Arbeiten, wo der Sack Reis umfaellt...

3  26.04.2006

Pro:
Das erfahren nur eifrige Leser .  .  .   * gg *

Kontra:
Wie gesagt :  nur eifrige Leser .  .  .   * gg *

Empfehlenswert: Ja 

Miriam73

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Zugegeben: die allerwenigsten von euch werden wohl mit dem Gedanken spielen wegen eines Management Trainee Jahres (kurz: MT) nach China zu gehen. Ich hoffe dennoch, dass euch mein Bericht zumindest ein ganz bisschen interessiert und ihr neugierig darauf seid zu erfahren, was man so fuer Erfahrungen in der fernoestlichen (Arbeits-)Welt macht.

ACHTUNG! Thermoskanne mit Kaffee fuellen, 2 Butterbrote machen und es sich in bequeme Position bringen: dieser Bericht ist MEGA-LANG!

Ich habe ihn im uebrigen in 2 Teile aufgeteilt. In Teil 1 habe ich versucht mich auf das wesentliche im Bezug auf meine berufliche Erfahrung in China zu beschraenken. Die Infos in Teil 2 wuerden wahrscheinlich eher in die Kategorie "Leben in China" passen, aber ich habe mich dennoch dazu entschlossen sie mit in meinen Bericht aufzunehmen, weil sie fuer eine Entscheidung fuer oder gegen einen Job in China ausschlaggebend sein koennten..

Diesmal bin ich gnaedig - scrollen ist ausnahmsweise mal erlaubt. ;-)

Zum besseren Verstaendnis: Front Office ist der Ueberbegriff einer Divsion in einem Hotel und umfasst in der Regel die folgenden Abteilungen: Rezeption, Service Center (Telefonzentrale), Butler Service (falls vorhanden), Guest Relations (Gaestebetreuung) und manchmal auch noch das Housekeeping.

Teil 1:
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1.1 Warum Management Trainee in China?
1.2 Wie fand ich die Stelle?
1.3 Der Bewerbungsprozess
1.4 Der Vertrag
1.5 Die Konditionen
1.6 Ein paar Worte zum Hotel
1.7 Endlich in China
1.8 Die Unterkunft
1.9 Das Trainee Programm
1.10 Arbeiten mit den Chinesen
1.11 Fazit

Teil 2:
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2.1. Kulinarische Köstlichkeiten (die Verpflegung)
2.2. Die Un-Sitten der Chinesen
2.3. Chinesisch lernen
2.4. (Bekannt wie) ein bunter Hund
2.5. Sich zurechtfinden
2.6. Meeting People
2.7. Fazit


1.1. WIESO MANAGEMENT TRAINEE IN CHINA?
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Alsooo: ich hielt das MT-Jahr in China grundsaetzlich fuer eine gute Idee…
1) … weil man einen guten Einblick in die verschieden Abteilungen von Rooms Division bekommt und erfaehrt, was dort genau gemacht wird und wie dort gearbeitet wird. Dies finde ich persoenlich aus Verstaendnisgruenden sehr wichtig.
2) …. weil man viel ueber das Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen erfaehrt.
3) … weil es eine prima-Moeglichkeit ist, herauszufinden, in welcher Abteilung konkret man "seine Karriere fortsetzten" moechte.
4) ... weil man in der Regel in einem guten MT bereits auf eine spätere Management Position vorbereitet wird.
5) … weil sich die Beschreibung des Aufgabenbereichs sehr ansprechend anhoerte.
6) … weil ich fand, dass es eine gute Referenz sei, vor allem wenn man auch noch fleissig Chinesisch lernt.
7) … weil die Konditionen okay waren.

Okay zugegeben: ein Asien-Fan war ich nie und werde ich nie sein. Mit China als Land selber hatte ich eigentlich reichlich wenig am Hut. Ich hab's wirklich nur "der Karriere wegen" gemacht und mir gedacht:"Wenn bei dem Job wirklich soviel Erfahrungswerte bei rumkommen, passt das schon mit einem Jahr in China." Rein theoretisch waere ich fuer so eine Stelle auch nach Usbekistan gegangen… Eigentlich haette ich das MT-Jahr - schon alleine aus persoenlichen Gruenden - liebend gerne in den USA gemacht, aber leider habe ich mich damals noch nicht fuer das notwendige J1-Visa qualifiziert. :-(


1.2. WIE FAND ICH DIE STELLE?
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Das Stellenangebot fand ich auf der Homepage einer Schweizer Hotel Management Schule. Euch diese Webseite zu nennen, bringt rein gar nix, da der Mitgliederbereich mit den Stellenangeboten Passwort geschuetzt ist (eine Freundin von mir war so freundlich mir ihr Login zu verraten). Ich bitte an dieser Stelle um Verstaendnis, dass ich das Login hier nicht rausgeben darf, ABER falls jemand grundsaetzlich Interesse an einem MT in China haben sollte, bin ich gerne bereit ihm die Stellenangebote von dieser Webseite zukommen zu lassen.
Da eigentlich viele Hotels in den grossen Staedten Interesse an auslaendische MTs haben, wuerde ich einfach mal empfehlen, direkt mit dem gewuenschten Hotel in Kontakt zu treten und einfach mal anzufragen. (Fragen kostet ja nix!) Einfach sich auf den Homepages der internationalen Hotelketten bis nach China vorklicken oder ansonsten halt ueber Google. Anrufen braucht man ja nicht gleich, aber man kann ja an die INFO@-Adresse schreiben und nach dem Namen und der Email der zustaendigen Person in Human Ressources fragen. Die Chancen stehen in der Regel sehr gut!


