Würdest du deine Eierstöcke für Millionen opfern?
19.06.2002 (17.01.2004)
Pro:
super verwirrend, undurchsichtig, klasse Darsteller
Kontra:
eigentlich nicht
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 carmen
Über sich:
manchmal da....
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 88 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Anläßlich der wiederholten Wiederholung im Fernsehen heute abend will ich mal diesen Beitrag etwas aufpeppen. Kürzlich hatten wir eine tolle „Wer bescheißt hier wen“-Filmwoche. Neben dem Erotothriller „Wild Things“ kam auch der hier zu bewertende Streifen mit einer meiner Lieblingsschauspielerinnen Nicole Kidman. Also war der Film natürlich ein Muß für mich und ich hab mich tapfer gehalten.
** Die Geschichte ** Der Campus einer kleinen Universität in Neu-England wird von einem Serienvergewaltiger verunsichert. Der Vertrauenslehrer der Studenten Prof. Andy Safian (Bill Pullman), findet das zweite Opfer, die junge Studentin Paula (Gwyneth Paltrow in einem Kurzauftritt), die noch vor kurzem einen Termin bei ihm hatte. Im Krankenhaus, in dem auch seine Frau Tracy (Nicole Kidman) arbeitet, trifft er einen Bekannten vom College wieder: Jed Hill (Alec Baldwin) ist jetzt der Starchirurg an der Klinik. Sein sehr selbstbewusster, teilweise arroganter Ton ist zwar nicht gerade Andys Geschmack, aber bei einem gemeinsamen Abend in der Kneipe lässt sich der sonst eher zurückhaltende Andy plötzlich aus. So erzählt er von den anhaltenden und schubweise auftretenden Unterleibsschmerzen seiner Frau, ihrem bisher unerfüllten Kinderwunsch, und er geht sogar so weit, dem erst kürzlich hinzugezogenen Arzt ein Zimmer in ihrem Haus zur Untermiete anzubieten. Davon ist Tracy absolut nicht begeistert, fügt sich aber mit ironisch-bissigen Bemerkungen. Immerhin ist das Geld bei den Safians so knapp, daß sie nicht einmal die Wasserleitung in ihrem Haus reparieren können.
Plötzlich wird Andy selbst der Verbrechen auf dem Campus verdächtigt, weil Bodenproben seines Gartens in der Wohnung von Paula Bells zu finden sind und seine Blutgruppe mit der am Opfer identisch ist. Detective Dana Harris (Bebe Neuwirth) glaubt zwar an seine Unschuld, will aber trotzdem ein Spermaprobe zum vollkommenen Ausschluß als Verdächtiger. Zeitgleich wird Tracy nach einem heftigen Anfall ins Krankenhaus gebracht und landet auf dem Tisch von Hill. Ein Eierstock ist geplatzt und muß entfernt werden. Als der Chirurg nachsieht, scheint auch der zweite Eierstock tot zu sein. Aufgrund des Blutverlustes und des kritischen Zustands der Patientin bleibt für eine histologische Untersuchung zu wenig Zeit. Also holt Hill von dem wartenden Andy die Zustimmung ein, auch den zweiten Eierstock zu entfernen. Außerdem muß er Andy mitteilen, daß Tracy schwanger war und durch die OP das Kind verlor.
Als die Pathologie feststellt, daß der Eierstock noch gesund war, verklagt Tracy Hill und das Krankenhaus wegen eines Kunstfehlers und verläßt gleichzeitig Andy, weil sie ihn ebenso für schuldig hält, daß sie jetzt keine Kinder mehr bekommen kann. Der Vergleich bringt ihr 20 Millionen Dollar ein. Für Andy bricht die Welt zusammen, als Dana Harris ihm offenbart, daß die seinerzeit entnommene Spermaprobe ergeben hat, daß Safian unfruchtbar ist. Hat Andy seine Frau überhaupt gekannt? Wie weit reicht das Lügengebäude, das sie aufgebaut hat? Jetzt geht Andy auf die Suche nach der wahren Identität seiner Frau und erfährt, daß alles anders ist, als er glaubt, und es kann durchaus sein, daß er seiner Frau an Cleverness nicht gewachsen ist.
** Darsteller ** Nicole Kidman (schon seit „Bangkok Hilton“ meine Favoritin) als undurchsichtige Schönheit mit Vergangenheit ist eine brilliante Besetzung. Kühl und berechnend, aber auch leidenschaftlich und zerbrechlich weckt sie einerseits den Beschützerinstinkt und das Mitleid des Zuschauers und lässt ihn damit natürlich in die Gefühlsfalle tappen. Bill Pullman („Independence Day“) spielt einmal mehr den bodenständigen, netten, umgänglichen und naiven Mann, der aber damit auch ideal als Opfer geeignet ist. So richtig kann man ihm die Rachegefühle gar nicht glauben.
Alec Baldwin ist dagegen der hinterhältige Verführer schlechthin. Das hängt sicher auch damit zusammen, daß ich ihn noch lebhaft in seinen fiesen Rollen in „Mercury Puzzle“ oder vor kurzem in „Nicht schuldig“ in Erinnerung habe. Das blanke Vorurteil, ich weiß, denn ich weiß, daß er nicht nur auf solche Figuren abonniert ist. ** Filmkritik ** Wie gesagt, hat mich die Mitwirkung von Nicole Kidman veranlasst, mir den Film anzuschauen. Und ich habe es nicht bereut, auch wenn ich manchmal versucht war, wegzuzappen, wenn es doch etwas zu gruselig und spannend wurde. Zunächst einmal denkt man als Zuschauer, es geht bei dem Thriller um die Vergewaltigungsgeschichte. Ha, weit gefehlt. Das ist nur ein Ablenkungsmanöver und ein kleines Teil im großen Puzzle.
Der nächste Gedanke ist dann ein persönliches Drama (Kind verloren, Totaloperation) und man bemitleidet die Hauptdarstellerin total. Deshalb ist das, was dann kommt, umso überraschender und gewährleistet die permanente Hochspannung, die den Effekt des Films ausmacht: man tappt eigentlich stets im Dunkeln. Trotz der kleinen Auflösungen und Hinweise, die von Zeit zu Zeit geboten werden, kommt man immer wieder an den Punkt, wo man merkt, daß man den Plot eben doch nicht durchschaut hat. Den richtigen Thrill bekommt er zusätzlich noch durch die eher düstere Atmosphäre. Der Großteil der Szenen spielen in Gebäuden, im OP, des Nachts, bei Regen und Sturm... Man wird wirklich auf die schwarze Stimmung eingestellt. Und die bleibt bis zum glänzenden Showdown auch erhalten, so daß man doch schon schwer atmend am Abspann ankommt. Wie gesagt, man sollte Sinn für solchen Filme haben.
** Meine Meinung ** Ein schön thrilliger Film, der sich bestens in die Reihe „Wer spinnt die schönste Intrige“ eingliedert. Voller Überraschungen und hochspannend. Nichts für schwache Nerven. ** Daten ** USA 1993 Genre: Thriller Originaltitel: Malice Regie: Harold Becker Musik: Jerry Goldsmith FSK 16
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10.06.2004 21:15
Ich fand den Film spannend, allerdings auch etwas unglaubwürdig! LG Claudia
20.01.2004 13:59
Meiner Eierstöcke gebe ich freiwillig her - aber ansonsten nix, was angewachsen ist. ;) Klingt spannend.
19.01.2004 18:54
Coole Überschrift