Der Geniestreich der Wachowskies (Teil1)
22.05.2003
Pro:
Macht auch bin 2 . Sehen Spaß
Kontra:
gibt es nicht
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 Lady-Shave
Über sich:
.......................+++ Respect all Kekspressen and Kirschentkerner +++ ................... Zum H...
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Als ich im Jahr 1999 das Kino zum Film "The Matrix" aufsuchte, ich schwöre es, hatte ich keine Ahnung worauf ich mich einließ. Für mich war einfach das Sahneschnittchen Keanu Reeves ausschlaggebend. (Mädels, dieses "Pretty Piece of Flesh" ist Jahrgang 1964. Also Finger weg der ist eher was für mich als für 18jährige. Der Mann könnte euer Papa sein!!!!) Wundert es euch von mir heute zu erfahren, dass ich nach Ende des Filmes mich wirklich fragte, was dieser Blödsinn soll? Ein wenig Esoterik, gepaart mit Kampfkunst zum Zen-Weisheiten in einer Cyberwelt. Vielleicht haben die Wachowski-Brüder damals nicht recht gewusst, wie sie diesen Film an das Publikum bringen sollten. Immerhin schaukelte sich die Weltbevölkerung in einer Euphorie dem Jahr 2000 entgegen. Nichts ließen die Medien unversucht um einen Millennium-Bug-Drama zu inszenieren. Der Bug blieb aus, aber ein "kleiner" Film begann die Jugend und die Junggebliebenen zu begeistern. Es gibt heute eine Generation, die sich kaum vorstellen kann, wie bis ca. 1950 die Welt völlig ohne Computer ausgekommen ist. Erst in den 70igern und 80igern brach ein Siegeszug des PC los, der heute in fast jedem Haushalt zu finden ist. Und Ironie oder nicht, ihr ,die ihr hier diesen Bericht lest, könntet es nicht, wenn es keinen Computer und das Internet geben würde.
Die Wachowski-Brüder scheinen dies erkannt zu haben und ersannen eine Geschichte, die so viele Anleihen in Science Fiction Filmen und Büchern hat, dass mich beim ersten Sehen des Filmes wunderte, das es keine Plagiats-Klagen gab. Als ich nun gestern im Kino saß und mir den ersten Teil nochmals an sah, war ich das, was man "vorgebildet" nennt. Über Wochen habe ich auf der Internet Seite www.inside-the-matrix.de die Diskussion und Spekulation verfolgt, die sich noch um den ersten Teil dieser Trilogie rankten. Es hat mich wirklich erstaunt wie sehr sich Menschen auf dieses virtuelle Wunderwerk einlassen. Die Phantasie und Ausdauer dieser Forumsmitglieder reichte bis hin zur Entschlüsselung des Matrix-Codes. Aber es gab auch andere Gedankenspiele: "Wie ist der Energiekreislauf gewährleistet, wenn doch die Menschen aus einer Nährlösung von toten Menschen ernährt werden und gleichzeitig die Energie von den Maschinen abgezapft wird?", oder "Wie kann sich Cypher in die Matrix ohne fremde Hilfe einloggen?" Eines ist mir sehr deutlich vor Augengeführt worden. Was immer die Wachowski-Brüder geplant haben, sie haben es sich sehr genau überlegt und das erste der Matrix-Geheimnis genutzt. Sie sind in der Lage die Gedanken der Menschen mit ihrer Matrix zu beschäftigen. Die Erkenntnis lies mich laut auflachen, denn auch ich habe mit Wissensdurst alles aufgesogen, was ich über den Film zu lesen fand (einschließlich der Phantasie-Drehbücher eifriger Fans zum 2.Teil). Von diesem Augenblick an habe ich mich entspannt zurück gelehnt und nur noch den Hype genossen, der unter den Usern der Seite wahre Begeisterungsstürme entfachte. Es war zugegebenermaßen sehr eindrucksvoll zu beobachten, wie die spärlich fließenden Informationen die Masse lenkten und angeblich Wissende ihr Machtpotenzial nutzten. Für mich war klar, dass ich diesen Teil nochmals sehen muss bevor ich den zweiten Teil mir zu Gemüte führe.
