Erfahrungsbericht über "Marrakesch, Marokko"

veröffentlicht 22.05.2014 | meinemiamaria
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"Ich liebe Dich ....." hat gewonnen ! @(-_-")@ Am 2.4.. geht´s mal wieder auf die Aida, nach China, Japan usw. ! @(-_-")@ Hurra, mein 9. Brilli für das Käsebrötchen ! @(-_-")@
Ausgezeichnet
Pro -- Eine schöne andere Welt !
Kontra -- Einmal reicht !
besonders hilfreich
Erreichbarkeit:
Übersichtlichkeit
Dienstleistungsangebot (Banken, Geschäfte etc.):
Abfertigungszeit und Pünktlichkeit:
Atmosphäre

"-- Marrakesch, die orientalische "Perle des Südens" ---"

Abdullah und ich in Marrakesch

Abdullah und ich in Marrakesch

Als wir bei unserer letzten Kreuzfahrt auch wieder in Casablanca angelegt haben und wir diese Stadt schon kannten, entschlossen wir uns, am 29. April 2014 Marrakesch zu besuchen. Wir hatten diesen Ausflug über Aida gebucht und es ging schon sehr früh am Morgen los, da die Fahrzeit 3 ½ Stunden betragen sollte.

Die Anfahrt nach Marrakesch


Ein in eine Jalaba (so heißt der marokkanische Kaftan) gekleideter arabisch aussehender Mann namens Abdullah empfing uns am Bus und erzählte während der ganzen Fahrt interessante Geschichten über sich und das Land. Sein Deutsch war richtig gut, er hatte es nur in Marokko gelernt, kannte aber die typischen deutschen Witze, die eigentlich auch alle anderen Reiseleiter so machen. Zwischendurch schnupfte er seinen Tabak und zeigte uns immer wieder Frauengruppen die ohne Schleier und allein, also ohne männliche Begleitung durch die Stadt von Casablanca liefen. Für ihn war es wohl etwas ganz besonderes, denn wir hätten uns darüber überhaupt nicht gewundert und auch gar nicht darauf geachtet. An einem Autobahn-Rastplatz hielten wir an, um, wie Abdullah sagte: „Auszutanken“ ! Er nahm dort sein 1. Frühstück ein und hätte mich von seinem Eieromelette mit getrocknetem Hammelfleisch fast probieren lassen ! Die Fahrt ging über eine Autobahn, für die eine Gebühr von ca. 6 Euro bezahlt werden musste !

Etwas zur Geschichte der Stadt

Marrakesch ist eins der vier Königsstädten von Marokko und wird als „Perle des Südens“ bezeichnet. Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist mit einer kilometerlangen rotbraunen Stadtmauer umgeben, darum hat die Stadt auch den Beinamen, die "Rote". Die Altstadt, die Medina wird mit seinen Bauwerken und den verwinkelten Gassen dem Namen „Das Land Gottes“ wirklich gerecht. Die Stadt Marrakesch liegt nördlich des Hohen Atlas Gebirges und im Südwesten von Marokko und hat ca. 920.000 Einwohner. Schon von weitem war das Wahrzeichen der Stadt, das Minarett der Koutoubia-Moschee, zu sehen.

Unsere Stadtrundfahrt

führte uns an dieser terrakottafarben angestrichenen 20 Kilometer langen Stadtmauer entlang. Sie zählt zu einer der großen Sehenswürdigkeiten Marrakeschs, die Touristen aus aller Welt verbinden damit den Orient und seinen Märchen aus Tausend und einer Nacht. Die erste Stadtmauer von Marrakesch entstand bereits vor 1.000 Jahren, sie war damals etwa zehn Kilometer lang. Ali ibn Yusuf hat sie dann auf 20 Kilometer ausgebaut. An der

Koutoubia-Moschee,

die übersetzt die Moschee der Buchhändler heißt halten wir an. Es ist die größte, aber auch älteste Moschee von Marrakesch und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Wir haben einige Fotos machen können, denn von Palmen umgeben ist sie ein schönes Fotoobjekt. Als Nicht-Moslems ist uns der Zutritt verwehrt gewesen.
Das ockerfarbene Minarett dieser Moschee ist das Wahrzeichen der Stadt Marrakesch und ich habe mir bei einem Straßenhändler als Erinnerung eine kleine Nachbildung davon für 1 Euro gekauft.
Wir stiegen wieder in den Bus und weiter ging es vor das Tor des

