Maria Stuart / Schiller, Friedrich

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Maria Stuart / Schiller, Friedrich

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Bloody Marry!!!

5 28. Apr 2005

Pro:
Spannung, teils historisch, bedeutendes Werk der Klassik

Kontra:
mögliche Verständnisprobleme

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

mehr


Gany

Über sich:

Mitglied seit:08.02.2005

Erfahrungsberichte:39

Vertrauende:30

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hi liebe Ciao- Community!

In diesem Bericht werde ich über das Trauerspiel, auch Drama genannt, "Maria Stuart" von Friedrich Schiller berichten. Ich hoffe ich kann euch mit dem Bericht zum Lesen der Lektüre animieren oder falls ihr euch schon mit Maria Stuart beschäftigt habt zum besseren Verständnis der Lektüre beitragen. Nun erstmal viel Spass mit dem Bericht.

Inhaltsverzeichnis:
--------------------------
1) Einleitung
2) Historischer Hintergrund
3) Inhalt
4) Sprache
5) Meine Meinung
6) Zum Autor
7) Fazit

1) Einleitung
-------------------
Das Buch "Maria Stuart" musste ich mir anschaffen, da wir es in unserem Deutsch Grundkurs lesen mussten. Also bestellte ich es wie viele andere SchülerInnen bei unserem Deutsch Lehrer. Bei der mir vorliegenden Lektüre handelt es sich um die Reclam Ausgabe mit der ISBN 3-15-000064-5 die für € 3,10 im Handel erhältlich ist. Dieses Buch hat 168 Seiten, wobei neben dem Drama noch wichtige, zum Verständnis des Textes beitragende Anmerkungen und ein Kapitel "Zur Entstehung von "Maria Stuart" abgedruckt sind. Der Vorteil dieses Reclam Heftes ist ganz klar der Preis und die kleine handliche Form des Buches. Nachteile sind, dass es kaum Platz für eigene Notizen gibt und, dass meiner Meinung nach alle Reclam Hefte, wie auch dieses, irgendwie ein bisschen schäbig sind.