Der Film (Teil 1) ~~~~~~~~~~ Und wieder senkt sich eine düstere Welt auf mich herab. Ja, Carrie Ann Moss ist eine Augenweide. Die seltsam überzeichneten Bilder der Matrix und der "realen Welt" verwundern mich nicht länger, denn wenn mein Phantasie auch nicht mehr diversen Mittelalter-Romanen folgen möchte, so konnte ich endlich verstehen, dass dieser Film die erste Verfilmung eines Comic ist, für das kein Comic existierte. Häää?
Noch mal langsam Die Gesichte erzählt von Neo. Neo ist ein kleiner Hacker, der nachts schlecht schläft und tagsüber in einem sterilem Büroquader einer Softwarefirma namens MetaCortex am faschen Platz ist. Hier bekommt er vom Werbeträger "Fedex" eine Zustellung und ein Mobiltelefon vom Werbeträger Nr.2 "Nokia". Nach dieser Werbepause darf der Film beginnen, der bisher nur verwirrendes dem Zuschauer bot. Doch wer jetzt glaubt, das es eine rechtbaldige Lösung des Rätsels und eine Rückkehr zur Normalität gibt wird enttäuscht. Das Verwirrspiel geht weiter und jetzt, da ich den Teil 2 kenne, lässt sich sagen, dass alles was in diesem Film passiert ein Lehrstück ist. Neo lernt, dass er seinen Hackernamen Neo nicht zufällig wählte. In der Matrix ist er Thomas Anderson. In der "realen Welt" Neo - The One. Und Morpheus stellt ihm die Frage, die ihn schon so lange beschäftigt.
Was ist die Matrix? Für mich ist "Die Matrix" die Phantasiewelt in der die Wachowskies ihr zum Film gewordenes Comic ausleben. Für Neo ist es ein Alptraum aus dem er erwacht. Für den Zuschauer eröffnet sich eine neue Dimension. Der ewige Traum der Freiheit ist ein Traum. Die Realität ist eine Plantage von Menschen, die zur Energiegewinnung genutzt wird. Ausgerechnet die Firma MetaCortex schreibt die Softwareprogramme für die Matrix. Denn sie ist, so erkennt Neo und der Zuschauer eine computeranimierte Phantasiewelt. Kennen wir das nicht schon irgendwoher? Sitzen wir nicht alle im Kino und bestaunen dieses Cybermärchen, das seine Tricks der Technik eines PC verdankt? Dem Zuschauer wird es beim Verlassen des Kinos klar. Neo hingegen hat noch einen weiten Weg vor sich und die Geschichte ist immer noch bei ihrer Einleitung. Langsam wird deutlich, dass "The One"-Neo der Auserwählte ist, der die Menschheit von ihrem Batterie-Joch befreien soll. Ob es noch freilebende Menschen gibt? Aber sicher. In der Stadt Zion, dicht am Erdkern, der ihnen die Restwärme zum Überleben gibt. Liebe Hobby-Wissenschaftler, nehmt es bitte so hin. Es wird zwar eine Ansatz zur Erklärung geliefert, doch auch meine bescheidene naturwissenschaftliche Bildung reicht aus um zu erkennen, dass die Wachowski-Brüder gut daran getan haben es nicht näher zu erläutern. Ich weiß nicht, ob es im 3.Teil noch von näherer Bedeutung sein wird, etwas in dieser Art deutet sich in Teil 2 an. Jedoch hat es zum Verständnis des Teiles 1 keinen Einfluss. Stattdessen, bricht nun die Leidenschaft der Regisseure durch. Es wird gekämpft, geschossen und philosophiert bis der Arzt kommt. Dies alles mit der nun mir sehr zugetanen Prise von Ironie (endlich habe ich sie erkannt). Ja ich hatte meine wahre Freude daran - bis die letzte Kachel von der Wand fällt, der Holzboden splittert und es keine Löffel mehr zum verbiegen gibt. Achso "there is no spoon" - hatte ich ja schon fast vergessen.