1.3. DER BEWERBUNGS-PROZESS
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Ich erinnere mich noch gut. Es war schon nach 17 Uhr und ich wollte endlich Feierabend machen. Allerdings sollte diese daemliche Bewerbung nach China auch noch raus… *mpf* Lebenslauf in englisch? Da! - Arbeitszeugnis eingescannt? Ja! - Anschreiben? - Nee! Ist aber auch egal. Wenn sie eins wollen, werden sie sich schon melden (wow, ganz schoen frech, Miriam!).
Also rein mit dem Lebenslauf in die Email, noch die letzte Referenz (in englischer Sprache) hinzu, eben noch ein paar nette Worte eingeklimpert und - KLICK! - weg mit dem ganzen.
Bei DEN Bemuehungen rechnete ich eigentlich so gut wie mit nix - umso erstaunter war ich, als dann 3 Tage spaeter ein Anruf aus China kam. Wer da genau angerufen hat, weiss ich bis heute nicht. Die Verbindung war eh nicht so dolle und ueberhaupt erstmal einen englisch-sprechenden Chinesen uebers Telefon verstehen…. Habe mehrfach:"Koennen sie das bitte nochmal wiederholen. Die Verbindung auf meiner Seite hier, ist sooo schlecht." gesagt. War sie zwar nicht, aber ich verstand das Englisch der Dame einfach nicht! Das Gespraech verlief dann mehr oder weniger gut. Sie wollte eigentlich nur wissen, ob ich in China arbeiten wolle (weshalb bewerbe ich mich denn sonst?) und was ich momentan machen wuerde und ab wann ich verfuegbar sei.
Als ich nach einer Woche nichts weiter gehoert hatte, schrieb ich die Human Ressources Managerin nochmal an um mich nach dem Stand der Dinge zu erkundingen. Die Rueckantwort lautete ungefaehr:"Entschuldigen Sie bitte die verspaetete Antwort, aber wir mussten erst noch diskutieren, ob sie bei uns auch erst ab Oktober anfangen koennen. Dies geht von unserer Seite aus in Ordnung. Den Arbeitsvertrag schicke ich Ihnen in den naechsten Tagen zu."
Wie? So einfach ging das? Tja, also irgendwie war ich schon ein wenig ueberrumpelt, aber naja… ich fand' damals, dass ich nix zu verlieren hatte. Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass ich dann ja doch - aehem… - ziemlich naiv an die ganze Sache rangegangen war. Gewisse Sachen haette man schon irgendwie im Vorfeld durchdiskutieren sollen, so z.B. die unterschiedlichen Trainingseinheiten.


1.4. DER VERTRAG
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Zu den Konditionen gibt's gleich noch ein paar Worte. Den Vertrag will ich hier jetzt natuerlich nicht im Wortlaut wiederholen, aber 2 Punkte fand ich ganz interessant und auch ungewoehnlich:

1. … Dass man schon bei "disobeiance", also schon bei Ungehorsam rausgeworfen warden kann. Fuer mich hoerte sich das so an, als ob man wegen jedem kleinen Scheiss rausgeschmissen werden kann und dass da auch nicht lange gefackelt wird (also nix mit Verwarnung oder so…). Habe ich dann auch bei einem amerikanischen MT erlebt - ruckzuck war der draussen!

2. …. Dass man ohne schriftliche Genehmigung des General Managers niemanden in seiner neuen Bleibe uebernachten lassen darf. (Ist ja wie im Mittelalter... *mpf*)


1.5 DIE KONDITIONEN
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- Hin- und Rueckflug werden vom Hotel bezahlt. Allerdings muss man das Geld fuer den Hinflug erstmal vorstrecken. Kuendigt man innerhalb der 3-monatigen Probezeit, so muss man den erstatteten Hinflug wieder zurueck-erstatten. Der Rueckflug wird nur dann bezahlt, wenn der einjaehrige Vertrag erfuellt wird.

- Unterkunft anfaenglich im Staff Dormitory. Nach der Fertigstellung dann in den Hotel Appartments bei maximaler 2er-Belegung (allerdings eigenes Zimmer).

- freie Verpflegung in der Hotelkantine

- 450 US$ in den 3 Monaten Probezeit, danach 500 US$ monatlich

- Kostenloser Wäsche-Service (JUHUU! Kein waschen und bügeln!)

Viele von euch werden jetzt wahrscheinlich nochmal nachgelesen haben. Ja, in der Tat! Es ist wenig Geld was man fuer seine Mitarbeit bekommt ABER erstens hat man ja Unterkunft und Verpflegung frei (das, ist ja das wann in der Regel am meisten kostet!) und zweitens darf man die Kaufkraft in China nicht unterschaetzen. 450 US$ sind ungefaehr soviel wie 1200 Euro in Deutschland - man kann von einem solchen Gehalt wirklich prima leben und sich sogar einiges goennen (bisschen reisen, oefters auswaerts essen gehen, shoppen…).
Die Gehaelter in China werden im uebrigen in der Regel in US$ ausbezahlt. Mag ich persoenlich nicht so gerne wegen der moeglichen Kursschwankungen. Habe das mal in einem anderen Land erlebt, dass ich monatlich ca. 80 Euro umgerechnet weniger hatte - nur aufgrund des schlechten Kurses.
Bei anderen Stellenangeboten in China schwankten die Bezahlungen im uebrigen zwischen 250 US$ und 600 US$. Also ich denke, dass es sich generell so in dem Rahmen bewegt und sich der Vergleich lohnt.


1.6. EIN PAAR WORTE ZUM HOTEL
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Ich habe mein MT-Jahr im Landmark Hotel in Shenzhen/Sued-China begonnen. Hierbei handelt es sich um ein 5 Sterne-Hotel mit 235 Zimmern und Suiten. Das Hotel war wegen Renovierungsarbeiten ca. 1 Jahr lang geschlossen und hat im Oktober 2005 wierdereroeffnet - erstmal nur zum Teil. Gestartet hatten wir im Oktober mit 2 geoeffneten Etagen, jetzt sind es mittlerweile 7. Aus underfindlichen (naaaaja…)

Bilder von Management Trainee Rooms Division in China
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Ein paar nette Kollegen und ich...
Gruenden ist das Hotel bis jetzt noch nicht sonderlich angelaufen. In der Regel krebsten wir bei ca. 35% Belegung - manchmal waren es lediglich 22 belegte Zimmer und 5 Anreisen. Zu unseren Gaesten zaehlen hauptsaechlich Chinesen, ein paar Japaner und die fuer mich interessante Gruppe - die sogenannten "Westerners" schneiten nur mal alle Jubeljahre rein. Vor der Renovierung soll dies komplett anders gewesen sein, aber was "davor" war, war ja fuer mich nicht relevant. Ich denke, dass man die spezielle Situation des Hotels beruecksichtigen sollte, denn manche Sachen duerften in einem gut belegten Hotel interessanter gewesen sein.


