Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Design, Qualität, stimmiges Gesamtpaket |
| Kontra: |
zu kleiner Tank |
Schluench im Zoom-Zoom-Gewand
Seit etwa 2 Monaten besitze und fahre ich meinen neuen (gebrauchten) Mazda 3 2.0 Sport Top. Warum es überhaupt soweit gekommen ist und ob ich zufrieden bin, erfahrt ihr nun.
Der Escort ist weg?
Jap, mein alter Ford Escort musste weg. Neben diversen technischen Mängeln, die nach 11 Jahren durchaus auftreten dürfen, wollte ich außerdem umziehen und diese Tour nicht mit meiner Klapperkiste erledigen. Die Abwrackprämie hatte anfänglich noch dazu motiviert, wurde aber dann doch nicht wahrgenommen.
Auf der Suche
Wie es eben so läuft, klappert man zuerst die üblichen Internetportale ab. Geplant war es, einen Jahreswagen (wegen der erwähnten Umweltprämie) zu kaufen. Die Leistung sollte stimmen, genauer gesagt sollte es ein Benziner mit 2 Liter Hubraum (oder mehr) werden. Ein Kombi wäre klasse gewesen.
Wer auch zu dieser Zeit gesucht hat, wird festgestellt haben, dass diese Modelle fast so selten sind wie ein Lottogewinn, wenn das Budget bei etwa 15.000€ liegt. Ich fand mich damit ab und ging Kompromisse ein, wobei ich nur durch Zufall auf den Mazda 3 gestoßen bin. Nach einigen Probefahrten und harten Verhandlungen schlug ich dann zu.
Das ist er nun!
Der Mazda 3 Sport Top (Modellbezeichnung) ist in Metallicblau gehalten (Sonderlackierung) und hat folgende Ausstattung:
- 2 Liter Benziner, 150PS
- ABS, ESP (bei Mazda heißt es DSC)
- DVD-Navigationsgerät
- Radio mit CD-Laufwerk (leider kein MP3 möglich)
- Klimaautomatik, elektrisch verstellbare und beheizbare Spiegel
- Stoff-Sportsitze
- Bordcomputer
- Plasmatacho
- Xenon-Scheinwerfer
- Regensensor, Lichtsensor
- LED-Rückleuchten
- elektrisches Glasschiebe-Hubdach
- Nebelscheinwerfer
Gebaut wurde er im Jahre 2004. Zusätzlich bekam er von mir eine sehr geniale abnehmbare Anhängerkupplung, die im abgenommenen Zustand absolut nicht sichtbar ist (auch keine Aussparung in der Heckschürze).
Der Motor
Der Reihenvierzylinder verrichtet seine Dienste leise und sanft, solang er entsprechend bewegt wird. Ab 2.500 Umdrehungen kommt er dann richtig und schiebt bis 6.500 nach vorn. Das 5-Gang-Getriebe lässt sich dabei gut schalten, wenn der letzte Gang auch recht kurz übersetzt ist. So ist bei 230 km/h absolut Schluss, der Tacho geht an dieser Stelle nicht mehr weiter und der Drehzahlmesser ist dann schon im roten Bereich (aber noch nicht im Begrenzer). Ab 4.000 Umdrehungen wird der klang sehr sportlich, ein leichtes Pfeifen kommt hinzu. Man muss ganz deutlich anmerken, dass dieser Motor sportlich sein will, aber vielleicht noch etwas Leistung verdient hätte. Er tut sich zwar nicht schwer mit dem Mazda, aber um atemberaubend zu sein, fehlt doch die Power. Dafür gibt es dann aber den MPS, der mit einem 260PS-Turbomotor daherkommt.
Das Fahrwerk
Das Fahrwerk ist serienmäßig leicht tiefergelegt, was dem Fahrverhalten sehr zu Gute kommt. Auch hier versteckt der Mazda seine sportlichen Züge nicht. Knackig lässt er sich um alle Kurven zirkeln, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Die Lenkung ist, für meinen Geschmack, dabei angenehm schwer. Zu leichtgängig mag ich es nicht, wie bspw. bei Citroen.
