Mazda, das Frauenauto
10.05.2002
Pro:
nicht kaputt zu kriegen, gutes Platzangebot
Kontra:
etwas klapprig in der heutigen Zeit, großer Geräuschpegel ab 130 km/h
Empfehlenswert:
Ja
 birgit-judith
Über sich:
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1987 bestellte mein Vater noch den silbergrauen Mazda 626. Leider erkrankte er schwer und fuhr mit diesem Wagen keinen Meter mehr bevor er verstarb. Wir wohnten damals noch gegenüber meiner Mutter, welche das Fahrzeug behielt und so durfte ich damit desöfteren fahren. Einen Frankreich-Urlaub erlebte ich auch mit dem Fahrzeug und noch heute führt mich das gute Stück Gassi wenn ich mit Mutti unterwegs bin.
Mit technischen Einzelheiten kenn ich mich nicht so gut aus, diese möge man bitte der Internetseite von Mazda entnehmen. 1987 war dieses Fahrzeug schon mit vielen Extras preisinklusive ausgestattet die da wären; Elektrische Fensterheber, Servolenkung, 5-Gang-Getriebe und Zentralverriegelung.
Nach einer Laufzeit von 6 Monaten und einen Km-Stand von ca. 3000 km, von denen ich bis dahin allein schon bestimmt 2000 zurücklegte ging meine Mutter für 2 Jahre nach Südafrika. Der Mazda wurde abgemeldet, der Nachbar baute die Batterie aus und so vegetierte das Auto 2 Jahre ohne Bewegung in der Garage vor sich hin. Nach Rückkehr wurde die Batterie eingebaut, der Wagen in die Werkstatt gebracht und mit einem neuen Satz Reifen bestückt. Schon damals wunderte ich mich, dass er ohne Probleme ansprang und das nach so einer langen Zeit. Ebenso wurde bei der anschließenden Inspektion kein einziger Mangel gefunden. Meine Mutter machte erst mit 45 Jahren ihren Führerschein und ein sehr "besorgter" Fahrlehrer erzählte ihr noch, dass das Auto das schlimmste Selbstmordgerät des Menschen sei. Diesen Spruch nahm sie sich immer sehr zu Herzen und dementsprechend fuhr sie auch. Bis zum Kauf diesen Wagens hatten meine Eltern nur 4-Gang Fahrzeuge. Wenn ich denn mal selber nicht fuhr, sondern meine Mutter ans Steuer ließ tat mir der Mazda in der Seele weh. Tolle Landstrasse, und ewig 90 im 4ten Gang. Ein gleichbleibendes, nicht leises Dröööööööhn war die Antwort vom Motor. In den 5ten Gang schaltet meine Mutter heute noch so gut wie nie, es sei denn sie muss auf die Autobahn. Auf meine Frage nach dem Warum bekam ich stets zu hören: "Da bremst der Motor nicht mit, wenn ich im 5ten fahre". Meinen Hinweis, dass dies aber dem Motor schadet und der Karren dann bald kaputt geht ignorierte sie und bis heute bin ich eines Besseren belehrt. Wirklich nicht zu glauben, wie gut der Wagen heute noch läuft.
Zur damaligen Zeit war ich , wie bereits erwähnt, angenehm von den Extras überrascht. Die elektrischen Fensterheber fand ich besonders klasse. Allerdings musste man höllisch aufpassen, dass kein Kind die Finger dazwischen hatte beim Schließen. Unser Hund machte damals die schmerzhafte Erfahrung, dass ein Ohr von ihm noch aus dem Fenster hing und ich jenes hochfuhr. Das Geheule war jämmerlich und seither ergeht ein Ruf an meine Kinder nach hinten. Finger weg, ich mache das Fesnter zu. Die Sitze sind relativ bequem, überraschend der Platz im Heck. Drei Personen sitzen auch nicht beengt auf der Rückbank.Allerdings sind hinten nur 2 Kopfstützen vorhanden. Etwas störend, dass man weder das Lenkrad noch die Sitzhöhe verstellen kann. Der Fahrerplatz ist jetzt nach 15 Jahren doch ziemlich ausgesessen und für längere Fahrten lege ich mir ein Kissen unter um bequem aus dem Fenster sehen zu können. Die Türen fallen leicht zu, allerding etwas laut. Bei Fahrten auf der Autobahn über 130 km/h nimmt der Geräuschpegel im Fahrzeuginneren gehörig zu. Der Kofferraum ist großzügig bemessen, die Rücksitze lassen sich jeweils als 2er Sitz und 1 Sitzer umlegen, oder aber komplett. Bei der Fahrt in den Urlaub konnte meine Mutter so auf einem Platz hinten sitzen und unser Hund hatte den Kofferraum inklusive den Platz der umgelegten 2er Bank. Das Gepäck war auf dem Dachträger verstaut und auch in diesem beladenen Zustand war, ausser im Anzug, kein anderes Fahrverhalten zu erkennen. Das Schalten ist kinderleicht, die Gänge rutschen fast von selbst in die gewünschte Position und verschaltet sich meine Mutter ab und an mal so kommt zwar ein kurzes Krächzen vom Motor und ein "Hoppla" von meiner Mutter, aber bis jetzt nahm ihr das der Wagen noch nicht übel.
