Matrix (1999)

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Matrix (1999)

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Der Sci-Fi-Actionthriller des Millenniums!

5  09.08.2001 (12.10.2001)

Pro:
Regie, Besetzung, Schnitt, Effekte, Kamera

Kontra:
erinnert etwas sehr an "Dark City"

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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MarsellusWallace14

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:255

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Als ich die ersten Set-Fotos und vage Berichte über die Handlung von "The Matrix" sah, kam mir der Gedanke an einen schlechten Film, der auch Keanu Reeves in der Hauptrolle hatte, in der Zukunft spielte und angeblich das ganze Science-Fiction-Actionthriller-Genre revolutionieren sollte, aber letztendlich nur ein kommerzieller und künstlerischer Flop allerunterster Klasse war. Der Film hieß "Johnny Mnemonic" aus dem Jahre 1995.

Aber als ich schließlich die ersten begeisterten Kritiken und laufenden Bilder des zweiten Films der Wachowski-Brüder Andy und Larry, die zusammen das eher unrühmliche Skript zu dem Stallone-setzt-auf-Anspruch-Streifen "Assassins - Die Killer" (1995) schrieben, aber auch den exzellenten Krimi "Bound - Gefesselt" (1996) inszenierten und verfaßten, sah, ahnte ich, daß es wieder soweit war. Die Grenzen des Kinos wurden abermals von hellen, innovativen, phantasievollen Köpfen neu abgesteckt und diesmal im Sci-Fi-Actiongenre.

Was ist die Matrix? Diese Frage bestimmt die erste halbe Stunde des nunmehr legendären Sci-Fi-Klassikers und die Auflösung ist so verstörend wie faszinierend, aber auch ungleich vertraut. Natürlich weiß jeder, der den Film schon gesehen hat, was die Matrix ist und in welcher Beziehung sie zu den Menschen und der Zeit steht, aber auch die Unwissenden haben es schon mittels Mundpropaganda erfahren. Dennoch will ich diese "Wendung" denen nicht nehmen, die noch überhaupt keine Ahnung von einem der spektakulärsten und aufregendsten Reißer der 90er Jahre haben. Diese Individuen soll es angeblich geben, auch wenn ich daran schwer zweifle.

Warum ist es immer Nacht? Das war die Fage, die sich Rufus Sewell in dem unterschätzten 1997er Sci-Fi-Film "Dark City" stellte, der mittels beeindruckender Effekte, bestechender Optik, feiner Film noir-Atmosphäre und allerlei Anleihen bei Kafka und den expressionistischen Gruselfilmen der 20er Jahre eine verstörende Geschichte erzählte, in die ein scheinbar unschuldiger Mann verwickelt war, der von Glatzköpfen in schwarzen Mänteln durch die Stadt gejagt wurde. Die Auflösung war so elektrisierend wie grandios, und auch "Matrix" hat ein ähnliches, wenn auch leicht differenzierteres Konzept, das noch über Potential verfügt ausgeweitet und vertieft zu werden, weshalb auch "The Matrix II: Reload" und "The Matrix III" gerade in Australien gedreht werden.

Neo Anderson (Keanu Reeves) ist der unfreiwillige Held der Geschichte, der sich nachts als Hacker die Nächte um die Ohren haut und tags in einer Computerfirma arbeitet. Es ist das Jahr 1999 und in der Hackerszene ist der mysteriöse Morpheus (Laurence Fishburne) eine Kultfigur, die unbedingt mit Neo Kontakt aufnehmen will. Mittels der agilen Cyberlady Trinity (Carrie-Anne Moss) treffen sich die zwei und Morpheus macht Neo das Angebot, die Wahrheit, wie er sie kennt zu hinterfragen und zu erfahren, was die Matrix wirklich ist. Dubiose Männer in Anzug, Krawatte und Sonnenbrillen stehen ihm dabei im Weg... aber warum?