1.7. ENDLICH IN CHINA
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Die Ankunft im Hotel war recht herzlich. Es kamen sofort mehrere Kollegen angelaufen um mich zu begruessen und mir bereits ein paar Infos mit auf den Weg zu geben. Doch schon ca. 15 Minuten ging es dann per Hotel-eigenem Wagen in mein neues Zuhause… Begleitet wurde ich freundlicherweise von einem der Duty Manager und 2 Kolleginnen.


1.8. Die Unterkunft
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Nach etwas 20-minuetiger Fahrt erreichten wir das Personalgebaeude (Staff Dormitory). Hierbei handelte es sich um ein 6 stoeckiges Hochhaus, das unterschiedliche Wohneinheiten beinhaltete: Einzelzimmer (Studios) oder auch Mehrbett-Zimmer, mal weniger schmuck eingerichtet, mal mehr... und je nach Status gab es natuerlich entweder HUI oder PFUI (die Manager bekamen natuerlich die schoeneren Zimmer). Mein Zimmer lag in der 5. Etage (natuerlich KEIN Aufzug.. *stoehn*) und schon den Gang den Flur runter liess mich "schlimmes" ahnen. Das ganze Gebaeude war sehr nuechtern gehalten und machte einen sehr alten, ehrlich gesagt etwas schmuddeligen Eindruck. Und auf ging die Tuer - das war sie, meine neue Bleibe!!! Naaaaja! Ein Bett, ein Schrank, eine Komode, 2 Sessel, ein Schrank mit immerhin grossem Fernseher drin und noch ein kleines Tischchen... und das alles auf ca. 12 qm (Das wird dann ja 'ne Stehparty *lol*) Alles machte einen recht verwohnten Eindruck. Bei der Matratze hangen z.B. schon die Fransen raus, an den Moebeln splitterete der Lack ab und die Vorhaenge hatten auch schon bessere, bzw. saubere Zeiten gesehen.
Die kleine sperate Duschkabine hatte ebenfalls schon bessere Zeiten gesehen, aber der Schocker schlechthin war ja die Toilette (siehe Bild): ein Plumpsklo! Wer schon mal auf so einem Ding gewesen ist, weiss, dass man grundsaetzlich - egal mit welchen Verrenkungen man drinsteht/hockt was auch immer - super Chancen hat, sich auf die Hose zu pieseln!
Was die Sauberkeit anbetraf: lieber erst gar nicht in die Ecken schauen, aber naja... nach meiner fast 20 stuendigen Anreise war's mir egal und zumindest das Bett sah einladend aus. In den darauffolgenden Tagen hab' ich dann erstmal sauber gemacht und 'n bisschen Deko an die Waende gepappt und so und dann war's auch okay. Bei meiner Ankunft hatte man mir ja gesagt, dass die Hotel-Appartments in ca. 3 Wochen zum Einzug bereit seien und das Staff Dormitory fuer mich eh nur einen Zwischenloesung sei. Aus den 3 Wochen wurden dann 4 Monate (ich wurde immer wieder vertroestet...). Erst nach knapp 4 Monaten bin ich dann in die neue Bleibe umgezogen, die absolut den europaeischen Standards entspricht. Alles neu renoviert, modern eingerichtet - dafuer allerdings super klein (Schlafzimmer um die 10 qm) und ich muss mir die neue Bleibe mit einem anderen Management Trainee teilen (allerdings hat jeder sein eigenes Zimmer und eigenes Bad).
Eigentlich hat man in der Regel als Management Trainee (vor allem als europaeischer) einen relativen hohen Status und sollte daher auch eine angemessene Bleibe angeboten bekommen, aber "angemessen" wird hier natuerlich ganz anders definiert. Grundsaetzlich sollte man damit rechnet, dass die Unterkunft NICHT dem entspricht, was man aus Deutschland so gewohnt ist und dass die hygienischen Verhaeltnisse hier in China ebenfalls nicht vergleichbar sind. Ggf. muss man sich seine Unterkunft sogar mit jemanden teilen - auch das ist nicht jedermanns Sache.
Zur Umgebung des Staff Dormitories möchte ich noch sagen, dass sie sozial ziemlich schwach war und es dort ausser einem Supermarkt nur ein paar provisorische Strassen-Cafes gab (Restaurant waere jetzt ein wenig uebertrieben). Abends mal weggehen oder so in der Gegend: Fehlanzeige. Da musste man schon immer mit dem Shuttle Bus in die Stadt reinfahren.
Meine 2. Unterkunft lag direkt hinter dem Hotel und somit mitten in der City. Mein Zimmer mit eigenem Bad hatte, wie gesagt, durchaus westlichen Standard, aber leider hatte sich nach nur 2 Monaten fetter Schimmel in den meisten Teilen der Wohnung gebildet. Das war ganz schoen ekelig neben einer Schimmel-ansetztenden Wand zu liegen und auf Dauer haette ich das sicher nicht akzeptiert, denn es ist ja auch schlecht fuer die Gesundheit. Grundsaetzlich sollte man sich ueberlegen, ob man ueberhaupt damit klarkommt in irgendeine Wohnung oder sogar nur ein Zimmer, ggf. noch mit fremden Leuten reingesteckt zu warden.