Das ESP greift ebenfalls angenehm spät ein, lediglich die Antischlupfregelung könnt etwas später und weniger stark eingreifen. Da fühlt man sich, als wären dem Gaul die Beine amputiert wurden, vorallem, da das ASR nach lang nachregelt.
Mancher mag denken, dass das ESP gar nicht eingreift, da in manchen Kurven schon leicht das Heck kommt. Dies ist aber immer absolut beherrschbar und wenn man es übertreibt, greift es dann doch. Die Abstimmung ist hier top.
Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist der Mazda immer super beherrschbar und sehr gut einschätzbar. Die ganze Sportlichkeit ist natürlich reichlich unkomfortabel. Wer also einen bequemen Familienwagen sucht, ist hier sowas von falsch. Ich will nicht sagen, dass er bretthart ist, aber vieles dringt eben schon nach innen durch. Mich stört es aber gar nicht. Um dies noch zu bestätigen: Ich fahre fast jede Woche 600km am Stück und muss nicht zwingend eine Pause machen. Ich kann auch ohne Rückenschmerzen aussteigen…
Der Mazda fährt übrigens serienmäßig auf 205er 17-Zoll Rädern. Ich finde, sie stehen ihm gut und passen einfach gut zum Fahrgefühl.
Der Wendekreis ist klassentypisch. Er lässt sich handlich bewegen, ist übersichtlich und einfach zu fahren.
Von Innen
Er sieht gut aus. Die Verarbeitung ist super, alles fässt sich toll an. Die Bedienelemente sind ohne Handbuchwälzen verständlich und klar angeordnet. Der Plasmatacho (von hinten durchleuchtet) sieht einfach klasse aus und ist in der Helligkeit zweistufig einstellbar (wobei die zweite Stufe wiederum stufenlos verstellbar ist). Das Navi sitzt über dem Radio als ausklappbarer Bildschirm. Die Bedienelemente sitzen rechts neben dem Schaltknauf. Die Bedienung ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kinderleicht. Nur der Enterknopf könnt fester sein (er lässt sich einfach herunterziehen und beliebig drehen) sowie der Druckpunkt ist recht schlecht. Das Navi selbst arbeitet klasse und ist für 2004er Niveau noch sehr aktuell.
Vorn wie hinten hat man viel Platz, auch der Kofferraum ist ausreichend groß. Unter dem Kofferraumboden ist ein Reserverad sowie links und rechts daneben ausreichend Ablagen.
Die Sitzbezüge der Sportsitze sind in schwarz-blau gehalten, dies setzt sich an den Türen fort. Das Lenkrad ist natürlich aus leder und nicht zu groß. Die Hupe ist brachial laut ;)
Die Klimaautomatik ist spitze. Sie lässt sich in 0,5°C-Stufen einstellen und kühlt flott herunter. Einen Eco-Modus schaltet sie dann von allein zu.
Bei hohen Geschwindigkeiten ist es natürlich recht laut. Gerade von hinten kommen die Abrollgeräusche deutlich durch. Hier wäre etwas mehr Dämmung wünschenswert.
Die originale Soundanlage klingt gut. Sicherlich ist es mit einem Bose-System oder Nachrüstanlagen nicht vergleichbar, aber für mich (vorerst) absolut ausreichend. Mehr erwarte ich auch von anderen Marken nicht.
Noch ein paar Anmerkungen zum Bordcomputer: Dieser zeigt Durchschnittsgeschwindigkeit, Durchschnittsverbrauch, Momentanverbrauch oder Reichweite an. Alles scheint sehr genau, jedoch geht die Reichweite recht früh auf 0km. Dann scheint die Reserve anzugehen, was 5 bis 6 Liter darstellen sollten. Selbst dann sind also noch 60 bis 80km möglich.
Von außen
Er sieht sportlich aus (ich wiederhole mich). Alles passt perfekt zusammen und meine Farbe unterstütz das noch. Nette Gimmicks gibt es außerdem. Der versteckte Heckklappengriff sieht gut aus.
Mir gefällt er einfach gut. Groß drumherum erzählen will ich nicht, es ist schließlich Geschmackssache.
