Ist es Luft, die du da atmest?
Mr. Anderson (Keanu Reeves) führt ein Doppelleben: tagsüber arbeitet er für eine bekannte und renommierte Softwarefirma und nachts macht er als Hacker unter dem Decknamen NEO die Computerwelt unsicher.
Seit einiger Zeit beschäftigt ihn jedoch andere, mysteriöse Dinge: auf seinem Monitor erscheinen seltsame Sätze. Welche Bedeutung haben sie? Neo sucht etwas, nur weiß nicht, was. Eine Nachricht... „Folge dem weißen Kaninchen“ führt ihn zu Trinity (Carrie-Anne Moss); auch sie kann ihm die Frage, die ihn quält – was ist die Matrix ? – nicht beantworten, aber sie kann ihn zu dem führen, der die Antwort auf diese Frage weiß: Morpheus (Laurence Fishburne).
Am nächsten Tag wird Neo festgenommen, von Agenten, die sich seiner Tätigkeiten als Hacker bewusst sind.
Doch Neo wird gerettet – und trifft auf Morpheus. Dieser bietet ihm an zu wählen: will Neo die Wahrheit erfahren oder sein bisheriges, unbefriedigendes Leben weiterführen?
Neo wählt die Wahrheit – und wird in schreckliche Dinge eingeweiht, in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus...
Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht. Die Menschen auf unserem Planeten werden von einem gigantischen Computersystem – eben der Matrix – zufriedengestellt. Dieses Programm erschafft Bäume, Nahrungsmittel, Autos usw. ... nichts ist mehr real.
Die tatsächliche Welt dagegen ist dunkel, trist, menschenleer. In einem großen Krieg der Menschen gegen die Maschinen – viele Jahre zuvor – siegten die Maschinen. Die Menschen werden von den Maschinen als Energiequellen benutzt, auf Feldern gezüchtet.
Doch die Gruppe um Morpheus schafft es, einige Menschen zu befreien aus der Tyrannei der Maschinen, ihnen ihren freien Willen wiederzuschenken. Die letzten freien Menschen leben entweder in Schiffen wie der Nebukadnezar, deren Käpt’n Morpheus ist, oder in der letzten Stadt der Menschen, in Zion, nahe dem Erdkern, wo es noch warm ist.
Morpheus hat Neo ausgewählt, weil er in ihm sein Lebenziel erfüllt sieht, welches hieß, den Auserwählten zu finden...der Auserwählte, der die Herrschaft der Maschinen beenden und die Menschheit befreien soll. Neo soll dieser Auserwählte sein. Doch dieser kann das nicht glauben, dieser will sich mit der von Morpheus dargestellten Wahrheit nicht anfreunden.
Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihm nicht – Morpheus wird von Agenten (sozusagen die „Polizei“ der Matrix) gefangen genommen. Die Maschinen hoffen, Morpheus’ Geist so schwächen zu können, um ihm die Zugangsdaten für die Zentralrechner Zions entlocken zu können – das sichere Ende für die freie Menschheit.
Doch Morpheus’ Wille ist stark – und Trinity sowie Neo sind zu seiner Rettung unterwegs...
Wer die Story rund um die Matrix ausführlich beschreiben will, braucht sicher mehr als die knappe Din-A 4 Seite, die ich bisher gefüllt habe. Aber dennoch denke ich, dass meine Inhaltsangabe reicht, um Lesern, die tatsächlich bisher noch nie dieses Meisterwerk gesehen haben, einen kleinen Überblick zu geben.
- M A-T –R I_X__-
Anno 1999, kurz vor dem Millenium, erschien im Sommer ein Film in den Kinos, der einen Hype auslöste, der wohl seinesgleichen suchte und immer noch sucht. „Matrix“ startete in den Kinos, und wurde zu einem der größten Filmerfolge aller Zeiten.
Die beiden schweigsamen Brüder Andy & Larry Wachowski hatten es endlich geschafft, ihre düstere Zukunftsvision auf die Leinwand zu bringen – ein Projekt, dass mit einigen Risiken verbunden war; denn die Chance, dass „Matrix“ ein gewaltiger Flop werden würde, war beträchtlich.
Zusammen mit Produzent Joel Silver und unterstützt vom renommierten Studio Warner Bros. gelang es den Brüdern dann, die Matrix ihren Vorstellungen nach umzusetzen – mit riesigem Erfolg...