1.9. DAS TRAINEE PROGRAM
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Die ersten drei Wochen stand ich ehrlich gesagt nur an der Tuer rum oder drehte meine Runden in der Lobby. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass man sich mal am Anfang meines Aufenthaltes mit mir zusammen setzen wuerde und meine einzelnen Trainings in den verschiedenen Abteilung mit mir besprechen wuerde... Okay: kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg halt zum Propheten!
Als ich der Ass.FOM (Assistant Front Office Managerin) mein Anliegen vortrug guckte sie mich nur mit grossen Augen an (was willst du?). Sie meinte dann nur, dass sie da mal drueber nachdenken muesste und mir dann bescheid sagen wuerde.
Noch am gleichen Tag praesentierte sie mir dann stolz meine "Trainerin" - einen GR Officer (Guest Relations Officer).
Sorry, nix persoenlich gegen das Maedel aber DIE sollte mein Training in 3 anderen Departments ersetzen??? Sie erstellte dann auch ruck-zuck einen Trainigsplan, der recht vielversprechende Sachen enthielt (Check in, Check out etc.) Okay, zwar nicht komplett, aber fuer den Anfang... Hauptsache ich lernte hier bald mal was....
2 Tage spaeter eroeffnete mir diese besagte Kollegin, dass sie gekuendigt haette um jetzt als Yoga-Lehrerin zu arbeiten (ja, ein Yoga-Stunde wuerde ich bald auch brauchen....)
Noch am selben Tag sass ich wieder bei der Ass.FOM im Buero und schliesslich fragte sich mich, wo ich denn dann gerne hinwolle. Mit Erfoeffnung der Club Lounge haette man vor mich dort einzusetzen und ich waere dann komplett fuer die europaeischen Gaeste (die sogenannten "Westerners") zustaendig. Fuer die Zwischenzeit einigten wir uns auf folgendes:

Rezeption: 1 Monat
Butler Team: 1 Monat
Service Center: 2 Wochen (mehr gaebe es da nicht zu lernen…BITTE???)

Was die anderen beiden MTs anbetrifft: die standen, bzw. stehen weiterhin in der Lobby rum... Ich konnte mich angesichts dieses Deals schon gluecklich schaetzen.

Wie "erfolgreich" waren denn nun letzten Endes meine Placements in den unterschiedlichen Abteilungen?

Rezeption
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Also einen "privaten Trainer" hat man mir nicht zur Verfuegung gestellt - eigentlich hat man mir niemanden zur Seite gestellt. Und es wollte sich auch keiner so recht fuer mich verantwortlich fuehlen. Zu ein wenig Small Talk waren alle immer gerne bereit, aber mir was beizubringen: da hat sich keiner drum gekloppt.
Nun ja... Einerseits ist es nicht jedermanns Ding anderen Leuten Training zu geben und andererseits ist es wahrscheinlich auch schwer Motivation speziell fuer mich aufzubringen. Ich hatte so das Gefuehl, es war so ein bisschen "Ach, die ist ja eh nur einen Monat da!".

Und last but not least: das linguistische Problem! Manche Rezeptionisten sprachen eher schlecht als recht Englisch und dementsprechend "anstrengend" war es auch fuer sie mir was zu erklaeren. Manchmal klappte es auch gar nicht. Auf meine Fragen hagelte es ganz andere Antworten und nach 2mal nachfragen habe ich es dann auch gelassen. Da wir eine Trainings-Version unseres Hotelsystems HIS hatten, konnte ich mir so einiges auch zum Glueck durch viel Ausprobieren selber beibringen.

In der Zwischenzeit waren neue Rezeptionisten angelernt worden. Ich habe mal deren Trainings-Plan gesehen und musste feststellen: zwischen dem, was man denen beibringt und was man mir beigebracht hat, liegen Welten. Und ich finde es irgendwie schade, dass man sich nur so halbherzigum mich gekuemmert hat, obwohl ich auch immer wieder nachgefragt habe und Interesse gezeigt habe.

Viele Dokumente oder auch sogar wichtige Eintraege im HIS-System wurden im uebrigen auf Chinesisch verfasst - dies machte es unmoeglich auch mal administrative Aufgaben zu uebernehmen und ueberhaupt - sich mal effizient einzubringen. Ich wollte z.B. mal jemanden einchecken (sogar einen Auslaender), aber irgendwie war eine Bemerkung auf Chinesisch im System. Da musste ich dann natuerlich mal wieder nachfragen, denn in der Regel sind das wichtige Sachen.

Mich richtig einbringen konnte ich mich aufgrund der fuer mich nur sehr geringen relevanten Klientel eher weniger. Ich haette natuerlich jeden Chinesen fragen koennen, ob er wohl zufaellig auch Englisch spricht, aber es waere wohl nicht sehr professionell gewesen ihn zum Uebungsobjekt eines gelangweilten auslaendischen MTs zu machen.

Ums kurz zu machen: bei meinem Placement in der Rezeption war nicht so viel bei rumgekommen. Im uebrigen hatte man mir auch deutlich gemacht, dass man es lieber sieht, wenn ich die auslaendischen Gaeste nicht selber einchecke, sondern statt dessen ein wenig unterhalte, waehrend sie warten muessen bis der Rezeptionist fertig ist. Ich war sozusagen eher die "Small Talk Lady".

Butler Service
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Das gleiche wie an der Rezeption. Erklärt wurde immer nur mal was auf Anfrage und dann auch nur eher knapp. Hin und wieder wurde ich zwar eingesetzt, aber lediglich für kleinere Sachen, z..B. mal was aufs Zimmer bringen oder so.
Nur wenn es um Auslaender ging wurde ich vorgeschickt und da konnte ich dann eigentlich nur reine Uebersetzungtaetigkeiten bieten. Alles andere war mir ja nicht gezeigt worden und so musste ich wieder die liebe Kollegen bemuehen anstatt auch mal was selber zu machen. :-(
Gefragt wurde ich halt haeufig, wenn es um das Schreiben des Log Books in englischer Sprache ging und ums uebersetzen von Nachrichten an Gaesten oder so... Diesmal war ich also eher die "Uebersetzungs-Lady".

