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Cityqueens Tipps und Tricks zur Acrylmalerei !
Erfahrungsbericht von cityqueen über Malen
29.06.2008


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Malen macht Spaß
Kontra: Absolut nichts

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Leserinnen und Leser,

viele von Euch lesen immer wieder gerne meine Berichte über Bücher der Acrylmalerei oder besuchen mich auf meiner Homepage diesbezüglich. So habe ich für alle Fans der Acrylmalerei mal ein paar Tipps und Tricks notiert, so dass vielleicht auch noch die Unentschlossenen unter Euch auf den Geschmack kommen und mit der Acrylmalerei beginnen werden:


Acrylfarbe

Die Acrylfarben an sich sind wasserlöslich (hierfür braucht man kein Terpentin etc.) und schnell trocknend. Diese Eigenschaften sind gerade für einen ungeduldigen Menschen wie mich sehr passend. Denn so brauche ich Bilder in den verschiedensten Phasen nicht tagelang trocknen lassen (wie es bei der Ölmalerei so manches mal der Fall ist), sondern kann abends ein Bild beenden und dieses schon am nächsten Morgen aufhängen.

ABER - was auf der Leinwand als Vorteil gilt, kann auf der Bekleidung schon mal für Probleme sorgen. So sollte man Farbflecken direkt auswaschen, da diese nach einer gewissen Trocknungszeit nicht mehr zu entfernen sind. Das gleiche gilt auch für die Pinsel, welche Ihr benutzt. Es empfiehlt sich immer, einen kleinen Wasserbehälter in Reichweite stehen zu haben. Denn solltet Ihr mal ungeplante Pausen (Telefonat, Besuch, etc) einlegen und die Pinsel in dieser Zeit nicht auswaschen oder ins Wasser stellen können, wird der Pinsel nach ca. 30 - 45 Minuten unbrauchbar sein, da die Acrylfarbe die Borsten verklumpen wird.

Solltet Ihr mit der Acrylmalerei beginnen, empfehle ich, erst mal ein Farben-Starterpaket zu kaufen. In diesem sind 10 - 15 Farben in kleinen Tuben-Mengen enthalten. So könnt Ihr erst mal ausprobieren, ob Euch diese Art der Malerei überhaupt liegt. Späterhin könnt Ihr dann natürlich zu besseren Qualitäten (unterscheiden sich auch in der Pigmentierung und Deckung) greifen. Solltet Ihr abstrakte Kunst lieben oder großflächige Bilder malen wollen, dann würde ich an Eurer Stelle auch mal einen Baumarkt besuchen. Denn auch hier gibt es Acrylfarben (allerdings nicht für Detail-Arbeit geeignet). Diese sind in großen Flaschen und Behälter abgefüllt und somit auch günstiger im Preis.

Pinsel

Es gibt die verschiedensten Pinsel- und Borsten-Arten. So würde es sich anbieten, gerade in der Anfangszeit sich die entsprechenden Malutensilien in einem Bastel-Laden / Geschäft für Malerei-Bedarf zeigen zu lassen. Ein Fachberater wird dann nach Euren Malwünschen fragen und Euch den passenden Pinsel aussuchen. Denn hier unterscheidet man zwischen, Flachpinsel, Rundpinsel, Fächerpinsel, Katzenzungenpinsel, Spitzpinsel, etc. Zudem gibt es noch die verschiedensten Materialien, aus welchen ein Pinsel bestehen kann, wie Tierborsten, Synthetik etc. und Größen.

Ebenso macht es Sinn, seine Pinsel fachgerecht zu behandeln. Dementsprechend diese nach jedem Maleinsatz (am besten mit lauwarmen Wasser) zu reinigen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Pinsel anschließend erst durchgetrocknet sind, bevor man diese in Boxen, etc. wieder weg packt. Zudem ist es absolut wichtig, dass die Pinsel immer mit dem Stiel nach unten und dem Kopf nach oben stehen. Denn sonst drücken sich die Borsten nach einiger Zeit durch den Stand-Druck auseinander und Ihr könnt keine klaren Linien mehr mit diesen Pinsel ziehen.

Malgrund

Auch hier gibt es Unterschiede, die verschiedensten Malgründe für Acrylfarben. Man kann diese Farben auf Malpappen, Holz, Keilrahmen etc. auftragen. Ich selbst nutze immer wieder gerne Keilrahmen, auch Leinwände genannt. Diese Keilrahmen bestehen aus einem Baumwolltuch, welches auf einen Holzrahmen getackert wird und gibt es in den verschiedensten Größen. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Tackerung auf der Rückseite getätigt wurde. So könnt Ihr die Seiten des Bildes beim Malen mit einbeziehen und braucht späterhin keinen Rahmen zu kaufen.

