Marshmallow Fluff

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Marshmallow Fluff

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Wer hat mir auf's Brot gewi....enert?

4  08.05.2005

Pro:
lecker, süß, endlich das Weiße vom Negerkuss ohne Schokolade

Kontra:
teuer, schwer erhältlich

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Geschmack:

Geruch:

Streichfähigkeit


DJBingo

Über sich: Viele Grüße aus Hamburg & Bremen! :-)

Mitglied seit:17.07.2000

Erfahrungsberichte:78

Vertrauende:55

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 150 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Tach Ciaois :)


Eigentlich sind mir ja speziell die nahrungstechnischen Auswüchse der US-amerikanischen Fat-Is-Phat-Society teilweise wirklich ein wenig zuwider - Gulasch aus der Tube reizt mich als Europäer halt genauso wenig wie der unlängst vorgestellte Rekordburger mit einem triefenden halben Meter Durchmesser. Und dennoch üben insbesondere die Importregale der seit Längerem auch in Deutschland ansässigen US-Discounter wie WalMart immer wieder auf Neue eine ganz besondere Faszination auf mich aus, gibt es doch in erster Linie dort immer mal wieder kulinarische Neuigkeiten zu begutachten, von deren Existenz man bis dato nicht einmal zu glauben wagte. Sei es der fertig gemixte "Caesar's Dressing", die 1.5l-Flasche "Pancake Syrup" oder - ganz simpel - eine neue BigBox "Oreos", dem wahrscheinlich geilsten Keks der Welt: zuerst steht dieses Zeug nun einmal in den preislich hoch dotierten Importregalen, entfesselt für einen Siegeszug auch unter den deutschen Konsumenten.

Wieder einmal in selbigen Regalen auf der Suche dem Sinn des Lebens, stieß ich vor einigen Monaten im heimischen WalMart auch auf ein eigentlich unscheinbares Gläschen, dessen Inhalt Marshmellows in Form eines Brotaufstriches ankündigte. Zunächst von der Vorstellung (des Verkaufspreises) angeekelt, konnte ich mich allerdings dennoch nicht zu einem erfolgreichen "Lassen wir's einfach stehen" durchringen, lud das faktisch betrachtet deutlich überteuerte Gläschen in den viel zu großen Einkaufswagen und ärgerte mich noch beim Verlassen des Parkplatzes, dass ich nun tatsächlich für eine solch vermeintliche Kalorienbombe derart viel Geld hingeblättert und somit mein Wochenbudget weiterführend dezimiert hatte. Ob sich der Kauf aus der heutigen Sicht wenigstens gelohnt hat? Just read on ...


::: BASICS :::
****************

Der hier vorgestellte Brotaufstrich läuft unter dem schnuckligen Namen "Marshmellow Fluff" und wird hierzulande in 7½ OZ (213g)-Gläsern im typisch amerikanischen Design vorwiegend über den US-Discounter WalMart an die Dame gebracht. Da es sich um in den USA herstellte Importware handelt, muss der Käufer nicht nur mit einem vergleichsweise deutlich hohen Preis von aktuell 2.29€ pro Glas rechnen, nein, auch der Aufdruck ist komplett in Englisch gehalten - alles also ganz

Bilder von Marshmallow Fluff
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Das Gläschen des Vertrauens
hübsch original, dumm nur für die, die mit der englischen Sprache als solches nicht wirklich viel anfangen können. Zwar informiert ein sehr knapp gehaltener Aufkleber zumindest ein wenig über die Zutaten und die Haltbarkeit, weitere Infos zum Produkt gibt's allerdings nur in Englisch - und diejenigen, die geil auf Nährstofftabellen sind, werden wahrscheinlich mit einem Wutanfall vorm Regal stehen bleiben, denn schlauerweise wurde der Aufkleber mit den deutschen Produktinfos direkt über die "Nutrition Facts" geklebt: Amis sind halt schlau. Immerhin sind die erstaunlicherweise recht wenigen Zutaten des "Fluffs" erkennbar geblieben:

Glucosesirup (Corn Syrup), Zucker (Sugar), Hühnerei-Trockeneiweiß (Dried Egg White), künstliches Aroma: Athylvanillin - that's it, mehr scheint der Ami im Gegenteil zum deutschen Nutella für ein Zahnschmerzfrühstück nicht zu brauchen ...

Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, für den hält Hersteller "Durkee-Mower" aus Lynn (Massachusetts) unter dem Slogan "Never fail fudge" (zu Deutsch wohl etwa soviel wie "So misslingt ihnen kein Toffee mehr") noch ein original amerikanisches Rezept zum Erstellen von Karamelbonbons bereit - praktischerweise natürlich auch hier (stilecht) einzig und allein mit amerikanischen Mengenangaben bei der Zutatenliste. Doch damit noch nicht genug: wer mit dem "Fluff" noch weitere Rezepte ausprobieren will, kann sich zumindest theoretisch für einen läppschen Dollar ein Recipe Booklet bestellen ... wobei die Luftfrachtkosten für dieses Heftchen wahrscheinlich selbst noch den Preis von drei Gläsern Aufstrich sprengen dürften. Einfacher mutet's selbst uns Hinterwäldlern jenseits des amerikanischen Gestirns an, schnell mal eben unter www.marshmellowfluff.com die (ausschließlich englischsprachige - soll ja stilecht bleiben) Website zu besuchen, um uns eben dort die eine oder andere Rezept- oder sonstige Idee zu holen. Oh du liebes Marketing ...


::: THE TASTE :::
********************

Bevor sich der bereits nach Zucker geifernde Käufer dem klebrigen Vergnügen vollends widmen kann, steht zunächst einmal das Öffnen des Glases im Vordergrund. Klingt nach einer Aufgabe, die selbst frau problemlos lösen könnte, hätte "Fluff"-Hersteller Durkee nicht pfiffigerweise eine äußerst hartnäckige und zudem auch noch durchsichtige Banderole zwischen Deckel und Glas geschweißt. In Amerika aufgrund der aktuellen Fettleibigkeitsprobleme als eine Art Kindersicherung durchaus angebracht, war ich am Morgen des Öffnens bereits der Weißglut nahe, bis besagte Banderole nach einem neuerlichen Gewaltausbruch endlich die Verteidigung auf- und ihr Inneres somit preisgab. Nach Öffnen bot sich mir zunächst einmal eine schlicht und einfach klebrig wirkende, weiße, fast wie selbst produziert wirkende Masse dar, die on top noch mit einigen Luftbläschen zu beeindrucken versuchte. Der erste Riechtest gab entsprechend wenig her, einen leicht penetrant süßen, künstlichen Vanillegeruch nahmen meine Rezeptoren im morgens noch recht geschrumpften Kleinhirn war.

Angesichts der morgentlichen Zuckersucht wollte ich nun nicht mehr länger warten und begann, die fluffige Melasse mit meinem Frühstücksmesserchen zu attackieren - was auch hier wieder einfach klingt als es tatsächlich war, die Masse präsentierte sich doch als erheblich klebriger als gedacht und scheute auch nicht davor, beim Herausziehen des Messers protestgleich lange, klebende Fäden zu ziehen. Irgendwie erinnerte mich das backige Etwas auf meinem Messer an eine Mischung aus dem Ergebnis der letzten Nacht und dem Inneren eines Schokokusses - sehr locker, sehr fluffig, aber eben auch super klebrig (von den Messern geht das Zeug übrigens erst im heißen Spülwasser ab, ideal also theoretisch auch zur Benutzung im Haar als Gel-Ersatz ...). Umso erstaunter war ich da, als ich feststellte, dass sich der "Fluff" doch recht einfach auf dem soeben frisch gebräunten Toast verteilen ließ. Zwar nicht ganz ohne Widerstand (Nutella als Beispiel streicht sich deutlich einfacher), aber immerhin ohne das Toastbrot in seine Einzelstücke zu zerreißen, wie ich es bereits im Vorab befürchtet hatte. Je länger der Aufstrich nun auf dem Brot ruhte, desto mehr begann die Masse durch die noch vorhandene Wärme anzuschmelzen - Nutella wiederum wird hier allerdings merkbar flüssiger als der Superkleber aus den USA. Dennoch glaubte ich angesichts der schmierig wirkenden Oberfläche in meiner allmorgendlichen Verwirrtheit zunächst, (m)ein Liebhaber hätte sich auf meinem Toast verewigt - der fehlende Fischgeschmack ließ diese Zweifel jedoch schnell wieder ausräumen ...