Service Center (Telefonzentrale)
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BINGO! Endlich war mal ein konkreter Trainingsplan fuer mich aufgestellt worden und die Service Center Managerin nahm sich meiner persoenlich an (vielleicht auch aufgrund der Tatsache weil wir uns privat sehr gut verstanden...). Am Anfang erklaerte noch eine Kollegin, die relativ gut englisch sprach, aber die war leider nur noch ein paar Tage da und dann musste sich die Managerin selbst um mich kuemmern, weil die anderen Damen so gut wie kein englisch sprachen... Das Service Center war die einzige Abteilung, wo ich wirklich mal was gelernt habe. Allerdings ist es schon bloed, wenn man in der Telefonzentrale angelernt wird und dann aufgrund des linguistischen Problems keinen einzigen Anruf entgegennehmen kann. Ein paar interne Anrufe von Auslaendern habe ich entgegengenommen, aber das war's dann auch schon.
Selbstverstaendlich waere auch da mehr bei rumgekommen, wenn ich in einem Land gewesen waere, wo mir die Sprache bekannt gewesen waere.


1.10. ARBEITEN MIT DEN CHINESEN
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Also schon mal vorweg: mit anderen relevanten Abteilungen (z.B. Sales, Housekeeping etc.) hatte ich aufgrund der Verstaendigungsschwierigkeiten nie was zu tun. Was meine unmittelbaren Kollegen anbetrifft, so muss ich sagen, dass ich mich von den allermeisten willkommen geheissen fuehlte. Soweit das sprachlich moeglich war, unterhielt man sich auch gerne mal mit mir oder machte zumindest ein wenig Small Talk. Also auf "privater Ebene" fand ich es hier durchaus angenehm Klar, es gibt immer mal jemanden, dem deine Nase nicht passt und der sich von dir fernhaelt, aber das ist ja auch in Deutschland so. Hier kommt ja wie gesagt auch noch die erschwerte Verstaendigung hinzu - man sollte hier also nicht gleich alles persoenlich nehmen…

Auf "beruflicher" Ebene haette ich mir manchmal mehr Unterstuetzung und Entgegenkommen gewuenscht. Klar, es ist schwierig Motivation aufzubringen - Motivation dafuer jemanden etwas zu erklaeren, der eh kaum/nicht grossartig mitarbeiten kann und in wenigen Wochen eh wieder weiterzieht. Bei manchen Kollegen hatte ich auch das Gefuehl, dass es fuer sie eine ganz schoene Buerde war, mir was auf englisch zu erklaeren. Manche Erklaerungen waren - fuer beide Seiten - recht krampfig und manchmal hab' ich dann auch einfach nur "okay, I got it!" gesagt, weil wir irgendwie nicht weiterkamen. Dreimal das gleiche fragen reicht dann ja wohl…

Was ich definitv nicht zu schaetzen wusste,war die fehlende Initiative und das fehlende Mitdenken. Sorry - ich will hier wirklich keinen beleidigen und mein Statement auch auf gar keinen Fall verallgemeinern - aber es ist nun mal so, dass mitdenken, Ideen einbringen und umsetzen nicht gerade die Staerke der Chinesen sind. Natuerlich sind die Chinesen nicht doof, aber sie werden in dieser Richtung halt einfach nicht gefoerdert. Schon in der Schule, bzw. dann spaeter in der UNI wird fast nur auswendig gelernt. Ein deutscher Bekannter von mir, der hier fuer den TUEV arbeitet, meinte mal zu mir:"Um hier bei uns einen Deutschen zu ersetzen, muss man gleich 5 Chinesen einstellen". Naja, also das fand' ich jetzt ein wenig krass ausgedrueckt, aber dass die Chinesen nicht gerade mitdenken - die Erfahrung habe auch ich gemacht.

Vielleicht mal ein kleines Beispiel (von vielen!):
Es war mein erster Tag im Butler Team. Daher trotete ich brav dem Schichtfuehrer Dick hinterher. Es gab mehrere Zimmer fuer die anreisenden Gaeste vorzubereiten. So waren wir schon in verschiedenen Etagen gewesen um in verschiedenen Zimmern den Tee auszutauschen (fuer die japanischen Gaeste gibt es japanischen Tee anstelle des chinesischen). Danach machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg um die Willkomens-Briefe reinzulegen. Als wir dann auch noch den Kollegen mit den Zeitungen fuer die GLEICHEN Zimmer begegneten, wurde es mir zu bunt.

Ich:"Warum teilen wir uns eigentlich nicht auf und nehmen gleich alle drei Sachen auf einmal mit. Dann muessen wir nicht gleich 3mal in jades Zimmer latschen. Das geht doch viel schneller!"

Dick:"Mmhh… ja, vielleicht, aber das geht halt nicht immer. Manchmal ist der Kollege nicht verfuegbar, in der Pause oder so."

(HAEH???)

Ich:"Ja, aber das hat doch mit dem Kollegen nix zu tun. Selbst wenn der noch nicht anfaengt, koennen wir doch schon mal anfangen und alle 3 Sachen zeitsparend auf den Zimmern verteilen.."

Dick:"Jaaa." (ein chinesisches allerdings und das heist so viel wie "ja und jetzt lass mich in Ruhe".)

Wir stehen in der 15. Etage. Wieder sehe ich das Dick Ewigkeiten in seiner Liste rumblaettert, bevor er sagen kann, in welche Zimmer wir konkret muessen. Ich werfe einen Blick auf die Liste. Sie ist nach Namen geordnet, d.h. er muss auf jeder Etage erstmal durchblaettern und auf jedem Blatt nachschauen, ob da noch ein Zimmer der jeweiligen Etage mit dabei ist….

Ich:"Dick, waere es nicht einfacher eine Ankunftsliste geordnet nach Etagen, bzw. Zimmernummern auszudrucken?"

Dick:"Ja, vielleicht, aber so eine Liste gibt es nicht im System."

(Wie bitte? Eine Ankunftsliste geordnet nach Zimmern - das einfachste von einfachen soll es im HIS-System mit hunderten von Reports nicht geben?)

Ich:"Kann ich mir nicht vorstellen. So was muessen wir haben. Momentan arbeiten wir nur auf 6 Etagen, aber wenn erstmals alle 21 Etagen geoeffnet sind und wir erstmal auf jeder Etage durch eine ellenlange Liste gehen muessen - da sind wir ja stundenlang unterwegs!"