DIE HAUPTPERSONEN
NEO
Im wirklichen Leben heißt Neo John Anderson. Seit einiger Zeit beschäftigen ihn Fragen, die ihn verwirren und auf die er keine Antworten weiß. Was ist die Matrix?
Ein Treffen mit Morpheus öffnet ihm die Augen.
Ist er der Auserwählte, oder ist er es nicht? Das ist die Frage, die sich Neo im Laufe des Filmes stellen muss. Zunächst wird er von der Wahrheit überwältigt. Er kann und will nicht an das glauben, was ihm Morpheus als Wahrheit anbietet. All das, woran er viele Jahre lang glaubte, war Schein, war eine von Maschinen und künstlicher Intelligenz erschaffene Traumwelt.
Als er dann mit den Möglichkeiten, die ihm in der Matrix zur Verfügung stehen (ein freier Geist schafft alles und kann die Matrix überlisten), vertraut ist, wartet schon eine schwierige Prüfung auf ihn: Morpheus aus den Fängen der Agenten zu befreien...
Interessant an der Figur des Neo ist allein schon der Name: Neo (griechisch für neu) = (The) One = Jesus Christus = der Auserwählte. Schon hier ein Hinweis darauf, dass „Matrix“ mehr ist als ein schnöder, gewöhnlicher Actionfilm.
MORPHEUS
Seine Lebensaufgabe, vom Orakel prophezeit, ist es, den Auserwählten zu finden. Also durchsucht Morpheus viele Jahre lang die Matrix – jetzt glaubt er, den Auserwählten gefunden zu haben. Morpheus, der Käpt’n der „Nebukadnezar“(Name eines einstigen babylonischen Königs), ist meines Erachtens einer der interessantesten Charaktere der Filmgeschichte. Zunächst verwirrt er den Zuschauer durch Aussagen, deren näherer Sinn zunächst verborgen bleibt, um dann Neo und den Zuschauer in die schreckliche Wahrheit der Matrix einzuführen.
Morpheus stellt im Film das Prinzip Hoffnung dar, verweist auf Johannes den Täufer, der auf die Wiederkehr des „Einen“ wartet. Morpheus ist ebenso der Name des griechischen Gott der Träume.
TRINITY
Sie kämpft an der Seite von Morpheus; ihr Schicksal ist es, dass sie sich in den Auserwählten verliebt. Trinity vertraut Morpheus bedingungslos und hilft daher Neo, ihn aus der Gefangenschaft und der versuchten Gehirnwäsche der Agenten zu befreien.
„Trinity“ bedeutet Dreieinigkeit, sie komplettiert also das Trio Neo-Morpheus-Trinity.
AGENTEN / FEINDE
Die Agenten sind intelligente Programme, deren Aufgabe es ist, die Matrix zu bewachen und zu beschützen. Sie können hervorragend kämpfen und verfügen über außergewöhnliche Reflexe. Dennoch: auch sie sind auf ihre Art „Rebellen“. Besonders Agent Smith; er selbst will auch frei sein, doch so lange es Rebellengruppen wie die um Morpheus sowie die Stadt Zion gibt, kann er nicht frei sein.
Cypher, eigentlich ein Mitglied der Crew der Nebukadnezar, ist – irgendwie Genre-typisch – der Verräter, der ein falsches spiel spielt. Auch sein Name hat eine Bedeutung, in „Cypher“ steckt nämlich Luzifer, der gefallene Engel.
Ihr seht also: Matrix ist kein gewöhnlicher Actionfilm, sondern ein Film, der zum Denken anregt. Und die Bedeutungen der Namen der Hauptfiguren ist in der Hinsicht erst der Anfang...
DIE SCHAUSPIELER
Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss und Laurence Fishburn spielen die Hauptrollen – und sie geben ihren Figuren Charakter. Carrie-Anne Moss mit ihrer Coolness und ihrem irgendwie...wenig damenhaften Aussehen verkörpert perfekt die toughe Trinity, der glatzköpfige Fishburne passt perfekt zu Morpheus und Keanu Reeves IST Neo.
Wichtig bei diesem Film ist, dass die Schauspieler recht wenig Emotionen zeigen, was im Sequel zwar auf die Spitze getrieben wird, aber auch schon deutlich im Original zu Tage tritt. Oftmals mit Sonnenbrillen auf der Nase stolzieren die drei Hauptdarsteller durch die Szenerie, ohne auch nur eine Miene zu verziehen.