Natürlich gibt es auch hier wieder die verschiedensten Verkaufsarten als da wären: grundierte Leinwände, nicht grundierte Leinwände, verschiedenste Materialstärken beim Baumwolltuch, etc. Hierbei kann Euch ein Fachgeschäft bestimmt weiter helfen und den richtigen Malgrund für Eure Wünsche aussuchen. Ich selbst schaue mir die Leinwände vor dem Kauf immer sehr genau an. Denn so manches Mal gibt es auf dem Baumwolltuch / der Leinwand kleine Stoffknubbelchen, welche jetzt noch nicht groß auffallen, späterhin aber doch auf einem fertigen Bild sehr unvorteilhaft aussehen können, wenn zum Beispiel an dieser Stelle gerade ein Gesicht oder ein anderes Detail-Motiv geplant und gemalt wurde.

Für Malversuche meinerseits habe ich zu Hause auch immer Leinwandblätter (schaut aus wie ein Schreibblock - ist aber statt aus Papier mit Baumwollblätter versehen). Oder aber eine Leinwandrolle. Warum? Oftmals möchte man ja einfach nur ein wenig das Malen üben. Hier wäre es sehr ärgerlich, direkt eine gute Leinwand zu gebrauchen, das würde sich rechnerisch nicht lohnen. Auf einem Blatt Papier zu üben ist auch nicht passend, da sich die Acrylfarbe hier anders verhält als auf einem Leinwandstoff. So nehme ich gerne diese Alternativen zur Hand um direkt sehen zu können, wie meine neuen Motive wirken und wie ich diese noch verbessern könnte.
Zusatzmaterialien

Was mir selbst bei der Acryl-Malerei am meisten gefällt ist, dass man hierbei nicht nur die reine Acryl-Farbe verwenden und einsetzen kann. Sondern es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, seine eigenen Bilder optisch interessanter zu gestalten. So nehme ich gerne mal noch Filzschreiber, Kreide- und Kohlestifte (beides bitte anschließend bitte mit entsprechendem Fixierspray / oder auch Haarlack haltbar und wischfest machen), Glitter- und Glimmer-Stifte, Metall-Farben, Strass-Steinchen, Facettenlack (ergibt eine herrliche Reptiloptik), Strukturpaste, etc. zur Hand.

-Strukturpaste / Strukturgel-

Besonders die Strukturpaste hat es mir angetan, da man hiermit seinen Bildern eine plastischere Optik geben kann. Diese wird aus dem entsprechenden Verkaufs-Behältnis mit einem Spachtelmesser - oder einem anderen Gegenstand auf die Leinwand aufgetragen und braucht anschließend ein paar Stunden zum Trocknen. Nun kann diese sandartige, getrocknete Strukturpaste übermalt werden. Man kann diese Strukturpaste, welche es in den verschiedensten Körnungen gibt, aber auch direkt mit der gewünschten Farbe mischen und anschließend auftragen. Hier sind Euren Fantasien keine Grenzen gesetzt. Zudem hat man auch die Möglichkeit, die ungetrocknete Strukturpaste noch auf der Leinwand zu bearbeiten. Hierfür gibt es Verkaufs-Sets in Wellenform, Zackenform, etc. Aber man kann auch gerne mal eine Gabel, ein geriffeltes Plastikteil aus dem Haushalt, etc. ausprobieren. Das geht auch und kostet kein zusätzliches Geld.

-Naturstoffe-

Wer von Euch gerne mal experimentieren möchte, kann zur Strukturpaste auch mal Nudeln (bitte roh!), Reis (bitte auch roh - sonst wird's ein paar Tage später richtig ekelig!), kleine Steinchen, etc. beimischen. Hiermit kann man die verschiedensten Struktur-Effekte auf der Leinwand erzielen. Aber auch Vogelsand und getrockneter Kaffeesatz kann man wunderbar mit Acrylfarben mischen und auftragen. Probiert es doch einfach mal aus!

-Montageschaum-

Ebenso ergibt der Einsatz von Montagschaum tolle Effekte. Der Vorteil hierbei ist, dass Montageschaum nicht viel kostet, da dieser in jedem Baumarkt erhältlich ist. Zudem haftet dieser gut an der Leinwand und wiegt nicht viel. Mit Montageschaum kann man Würste, Kugeln, abstrakte Erhebungen etc. auf die Leinwand zaubern. Natürlich kann man den getrockneten Schaum auch in den gewünschten und passenden Farben anmalen!