Mehr von der Handlung zu verraten wäre zum einen überflüssig, da nun fast schon jeder die Auflösung kennen müßte, und zum anderen nicht gerecht, da ich ebenso "jungfräulich" in den Film ging und die vertrackte Welt der Matrix mir den Atem raubte. Von Anfang bis Ende war ich schlichtweg begeistert, wenn auch die wenigen Schwächen des Films meinem Auge nicht entkamen. Nobody's Perfect. Besonders nicht die Matrix.

Keanu Reeves ist trotz fragloser Fotogenität kein guter Schauspieler, aber er war bislang nicht so gut wie als der Auserwählte Neo, da er als unmittelbare Bezugsperson für den ebenso ahnungslosen Zuschauer und als Held der phantastischen Story genug Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit in seine Actionrolle investiert, daß man ihm all die schlechten Filme, die er nach seinem ersten famosen Actionaufritt in "Speed" (1994) drehte, verzeiht.

Das Model Carrie-Anne Moss begeistert durch eine eindrucksvolle, attraktive Physis und einem perfekten Look, der sie zur Milliennium-Variante einer Sarah Connor ("Terminator 2", 1991) werden läßt: sexy, cool, smart und völlig unabhängig von den Männern, die sie umgeben. She kicks ass, baby! Yeah, she does! Superbly!

Richtig imposant in Sachen Schauspiel sind jedoch Laurence Fishburne als Morpheus und Hugo Weaving als Kopf der Agenten, beide erstklassige Charakterdarsteller, die ihren Rollen mehr Tiefe, Tragik und Würde geben als man es sich je in einem Actionfilm vorgestellt hätte. Beeindruckend dabei auch ihr Einsatz in den Martial-Arts-Szenen, die allesamt furios und gewaltig choreographiert sind. Die relativ unbekannte Co-Besetzung rundet die äußerst starke Besetzung perfekt ab, die überraschenderweise einen mehr packen als die Special Effects.

Doch diese sind nicht zu verdenken, zumal "Matrix" 4 Oscars für seine technische Arbeit erhielt und das völlig zu Recht. Die Special Effects wie die Welt der Matrix, der geniale Schnitt, die excellenten Kamerafahrten und der grandiose Soundtrack machen "Matrix" zu einem visuellen und audiellen Rausch der Superlative. Allein schon deshalb ist es ein Muß "Matrix" in einem Kino gesehen zu haben.

Dennoch ist die Story interessant genug und die Figuren ansprechend genug, um bis zum Ende zu fesseln. Vor allem wird hier auch die Basis für die folgenden Teile gelegt, ohne dabei zu langweilen. Etwas, was im selben Jahr "The Phantom Menace" mißlang.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Stingl

Stingl

23.04.2003 20:51

Toller Bericht! Du scheinst echt Ahnung zu haben. Finde ich gut. Ich kann mich noch lebhaft an das Kinoerlebnis erinnern (auf englisch). Großartig, werde ihn mir nie auf deutsch ansehen, dazu sind die Schauspieler im Original einfach zu beeindruckend gewesen. Allein der schleimig-eklige Mr.Smith (Hugo Weaving). Klasse. Wurde leider bislang nur noch einmal so von einem Film weggeblasen: "Fight Club" im selben Jahr. Schade, aber im Mai ist es ja nun endlich soweit - "Matrix Reloaded"! Ich bin gespannt. LG, Torsten

edaciao

edaciao

28.07.2002 15:55

Toller Bericht ! Ich liebe diesen Film !! Der Trailer zu den Nachfolgern ist schon da !!! Wahnsinn !!! Im Abspann werden gleich beide Titel genannt: "The Matrix - Reloaded" und "The Matrix - Revolutions" !! Grüße Christian

DerAußenseiter

DerAußenseiter

12.02.2002 02:18

Ich sah den Film damals auch völlige unvorbereitet und er hatte mich mächtig in die Sitze gedrückt. Inzwischen hat sich der Eindruck etwas relativiert. Insbesondere die Epiphanias gegen Ende ist etwas überzogen. Gruß, Marcos.

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