Im Übrigen entspricht das dargestellte Bild in der Ciao Kategorie dem neuen Modell…
Verbrauch
Viele schrecken heutzutage vor dem Verbrauch zurück. Diesel sind groß im Kommen, jeder will sparen und der Umwelt tut es außerdem noch gut.
Ich hingegen mag Diesel einfach nicht. Und mit den handelsüblichen 1.6 Liter Maschinen bin ich zur Genüge gefahren. Wir haben außerdem noch einen aktuellen Focus mit 100PS in der Garage, das wollte ich einfach nicht noch einmal…
Der Verbrauch hält sich bei gediegener Fahrweise in Grenzen. Im reinen Stadtbetrieb sind es um 9 Liter, kommt Landstraße mit dazu tendiert es zu 8,5 Liter auf 100km. Auf der Autobahn kann man bei 130 bis 140km/h eine 7 vor das Komma kriegen, bei 160 bis 170km/h sind es dann zwischen 8 und 9 Liter. Da schlägt er die meisten 1.6-Motoren.
Der Tank fasst 55 Liter. Damit sind dann 600 bis 700km zu fahren, je nach Fahrweise. Ich finde das war heute Verhältnisse einfach zu klein. 5 bis 10 Liter mehr wären klasse gewesen.
Zuverlässigkeit
Mazdas sind eigentlich für ihre Zuverlässigkeit bekannt. Einen Zahnriemen gibt es nicht, nur eine Steuerkette. Das spart schonmal viel Geld. Bei mir ist in so kurzer Zeit natürlich noch nichts aufgefallen, das Einzige, was ich bisher hörte, sind leichte Rostprobleme…
FAZIT
Ich finde, es ist ein schönes Auto. Brauchbare Größe, handlich und schnell. Die KFZ-Steuer liegt bei (glaube ich) ca. 150€ jährlich, Euro 4 und eine grüne Plakette hat er außerdem.
Der Verbrauch ist okay, das Navi für dieses Alter top. Es gibt nur kleine Details, die negativ auffallen. Diese gibt es aber bei jedem Fahrzeug und fallen m.E. nicht ins Gewicht.
Um noch etwas zum Preis zu sagen: Für ein 5 Jahre altes Auto legt man bei Mazda um 11.000 bis 12.000€ hin. Klingt vorerst teuer, jedoch ist die Qualität dafür super. Vergleichbare Modelle sind i.d.R. teurer.
Für mich verdient er 5 Sterne!
EDIT (25.08.2010)
Er läuft jetzt bei mir seit gut 1,5 Jahren. Also kommt mal was zu den Kosten.
Mittlerweile ist er bei mir 50.000km gelaufen.
Service & WerkstattEr war bisher 1x planmäßig in der Werkstatt. Ölwechsel wurde gemacht und hat 70€ gekostet. Gleichzeitg hat allerdings auch ein Marder mit den Kühlwasserschlauch durchgenagt. Weitere 40€. Insgesamt also eher preiswert.
Außerdem wurde mir die Scheibe eingeschlagen. Der Wechsel kostete 130€ (hintere Seitenscheibe).
1x neue Reifen hat er auch bekommen. Bei den 17" Schlappen kostete mich das 350€ für gute Markenreifen. Nicht günstig, aber in der Größe durchaus vertretbar. Gehalten haben die ersten Reifen ca. 60.000km bzw. 6 Jahre. Nicht richtig gut, aber vertretbar.
Zuverlässigkeit
Hier gabs noch garnichts. Läuft immer noch ohne Probleme. Auch in dem harten Winter gab es keine Vorkommnisse.
Anhängerfahrtenich fahre nun auch hin und wieder mit einem 1t schweren und 11 Meter langem Segelflugzeuganhänger. Auch hier gibts keine Probleme. Der Mazda zieht das locker weg, der Verbrauch steigt dabei gut um 1 - 1,5 Liter. Spurstabil und sauber fährt er sich trotzdem, obwohl er im Vergleich zu so einem Hänger recht kurz ist. Auch bei schlechter Fahrbahn und starkem Wind unproblematisch.