Vorlagen / Motive


Gerade als Mal-Anfängerin / -Anfänger ist man bei der Motivauswahl recht unbeholfen, da einem schöne Bilder und Motive oftmals zu schwer erscheinen um diese selbst malen zu können. Hier habe ich mir mit einem Trick geholfen: Ich habe im Internet nach Window-Color-Vorlagen gesucht und mir diese ausgedruckt. Anschließend habe ich mit Hilfe von Pauspapier / Durchschlagpapier diese Motive (kann man auf Wunsch auch per Kopierer vergrößern) auf die Leinwand gebracht und anschließend be- und gemalt. Hierfür gibt es aber auch entsprechende Literatur, welche derartige Vorlage-Bögen / Skizzen-Bögen beinhaltet, wenn man sich mal für größere und / oder interessantere Motive entscheiden möchte.

Ansonsten kann man sich natürlich auch an Bilder, Fotos, etc orientieren. Auf diesen Vorlagen wird dann ein quadratisches Raster (bitte sorgfältig mit einem Lineal und einem Bleistift arbeiten) von Euch aufgelegt. Anschließend möchtet Ihr bitte ein ebensolches, quadratisches Raster auf Eure Leinwand zeichnen. Hierbei bitte die Abstände entsprechend größer gestalten. Nun kann man Kästchen für Kästchen die entsprechenden Linien vom Bild abschauen und auf die eigene Leinwand in die entsprechende Form einzeichnen.

Firnis / Bildversiegelung

Wenn es etwas falsch zu machen gibt - kein Problem - Cityqueen hat diesbezüglich alles durch *lach* So habe ich am Anfang natürlich auch keines meiner Bilder versiegelt, sprich mit Firnis bedacht (Sparsamkeit lässt grüßen). Gerade meine Bilder mit dem hohen Schwarz-Anteil / Personen, nahmen mir dies rasch übel. Denn diese staubten richtig gehend schon nach ein paar Wochen ein und ließen die schwarzen Menschen grau erscheinen.
Um dies zu weiterhin zu vermeiden, habe ich die alten Bilder abgestaubt und sowohl die älteren als auch die neuen Bilder nunmehr mit Gemäldefirnis versehen. Es gibt Gemäldefirnis in flüssiger Konsistenz, als auch in Spraydosen-Form. Ich selbst nehme gerne das Spray, da es für mich einfacher in der Handhabung ist. Allerdings besprühe ich meine Bilder im Freien, mit einer Zeitung als Unterlage, da das Spray doch sehr geruchsintensiv ist.
Firnis gibt es auch in unterschiedlichen Glanzformen - von matt bis glänzend. Anfangs habe ich mich für matt entschieden - späterhin nur noch für glänzend - da es in meinen Augen doch die Bilder schöner erscheinen lässt. Ich denke, dass dies jeder unterschiedlich für seine eigenen Motive handhaben wird.
Allerdings sollte man Firnis generell nach der Fertigstellung und Trocknung eines Bildes anwenden. Dieser transparente und elastische Überzugslack schützt alle Eure Bilder für viele Jahre vor Schmutz und Staub!
Das Mischen der Farben

Tja, fragt man sich nun als Mal-Anfänger/in, wie viele - und vor allem, welche Farben brauche ich denn nun zum Malen? Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
Entweder man kauft alle Farben, welche ein Fachgeschäft zu bieten hat (dann gratuliere ich hiermit recht herzlich zum Lotterie-Gewinn), oder aber, man beschränkt sich anfangs auf die Grundfarben und begibt sich damit in die aufregende Welt des Farben-Mischen.

Es gibt 5 Farben, welche Ihr auf jeden Fall haben solltet, wenn Ihr alle Farbmöglichkeiten ausschöpfen möchtet: Rot + Gelb + Blau + Schwarz + Weiß

Aus diesen Farben könnt Ihr dann zum Beispiel folgende Mischfarben in den verschiedensten Hell/Dunkel-Varianten herstellen:

Orange = Rot + Gelb
Violett = Rot + Blau
Grün = Blau + Gelb (ergibt ein helles Grün)
Grün= Gelb + Schwarz (ergibt ein dunkles Grün)
Grau = Schwarz + Weiß
Braun = Grün + Blau
Türkis = Grün + Weiß
Rosa = Rot + Weiß

Dies ist nur eine kleine Auswahl Eurer Misch-Möglichkeiten, welche Ihr mit den 5 oben genannten Farben kreieren könnt. Eurer Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass man immer den helleren Farbton zuerst nimmt und den dunkleren Farbton dann Stückchen für Stückchen hinzu mischt. Denn oftmals unterschätzt man die Wirkung des dunkleren Farbtons und so kann es passieren, dass die gemischte Farbe schnell zu dunkel erscheint.