Dick:"Jaaa."
(Okay, hab' schon verstanden. Interessiert wohl nicht…)

Als wir wieder unten waren, habe ich im System diese Liste gesucht. 3 Minuten spaeter hatte ich sie, aber Dick schien nicht sonderlich interessiert. Er hat sich dann auch ganz schnell wieder verzogen. Daher hab ich's dann mal ins Logbook reingschrieben, denn da muss jeder unterzeichnen, dass er's gelesen hat.

Ich will von mir wirklich nicht behaupten, dass ich ein geistiger Ueberflieger bin, aber manche Sachen haben einen geradezu ANGESCHRIEEN: die MUSSTEN einem einfach auffallen und geaendert werden.
Als ich am Anfang hier ankam, wurde mir von der AssFOM gesagt, ich solle doch sofort Bescheid sagen, wenn mir irgendwas auffallen wuerde. Okay, ich hab' ein paar Mal meinen Senf dazugegeben, aber in der Regel bedankte man sich nur mit einem hoeflichen "Thank you, Simone. Very good." und klopfte mir einmal kraeftig auf die Schulter - um sich danach schleunigst wieder anderen Dingen zu widmen. Irgendwie hatte ich so das Gefuehl, dass man an Veraenderungen hier nicht gerade interessiert ist (oder sich von mir nix sagen lassen will?).

Im Gespraech mit chinesischen Kollegin hat sich herausgestellt, dass auch sie gewisse Sachen als negativ und unpraktikabel empfinden, aber keiner sagt was. Warum nicht? Tja, da bin ich mir nicht sicher. Ob es so diese Einstellung ist "ist mir doch egel!" oder ob man sich aus Respekt gegenueber dem Vorgesetzten nicht traut den Mund auszumachen…. Wer weiss?

Manch einer mag sich jetzt vielleicht denken:"Na denen wuerde ich mal Feuer unterm Hinterm machen." Nee, sorry… das laeuft hier nicht so! Eigeninitiative und "hinter was her sein" mag zwar in Deutschland moistens geschaetzt werden - hier allerdings muss man die starken Hierarchien respektieren und auch die Tatsache, dass hier die Muehlen langsamer laufen. Den amerikansichen MT haben sie z.B. rausgeworfen, weil er immer alles "JETZT SOFORT!" wollte und zuviel Druck gemacht hat. Auch ich musste feststellen, dass man mit draengeln nicht weiterkommt und nie seinen Status und seine Kompetenzen ueberschreiten darf. Aufgrund der starken Hierarchien hier, ist der Kompetenzbereich des einzelnen Mitarbeiteres eher gering und so muss man sich sehr oft erst an den naechst hoeheren wenden… der sich dann wiederum auch erst wieder an den naechst hoeheren wenden muss… usw. Ein relative zaeher Prozess, wie ich finde und es macht einfach keinen Spass, wenn man so rein gar nichts entscheiden darf. Natuerlich muss es auch Abstufungen geben, aber in so krass wie hier, habe ich das noch in keinem Land erlebt.

Woran man sich auch erst gewoehnen muss, ist die scheinbar unterwuerfige Haltung der chinesischen Mitarbeiter gegenueber den Gaesten. Das leichte Verbeugen, vom Stuhl aufstehen und das grundsaetzliche uebergeben einer Visitenkarte mit beiden Haenden, wirken auf mich immer ein wenig unterwuerfig. Ich finde es immer krass, wenn unser japanischer MT von der Tuer bis zum Desk gleich 3mal 'nen halben Diener macht, aber das liegt einfach an der kulturellen Diskrepanz. Solche Gestern haben nichts mit Unterwuerfigkeit zu tun, sondern sind lediglich eine Geste des Respekts. Auch dies gilt es zu verstehen.

Generell habe ich die Chinesen als sehr disziplinierte Mitarbeiter kennengelernt. Mal locker im Büro abhängen und ein Kaeffchen trinken oder Raucherpause machen ist eher weniger. Also da habe in anderen Hotels schon in lockererer Atmosphäre gearbeitet...


1.11. FAZIT
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Viele von euch haben es wahrscheinlich schon "zwischen den Zeilen" gelesen: fuer mich war die Zeit als MT ehrlich gesagt ein ziemlicher Reinfall. Natuerlich lernt man aus JEDER Erfahrung etwas, aber fuer mich ist lern- und entwicklungstechnisch gesehen einfach zu wenig bei rumgekommen… und ich empfand das arbeiten in China auch nicht gerade als angenehm: es hat einfach keinen Spass gemacht!
Ob ich es dennoch empfehlen wuerde, ein MT in China zu machen? JEIN. Also erstmal denke ich, dass nicht jeder so die A…llerwertestenkarte zieht, wie ich. Das ist einfach nur PP (persoenliches Pech), dass das Hotel so gut wie gar nicht anlaeuft und die westliche Kundschaft ausbleibt.

Ich will nicht behaupten, dass man in China grundsaetzlich als MT nicht auch ein bisschen gefoerdert, bzw. gefordert wird. Wie ich das hier allerdings so mitgekriegt haben, werden auslaendische MTs in den Hotels auch gerne mal aus representativen bzw. linguisitischen Gruenden eingestellt. Also von mir - so wage ich zu behaupten - hat man nicht wirklich erwartet, dass ich mich hier grossartig einbringe… ABER ein 5 Sterne-Hotel (vor allem ein internationales) braucht nun mal - falls mal was sein sollte - eine gut englischsprachige, auslaendische Mitarbeiterin. Und marketing-technisch gesehen ist's auch 'ne gute Sache ("Du, da arbeitet sogar 'ne Deutsche!") Ich habe mich mit mehreren Kollegen unterhalten, die zuvor in anderen Hotels gearbeitet haben (auch in internationalen!) und die Aussage war immer die gleiche: auslaendische MTs stehen in der Regel in der Lobby rum und kuemmern sich um die Gaeste. So richtige Placements, wo man auch eng mit den Managern zusammen arbeitet, scheint es hier in der Regel nicht zu geben und selbst wenn, sollte man noch das linguistische Problem bedenken: die Manager sprachen zum Teil noch schlechter englisch als manch andere Angestellte.