2) Historischer Hintergrund
---------------------------------------
Die Schlüsselfigur des Thronfolgestreits in England ist Heinrich VIII. Er ist der zweite Sohn Heinrichs VII. und Elisabeth von York und wurde am 28.06.1491 in Greenwich geboren. Als Heinrichs VIII. älterer Bruder Artur stirbt wird er mit dessen Frau Katharina von Aragón verheiratet und wird nach dem Tod seines Vaters König. 1516 wird Heinrichs VIII. und Katharina von Aragons Tochter Maria Tudor geboren. 1521 wird Heinrichs religiöser Standpunkt deutlich: Zu Beginn der Reformation wendet er sich in einer Schrift gegen Luther und erhält dadurch den Ehrentitel "Defensor fidei" von Papst Leo X verliehen. In Erwartung eines männlichen Thronfolgers lässt sich Heinrich von seiner Frau Katharina von Aragón scheiden und heiratet Anne Boleyn. Diese Scheidung wird von dem Erzbischof von Canterbury, Thomas Cranmer, durchgeführt. Somit wird Maria Tudor als uneheliches Kind von der Thronfolge ausgeschlossen. Jedoch annulliert der Papst dieses Urteil und exkommuniziert Heinrich VIII. Dies ist der Bruch mit dem Papsttum der katholischen Kirche und der Anfang der anglikanischen Kirche. 1533 wird dann Heinrichs zweite und Anne Boleyns Tochter Elisabeth geboren. Jedoch wird auch Elisabeth, nachdem ihre Mutter Anne Boleyn wegen angeblichen Ehebruchs 1536 hingerichtet wird, von der Thronfolge ausgeschlossen und nach Hatfield in einen weit entfernten, bescheidenen Backsteinpalast gebracht. Seine dritte Ehe mit Jane Seymour brachte Heinrich VIII. schließlich seinen erwünschten männlichen Thronfolger: 1537 wird Eduard geboren. Die Mutter Jane Seymour stirbt jedoch kurz darauf. Nun wird die Thronfolge vom Parlament in der Reihenfolge Eduard, Maria Tudor und Elisabeth festgelegt und im Testament Heinrich VIII. bestätigt. Heinrichs nächste Frau, Catherine Howard, eine sehr attraktive, junge 19-jährige Frau, wurde auf Grund Ehebruchs, für den schon Anne Boleyn unschuldig hingerichtet wurde, auf dem Schafott enthauptet. 1542 wird nun Maria Stuart als einziges Kind Jakobs V. und Marie de Guise geboren. Schon sechs Tage später wird Maria Stuart, nachdem ihr Vater im Kampf gegen England gefallen ist, zur Königin von Schottland gekrönt. Der Heiratsvertrag von Heinrich VIII., dessen Hoffnung darin besteht, sich der schottischen Krone durch eine Heirat von seinem Sohn Eduard und Maria Stuart zu bemächtigen, wird jedoch von Maria Stuarts Mutter und Regentin Schottlands während Marias Minderjährigkeit abgelehnt. Elisabeth stand unter der Obhut der neuen Ehefrau Heinrichs, Catherine Parr, und geniesst unter Roger Ascham eine vorzügliche Bildung. Nach dem Tod von Heinrich 1547 tritt sein Sohn Eduard unter der Regentschaft des Protestanten Edward Seymour die Thronfolge an. Als dieser jedoch schon mit 15 Jahren stirbt, folgt Maria Tudor, die bei der Restauration des katholischen Glaubens über Leichen ging und daher die Beinahmen "die blutige Maria " und "Maria, die Katholische" bekam. 1554 heiratet sie Phillip II., der zwei Jahre später spanischer König wird. Zu gleicher Zeit wird Elisabeth, auf Grund des Verdachts sich mit weiteren Protestanten verschworen zu haben, für zwei Monate im Tower von London inhaftiert. Dennoch wird sie 1758 Königin, nachdem Maria Tudor stirbt. Währenddessen heiratet Maria Stuart den französischen Thronfolger Franz. Dagegen bleibt Elisabeth unverheiratet und ohne leibliche Kinder und erhält daher den Spitznamen "The Virgin Queen". 