Manila / Garland, Alex

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Vier Dimensionen sind eine zuviel...

3 15. Nov 2004

Pro:
spannend

Kontra:
zieht sich manchmal hin

Empfehlenswert: Ja 

Details:

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Unterhaltungswert:

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aquarius2

Über sich: Mein Vermieter will die Miete erhöhen und will, dass ich eine Einverständniserklärung unterschreibe!...

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Vertrauende:40

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 74 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gestern, am Sonntag habe ich das Buch Manila von Alex Garland im Zug gelesen, da ich fast acht Stunden mit Aufenthalt unterwegs war, konnte ich es in einem Rutsch auslesen. Hier meine Meinung:

Erst einmal ein paar Informationen über den Autor...das Buch selbst...u.v.m.
Alex Garland wurde 1970 in London geboren. Das Buch ist sein zweites Buch, seinen Erstling, Der Strand dürfte vielen ein Begriff sein.
Beide Bücher waren in England auf der Bestsellerliste. Alex Garland lebt in London und schreibt auch Artikel und Dokumentationen.
Alex Garland schreibt Romane, die am ehesten in die Richtung Reisekrimi passen. Da ich erstens gerne reise und zweitens gerne Krimis lese habe ich mir das Buch mal aus der Bücherkiste gezogen.
Ich habe eine Taschenbuchausgabe vom Goldmann Verlag, dem Krimiverlag schlechthin erstanden. Wenn man es nicht als Mängelexemplar ersteht, kostet es 7,50 €.
Sein Erstlingswerk hat mit Manila wenig gemeinsam, wenn man mal davon absieht, dass es in Asien spielt.

Handlung:
Alles spielt in einer Nacht in Manila, ein Seemann, ein Mafioso und seine Helfer, zwei Strassenjungen und eine Ärztin und ihre Familie kommen vor.
Der Seemann wartet in einem heruntergekommenen Hotel auf den Mafioso und je näher der Termin rückt, je sicherer ist er, dass man ihn in einen Hinterhalt gelockt hat und töten will.
Das der Mafioso ein Mann ohne Skrupel ist wird klar, es wird nämlich weit ausgeholt und man erfährt einige Details aus seiner Biografie, sondern auch seiner Helfer.
Die Ärztin ist nur zufällig an der ganzen Aktion beteiligt, sie ist mit ihren Kindern und ihrer Mutter zu Hause und wartet auf ihren Mann, als sie plötzlich Schüsse hört...
Vincente und Totoy, die beiden Strassenjungen sind auch eher zufällig an dem Abend dabei. Einer der beiden scheint nur durch einen unglücklichen Zufall zum Strassenkind geworden zu sein, der andere ist aus einfachsten Verhältnissen.
Beide verkaufen ihre Träume an einen reichen Studenten...
Das war das wichtigste zur Handlung, wem es etwas wirr vorkommt, mir ging es genauso und wenn ich nicht die ewig lange Bahnfahrt und eine totlangweilige Sitznachbarin gehabt hätte, ich hätte es bestimmt nicht ausgelesen. War also nicht schlecht, es auf eine Zugfahrt mitzunehmen...

Kritik:
Wer öfters meine Buchkritiken liest weiß, dass ich viele Krimis lese und sie auch sehr kritisch lese. Bei diesem Werk war ich erst einmal gebannt, wirklich, die ersten der insgesamt 255 Seiten ließen sich zügig lesen, es war interessant und spannend, aber je weiter ich kam, desto langatmiger kam es mir vor. Sicher ist es psychologisch interessant private Details über Opfer und Täter zu erfahren, oder wie es innerhalb einer Mafiafamilie zugeht, aber es werden auch Details aus dem Privatleben der zufälligen Zeugen derart detailliert gezeigt, dass mir der Sinn dafür echt abgeht. Manche Zusammenhänge lassen sich erahnen und so genau will ich es gar nicht wissen.
Es geht um die Ereignisse einer Nacht, aber muß man dafür so weit ausholen?
Das Buch heißt im Original, der Tesserakt. Ein Tesserakt ist eine vierdimensionale Figur bestehend aus 8 Würfeln wie ein mehrdimensionales Kreuz ich weiß, ich kann es schlecht erklären. Es soll wohl darauf hinweisen, dass vier Ebenen existieren und eine Ebene ist die Ärztin Rosa, eine ist Sean, eine weitere der Mafiaboss und die zwei Strrassenjungen.
Es kommen viele soziale Schichten vor, Oberschicht, kriminelle Szene, Unterschicht und Fremde.
Mir ist es nicht klar, warum man für die Erzählung über diese Nacht derart ausholen muß, das Buch ist nicht langweilig, aber es zieht sich teilweise hin, weil man nicht weiß, warum man derart ausführlich über alles informiert wird.
Sozialkritik ist vorhanden , aber keinesfalls polarisierend.

Fazit:
Ihr hört es schon raus, so wirklich angetan bin ich von dem Werk nicht, eher schon von "Der Strand", das ist eher meine Welt...Erzählt wird sehr spannend, man kann die wachsende Angst und Panik von Sean, dem Matrosen richtig spüren. Das war echt gut geschrieben, aber gleichzeitig kann mich der Autor auch mit einer derart ausführlichen Schilderung der Lebensgeschichte von Rosa auch ziemlich langweilen, ich bin noch nicht wirklich dahinter gekommen, was das mit dem Mord zu tun hat und ich kann um drei Ecken denken....
Das hin und her springen zwischen den einzelnen Personen, die Aufteilung des Buchs in Kapitel Teile und Abschnitte ist für mich nicht nachvollziehbar unnötig verkompliziert. Ich vergebe drei Sterne, da es doch sehr flott geschrieben ist und auch zeitweise sehr spannend und anschaulich, aber um wirklich gut zu sein, fehlt doch eine ganze Menge. Warum dieses Buch auch auf der Bestsellerliste ist, das entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
negendank

negendank

30.11.2004 18:03

Sehr schön beschrieben, doch nach dieser Kritik werde ich vermutlich etwas anderes lesen. VLG - Olaf

schlumilu

schlumilu

21.11.2004 12:15

Sollte ich mal lesen. Gruss Dieter

Dr.Anne

Dr.Anne

18.11.2004 11:21

Was deinen Schlusssatz betrifft, über Geschmack kann man nicht streiten und wer weiß, was das sonst noch auf der Bestsellerliste war.

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