However, wer sich von einem MT Program ebenfalls mehr verspricht, dem rate ich halt zuvor konkrete Fragen zu stellen: Wie werden meine Trainings ausschauen? Wie viele fuer mich relevante Gaeste gibt es? etc. Natuerlich kommt es auch immer ein wenig auf die eigenen Erwartungen und die bisherige Arbeitserfahrung drauf an. Ich persoenlich fuehle mich schon zu alt und zu erfahren, als dass ich wie ein Lehrling am Anfang seiner Ausbildung hier den ganzen Tag in der Lobby rumstehen und nur ein bisschen Small Talk halte.

Wer sich fuer Asien interessiert, fuer den ist ein MT in China natuerlich die optimale Moeglichkeit, sich hier unten in der Ecke ein wenig umzuschauen. Das reisen ist nicht so teuer und man kann locker auch mal fuer ein verlaengertes Wochenende wo hinjetten.


Ein MT werde ich auf jeden Fall nochmal in Angriff nehmen - dann allerdings in den USA, wo man oft bereits als Supervisor einsteigt, wo man laut Stellenausschreibung bereits mehr Verantwortung bekommt und es linguistisch gesehen wesentlich leichter ist. Ich hoffe, ich habe dann mehr Glueck.

So, dann bedanke mich schon mal fuers bisherige Interesse. Wer jetzt noch ein wenig ums "drumherum" erfahren moechte, dem wuensche ich viel Spass beim weiterlesen


2. Teil
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2.1 KULINARISCHE KOESTLICKEITEN (Die Verpflegung)
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Vor meinem Aufenthalt hier in China, hatte ich mich ja schon voll gefreut:"Juhuuu! Jeden Tag chinesisches Essen!" Dann war ich allerdings froh, dass es KFC und McDonalds um die Ecke gab. Das, was man in Europa in den China-Restaurants zu essen bekommt, kann man mit den "Köstlichkeiten" im richtigen China überhaupt nicht vergleichen. Erstmal mangelt es den Speisen hier an Qualität und auch der Geschmack ist ganz anders., als man das von unserem Lieblings-Chinesen um die Ecke vielleicht gewoehnt ist.
Monatelang habe ich mich tapfer durch unseren Kantinenfrass gekämpft: Hühnerkrallen (hier sehr beliebt!), Rinds- oder Schweinezunge, Tofu in scharfer Sosse, Choi Sum und andere komische Gemüsesorten, Rübe, Fischköpfe und noch ein paar andere eher undefinierbare Sachen waren auf meinem Teller gelandet - alle zum Teil entweder sehr scharf gewürzt oder mit mir bis zu dem Zeitpuntk unbekannten Gewürzen "angereichert", teilweise auch mit Lemongras verfeinert.

Auswahl? Nee, Fehlanzeige! Einfach sein Blech abgeben und dann wird dir das "Tagesmuenue" raufgehauen (friss oder stirb!) Man begucke sich ein Beispiel-Mittagsmenue auf dem Bild unten.
Vor 2 Monaten gab es dann auch eine separate Kantine fürs Management, in dich als priviliegierter Management Trainee ebenfalls gehen durfte. Dort ist die Qualität schon ein wenig gehobener, es gibt zum Glück auch mal eher westliche Speisen und zumindest ein bisschen Auswahl, vom Ambiente mal ganz zu schweigen.

Grundsätzlich kann es aber sein, dass man kulinarisch gesehen doch recht stark gefordert wird - an manchen Tagen habe ich echt - ungelogen - nur den Reis und den Apfel zum Nachtisch gegessen, weil es halt nix anderes gab, wozu ich mich haette ueberwinden koennen.. Ach ja, in der Normalo-Kantine gab es im uebrigen ausschliesslich Stäbchen zum essen. Zum Glück konnte ich damit schon ganz gut umgehen, denn sonst hätte ich mal gerade gar nix zwischen die Zähne gekriegt.
So etwas wie ein "kontinentales Fruehstueck" mit Broetchen und Marmelade gibt e shier im uebrigen auch nicht. Schon morgens werden "deftige" Mahlzeiten serviert, z.B. Nudeln mit Gemuese und Fleisch, Reis mit Krabben, diese typisch chinesischen Dumplings (gefuellte Dampfnudeln) etc. Auch daran muss man sich erstmal gewoehnen…
Da man als europaeischer MT einen relative hohen Status hat, gehe ich mal davon aus, dass man in der Regel angemessene Speisen bekommt, aber ich will nochmal drauf aufmerksam machen, dass "angemessen" hier grundsaetzlich anders definiert wird.


2.2. DIE UN-SITTEN DER CHINESEN
¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤Schmatzen, ruelpsen, pupsen, spucken - ja, es wurde einem wirklich alles geboten! Und daran muss man sich erstmal gewoehnen (falls man sich DARAN ueberhaupt gewoehnen kann!)
Beim Essen wird grundsaetzlich genussvoll geschmatzt und geschluerft. Da man mit den Staebchen ja nicht schneiden kann, werden die Brocken (z.B. Fleisch) erstmal ganz in den Mund genommen, abgegnagt und die Reste dann wieder ausgespuckt.
Und da wir schon beim Thema sind: gespuckt wurde in Shenzhen, als ob man was dafuer kriegte! Wenn man auf der Strasse entlang geht, so hoert man mindestens im Minutentakt wie LAUTHALS die Spucke erstmal "hochgehieft" und dann ebenso geraeuschvoll "rausgeschleudert" wurde. Der "kleine, gelbe, schleimige" auf dem Fussweg gehoert definitv mit zum Stadtbild. Auch vor geschlossenen Raeumen machen die Chinesen im uebrigen nicht halt. Vor ein paar Wochen im Internet Café hat sich z.B. ein Chinese vorne ruebergebeugt und direkt vor sich hingerotzt bevor er sich dann wieder dem Computer widmete. Auch in unserer Kantine (!) hatte ich schon Flatschen auf dem Boden gesehen!
Das mit dem Pupen haelt sich zum Glueck in Grenzen - ist aber grundsaetzlich nicht verpoent. Mir persoenlich reichte schon das eine Mal bei Essen. Die anderen am Tisch haben noch nicht mal mit der Wimper gezuckt - mir dagegen hatte es ordentlich den Apetit verdorben.
Dass man als Zeichen, dass es geschmeckt hat, einen schoenen Ruelpser nach dem Essen loslaesst, habe ich im uebrigen so nicht feststellen koennen. Geruelpst wird halt "ganz normal"… wenn's dann halt soweit ist…
Im uebrigen sind's nicht nur die Maenner, die solche fuer uns Un-sitten an den Tag legen, sondern auch die Damenwelt.