1559 wurde der Protestantismus in England durch die Uniformitätsakte zur Staatsreligion und Maria Stuart wird nach dem Tod Heinrichs II. neben ihrem Mann Franz II. zur Königin von Frankreich. Ein Jahr später stirbt Marias Mutter Marie de Guise und Marias Mann Franz II., wodurch Maria ihre französische Krone verliert. Zudem weigert sie sich 1560 den Edinburgher Vertrag, der den Abzug der französischen Truppen aus Schottland und den Verzicht auf ihren Thronanspruch in England fordert, zu unterzeichnen. Als Robert Dudley, der Earl von Leicester und Günstling Elisabeths, eine Heirat mit Maria ablehnt, heiratet Maria Lord Darnley. Darnley lässt jedoch Marias Sekretär ermorden und wendet sich auch nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Jakobs VI. 1566 immer mehr von Maria ab, sodass Maria sich immer mehr dem Protestanten Bothwell zuwendet und von ihm sogar ein Kind erwartet. Nachdem Darnley erkrankt wird er von Maria Stuart versorgt und kann einem Anschlag nicht entkommen. Er und vier seiner Diener werden ermordet. Der Verdacht fällt sofort auf Bothwell, dem nun bessere Chancen auf den schottischen Thron nachgesagt werden. Er wird jedoch nicht verurteilt und kann so, nachdem er zuvor vermutlich Maria Stuart vergewaltigt hat, 1567 Maria Stuart heiraten. Diese Heirat mit ihrem vermutlichen Gattenmörder bringt jedoch sämtliche europäische Völker wie auch das schottische Volk in Aufruhr, sodass schließlich Aufständische Maria und Bothwell, der nach Malmö ins Gefängnis gebracht wird, gefangen nehmen. Maria wird nun gezwungen abzudanken, wodurch ihr Sohn Jakob VI. König wird. Nach ihrer Fehlgeburt gelingt ihr die Flucht aus der Gefangenschaft woraufhin sie um sich ein Heer sammelt und gegen Murray, der Maria festgehalten hat, in den Krieg zieht. Dieser wird von ihr verloren, worauf sie bei Elisabeth I. um Schutz bittet. Jedoch ist Elisabeth nicht bereit Maria zu empfangen und lässt sie sogar düstere Schloss Tutbury schaffen, weil Maria mit Elisabeths Vertrautem Herzog von Norfolk Heiratsgespräche führte. 1570 wird Maria dann ins Schloss Chatsworth Castle gebracht, wo sie unter der Aufsicht von Shrewsbury steht, und Elisabeth wird exkommuniziert. Nachdem Norfolk erneut an einer Verschwörung, Ridolfi- Verschwörung, beteiligt ist wird er 1572 enthauptet. Nachdem eine erneute Verschwörung( Throckmorton- Verschwörung) aufgedeckt wird, gilt Maria auch als Verschwörerin gegen Elisabeth und steht ab 1585 nicht mehr unter der milden Aufsicht Shrewsbury und wird sogar nach Tutbury zurück gebracht, wo Amyas Paulet ihre Aufsicht übernimmt. Obwohl mit der Aufdeckung der Babington Verschwörung Briefe von Maria an Babington gefunden werden, leugnete Maria eine Beteiligung. Diese Beweislage wird für Maria noch erdrückender als ihr Schreiber Curl und Nau gestehen Briefe für sie an Babington geschrieben zu haben. 1586 wird sie schließlich ins Fotheringhay Schloss gebracht und unter Anklage gestellt. Wenig später wird in Westminsterhall das Todesurteil gefällt, aber nicht öffentlich bekannt gegeben. Am 4. Februar 1587 unterzeichnet Elisabeth I. das Todesurteil gegen Maria Stuart. Burghley, der um den inneren Zwiespalt Elisabeths I. weiß, hat zuvor den Sekretär Elisabeths I., Davison, angehalten, das Urteil wie zufällig unter andere, an diesem Tag zu unterzeichnende Dokumente zu legen. Elisabeth I. durchschaut das Spiel zwar, unterzeichnet schließlich doch mit erstarrter Hand. Davison übergibt das Schreiben Burghley, der schnell, ehe sich Elisabeth I. möglicherweise eines anderen besinnt, das Urteil zur Vollstreckung anweist. 1587 wird Maria dann im Fotheringhay Schloss hingerichtet, worauf Elisabeth betroffen reagiert. Nachdem Elisabeth 1603 stirbt, wird Marias Sohn Jakob VI. zu ihrem Nachfolger.