Nun endlich kam der Augenblick, auf den ich seit des Geiferns vor dem WalMart-Regal so lange hatte warten müssen: für den Notfall mit einem dicken Cup of Coffee zum Nachspülen bewaffnet, bohrten sich meine frisch polierten Beißerchen durch das "gefluffte" Toast - klebrig wurde es und die Geschmacksnerven schlugen aufgrund der Süße fast Alarm, als ein sanfter, herrlich künstlicher Vanille-Geschmack durch meinen Rachenraum zog. Ich wusste nicht wieso, aber ich wurde - scheinbar von Innen geleitet - sofort gezwungen, ein weiteres Mal abzubeißen. Und noch mal und noch mal und noch mal. Irgendwie fand ich diese Art von Brotaufstrich schlichtweg lecker, so pervers das auch klingen mag. Klar, Ernährungsexperten würden angesichts dieses Frühstücks längst Alarm geschlagen haben (wenngleich "Fluff" angeblich weniger Kalorien als Nutella haben soll), aber die Idee, das Weiße vom Schokokuss als kalorienintensiven Brotaufstrich auf den Markt zu werfen, fand ich schlichtweg genial umgesetzt, auch wenn ein wirklich hoher Konsum aufgrund der enormen Süße nur für die wenigsten in Frage kommen dürfte. Nach spätestens zwei Toasts hatte ich zumindest erst einmal genug - allerdings auch nur bis zum nächsten Morgen ...


::: FAZIT:::
*************

Mit "Marshmellow Fluff" bringen die Amis nun auch uns Deutschen eine gekonnte Abwechslung auf den morgendlichen Frühstückstisch. Zwar entpuppt sich die dem Namen nach hübsch flockige Eierschaum-Zuckercreme sehr schnell als kariesfördernder Zuckerschocker mit Unmengen an künstlichem Vanillearoma, letztendlich aber ist es zumindest für mich eine gekonnte Alternative zu Nutella, Belmandel & Co. Klar: 2.29€ für ein Glas mit nur rund 200g Inhalt zu verlangen, ist streng genommen ziemlich unverschämt und lässt sich bestenfalls mit den Importkosten und dem einen oder anderen EU-Strafzoll erklären, doch wer mag sich nicht ab und an auch mal solche etwas überteuerten Leckerein gönnen? Für Sushi zahlen wir ja auch - okay, ich zumindest. 4 Sterne erscheinen mir folglich für die hiesige Ciao-Wertung als durchaus angemessen, ferner gibt's eine Kaufempfehlung für all diejenigen, die zum Wachwerden auch vor übermäßig süßen Brotaufstrichen nicht abschrecken. Schade nur, dass der "Fluff" im Gegensatz zu anderen amerikanischen Produktvergewaltigungen (ich erwähne hier nur den lila Ketchup...) bis dato noch immer nur als Importprodukt im Handel ist und deutschlandweit gesehen entsprechend eher schwierig zu bekommen sein dürfte, einer offiziellen Markteinführung würde ich doch deutlich positiv entgegen sehen. Bis es soweit ist, werde ich mir nun zumindest alle paar Wochen mal meine tägliche Überdosis Trend-Zucker aus den Staaten einfliegen lassen - man gönnt sich ja sonst nix und hey, Globalisierung kann manchmal echt ganz schön rocken ;)


LG aus Bremen, bingo*
(© 05/2005)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kaengi_the_kangaroo

kaengi_the_kangaroo

01.12.2005 22:28

Schöner Bericht! Stimmt, das Zeugs ist wirklich lecker! Hab mir davon auch schon ein Glas gegönnt, ist aber schon einige Zeit her! Zuviel davon kann man aber auch nicht haben! Und wenns zu lange geöffnet ist, dann schmeckts nicht mehr so gut! Also schnell verbrauchen! Gruß, Bärbel

Zaubi23

Zaubi23

10.10.2005 09:49

Ich lach mich schlapp.. Soooo schöne geschrieben...danke Dir!!! Liebe Grüße, Katrin.

AsmodinaHamburg

AsmodinaHamburg

26.09.2005 20:37

Das Zeug gehört verboten!!! Das ist sooooooooooooooooooooooo scheisslecker.... und hat sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo viele Kalorien!!!!! LOL LG Asmodina

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