Der meiner Meinung nach beste Schauspieler in „Matrix“ allerdings heißt Hugo Weaving, der Agent Smith darstellt. Hervorragend bringt er seinen eigenen Willen, obwohl er selbst nur ein Programm ist, in der „Wirklichkeit“ also gar nicht existiert, rüber. Großen Respekt dafür.
INSZENIERUNG
„Matrix“ setzte besonders in diesem Punkt Maßstäbe. Die Special Effects sind grandios und wurden in den drauffolgenden Jahren unzählige Male kopiert, parodiert oder schlicht geklaut – mal mehr, mal weniger gelungen. Der so genannte „Bullet time“-Effekt, der die Geschehnisse, zum Beispiel den Flug einer Pistolenkugel, in Zeitlupe zeigt, wird immer passend eingesetzt, glücklicherweise aber wohldosiert und nicht ständig. Aber auch die anderen Special Effects können auf ganzer Linie überzeugen.
Doch auch die Kulissen sind perfekt dargestellt. Die Matrix, klar, sieht aus wie unsere bekannte Welt, jedoch besitzt jede Sekunde des Filmes, die in der Matrix spielt, einen leicht grünlichen Schimmer – solltet ihr mal drauf achten, wenn euch das noch nicht aufgefallen ist.
Die wirkliche Welt hingegen ist bedrohlich, düster und fremd dargestellt. Nichts gleicht mehr der Welt, wie wir sie kennen. Im Erdinneren liegen zahlreiche Kanäle, Gänge, Straßen, riesig groß, in denen so große Schiffe wie die Nebukadnezar manövrieren.
Kung-Fu. Auch ein wichtiges Thema bei diesem Film. Viele Kämpfe werden nämlich nicht mit Waffen, sondern mit Fäusten und Füßen ausgetragen – und das so stylish und so perfekt choreographiert, dass dem Zuschauer der Mund offen stehen bleibt. Wirklich hervorragend und auch dieser Aspekt des Filmes gibt ihm einen völlig eigenen Charakter, wurde aber ebenso wie der „Bullet Time“-Effekt danach oft kopiert. Nach Matrix hielten die asiatischen Kampfkünste plötzlich wieder Einzug in Hollywood.
MEINE MEINUNG
Matrix ist und schlicht und ergreifend: atemberaubend.
Doch wo soll ich bei der näheren Erklärung anfangen? Ich fange mal mit dem Grundlegenden an: Matrix bietet Action pur.
Action, die mit famosen Special Effects dargestellt wird und die so perfekt choreographiert ist, dass es eine wahre Augenweide ist. Dabei ist die Action wohldosiert und erschlägt den Zuschauer nicht.
Selten war ein Actionfilm stilvoller.
Mit der Action geht auch eine recht hohe Zahl an Leichen einher. Matrix ist kein Film für kleine Kinder, Blut ist zwar nur sehr selten zu sehen, aber insgesamt geht die Altersfreigabe ab 16 Jahren völlig in Ordnung. Nebenbei bemerkt: kleine Kinder unter 12 Jahren würden diesen Film sowieso nicht verstehen.
Womit ich auch schon bei einem anderen Aspekt bin, der diesen Film so besonders macht. Matrix ist intelligent, Matrix ist verwirrend, Matrix macht nachdenklich. In diesem Film sind so viele religiöse Theorien, philosophische Denkmuster oder gar Märchen eingebaut, so dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten. Ein Beispiel: Morpheus spricht einmal „von den tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus“. Der „Kaninchenbau“ verweist eindeutig auf das Märchen „Alice im Wunderland“.
Die Szene hingegen, in der ein glatzköpfiger Junge einen Löffel nur durch seine pure Geisteskraft verbiegt, verweist eindeutig auf den Zen-Buddhismus.
Sogar Platos Höhlengleichnis lässt sich im Film finden. Dieses besagt, dass die Menschen nicht mit der Realität konfrontiert werden. Wir stehen vor einer Höhle und die Sonne in unserem Rücken zeigt uns nur Abbilder der Realität.
Solche Motive lassen sich noch unzählige im Film finden – und auch das macht den Film so besonders, gleichzeitig aber auch kompliziert.