3) Inhalt
------------
Friedrich Schillers "Maria Stuart" ist, wie die meisten traditionellen Dramen, ein Fünfakter, wobei jeder Akt, auch Aufzug genannt, nochmals in einzelne Szenen(entspricht Auftritt) gegliedert ist. Da "Maria Stuart" ein sehr bedeutendes klassisches Drama ist, weist es auch den für klassische Dramen bezeichnenden Aufbau vor:
1. Akt: Einleitung, Exposition
2. Akt: Steigerung der Handlung
3. Akt: Höhepunkt, Peripethie
4. Akt: Fallende Handlung, Retardation
5. Akt: Lösung, Katastrophe

Der erste Akt spielt komplett im Schloss zu Fotheringhay und besteht aus acht Auftritten. Im ersten Auftritt, einem Dialog zwischen Paulet, dem Kerkermeister Marias, und Marias Amme Hanna Kennedy wird Marias Situation veranschaulicht: auf Grund ihrer Vergangenheit wird sie im Schloss unter Bedingungen, die nach Ansicht Hanna Kennedys für eine Königin unzumutbar sind, festgehalten. Paulet prophezeit eine Verurteilung Marias, wogegen Kennedy natürlich ankämpft. Als Maria hinzutritt wird ihre hoffnungslose Situation noch deutlicher, jedoch nimmt die leidende und schuldbewusste Maria ihr Schicksal mit königlicher Würde und äußert gegenüber Paulet ihre zwei Wünsche(Gespräch mit Elisabeth und Notar und Pfarrer um ihr Leben abzuschließen). Nach der ersten Begegnung mit Mortimer, dem Neffen von Paulet, der von Schiller jedoch erfunden wurde, und strengen neuen Mitbewacher der Maria, wird im darauffolgenden Auftritt, im Dialog zwischen Hanna Kennedy und Maria Stuart, Marias Mitbeteiligung am Mord ihres Gatten Darnleys und die vergangene Beeinflussung durch Bothwell deutlich. Doch schon schnell wird klar, dass Mortimer nicht auf der Seite Elisabeths steht. Er berichtet Maria von dem Schuldspruch und seiner geplanten Befreiung. Maria hofft jedoch auch auf Leicester, den Günstling Elisabeths und ihren einstigen Verfolger. Besonders deutlich werden die zwei Meinungen im Dialog Marias mit Burleigh, dem Vertreter der Staatsräson, der nicht argumentiert und auf Maria eingeht sondern sich nur auf das Urteil bezieht. Im letzten, dem achten, Auftritt des ersten Aktes stimmt Paulet Marias Argumenten im Gespräch mit Burleigh zu und weist einen Meuchelmord um den Problemen zu entgehen zurück.
Der zweite Akt spielt im Palast zu Westminster. Zuerst trifft Kent, der von einem Turnierplatz zurückkommt, auf Davison und unterhält sich mit ihm über die Heirat Elisabeths und des französischen Thronfolgers. Anschließend macht Elisabeth den Franzosen Aubespine und Bellievre klar, dass sie noch nicht einen könglichen Sohne Frankreichs heiraten werde. Jedoch schließt sie eine Heirat auch nicht aus. Durch diese mögliche Heirat verliert Maria Stuart, Leicester zufolge, Frankreich, ihren letzten Verbündeten.Im nächsten Auftritt rät Leicester Elisabeth die Vollstreckung des Urteils aufzuschieben. Dagegen ist Burleigh der Meinung, dass Maria eine Gefahr für Elisabeth darstellt, und rät ihr sie sofort zu enthaupten. Shrewsbury(Talbot) bestreitet die Gerichtsbarkeit Elisabeths über Maria. In dem darauffolgenden vierten Auftritt erfährt erst Elisabeth von Mortimers Geschichte(er lügt die Königin an und erzählt ihr, dass er in Frankreich als Spion war) und dann bekommt sie von Paulet den Brief Marias, indem sie um ein Gespräch mit Elisabeth bittet. Talbot und Leicester haben nichts gegen diese Unterhaltung der beiden einzuwenden. Jedoch ist Burleigh dagegen, weil seiner Meinung nach die königliche Nähe Gnade bringt. Im Dialog beauftragt Elisabeth Mortimer Maria zu ermorden, um selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Im Monolog Mortimers wird jedoch deutlich, dass er den Auftrag nicht aussführt, sondern durch ihn nur Zeit gewinnt. Er empfindet nichts für Elisabeth sondern nur für Maria. In der anschließende Szene warnt Paulet seinen Neffen davor den Mordauftrag auszuführen. Anschließend treffen Mortimer und Leicester aufeinander und beraten, wie sie Maria retten können. Leicester hat vor bedachtsam zu handeln und auf ein Gespräch der beiden Königinnen hinzuarbeiten, wohingegen Mortimer Maria gewaltsam aus der Gefangenschaft befreien will. Diese beiden Vorstellungen führen letztendlich dazu, dass sich Mortimer und Leicester schließlich ohne Beschluss wieder trennen. Leicester kommt seinem Ziel im letzten Auftritt des zweiten Aktes einen großen Schritt näher: Elisabeth will Leicester seinen Wunsch (das Gespräch) erfüllen und Fotheringhay nach der Jagd aufsuchen.