Das Fahrverhalten ist angenehm. Das Fahrzeug liegt gut auf der Strasse und reagiert auch bei Kurven völlig normal. Da der Wagen relativ leicht ist, zieht er bei einem Kick-down gut an. Erst daunlängst auf der A3 zwischen Frankfurt Flughafen und Aschaffenburg brachte er noch 180 km laut Tachostand. Dies versuchte ich zwar nur eine kurze Wegstrecke (ca. 4 km)da meine Mutter am Jaulen war, dies wurde anhand des Geräuschpegels im Innenraum fast übertönt.
Absolut praktisch das Öffnen per Knopfdruck im Fond vom Kofferraum. Ein kleiner Hebel am Sitz des Fahrers öffnet den Tankdeckel. Und ein weiterer Pluspunkt der günstig angebrachte Aschenbecher. Ziemlich hoch an der Konsole und prima zu erreichen. In unserem Benz z. Bsp. liegt dieser versteckt ganz unten hinter der Gangschaltung, bzw. Automatik und ist sehr schwer zu erreichen. An Reparaturen war in den ganzen Jahren ein Auspuff und die Bremsen nötig. Sonst nichts! Auch durch den TÜV kam er immer ohne Probleme. Jetzt in den letzten Wochen ließ die Kupplung nach, sprich, sie kommt erst recht spät. Da wird nun wohl der nächste Werkstattbesuch fällig. Ich möchte noch hinzufügen, dass dieser Wagen fast ausschließlich nur Kurzstrecken fährt. Zum nächsten Einkaufsmarkt und am Morgen täglich zum Bäcker. Nur ab und an, wenn wir zu Besuch sind fährt er mal längere Strecken. 160.000 km ist der Tachostand und das ist ja wirklich nicht viel in 15 Jahren. Rost finde ich auch nirgends, okay, es ist ein Garagenfahrzeug.
Knapp 26.000 DM haben meine Eltern damals für den Mazda bezahlt und das hat sich bis jetzt auch wirklich gelohnt. ***FAZIT***
Mehr oder weniger regelmäßig fahre ich nun mit dem Mazda und bin immer noch begeistert von der guten Leistung. Klar wirkt er gegenüber einen Merceds etwas klapprig und billig, aber es ist ein absolut zuverlässiges Fahrzeug. Egal ob tiefster Winter oder große Hitze, er sprang immer an und blieb nicht ein einziges Mal aus technischen Gründen stehen. Angenehm zu fahren, relativ viel Platz und eine übersichtliche Bedienbarkeit der einzelnen Elemente. Der Benzinverbrauch hält sich für so ein altes Auto in Grenzen, bei normaler Fahrt zwischen 9-10 Liter. Fährt meine Mutter, wie erwähnt, nur höchstens im 4ten Gang, so liegt er mit Sicherheit höher. Sollte er mal den Geist aufgeben in der Zukunft wird mir dieses Gefährt schon fehlen. 4 Sterne und definitiv empfehlenswert...
Birgit :-)
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14.02.2003 16:08
guter bericht
11.02.2003 16:56
Guter Bericht mit allen wichtigen Informationen.
23.01.2003 22:18
Hallöle, der Bericht ist sehr gut und wirkt auf mich beruhigend. Ich habe mir heute einen 626 ´97 Baujahr gekauft.Bekomme diesen nächste Woche und freue mich (auch aufgrund des Berichtes!) riesig drauf. Viel Spass noch und Gruss - Munchie