Palais Bahia Marrakesch

Der Eintritt betrug 10 Dirham, doch das hatte Abdullah für uns erledigt, auch die Führung von ihm war inklusive. Dieser Palast hat eine Grundfläche von 8.000 m² und wurde 1900 gebaut. Wir sind bestimmt eine Stunde dort herrumspaziert haben uns alles angeschaut und über diese handwerkliche Pracht gestaunt. Ich hätte mich ohne Führung in dem Labyrinth aus Säulen, Sälen, Gängen und Galerien bestimmt verlaufen. In einigen der 160 Räume sind wir gewesen und ich habe viele Fotos gemacht. In dem prächtigen Bahia-Palast residierten einst die Wesire und Sultane der Stadt und des Landes.
Die Anlage hat mich mit ihrem andalusischen und maurischen Baustil an die Alhambra in Granada erinnert, die auf dem Sabikah-Hügel steht und als eine der schönsten Bauwerke des maurischen Stils der islamischen Kunst gilt. Sie ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe. Wir sind auch dort gewesen und konnten nun vergleichen. Der Palais Bahia Marrakesch diente auch als Schauplatz für so erfolgreichen Filme wie „Der Wüstenlöwe“ und „Lawrence von Arabien“.

Die Altstadt

Um zu unserem Restaurant zu kommen, wo Abdullah unser Mittagessen vorbestellt hatte, mussten wird durch die Altstadt laufen, die aus dem 14. Jahrhundert stammt und 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein Labyrinth von Gassen und kleinen Straßen, die mit Stroh oder Tüchern überdacht waren, so daß es immer relativ kühl dort war. Hier konnten wir alles beobachten, europäisch aussehende junge Mädchen in Jeans, arabisch gekleidete Marokkaner im Kaftan, Bettler und Handwerker. Ich sah einmal in einen Friseursalon, den ich dann auch schnell fotografiert habe. Viele Touristen gab es dort, aber auch reiche Marokkaner in eleganter Designermode, aber unangenehm waren die Motorradfahrer, die sich zwischen den Menschen durch die engen Gassen drängelten. Das Angebot in den Souks von Marrakesch ist wie in den anderen Basaren auch. Es erinnerte mich an Jerusalem, Kairo und besonders die Türkei. Aber es ist immer wieder ein Fest für die Sinne durch die Vielfalt an Gerüchen, Farben und Menschen, die hier zusammen kommen. Ohne unseren Abdullah, der sich nun auch Verstärkung geholt hatte und von hinten die Gruppe von 26 Persennen zusammenhielt, wäre ich aus dem Labyrinth der Gassen nicht wieder herausgekommen. Aber diese Souks sind dafür berühmt, wie hier die Händler ihre Ware verkaufen, gelten sie als beliebte Touristenattraktion. Aber ich hatte ja bereits mein landestypisches Souvenir, das Minarett. Gewürze, bunte Tücher, Lederwaren oder orientalische Lampen oder Shishas brauche ich nicht mehr. Endlich hatten wir unser Ziel, das Restaurant erreicht.

DAR ES SALAM

Das "Restaurant Marocain" lag also mitten in der Altstadt sehr versteckt und existiert schon seit dem 17. Jahrhndert. Dort sind auch schon Winston Churchill, Alfred Hitchcock, und Sean Connery gewesen. Sie alle haben hier die echte morrokanische Küche genießen dürfen. Ich hatte mich auch darauf gefreut, denn es gehört für mich immer zu den highlights einer Reise, fremdes Essen zu probieren. Wir traten in ein dunkles mit vielen Fliesen in den typischen Farben verziehrtes Hotel. Alles war abgedunkelt und angenehm kühl. Zwei landestypisch gekleidete Frauen empfingen uns, es wurde ein Foto gemacht, das wir dann auch nach dem Essen hätten kaufen können. Zuerst besuchte ich die Waschräume, die ebenfalls mit Kacheln in den Farben blau und grün sehr schön ausgekleidet waren. Das Hotel hat mir sehr gut gefallen.
Um die 8er Tische standen dunkle reich verzierte Holzstühle, an der Wand auf der Bank saßen schon die ersten Gäste. Auf den Tellern waren dunkelrote Servietten. Für jeden Tisch gab es zwei Flaschen Wasser und zwei Flaschen Wein. Das Wasser war recht schnell getrunen, doch den Wein konnte man nur verdünnt genießen. Dann wurden die Vorspeisen gereicht. Vier Teller mit verschiedenen Gemüsen: Linsen gewürzt mit der bekannt und berühmten Mischung "Ras el Hanut", gegrillte Auberginen, gekochte rote Beete und Möhren, dazu Fladenbrot. Wir haben alles aufgegessen, denn es hat wirklich gut geschmeckt. Danach gab es Hähnchenschenkel mit Kräutern. Die Zubereitung war auch sehr lecker und es wurde wieder alles verspeist. Zwischendurch tanzte eine Frau mit Kerzen auf dem Kopf um den in der Mitte des Raumes stehen Blumen-Brunnen. Wir haben gefilmt und Bilder gemacht, natürlich auch eins von mit mir und dieser hübschen, doch etwas rundlichen Marokkanerin. Das Hauptgericht war ein großer Teller dekoriert mit Cous Cous, Hammelfleisch, Fenchel, Kohl und Möhren. Schade, dass ich es versäumt habe es zu fotografieren, denn es sah toll aus. Als Nachtisch gab es geschnittene Orangenscheiben mit Zimt. Gestärkt und zufrieden ging es endlich auf den berühmten