Der dritte Aufzug spielt in einem Park zu Fotheringhay. Im ersten Auftritt äußert Maria ihre Träume von Freiheit ihrer Amme Kennedy. Als Paulet hinzutritt kündigt er das baldige Eintreffen Elisabeths an. Shrewsbury tritt zu den vorigen und bereitet Maria, die aufgrund des nur kurz vorher angekündigten Gesprächs verwirrt ist, auf das Treffen vor. Die darauffolgende vierte Szene ist die zentrale Szene des Dramas. Sie wurde durch die esten drei Szenen des dritten Aktes eingeleitet und wird duch die nachfolgenden Szenen abgerundet. In der Szene treffen Maria Stuart und Elisabeth aufeinander. Zuerst versucht Maria Elisabeths Herz durch eine Bitte zu gewinnen. Sie verlangt, dass Elisabeth Edelmut üben mögen und begründet dies mit dem Wechsel alls Menschlichen und der gemeinsamen Abstammung. Desweiteren versucht Maria Elisabeths Herz zu gewinnen, indem sie gelobt alles Erlittene, die Verletzung des Gastrechts, die Gefangenschaft und Aburteilung durch ein schimpfliches Gericht und die gegenseitige Feindschaft, die Folge einer bösen Schickung ist, zu vergessen. Da dies Elisabeth kalt lässt, entsagt Maria jedem Anspruch auf den englischen Thron und bittet um ihr Leben als Geschenk aus Elisabeths Hand. Dies ist der Tiefpunkt ihrer Selbsterniedrigung. Dieser weitere Vesuch scheitert: Elisabeth antwortet, als habe sie nichts von den Worten Marias gehört; sie findet kein erlösendes Wort und weidet sich am Anblick ihres Opfers. Als eifersüchtiges Weib fertigt sie Maria aus Gründen persönlicher Art ab. Sie verhöhnt Maria, die bei der Männerwelt endgültig ausgespielt hat: kein von ihr gedungener Mörder sei mehr unterwegs; kein Abenteurer wolle mehr die Ritterschaft für sie übernehmen und keinen gelüste es, ihr vierter Mann zu werden. Desweiteren beschimpft sie Maria: "Es kostet nichts, die allgemeine Schönheit zu sein, als die gemeine sein für alle!"
Somit kommt es dazu, dass Marias Erniedrigung in Auflehnung umschlagen muss; ohne sich selbst zu aufzugeben, kann síe die Schändung ihrer Ehre nicht stillschweigend hinnehmen: "Das ist zu viel!" Es kommt zu Angriff Marias. Zuerst greift sie Elisabeth als Weib an: "Mit edler Würde" bekennt Maria, immer offen gehandelt zu haben und nicht besser sein zu wollen, als ihr Ruf ist. Elisabeth aber sei eine geheime Dirne, der die Welt dereinst den Tugendmantel herunterreißen werde. Anschließend greift Maria als Königin an. Maria lässt jetzt ihrem leidenschaftlichen Zorn freien Lauf und nennt Elisabeth eine Gauklerin, die der Briten edles Volk betrügt, und einen Bastard, der den englischen Thron entweiht. Sie, die soeben noch jedwedem Anspruch auf ihn entsagt hat, ruft jetzt aus: "Regierte Recht, so läget ihr vor mir im Staube jetzt: denn ich bin euer König!" Die vorher so stolze und hochmütige Elisabeth verläßt sprachlos vor Zorn und Scham, von ihren Lords begleitet, den Park. In der daruffolgenden Szene wird im Dialog Marias mit Elisabeth deutlich, dass sich Maria innerlich als Siegerin fühlt und ihren Triumph auskostet ohne irgenwie an die für sie verhängnisvollen Folgen ihres Tuns zu denken. Als Mortimer zu Maria und Kennedy tritt, macht er Maria klar, dass er sie heute Nacht befreien werde, koste es was es wolle. Damit ist Maria nicht zufrieden, reißt sich von ihm los und flieht ins Haus. In der folgenden Szene berichtet Paulet Mortimer von einem erfolgreichen Mordanschlag auf Elisabeth. Okelly stellt aber kurz darauf fest, dass der Mordanschlag nicht glückte und sie nun fliehen müssen. Mortimer hat jedoch