So ist der Beginn des Filmes allerdings doch etwas verwirrend. Da wird von der „Matrix“ gesprochen und der Zuschauer hat keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Da wird Neo ein elektronischer Wurm aus dem Bauch „operiert“, obwohl man vorher dachte, dass alles sei nur ein Traum gewesen. „Matrix“ lädt ein zum Nachdenken, zum diskutieren.
Interessant ist, dass sich dieser Film so sehr von typischen Hollywood-Produktionen abhebt. Nicht nur die ungewöhnliche Story, sondern auch bizarre Szenen – teilweise auch nicht sehr schön anzusehen (besonders sei hier Neos Befreiung zu nennen) – und der doch recht hohe Gewaltanteil heben „Matrix“ deutlich von so vielen 08/15-Produktionen ab. Schade aber, dass doch eine kleine Liebesgeschichte eingebaut wurde – das hätte nicht sein müssen, sie ist aber gelungen in den Filmzusammenhang eingebaut und daher nicht weiter störend.
Humor sucht man eigentlich auch vergebens – recht so, wie ich finde. Matrix folgt keinen festgefahrenen Hollywood-Schemata. So gibt es zum Beispiel keine (zumeist) afroamerikanische Figur, die für blöde Sprüche zuständig ist (wie das in den meisten US-Actionfilmen der Fall ist). Danke!
Zum reinen Actionanteil kommt dann noch eine ganz gehörige Portion Science-Fiction...die Grundstory natürlich gehört ebenso dazu, wie die ungewöhnlichen Schauplätze. Nicht umsonst wird der Film auf der DVD- und Videohülle als „Cyber-SciFi-Action-Thriller“ angepriesen.
131 Minuten dauert dieser Film, und wirklich KEINE Sekunde davon ist langweilig, unwichtig oder uninteressant. Man ist einfach so gefangen von den Einfällen der Wachowski-Brüder und begeistert von Tricks, Denkansätzen und Actionszenen, dass man gar nicht auf die Idee kommt, abzuschalten.
Matrix ist perfektes, durchgestyltes Kultkino. Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, der sollte das schleunigst nachholen, denn die „Matrix“ ist ein Muss – und die anschließenden Gespräche über Sinn und Unsinn, über Hinweise, Theorien und Details in diesem Film sind auch nicht ohne.
DAS ENDE
Keine Angst, ich werde euch in diesem Abschnitt nicht das Ende verraten (die meisten kennen den Film sowieso). „Matrix“ besitzt ein recht offenes Ende. Zwar ist der Film doch in sich geschlossen, ein völlig befriedigendes Ende liefert er aber nicht.
Woran das liegt? Nun ja, die Wachowskis haben Matrix von Anfang an als Trilogie ausgelegt – wegen des Risikos des Misserfolgs, der diesen Film hätte ereilen können, wurde das Drehen von Teil 2 & 3 vom Erfolg des Erstlings abhängig gemacht. Daher muss Teil 1 einigermaßen abgeschlossen sein, muss aber Raum lassen für die Fortsetzungen.
2003 – DAS JAHR DER MATRIX
Hype und kein Ende. In diesem Jahr setzt die „Matrix“ zum Überholen an. Im Mai lief schon Teil 2 der Saga mit dem Untertitel „Reloaded“ in unseren Kinos an – „nur“ 5 Millionen Zuschauer in Deutschland – und spaltete die Fangemeinde in zwei Teile. Die einen (z.B. ich) waren total begeistert, andere eher entsetzt...an dieser Stelle darf ich euch frecherweise vielleicht an meinen Beitrag zu „Matrix Reloaded“ erinnern...).
Und im November dann der letzte Akt: „Revolutions“, ab dem 5.11. in den Kinos...
FAZIT
Matrix ist Kult, Matrix ist Genie, Matrix ist einer der besten Filme aller Zeiten – wenn nicht sogar der beste. Ein Film zum nachdenken und immer-wieder-anschauen.
Völlig verdiente 5 Sterne.
05.09.2005 13:11
naja, einen ziemlich seltsamen mythenbrei haben die wachowkys da zusammengerührt. immerhin war wenigstens das geballer nicht übel.... http://www.liebestattdrogen.de/autoren/volker/matrix.htm
10.01.2005 13:25
Super dein Bericht, hat mich sehr beeindruckt.LG
05.11.2003 18:27
der wird von der story sicher auch nicht vom dritten teil auch nur annähernd erreicht, doch darauf kam es scheinbar den machern auch gar nicht mehr an - schade eigentlich, wie ich finde...lg thomas