Platz Jemaa el Fna

Der im Herzen der Medina zu den Hauptattraktionen von Marrakesch überhaupt zählt. "Djemaa el Fna" soll auf arabisch Versammlung der Toten heißen, aber sterben wollte ich noch nicht, obwohl die gezeigten Schlangen giftig sein sollen. Natürlich wollte ich auch ein Foto von mir meit einer Schlange haben. Abdullah erzählte, dass es reichen würde, dem Schlangebeschwörer 50 Cent dafür zu geben, doch natürlich wollte er mehr haben. Gut, dass mir unsere Fremdenführer aus dieser Situation helfen konnte. Es gab auch Leute, die sich mit diesen Affen fotografieren ließen, doch irgendwie hatte ich Mitleid mit den Tieren und hätte das niemals gemacht. Doch als wir dann am Rande des Platzes in einem Café saßen und die noch verbliebene Zeit bis zum Treffen abwarteten, konnte ich beobachten, wie liebevoll die Männer mit den Affen umgingen. Sie streichelten und liebkosten sie. Die Affen tobten herum und kletterten an ihrem Strick, den sie um den Hals hatten selber hinauf, um sich auf die Schulter ihres Herrchens zu setzen. Das hat mich dann doch etwas beruhigt. Hier war aber einmal der weltberühmte mittelalterliche Markt- und Henkersplatz, doch heute ist es ein Ort orientalischer Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und Gaukler. Auch waren die traditionellen bunt gekleideten Wasserträger zu sehen, die natürlich für´s fotografieren auch Geld haben wollten, doch ich kannte sie schon von unserer Tour nach Casablanca. Auf diesem Platz gab es am 28. April 2011 einen Terroranschlag; bei dem mindestens 17 Menschen starben, darunter auch viele Touristen. Als wir in der Mittagszeit dort waren, schien alles ruhig und friedlich, ich hatte niemals Angst, dass mir etwas passieren könnte. Erst am späten Nachmittag oder am Abend wird es auf diesem Platz wohl richtig turbulent, denn dann kommen noch die Tänzer, Märchenerzähler und Musikanten hinzu. Endlich war es 15:00 Uhr und wir konnten zu unserem Bus laufen, um den Heimweg zum Schiff anzutreten. Die ganze Fahrt über habe ich geschlafen und von Schlangenbeschwörern, Wasserverkäufern und Hellseherinnen geträumt.

Fazit

Die Hitze war im April Gott-sei-dank noch nicht allzu groß in der Innenstadt von Marrakesch und den Souks, so dass wir das pulsirende Leben der Stadt, die prachtvolle Landschaften drumherrum und die vielen prunkvollen Luxusvillen anschauen konnten, die versteckt hinter dicken Mauern mit größter Sorgfalt in prachtvolle Gästehäuser verwandelt wurden. Marrakesch ist eine der alten Königsstädte Marokkos und immer noch ein Magnet für Touristen, wo die Tradition noch zum Alltag gehört. Marrakesch ist eine sehenswerte Stadt, die viele Überraschungen bietet und dafür von mir alle fünf Sterne bekommt.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Pearl1703 veröffentlicht 09.06.2016
    BH
  • schlagergalaxie veröffentlicht 19.07.2015
    BH
  • Divola veröffentlicht 10.07.2015
    Hier bringe ich das angekündigte bh vorbei. Liebe Grüße und einen schönen Tag!
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Produktdaten : Marrakesch, Marokko

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 14/09/2011