... Wie alles begann, erzählt die TV-Biographie über die Firmengründerin "Margarete Steiff", die am 23.12.2005 auf arte um 20.40 Uhr ausgestrahlt wurde. Ich habe den Film gesehen und möchte Euch hiermit einen Einblick in das Leben und Werk von Margarete Steiff geben.
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Wer kennt sie nicht, die Steiff-Bären oder eines der zahlreichen anderen Produkte aus dem Hause Steiff. Die Tiere mit dem Knopf im Ohr sind seit über 100 Jahren ein Markenzeichen für besondere Qualität. Doch geplant waren sie ursprünglich nicht, stattdessen sollten die ersten Tiere als Nadelkissen dienen, avancierten dann aber zum "Freund aller Kinder". Wie alles begann, erzählt die TV-Biographie über die Firmengründerin "Margarete Steiff", die am 23.12.2005 auf arte um 20.40 Uhr ausgestrahlt wurde. Ich habe den Film gesehen und möchte Euch hiermit einen Einblick in das Leben und Werk von Margarete Steiff geben.
Film-Inhalt in Kürze (lt. Videotext) **************************************
Mit Ideereichtum, Lebensfreude und unbezwingbarem Willen erobert sich eine junge Frau die Zukunft. In der Mitte des 19. Jahrhunderts scheinen der jungen Margarete Steiff wegen ihrer Körperbehinderung alle Tore verschlossen. Doch die optimistische junge Frau ist fest entschlossen, ihr Leben zu meistern. Ihre Stofftiere werden weltberühmt.
Ausstrahlung *****************
23.12. 2005, 20.40 Uhr auf arte 24.12.2005, 15.10 Uhr Wiederholung auf arte 27.12.2005, 20.15 Uhr Wiederholung auf ARD
Inhalt *********
Margarete Steiff wurde 1847 in Giengen auf der schwäbischen Alb geboren und wächst im Kreise ihrer Familie (zwei Schwestern, ein Bruder) in einfachen Verhältnissen auf. Im Alter von eineinhalb Jahren erkrankt sie an Polio. Von da an kann sie ihre Beine nicht mehr bewegen und auch die Feinmotorik in ihrer rechten Hand ist stark eingeschränkt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts stehen ihre Chancen auf Bildung und Arbeit damit ziemlich schlecht.
Doch Margarete hat einen eisernen Willen und erkämpft sich mit Hilfe ihres Vaters eine Sondererlaubnis für den Schulbesuch. Mit einem Leiterwagen wird sie von ihrem kleinen Bruder Fritz jeden Tag zur Schule gebracht, der Lehrer trägt sie hinein und nachmittags holt Fritz sie wieder ab. Margarete erweist sich als sehr intelligent, hat viel Energie und will aus ihrem Leben etwas machen. Auch die Hoffnung auf Heilung gibt sie nicht auf.
Als junge Erwachsene erhält sie die Nachricht, dass Dr. Werner, eine chirurgische Kapazität aus Wien, sie operieren will. Doch das Geld dafür ist mehr als knapp in der Familie Steiff. Margarete setzt sich mit ganzem Willen ein und ist sicher, dass die Operation sie wieder gesund macht. Daher wird der Vater zum demütigen Bittsteller bei einer örtlichen Stiftung. Überraschenderweise erhält er dabei die volle Unterstützung seiner Frau, die dem Treiben eigentlich sehr abweisend gegenüber steht. Doch zusammen erreichen sie, dass die Stiftung für die Operation und den daran anschließenden Aufenthalt in Wien aufkommt. Umso größer die Enttäuschung auf allen Seiten als die Operation misslingt. Doch Margarete kommt seelisch gestärkt nach Giengen zurück. Sie weiß jetzt, dass sie nie wieder gesund wird und so hat das ewige Hoffen ein Ende. Darüber hinaus hat sie die Benutzung eines Rollstuhls gelernt, was ihr etwas mehr Unabhängigkeit verschafft.
Im Zug hat sie die Bekanntschaft des Handlungsreisenden Julius Tichy gemacht, der sie mit interessanten Geschichten über Maschinen aller Art unterhielt. Dabei kommt auch die neueste Erfindung, eine "Nähmaschine" zur Sprache. Margarete ist sehr beeindruckt von dem jungen Mann und verschweigt ihm ihre Behinderung. Als er später überraschend in Giengen auftaucht, lässt sich das natürlich nicht mehr verheimlichen. Dennoch bleibt er ihr Bewunderer und besorgt ihr eine Nähmaschine, die sie mit Hilfe ihrer Freundin Charlotte finanzieren kann.