Bilder von Maria Stuart / Schiller, Friedrich
Maria Stuart / Schiller, Friedrich Bild 2356118 tb
Cover
nicht vor sich zu retten, sondern denkt noch an Maria. Im ersten Auftritt des vierten Aufzugs wird Aubespine von Leicester und Kent davon unterrichtet, dass der Anschlag von einem französischen Papist durchgeführt wurde. Da Aubespine in den Mordanschlag verwickelt ist, wird er von Burleigh aus England ausgewiesen und die französische Brautwerbung ist damit erledigt. Zudem klagt Burleigh Leicester Elisabeth nach Fotheringhay geführt zu haben. Als nun noch Mortimer Leicester erzählt, dass ein Brief von Maria an Leicester sich in den Händen Burleighs befindet, sieht Leicester seine letzte Chance darin Mortimer zu verraten. Der jedoch bringt sich selbst um, bevor er von den Wachen festgenommen werden kann. Elisabeth ist empört, dass sie von Leicester verraten wurde und Burleigh warnt sie vor Leicesters Rechtfertigungen. Kurz darauf stürmt auch schon Leicester zu Elisabeth und versucht Elisabeth zu überzeugen, dass er nur mit Maria in Kontakt stand um die Verschwörung Mortimers aufzudecken. Elisabeth glaubt ihm teils und beauftragt ihn die Vollstreckung des Urteil selbst mit Burleigh durchzuführen um seine Unschuld zu beweisen. Im darauffolgenden Auftritt berichtet Kent Elisabeth davon, dass das Volk die Hinrichtung Marias fordert. Elisabeth zögert jedoch noch was die Vollstreckung des Urteils angeht. Auf der einen Seite verlangt Shrewsbury von ihr die Aufschiebung des Urteils und auf der anderen Seite Burleigh die sofortige Vollstreckung. In einem Selbstgespräch erkennt Elisabeth offenbar, dass sie nur ohne Maria Stuart bestehen kann und unterschreibt daher den Hinrichtungsbefehl. Den übergibt sie gleich Davison ohne ihm zu sagen was er damit machen soll. Somit übernimmt sie keine Verantwortung mehr dafür. Burleigh entreißt Davison kurz darauf das Urteil um es zu vollstrecken. In dem ersten Auftritt des letzten fünften Aufzugs wird im Dialog zwischen Kennedy und Melvil, ihren ehemaligen Haushofmeister, klar dass, Maria eine schwierige Vergagenheit im Schloss hatte, sie sich schnell von Hoffnung auf ihr Ende umstellen musste und sie dennoch gut mit ihrer Situation zurecht kommt. Margarete Kurl, die Frau des Schreibers Marias, verflucht ihren Mann der ihrer Meinung nach im Verhör nicht die Wahrheit ausgesagt hat. Burgoyn, der Leibarzt Marias berichtet, dass sie ihre Situation mit Fassung meistert. Maria betet das letzte Mal und Hanna Kennedy ist erschüttert als sie das Gerüst, auf dem Maria hingerichtet werden soll, und die Schaulustigen erblickt. Ihre Freunde um sich versammelt teilt Maria ihr Vermächtnis auf und erklärt, dass man jetzt nicht trauern, sondern feiern soll, da sie nun von ihren Leiden erlöst wird. Melvil, der Priester geworden ist, nimmt Maria die letzte Beichte ab, wobei deutlich wird, dass sie nie das Leben Elisabeths durch ihr Handeln gefährdet hat. Die letzten Bitten Marias versichern im darauffolgenden Akt Burleigh und Paulet zu erfüllen. Danach wird Maria vom Sheriff zur Vollstreckung des Urteils geholt. Im letzten Gespräch mit Leicester wünscht sie ihm viel Erfolg beim Werben um Elisabeth. Leicester selbst hört nur die Geräusche von Marias Hinrichtung und fällt anschließend in Ohnmacht. Währenddessen wartet Elisabeth auf Nachricht ob das Urteil vollstreckt wurde. Von einem Pagen erfährt Elisabeth schließlich von der Vollstreckung des Urteils und dem Tod Marias. Als nun Shrewsbury Elisabeth berichtet, dass Marias Schreiber Kurl seine Flaschaussage, die Grundlage des Urteils war, bestätigte , tut Elisabeth so als ob das Urteil noch nicht vollstreckt ist. Sie will nun das Urteil von Davison zurück und erfährt von ihm, dass er es Burleich gab. Elisabeth macht nun Davison für die Vollstreckung verantwotlich. Nachdem Burleigh im letzten Akt des fünften Auftritts Elisabeth von der Vollstreckung des Urteils berichtet, verbannt Elisabeth Burleigh und wirft Davison in den Tower. Nachdem sich auch noch Shrewsbury von ihr entfernt und Leicester nach Frankreich geflohen ist, bleibt Elisabeth alleine zurück.

