm 3990 DM 2,8 kw Scheiben / Trommelbremse Automatische Schmierung Elektro / Kickstarter Wassergekühlt
Fazit: Auf mein Auto will und kann ich nicht verzichten, doch sind gerade Kurzstrecken wie geschaffen um diese mit einem Roller zu bewältigen. Neben den sehr guten Eigenschaften des LC und dessen attraktiven Preises lohnt es sich auf jeden Fall hin und wieder auf den Roller umzusteigen, die Kostenersparnis, die sich im Laufe der Zeit ergibt finanziert umgerechnet den Anschaffungspreis. Bevor man sich für ein Gerät gleich welchen Herstellers entscheidet sollte man zumindest eine Probefahrt machen um das Modell mit anderen vergleichen zu können.
Papa_Santano am 17,07,2001
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20.02.2005 21:20
Super Bericht! Sehr ausfühlich!
06.11.2003 17:11
Klasse Bericht! Klasse Roller!
27.08.2003 09:54
Super Bericht, ich glaube das Modell kommt auch in meine engere Auswahl. LG Fiorettinchen