Beflügelt von Julius Bewunderung eröffnet Margarete ein Konfektionsgeschäft. Ihre Schwestern helfen ihr beim Nähen, während Fritz und Julius sich um Material und Aufträge kümmern. Der Erfolg stellt sich schnell ein. Auf einem Weihnachtsmarkt verkauft sie auch kleine Stoffelefanten, die als Nadelkissen gedacht sind. Doch stattdessen werden die Elefanten der Renner als Kinderspielzeug. Glücklich über ihren Erfolg erhält Margarete eine Nachricht, die sie tief deprimiert. Julius hat sich nicht in Margarete sondern in ihre Freundin Charlotte verliebt und verlässt mit ihr Giengen. Ihre tiefe Enttäuschung darüber lässt sie an ihrem Bruder aus, der sie nicht rechtzeitig auf die Verbindung zwischen den beiden hingewiesen hat. Niedergeschlagen verlässt Fritz daraufhin Margarete und diese bleibt allein und einsam zurück.
In ihrer Verzweiflung vertieft sie sich immer stärker in ihre Arbeit und gründet eine Fabrik, die sich auf Spielzeug aus Filz spezialisiert. Nach vielen Jahren kehrt Fritz zurück und die Geschwister vertragen sich wieder. Gemeinsam entwerfen sie eine absolute Neuheit: Einen Bären aus Mohair mit beweglichen Gliedern. Doch die Kosten für die Fabrik sind enorm und Margarete bekommt keine Kredite mehr. Ihre Arbeiterinnen erklären sich jedoch solidarisch und arbeiten bis zur Spielzeugmesse umsonst. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage bleibt der Verkauf auf der Messe jedoch weitgehend aus, bis schließlich ein Amerikaner die Bären entdeckt und eine große Lieferung davon bestellt. Von da an erobert der Steiff-Bär die Welt.
Eckdaten des Films ************************
TV - Biographie, Deutschland 2005 Regie und Kamera: Xaver Schwarzenberger Buch: Susanne Beck, Thomas Eifler Musik: Hans-Jürgen Buchner Produktion: Film-Line Productions
Schauspieler: *****************
► Heike Makatsch als Margarete Steiff Die ehemalige Viva-Moderatorin hat sich schon seit Jahren einen Namen als Schauspielerin gemacht. Bekannt wurde sie durch Detlev Bucks "Männerpension" und spielte später in "Aimee und Jaguar" und in der Ingrid-Noll-Verfilmung von "Die Häupter meiner Lieben" eine tragende Rolle. Mit der Figur der Margarete Steiff muss sie dagegen einen ganz anderen Rollen-Typ verkörpern. Sie spielt eine körperbehinderte junge Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten des Lebens nicht beirren lässt und ihren Weg geht.
►Felix Eitner als Fritz - Margaretes Bruder Felix Eitner hat lange Theater gespielt bevor er auch in hochwertigen Fernsehfilmen immer öfter eine Rolle spielte. Zuletzt war er in "Die Patriarchin" neben Iris Berben in der Hauptrolle zu sehen. Im Film spielt er Margaretes kleinen Bruder, der sich bedingungslos für seine Schwester einsetzt. Er hilft ihr bei allen körperlichen Aktivitäten, die Margarete aufgrund ihrer Behinderung nicht alleine machen kann. Darüber hinaus steht er ihr in allen Lebenslagen treu zur Seite.
►Suzanne von Borsody - Margaretes Mutter Suzanne von Borsody ist dem Fernsehpublikum aus zahlreichen Sendungen wohl bekannt. Mehrfach wurde sie für ihre Rollen ausgezeichnet. An der Seite ihrer Mutter, der Schauspielerin Rosemarie Fendel, spielte sie in "Mensch Mutter" und sie hatte auch eine Rolle in "Lola rennt". Im Film ist sie als Margaretes harte und unnachgiebige Mutter zu sehen. Aus einfachen Verhältnissen stammend, kann sie den Wunsch ihrer Tochter nach Bildung und finanzieller Unabhängigkeit nicht nachvollziehen. In ihrem Kummer über Margaretes Behinderung und den daraus resultierenden Schwierigkeiten behandelt sie sie besonders streng.
►Herbert Knaup - Margaretes Vater Auch Herbert Knaup hat seine Karriere im Theater gestartet, bis er 1998 mit "Wallers letzter Gang" sein Spielfilmdebüt gab. Er spielte u.a. in "Schlafes Bruder" mit sowie in "Irren ist männlich".2004 war er als treusorgender Vater in "Bergkristall" zu sehen. Als Margaretes Vater verkörpert er einen ganz anderen Typ als die Mutter. Er ist sehr bekümmert über ihre Behinderung und hilft ihr daher ganz besonders. Zwischen den beiden herrscht ein sehr inniges Verhältnis.