4) Sprache
----------------
Alle Figuren in "Maria Stuart" sprechen, da sie alle Höflinge oder Adlige sind, einen hohen Stil. Dadurch gibt es, wenn man nur die Sprache betrachtet, keine Individuen und alle Menschen stehen für die Gattung Mensch. Zudem wird das Drama noch durch häufig vorkommende Inversionen, d.h. nicht gebräuchliche Satzkonstruktionen, geprägt, wodurch das Verstehen des Inhalts manchmal sehr schwierig wird.

5) Meine Meinung
-------------------------
Friedrich Schillers "Maria Stuart" ist sehr empfehlenswert. Im Gegensatz zu den meisten Dramen ist es, trotz der dramaturgischen Perfektion (Marias Schicksal steht fest), sehr spannend, was vor allem daran liegt, dass der Gang der Handlung fortlaufend die Illusion der Rettung entwickelt. Jedoch ist es keine Lektüre die man so nebenbei lesen kann. "Maria Stuart" ist durchaus sehr anspruchsvoll. Dies hat die Ursache, darin, dass man mit schottischer und englischer Geschichte vertraut sein sollte und dass die Sprache teils schwer zu verstehen ist.

6) Zum Autor
--------------------
Friedrich Schiller wurde am 10.11.1759 in Marbach geboren. Er studierte Jura und Medizin. 1782 erhielt er ein Schreibverbot durch Herzog Karl Eugen.1788 traf er erstmals Goethe mit dem er sich gut verstand und durch ihn zum Teil beeinflusst wurde. Im gleichen jahr noch wird er Professor für Geschichte. Zwei Jahre später, d.h. 1790, heiratet er Charlotte von Lengefeld. Schiller stirbt 1805.
Zu Schillers bedeutensten Werken gehören unter anderem "Die Räuber", "Kabale und Liebe", "Don Carlos", "An die Freude"(Europahymne), "Das Lied von der Glocke", "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orleans", "Die Braut von Messina" und "Wilhelm Tell".

7) Fazit
----------
"Maria Stuart" ist ein "Muss" für jeden, der einigermaßen mit deutscher Lyrik vertraut sein will. Daher mein Rat an euch, wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt: Ab in den nächsten Bücherladen, und viel Spass mit "Maria Stuart"!

© Ganymed für ciao, yopi und mymeinung

 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Masterflow2004

Masterflow2004

12.08.2006 16:01

Das musste ich mal in der Schule lesen. LG

seatcity

seatcity

30.07.2006 18:18

Das Büchlein habe ich (leider) auch zu Hause... Klasse Bericht! ;o)

Laureen1984

Laureen1984

03.12.2005 17:49

Sehr schöner Bericht, sehr detaliert... Von mir ein besonders hilfreich. Liebe Grüsse Laureen :-)

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