2.3. CHINESISCH LERNEN
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Natuerlich wollte ich es zumindest mal versuchen. Sooo grosse Lust hatte ich ehrlich gesagt nicht (hocke lieber ueber meinen Spanischbuechern), aber ich habe mir gedacht, dass es sich als zusaetzliche Qualifikation gut macht und ich es innerhalb des chinesisch-sprachigen Umfeldes auch leichter lernen wuerde.
Die professionellen Sprachschulen hier, entpuppten sich leider als sauteuer und so entschluss ich mich fuer die guenstigere und meiner Meinung nach auch effektivere Variante: einen Privatlehrer. Diese bieten Ihre Dienste fuer ca. +/- 50 RMB (ca. 5 Euro) die Stunde an. Eine Stunde sind hier 60 Minuten, also keine "Schulstunde".
In der chinesischen Sprache gibt es 4 verschiedene Toene, die da waeren:
- langgezogen und gleichbleibend
- am Ende hoch
- erst tief dann hoch
- runter/abrupt endend
Besonders Spass macht das ganze, wenn man verschiedene Toene in einem Wort hat…. *ugah*
Die ersten Stunden haben wir ausschliesslich Toene geuebt (shiiiiiii, chuuuuu, xiiiing), denn ohne die Toene zu beherrschen schafft man es ja nicht ein Wort richtig auszusprechen. Keine Ahnung wie gut ich im Gegensatz zu Mitlernenden war, aber bei mir sitzen selbst nach 4 Monaten die Toene noch nicht perfekt und selbst einfachstes "Geblubber" von mir, wir von meinen Kollegen nicht verstanden. *fragendschau*
Ich habe durchaus Leute getroffen, die chinesisch in etwa einem Jahr gelernt haben - es gibt sie also durchaus - aber die haben aber auch wirklich fast jeden Tag fleissig geuebt. Tja, das habe ich wohl ein… aehem… bisschen… aehem…. zu wenig Einsatz gezeigt. *verlegengrins* Also grundsaetzlich sei gesagt, dass man sehr viel Einsatz zeigen muss um diese Sprache zu erlernen. Es ist nicht so wie z.B. im franzoesischen - eben mal 'ne Vokabel nachlesen und dann nachplappern, bzw. was aus der Umgebung aufschanppen. Das funkioniert im chinesischen erstmal 'ne ganze zeitlang nicht. Und dementsprechend lange wuerde es auch dauern, bis man sich dann mal um chinesische Gaeste kuemmern kann.
Zum Chinesisch schreiben kann ich nicht viel sagen. Mein Buch ist noch "unberuehrt", da ich schon vor geraumer Zeit beschlossen hatte, dass sich andere mit den paar tausend Schriftzeichen rumaergern duerfen….


2.4. (BEKANNT WIE) EIN BUNTER HUND
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Es ist ja nicht so, dass die Chinesen keine europaeisch aussehenden Personen aus dem Fernsehen oder von Plakatwaenden kennen wuerden. Umso erstaunter war ich am Anfang, wie oft mich Leute regelrecht anstarren. Manchmal fangen sie auch an auf mich zu zeigen und vor allem die Kinder werden ihre grossen Glubschaeuglein gar nicht mehr los. Die extremste Situation war mal, dass ein Kind bei meinem Anblick lauthals angefangen hat zu schreien und sich hinter seiner Mutter versteckt hat (dabei war ich doch noch nicht mal ungeschminkt… *kratzamkopf*). Da es nicht so viele Westerners hier in der Gegend gibt (vor allem keine blonden) werde ich immer schnell wiedererkannt (Geschaefte, Restaurants…) - was manchmal ganz nett ist, manchmal aber auch eher nervig. Ich mag es irgendwie gar nicht, wenn ich irgendwo reinkomme und sich gleich ein paar Leute auf mich stuerzen (ich ergaenze: die reiche Europaerin, die ja das letzte Mal gut eingekauft hat…). Auch von den vielen Bettlern wurde ich schnell erkannt. Hatte daher auch immer Kleingeld dabei, denn zum Teil wurden sie ein wenig aufdringlich. Dieses Problem kennen aber auch andere Westerners, sowohl maennlich als auch weiblich. Es wird halt davon ausgegangen, dass bei den "reichen Westerners" mehr zu holen ist und die eher was geben.

Witzig fand ich es dann immer, wenn ich angesprochen wurde. Man steht irgendwo an der Ampel und ploetzlich tastet sich einer langsam ran:"Hello, hello!" (Mal schauen ob/was der Auslaender spricht…)
Wenn man dann zurueckantwortet, freuen sie sich immer wie ein Schn

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Feline81

Feline81

11.01.2007 14:09

WOW! China würde mich für eine Reise mal reizen, aber arbeiten könnte ich mir dort nicht vorstellen. Dein Bericht ist spitze, LG Feline

modschegibbchen

modschegibbchen

11.08.2006 20:55

auch wenn das land dir scheinbar gar nicht so gefallen hat, aber nach all der zeit bist du um viele erfahrungen reicher. interessante einblicke. lg heike

luxusklasse1

luxusklasse1

28.07.2006 10:21

Ein toller Bericht! Glückwunsch auch, dass Du alles so gut gemeistert hast! Eins würde mich interessieren. Meinst, Du Du hättest Dich mit einem speziellen interkulturellen Training zu China besser vorbereiten können? Ich mache solche Trainings für andere asiatische Länder und habe oft schon im Training das Gefühl, dass die Firmen die falschen Leute aus suchen.

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