Einen schönen guten Tag zusammnen,
heute möchte ich euch ein Science-Ficition-Action-Rollenspiel aus dem Hause Bioware, mit Publisher EA vorstellen, nämlich Mass Effect. Erschienen ist Mass Effect Ende 2007 für die XBox und im Mai 2008 für den PC, der zweite Teil am 26.Januar 2010 (für PC, Xbox und PS3), im Herbst 2011 erscheint der dritte und wohl letzte Teil.
Das Spiel wurde vielfach als bestes Spiel des Jahres ausgezeichnet, und auch dem zweiten Teil wurde diese Ehre zu Teil.
Story
Man beginnt im Jahre 2183, etwa 20 Jahre nachdem die Menschen durch ihre Kolonien auf neuentdeckten Planeten auf andere intergalaktische Rassen gestossen sind. Die Menschheit ist für die anderen Spezien die sich vertraut sind, eine neue Rasse der noch nicht viel Vertrauen geschenkt wird. Man schlüpft in die Rolle des Commanders Shepard (männlich oder weiblich), der/die in einer kleinen Sondereinheit auf dem Raumschiff Normandy stationiert ist.
Vor 50.000 Jahren gab es ein hoch entwickeltes Volk, die Protheaner, die Legenden nach von einem Volk reiner künstlichen aber unglaublich hoher Intelligenz und Zerstörungskraft innehabend, ausgelöscht wurden, an die aber keiner mehr so recht glaubt, eine Legende, eher Märchen.
Ein altes Relikt dieser Protheaner soll von uns nun von einem der menschlichen Kolonie zugehörigem Planeten geborgen werden, ein Sender, aus dem alte Informationen über das antike Volk ausgelesen werden können.
Shepard erhält über diesen Sender eine Vision, und erfährt auf der Mission einen hinterhältigen Angriff von einem bis dahin Vertrauten dessen Namen ich jetzt nicht nenne, und auch seine Pläne. Von nun an Jagen wir ihn durchs Universum und erfahren immer mehr vom Ausmaß seines unglaublichen Plans.
Genre und Gameplay
Mass Effect ist ein Action-Rollenspiel, das Kampfsystem ist einem Shooter ähnlich, allerdings benötigt man je nach gewählten Schwierigkeitsgrad auch einige taktische Fähigkeiten, nicht nur seine eigenen sondern auch die von seinen zwei NPC-Kameraden.
Dabei ist die Standardbelegung so konfiguriert dass man mit der linken Maustaste seine Standard-Waffenangriffe macht (sprich: ballert), mit der rechten genauer Zielen kann, und die Sonderfähigkeiten auf den Zahlentasten hat. Mit der Backspace-Taste kann man die seiner Teamkameraden über ein Schnellmenü aktivieren.
Man kann sich seinen Commander Shepard in gewissen Punkten anpassen. Nämlich ob man männlich oder weiblich sein will, die Figur dann dementsprechend kosmetisch etwas gestalten, Frisur, Haarfarbe, Nase, Augen, usw. und vor allem kann man aus 6 Klassen wählen, Frontkämpfer, Experte, Wächter, Soldat, und jede Klasse ist auf eine bestimmte Waffenart erst mal spezialisiert, kann je nach Klasse verschieden starke Panzerung tragen und kann Talente freischalten die anderen sogar gänzlich verborgen bleiben.
Der Rollenspielanteil ist ansonsten der klar überwiegende, ganz kurz gefasst ist es ein Rollenspiel mit Pistolen, Gewehren, Schrotflinten, usw. anstatt im überwiegende von Fantasy-Setups bestimmten Genre, Schwerter, Dolche, Armbrüste, etc.
Die Ausrüstung die man in Behältern findet oder von getöteten Feinden erbeutet, kann man modifizieren, dafür gibt es etliche Waffen und Rüstungsupgrades. Einige sollte man der jeweiligen Situation anpassen (als Beispiel Munitionsupgrades die Panzer brechen, bei Gegnern mit starker Panzerung), je nach Schwierigkeitsgrad ist das auch schon mal zwingend erforderlich, beim einfachsten sogut wie gar nicht.
Man kann die nicht benötigten Gegenstände auch verkaufen oder zerlegen (in Gel, mit dem man u.a. automatisch Schlösser knacken kann, geht aber auch manuell und ist je nach Schwierigkeitsgrad wieder von ziemlich einfach, bis relativ fummelig).
Dass heißt, man unterhält sich mit vielen, vielen NPCs, Auftraggeber, Händler, usw. über Dialoge deren Ausgang man zum Teil selbst bestimmt.
Selbstbestimmt und zwischen gut und böse
Man hat auch bei den Missionen relativ viel selbst in der Hand. So wurde auch wie von Bioware seit „Star Wars: Knights of the old Republic“ auch nicht anders gewohnt wieder ein gut/böse-System gestaltet. Taten und die Art der Gesprächsführung erhöhen entweder die gute oder böse Seite in uns – das wirkt sich mal stärker, mal schwächer sogar auf die ganze Spielewelt aus. Ein toter NPC bleibt tot, ein möglicherweise am Leben gelassener zwielichtiger Kerl, kann in seinen weiteren Taten ebenso vieles verändern.
Vor allem aber, wirkt sich das alles nicht nur auf diesen Teil des Spiels aus, sondern auch auf Teil 2 und Teil 3. Beginnt man mit Teil 2 kann man nämlich (wenn man will) seinen Charakter von Teil eins, importieren und mit ihm weiterspielen, und das bestimmt auch den weiteren Verlauf schon bevor man überhaupt die virtuellen Füße auf den Boden gesetzt hat, im Intro, wo kurz zusammengefasst wird, wie unser persönliches Ende im Teil 1 stattgefunden hat.
Hier liegt auch zugleich der größte Wiederspielwert, spielt man zum Beispiel beim ersten Mal noch den guten Shepard, kann man beim zweiten mal auch bitterböse agieren, oder halt gewisse Situationen anders ausgehen lassen.
Hauptmission und Nebenmissionen und die unendlichen Weiten des Alls
Die Hauptmissionen bieten anfangs noch eine gewisse Freiheit, in dem man nämlich gleich drei Pfade zur Auswahl hat denen man nachgehen kann, und man erst mal selbst entscheidet in welcher Reihenfolge. Im weiteren Verlauf sind diese aneinander gereiht, also von Punkt A nach B, usw. Allerdings ohne jeglichen Zeitdruck oder Zwang.Es gibt nämlich unglaublich viel zu erkunden im Weltall, etliche Sonnensysteme, die wiederum viele erkundbare Planeten beinhalten. Die sind zwar nicht sonderlich groß, zumindest die meisten, aber dafür recht unterschiedlich gestaltet, von paradiesisch schön, bis öde Wüstenlandschaften, kalte eisige Planeten, usw.
Manchmal bekommt man während man durch die Systeme streift, Notrufsignale denen man nachgeht, oder Funksprüche, dass im System XY jemand Hilfe angefordert hat oder von Bewohnern anderer Planeten die Bitte man möge doch sein Familienteil auf Planet X suchen da es sich schon länger nicht mehr gemeldet hat.
Das sind unter anderem die Nebenmissionen, die im allgemeinen nicht sonderlich spannend gestaltet wurden. Man muss also vor allem Spaß am Erkunden haben, dass macht nämlich viel mehr Spaß als Monster XY zu töten um NPC X zu retten, oder sich durch eine Weltraumpiratenstation zu ballern.
Allerdings erfährt man durch einige Nebenmissionen so manches über diverse Gruppierungen die nicht nur in Teil 1 eine Rolle spielen. Es ist zwar dann nicht zwingend so dass man gar nix über diese Fraktionen weiß, allerdings beinahe, in Teil2 kann halt Shepard dann nicht soviel erzählen über sie, sondern erfährt halt dann eben erst mehr. Quasi eine Entscheidung wie tief man ins Mass Effect-Universum eintauchen will, aber ohne starker Beeinträchtigung auf die weiteren Teile.
Die wirklich gravierenden Entscheidungen passieren in den Hauptmissionen.
In etlichen Missionen (sowohl Haupt als auch Neben) wird man zudem nicht vom Schiff direkt abgesetzt sondern in einem Fahrzeug, mit dem man durch die Gegenden breschen kann und das man zum Teil auch benötigt um schwerer gepanzerte Gegner mit starker Feuerkraft zu besiegen.
Man hat um das alles jetzt nicht zu bagatellisieren, mit den Nebenmissionen (und gleichzeitig auch Entdecken) gute 40-50 Stunden oder mehr zu schaffen! Die Story über die Hauptmissionen alleine kann man, wenn man will ca. in gut 10 Stunden absolvieren, wäre aber sehr schade wenn man so vorgeht, da man doch einiges verpasst.
Grafik & Sound
Die Grafik ist mittlerweile eben gut 3 Jahre alt, und dementsprechend kein allzu großes Feuerwerk, aber immer noch recht ok. Gerade die Figurenmodelle wurden sehr schön gestaltet, leider gerade Kleidung oft sehr unscharf texturiert, dafür die Gesichter für 2008 recht schön ausgearbeitet vor allem haben sie eine für damals hervorragende Mimik. Die Welten variieren zT. stark, da stehen sich Länder und Raumbasen die wirklich schön detailliert ausgearbeitet wurden, mit tollen Lichteffekten und Landschaften die für offene Kinnladen sorgen, leider auch Ländern die so karg und kahl und deren Texturen bei Bergen, Böden dermaßen verwaschen sind dass man am liebsten sofort wieder abheben möchte gegenüber. Andererseits kann man sich ja noch einreden dass das halt nun mal karge Planeten sind und meintetwegen irgendwelche Gase die Sicht schwummrig machen – man spielt ja ein Rollenspiel – ein kleines Bisschen Faaahaantasiiiie. Ne, aber im Grunde ist die Grafik schon toll, und die Videoseuquenzen haben oft der Dramaturgie wegen alleine Blockbuster Niveau.
Der Sound ist ebenfalls sehr gut, tolle Songs, toller Atmosphäreaufbau, herrliche entspannte leicht spacige Tracks die ich gut und gerne auch zum Meditieren verwenden könnte – alleine das Lied im Startbildschirm ist wahnsinnig relaxed – dem Lausche ich vorm Spielen oft noch einige Minütchen. In actionreichern Momenten passt sich natürlich der Sound auch an. Neulich habe ich meine Boxen mal etwas lauter aufgerissen und ich stand an nem Strand an dem schwere Geschosse einschlagen – die Soundeffekte waren echt im warsten Sinne des Wortes bombastisch, der Sound aus meinem kleinen Subwoofer (so einer den man aufn Tisch stellt, kleines Teil) war echt durchdringend, sodass ich der Nachbarn zuliebe wieder leiser gemacht hab. Prima.
Fazit:
Mass Effect ist zweifelsohne ein sehr gutes Rollenspiel, mit viel Action und noch mehr Science-Fiction. Ich muss sagen ich bin der Science Fiction wenig angetan, ich liebe Star Wars, die alten Captain Future-Zeichentrick-Folgen und China Mieville-Romane, ansonsten kann man mich nur sehr, sehr selten dafür begeistern. Zum anderen war ich etwas abgeneigt weil es auf den ersten Blick recht Shooter-lastig ist.
Das war auch der Grund warum ich solange gebraucht habe bis ich dieses Spiel mal gekauft habe. Freunde und World of Warcraft-Genossen haben mich aber letztendlich mehr oder weniger fast dazu gezwungen, und nun bin ich auch sehr froh darüber.
Mass Effect hat ein riesiges Universum, das Erkunden alleine macht riesigen Spaß weil man sich wirklich frei fühlt, jederzeit hinfliegen kann wohin man will und auch die Hauptmissionen nie das Gefühl von starker Einschränkung vermittelt.
Die Charaktere, inklusiver unserer/m Shepard sind gut ausgearbeitet, die Story ist allermeist spannend und man will wissen wie es weiter geht, vor allem die letzten 2-3 Stunden Story-Missionen sind unglaublich packend und dramatisch, aber auch von Anfang an hat man allerlei überragend gut erzähltes zu lesen, hören, und spielen.
Was mich manchmal etwas genervt hat ist das rum laufen zwischen zwei Personen – aber gut, in welchem Rollenspiel ist man nicht mal genervt davon, weiters ist das Fahrzeug anfangs ganz schön nervig weil etwas schwer zu steuern, aber man kommt auch da gut rein.
Die Knaller sind vor allem die Konflikte zwischen diversen Rassen, Personen, der Geschichtsverlauf den man nicht selten selbst beeinflusst, aber auch die Ballerei macht ziemlichen Spaß. Ich mochte auch die recht abwechslungsreichen Welten recht gerne, mal wirklich Endzeit, postapokalpsysische Gegenden, dann wieder schöne Strände über die man minutenlang mit seinem Fahrzeug oder zu Fuß unterwegs ist, Planeten mit sagenhaft schönen Himmeln, eisige aber reizvolle Planeten, dicht bewaldete Abschnitte, aber auch die Raumbasen sind mitunter recht nett gemacht, allen voran kleine Space-Dörfer und Städtchen.
Wie tief man eintaucht in das Universum hat man selbst in der Hand und ich wäre froh gewesen wenn mir jemand gesagt hätte dass man die Hauptstory wenn man kaum Nebenmissionen macht und erforscht doch in 10 Stunden durch ist. Denn ich dachte mir kurz vor Stunde 10, die eine Mission mach ich noch, dann aber mal Nebenmissionen...und dann stand ich am Abspann ;) weswegen ich gleich noch mal von vorne angefangen hab und eine andere Klasse gewählt hab, und mir Zeiiiiiiit gelassen habe, sodass ich beim zweiten mal, dann letztendlich über 40 Stunden auf dem Buckel hatte, bevor ich immer noch nicht alles gemacht hatte, aber den zweiten Teil beginnen wollte, und dann auch meine Frau Shepard dahin exportiert habe und jetzt die letzten Tage eben dort weiter ansetze.
Prima ist auch dass Teil 1 jetzt seit 15.03.2011 für 10 Euro zu haben ist, und Teil 2 derzeit für 19,90 zu kaufen ist. Man bekommt also gut 80 Stunden Spielspaß für 30 Euro, insofern man gleich beides halt kaufen will, ich hab mir beides geholt, da ich stark davon ausging dass es mich doch fesseln wird, nachdem meine Freunde einen ähnliche Geschmack haben was Spiele und Filme inkl. deren Genres betrifft.
Die Tatsache dass man mit seinem Männlein oder Weiblein aus Teil 1 auch in Teil 2 und ab Herbst in Teil 3 weiterspielt mit allen Folgen der Konsequenzen die man in dieser Zeit trifft ist für mich nach wie vor verdammt reizvoll und ich kenn ausser aus der MMO-Ecke nichts wo dies der Fall ist – das heißt jetzt nicht, dass nur Mass Effect dieses Element hat, sondern nur dass ich kein anderes Spiel kenne in dem das möglich ist.
Und selbst wenn man nur die Story-Missionen durchspielt, von ich aber dringend abrate, hat man immerhin für 10 Euro eine 10-15 Stunden (je nach Schwierigkeitsgrad) bekommen, wie gesagt aber wär endschade darum, da man locker 40 bis man hört auch von 80 Stunden rausholen kann OHNE dass einem langweilig wird.
Also blind zu greifen können:
Rollenspiele-Fans die nix gegen Ballerwaffen haben.
Shooter-Fans die nix gegen Rollenspiele haben
Sci-Fi-Fans die gerne zocken
Bilder haben die Vorschreiber schon etliche hochgeladen, hab bisher noch keine Screenshots gemacht leider, und fremde will ich nicht verwenden.
13.10.2012 08:20
bh
16.09.2011 17:04
BH
21.04.2011 08:22
zurzeit spiele ich recht wenig; Rollenspiele kaum bis gar nicht. Die Krux an der Geschichte ist, dass bei vielen Rollenspielen natürlich das Spielfeld super ausgeprägt ist, was ich wiederum gut leiden kann. Vorgegebene Wege eben weniger. Und...*stolz guckt*: ich habe alle Captain Future Folgen auf DVD (einziges Manko: diese Auflage hat eine vermurkste Menueführung, teilweise ohne Beschriftung).;-)