Die Schauspieler ~~~~~~~~~~~ Selten, wirklich selten, hat man das Gefühl, dass beim Casting die richtigen Schauspieler für die Rollen gewählt wurden. Regelmäßigen Kinogängern wir mir wird immer zu schnell klar, wer ausgerechnet in welchem Film mitspielen möchte um ein Oscar abzustauben. Wie ein Parfum wird um die Grundnote ein Gebilde geformt, das die Basis in allen ihren Facetten zur Geltung bringt. So schön das auch klingen mag, es nervt. Die Protagonisten der ersten drei Starwars-Teile waren ein seltener Glücksgriff. Das Trio Morpheus, Neo und Trinity (Laurence Fishbourne, Keanu Reeves und Carrie Ann Moss) sind einer dieser seltenen Zufälle. Sie scheuen sich nicht ihre Charaktere auszuleben, auch wenn dies in der Matrix eher spartanischer Natur ist. So zeigt sich der Wesenswandel auf dem Schiff von dem aus sie sich in die Matrix einloggen können. Die Gesichtszüge sind in der "Realen Welt" weicher, die Bewegungen weniger kontrolliert. Nur selten rutsch die Menschlichkeit im ersten Teil "der Matrix" in die Matix hinein. Ein "Scheiße" aus dem Mund von Trinity zu dem Gesicht ist schon entzückend und auch die Ungläubigkeit ist von den wirklich unendlich braunen Augen Keanus abzulesen. Woran ich mich bis heute nicht gewöhnen kann, ist die Synchronstimme von Laurence Fishbourne. Dieser Mängel wird in Teil zwei noch offensichtlicher. Nicht unerwähnt mochte ich den Agenten Smith lassen. Die Bösartigkeit, mit der hier Hugo Weaving den Charakter eines Programmes zeichnet, dass eigentlich keinen Charakter haben darf, ist einfach mit dem Wort diabolisch zu beschreiben.
Die Inszenierung ~~~~~~~~~~~ Was beim "5.Element" noch Designer bewerkstelligten ist hier in schlichter, körperbetonter Eleganz wiederzufinden. Im wesentlichen ist es die Hauptaufgabe einen deutlichen Unterschied zwischen den in der Matrix gefangenen Menschen, den freien Programmen und der realen Welt zu zeichnen. Letzteres ist keine Herausforderung. Doch in der Matrix werden für mein verwöhntes Auge schöne stilistische Mittel (Nuancen) benutzt. Klar, ich kann Latex gut von Baumwolle unterscheiden. Doch es geht weiter. Die Bilder der Matrix sind und das wird im Teil 2 noch weitaus deutlicher, "zu glatt". Man sieht ihnen an, dass in ihnen nichts Zufall ist, selbst der Zufall ist bei den kontrollierten Einheiten programmiert. Um so mehr freute mich der Gag mit der abfallenden Wandkachel in der Empfangshalle, oder der gesplitterten Sonnenbrille von Agent Smith. In allen Szenen (und ich werde nicht müde es zu wiederholen) sah ich aber auch das gemalte Bild eines Comic. Etwas in der artiges ist mir vorher bei noch keinem Film passiert. Da kann Daredevil, Super- und Spiderman einpacken und ja, selbst die werden noch von den Wachowsik -Brüdern mit etwas unverholendem Spott bedacht.
Die Empfehlung ~~~~~~~~~~~~ Ein definitives Ja, zu diesem Film, bei dem die 5 zu vergebenen Sterne nicht ausreichen. Filme die es schaffen genreübergreifend, eine intelligente, mitreißende Geschichte zu erzählen und dabei noch einen eigenen Stil entwickeln, der prägend für weitere Projekte ist, haben nichts anderes verdient.
To be continued .....
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07.05.2005 19:01
super bericht, hab leider gerad überhaupt keine zeit für einen ausführlichen kommentar :p LG
10.01.2005 13:27
ich mag Keanu, er ist doch ein toller Schauspieler.LG
29.01.2004 02:04
Iss ja auch keine Komödie *motz*