Zudem sollte man beachten, dass man nach Möglichkeit nicht zu schnell zur Farbe Schwarz greifen sollte, wenn man einen Farbton etwas dunkler haben möchte. Denn der Farbton Schwarz an sich stumpft die bunten Farben im Glanz immer gerne etwas ab. So habe ich mir selbst noch einen weiteren (fertigen) Farbton gekauft, auf welchen ich gerade beim Mischen nicht mehr verzichten möchte: Preußischblau.
Mit diesem Farbton mische ich gerne meine Farben dunkler und nehme diese Farbausführung zudem zur Schattenlegung. Denn Preußischblau erscheint als Schatten (von Menschen, Gebäuden, etc.) viel natürlicher als Schwarz und zudem nimmt es nicht die Glanzkraft meiner Wunschfarben beim Mischen.

Wandfarbe

Habt Ihr noch etwas von Eurer Wandfarbe übrig? Dann her damit! Denn Acrylfarben sind sehr kompatible. Man kann damit auf sämtliche anderen Farben malen, wenn diese getrocknet sind. So bekommt Ihr in Eurer Wohnung einen echter Hingucker, wenn Ihr einen Keilrahmen wie folgt gestaltet:
Die komplette Leinwand wird mit der Wandfarbe bestrichen. Anschließend sollte diese Farbe erst einmal trocknen. Nun sind dem Künstler/-in keine Grenzen gesetzt. Auf diesem Wandfarben-Untergrund können nun mit Acrylfarben die verschiedensten Bilder, Muster oder Ornamente gemalt werden. Auch in Verbindung mit Spiegelsteinen - oder anderen Strukturmaterialien. Dadurch, dass dieses Bild keinen Rahmen hat und sich beim Aufhängen mit der vorhandenen Wandfarbe deckt, wird Euer Bild sehr dezent und persönlich aussehen. Zudem gibt es das von Euch geschaffene Bild, mit dieser speziellen Farbauswahl (Kombination aus Wandfarbe und Acrylfarbe), mit Sicherheit in keinem Geschäft zu kaufen!
Familien-Bild

Oftmals ist es ja so, dass in einem Haushalt nicht alle Personen künstlerisch gleich veranlagt sind. Umso mehr würde man sich freuen, wenn man auch den anderen Familien-Mitglieder das Malen näher bringen könnte. Hierzu gibt es eine tolle Möglichkeit:
Man nimmt sich einen großen Keilrahmen und unterteilt diesen in die verschiedensten Quadrate, Rechtecke und / oder Kreise. Die Grundformen werden hier ganz zart mittels einem Lineal und Bleistift (sich überschneidend) aufgezeichnet. Für eventuell gewollte Kreise kann man auch gerne mal einen Teller zur Hilfe nehmen.
Nun legt man eine Farbauswahl fest, in welchem dieses Bild anschließend erscheinen sollte. Man kann hier zum Beispiel die warmen Farben als Gruppe nehmen:
Rot, Orange, Gelb, Weiß, etc.
Oder auch die kühleren Farbtöne: Blau, Grün, Weiß, etc.
Aber auch verschiedenste Braun-Töne ….
Ganz so, wie Ihr es möchtet - und vor allem, ganz so, wie es in den (entsprechend für das Bild vorgesehenen) Raum passt.
Nun wird jedem Familienmitglied ein eigener Bereich des aufgezeichneten Musters auf dem Keilrahmen zugeteilt und los geht´s! Ob nun gleichzeitig, oder zeitversetzt - jeder darf seinen Bildausschnitt selbst mit der festgelegten Farbgruppe gestalten. Jeder darf die Gruppenfarben nach eigenem Wunsch mischen und / oder auch mit Dekorations-Materialien versehen.
Ihr werdet feststellen, dass die einen Familienmitglieder eher zu klaren Formen und Farben tendieren, während die anderen eher verspielt die Felder mit Farbe und Dekorationen füllen. Alles in allem ergibt dies aber ein einmaliges Bild-Motiv welches zudem harmonisch aussieht, da zwar jeder von Euch die Felder anders ausgefüllt hat - aber trotzdem alle die gleichen Grundfarben genommen haben.
Und am wichtigsten ist: Ihr habt dieses Bild als Familie gemeinsam gestaltet!


Nun wünsche ich Euch viel Spaß bei der Malerei

Eure Anita / www.cityqueen.de

PS: Die Bilder, welche von mir im Anhang zu sehen sind, habe ich alle mittels der hier bei Ciao von mir beschriebenen Vorlagenbücher / Bücher zur Acrylmalerei gemalt.   
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