►Weitere Schauspieler: Annika Luksch (die zehnjährige Margarete), Niklas Ehrensperger (der siebenjährige Fritz), Hary Prinz (Julius Tichy, Margaretes "Bewunderer"), Bernadette Heerwagen (Margaretes Freundin), Harald Krassnitzer (Dr. Werner), Lilia Lehner und Eva Löbau als Margaretes Schwestern Marie und Pauline,
Meine Meinung ***************
Der Film gibt einen interessanten und informativen Einblick in das Leben der Margarete Steiff. Die Probleme, die aus ihrer Behinderung entstehen, sind im 19. Jahrhundert noch viel stärker spürbar, als das heutzutage der Fall ist. Mit starken Schauspielern wird die Lebensgeschichte der Margarete Steiff lebendig dargestellt.
Heike Makatsch spielt die Gründerin des Steiff-Unternehmens mit viel Gefühl und Ausdruckskraft. Nichts erinnert mehr an die flippige Viva-Moderatorin. Sie verkörpert perfekt eine Frau, die zwar ein Handicap hat, sich aber durch nichts beirren lässt und fest entschlossen ist, ihr Leben erfolgreich zu meistern. Dabei wirkt sie häufig hart, entschlossen und kompromisslos. Die Art, wie sie sich durchsetzt verlangt Respekt und Bewunderung, macht die Figur der Margarete jedoch nicht besonders sympathisch oder gar herzlich. Im Vergleich mit der offiziellen Biographie unter www.steiff.de weist der Film damit eine leichte Diskrepanz auf, denn hier wird die junge Frau als herzlich, heiter und sehr beliebt geschildert.
Hervorragend verkörpert Suzanne von Borsody die Rolle als Margaretes strenger und unbeugsamer Mutter. Die etwas spröde Art der Schauspielerin passt ausgezeichnet zu der Figur der Maria Steiff. Sie bleibt zurückhaltend und lässt sich nicht von Margaretes Hoffnungen beirren. Erst als es um die Finanzierung der Operation geht, wandelt sich die Einstellung der Mutter. Diese Veränderung im Wesen der Mutter spielt Suzanne von Borsody ganz behutsam und sie kommt damit umso wirkungsvoller rüber.
Im Vergleich dazu bleiben die Rollen vom Vater (Herbert Knaup) und Bruder (Fritz Eitner) relativ blass. Und auch ihre Freundin Charlotte kommt kaum zu Wort.
Hary Prinz, der den Handlungsreisenden Julius Tichy spielt, kommt gut rüber. Seine Beziehung zu Margarete wird sehr gut dargestellt. Dagegen wird seine Liebe zu Charlotte und damit der Bruch mit Margarete mit ein oder zwei kurzen Szenen abgehandelt. Hier hätte etwas mehr Ausführlichkeit gut getan.
Positiv überrascht hat mich Harald Krassnitzer als Chirurg Dr. Werner, hatte ich doch im Geiste eine Art "Bergdoktor" erwartet. Aber mit gestriegeltem Haar, Spitzbart und Nickelbrille war er kaum wieder zu erkennen und spielte seine Rolle als Arzt im 19. Jahrhundert sehr authentisch.
Neben den Schauspielern hat vor allem auch die Darstellung des historischen Ambientes überzeugt. Ganz ausgezeichnet wurde das Leben zum Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt.
Die Steiff-GmbH im Internet ******************************
Unter www.steiff.de gibt es umfangreiche Informationen über die Marke Steiff. Hier wird auch der Lebenslauf der wahren Margarete Steiff ausführlich geschildert. Ihr Motto lautete: "Für Kinder ist nur das Beste gut genug". Der Film lehnt sich (leider) nur in relevanten Punkten an den reellen Lebenslauf an, enthält zahlreiche Ausschmückungen und stellt einige Episoden etwas anders dar. Im Großen und Ganzen wird die Entstehung der Steiff-Fabriken aber wahrheitsgetreu geschildert. Dagegen sind beim Lebenslauf einige Szenen frei erfunden.
FAZIT - Eine gelungene TV-Biographie ******************************************
Wer sich für Steiff-Produkte begeistert, findet bestimmt Gefallen an dieser TV-Biographie, aber auch anderen kann ich diese Mischung aus Geschichte und Lebenslauf empfehlen. Da die Darstellung nicht ganz der realen Biographie entspricht und aufgrund leichter Schwächen ziehe ich einen Stern ab und vergebe **** Sterne. Die Marke STEIFF zählt heute mit zu den bedeutendsten Markenwaren und wird in die ganze Welt verkauft. Der berühmte "Knopf im Ohr", das Markenzeichen der Steiff-Produkte wurde übrigens erst einige Jahr später erfunden.
Wer den Film noch sehen will hat sowohl heute als auch am 27.12. noch die Möglichkeit dazu (genaue Ausstrahlungstermine stehen weiter oben).
Wie immer freue ich mich auf Eure Lesungen. Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest.
Margarete Steiffs Unternehmen steht vor großen Problemen: Die Produkte, die man bislang hergestellt hat, finden nicht mehr den reißenden Absatz, den sie ehedem hatten. Die Bank verfolgt vor allem eigene Interessen und dreht den Geldhahn zu. Geschäftspa ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich