Wenig hilfreich für Ingenieurstudiengänge

3  07.09.2001

Pro:
meist einfach und wenig anspruchsvoll, angemessene Hausaufgaben, relativ viele Erfolgserlebnisse

Kontra:
berührt wenig Aspekte, die im Studium weiterhelfen, hemmt eher die Fähigkeit Lösungen zu suchen als sie zu fördern

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Arbeitsaufwand:

Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:

Prüfungsanforderungen:

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mike-1

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Erfahrungsberichte:8

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Häufig wählt man ja seine Kurse nach dem Prinzip aus „Wie komme ich ohne viel Arbeit mit maximalem Erfolg durchs Abi“. Gerade beim Fach Mathematik sollte man dieses Motto jedoch überdenken.
Es gibt wohl kaum eine Studienrichtung, in der man nicht wieder mit Algebra, Analysis, Stochastik, Statistik oder Geometrie in Berührung kommt. Solange dies im Rahmen bleibt, reicht der Mathe-GK völlig aus. Spätestens die Informatiker, BWLler, Wirtschaftsinformatiker und Ingenieur-Wissenschaftler sollten jedoch wissen, dass man im Studium einen recht schweren Stand hat, wenn einem das Vorwissen eines Mathe-LK fehlt. Gerade zu Beginn wechseln viele die Studienrichtung, weil sie gerade die Anforderungen in Mathematik überfordern. Denn in der Umstellungszeit zu Beginn des Studiums ist es natürlich um so schlechter, wenn man außer mit den neuen Lernmethoden auch noch mit dem Stoff zu kämpfen hat.

Mein Mathe-GK setzte sich aus vielen Deutsch-LK-lern zusammen, die allesamt ein recht niedriges Niveau vertraten und auch keine Ambitionen nach Verbesserung hatten. Zudem orientierte sich meine Lehrerin am Leistungsstand der Klassenmehrheit. Folglich bewegten wir uns bei der Abarbeitung des Lehrplans immer am unteren Leistungslevel. Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, richtig auf’s Abi vorbereitet zu werden.

So kann es auch durchaus passieren, dass man in der 11. Klasse (!!!) das Rechnen mit Brüchen wiederholt oder eine halbe Stunde für das Vergleichen einer simple Kurvendiskussions-Hausaufgabe vertrödelt.
Wer in einen solchen schwachen Kurs gerät, muss sich wohl oder übel selbst motivieren und weiterbilden. Und ich kann euch sagen, dass das ganz schön schwer fällt: Zum einen hat man mit dem Streber-Image zu kämpfen, wenn man ständig nach höheren Anforderungen giert und zum anderen gerät man in die Gefahr, sich auf das niedrige Leistungsniveau einzulassen und so langsam in den Untiefen der Anspruchslosigkeit zu versumpfen.
Um bei meinem anstehenden Studium der Wirtschaftsinformatik in Punkto Mathe etwas aufzuholen, habe ich z.B. vorher privat einen Fernstudienkurs Mathematik an der Fern-Uni Hagen über 1 Semester belegt.

Die Anforderungen im Abi sind eigentlich recht angemessen. Es kommen zwar auch mal knifflige Aufgaben. Wer aber eine gute Logik und Anschauung besitzt, braucht davor keine Angst zu haben. Prinzipiell werden die Methoden der Unterstufe nur erweitert. Außer in Sachen Stochastik und Analytische Geometrie kommt nicht viel neues hinzu. Meist werden nur andere Lösungsmethoden oder fortgeschrittenere Sachverhalte vermittelt.
Mein Schreckgespenst war immer die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Unsere Lehrerin vermochte es nicht, uns dieses Gebiet zu veranschaulichen und zu erläutern. Außerdem ist es allgemein recht anspruchsvoll und ungewohnt. Allerdings hatte ich noch das Glück, im Abi um Stochastik herumzukommen: Eine Kurvendiskussion und zwei Aufgaben analytische Geometrie und die Stochastik-Aufgaben fielen unter den Tisch. Neuerdings ist wohl auch die Teilaufgabe Stochastik Pflicht, was natürlich wenigen Schüler (ob GK oder LK) entgegenkommt!

Hausaufgaben hatte ich zwar regelmäßig auf, diese waren jedoch in maximal ½ bis ¾ Stunde erledigt. Für Arbeiten habe ich immer gelernt, aber eigentlich reicht es völlig aus, wenn man den Stoff verstanden hat und anwenden kann. Die Formel stehen ja sowieso im Tafelwerk.
Mit ein bisschen Ruhe und Sachverstand sind die meisten Aufgaben zu bewältigen. Und für die kniffligen Sachen, muss man sich halt noch mal ein paar Beispielrechnungen verinnerlichen.

Im Vergleich zu anderen Fächern klafft die Lücke zwischen den Anforderungen im Grund- und Leistungskurs wesentlich größer. Somit sollte man es sich gut überlegen, ob man lieber den steinigen oder befestigten Weg gehen möchte.
Eines sei aber hier betont: Auch ein Mathe-Grundkurs schützt vor Torheit nicht. Ich habe bei mir im Kurs viele Schüler erlebt, die trotz des niedrigen Niveaus regelmäßig (!!!) mit unter 5 Punkten aus Arbeiten herausgekommen sind. Selbst im Abitur waren Punktzahlen, die man an einer Hand aufzeigen kann, nicht selten. So musste eine Schülerin aufgrund ihrer Mathe-Ergebnisse einen neuen Abituranlauf starten.

Mein Fazit: Die Mathe-Light-Variante eignet sich nur für Schüler, die später wenig bzw. fast gar nichts mehr mit Mathe zu tun haben. Für wen dies nicht zutrifft oder wer als weiteren Leistungskurs Physik gewählt hat, der wird wohl um den Leistungskurs nicht herum kommen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
paule_der_carlo

paule_der_carlo

29.02.2004 21:05

entschuldige, dass ich da ganz engagiert widerspreche. Ich hatte Mathe GK, Physik LK (Bayern). Danach kam ich an die Uni (Physik studieren) und stellte erfreut fest, dass sich alle, die Mathe LK hatten, ebenso schwer taten wie ich. Da an der Uni ganz fundamental mit den Grundlagen begonnen wird, auch in den Ingenieurswissenschaften (bei Wirtschaft weiß ich das nicht), ist es nicht entscheidend, ob die mathematische Vorbildung auf LK oder GK Niveau stattfand.

Lugana

Lugana

08.10.2001 10:15

Du Hast völlig Recht. Ich hatte Mathe LK und da hat sich die Lehrerin auch nach der Klasse gerichtet, denn es gab auch hier Leute, die Probleme mit den einfachsten Dingen hatten. Schau doch auch mal bei mir rein. Gruß Lugana

BluePhoenix

BluePhoenix

03.10.2001 03:50

Ja, damit hast du recht... , wir hatten teilweise wirklich Leute die noch keine Brüche kannten u.s.w

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